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Gearbox bewarb sein Action-Rollenspiel zwar mit der Fülle an über drei Millionen Schießeisen, das ist aber Augenwischerei. Die Waffenauswahl hält sich an gängige Shooter-Konventionen und spaltet sich in Revolver, Maschinenpistole/Gewehr, Schrotflinte und Granatwerfer, variiert durch Spezialeigenschaften wie Säure- oder Explosivschaden. Daraus generiert das Spiel zufallsbedingt beliebige Kombinationen – ein Eldorado für Item-Jäger.
Pandora ist beherrscht von Wüstensand und dürftig gezimmerten Baracken mit entsprechend gesichtslosen NPCs. Die Questgeber verziehen keine Miene und haben kaum etwas zu sagen – Ihr dafür zu lesen. Dabei hätte diese offenkundig ”Mad Max”-inspirierte Welt doch so viel zu erzählen. Spätestens in der ersten größeren Stadt nach 15 Stunden ballerndem Erkunden (nehmt Euch zum Durchspielen das Dreifache an Zeit) fällt Euch das limitierte Spieldesign auf. Das Geschehen ist trotz atmosphärischer Cel-Shade-
Grafik trist, die Welt von Borderlands lebt nicht, sondern wartet darauf, von Euch gesäubert zu werden. Auch die Aufgaben wiederholen sich: Töte x Gegner, bringe Gegenstand A nach B oder suche das Ödland nach diversen Objekten ab. Das ist makaber verpackt, wenn zum Beispiel ein Geselle sein abgerissenes Bein wiederhaben möchte oder ein saufender Informant nach zwei Dutzend Bierflaschen verlangt. Allerdings läuft es stets auf das Gleiche hinaus: alles töten, alles einsammeln.
Zum Sightseeing in der großen, aus unzähligen Teilabschnitten bestehenden Welt von Pandora kommt Ihr ohnehin nicht, denn an jeder Ecke wartet mordhungriges Fußvolk. Ebenso wie Waffen und Ausrüstung sind auch Gegner an ein Level gekoppelt. Ab zwei Stufen über Eurem Erfahrungswert habt Ihr keine Chance, gegen die respawnenden Feinde zu bestehen. Immer wieder hält Euch Borderlands an, in der Pampa Euren Level zu steigern. Dabei wird nicht der Fehler wie in Oblivion oder Fallout 3 begangen, dass Feinde mitleveln. Da immer wieder neue Nebenmissionen in bereits befreiten Gebieten angeboten werden, lohnt sich eine Rückkehr nicht nur wegen der Erfahrungssteigerung. Ehemals übermächtiges Feindvolk pustet Ihr mit breitem Grinsen um. Das ist gerade im Koop-Modus nützlich, wenn Ihr schwächeren Mitspielern beim Questen helft. Nur habt Ihr dann das Problem, die Beute gerecht aufzuteilen – ein Duell löst’s!





























Eine Granate…vor allem wenn man im lokalen 4er Coop zuhause gezockt hat. 2009 war ein gutes gaming jahr.