Castlevania: The Dracula X Chronicles – im Klassik-Test (PSP)

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Im Anschluss an zwei neue Teile für DS bringt Konami nun ein Remake des nie im Westen veröffentlichten PC-Engine-Klassikers Castlevania: Rondo of Blood auf die PSP. Nach etlichen Monaten Lokalisierungszeit hat sich der Graf mit vielen Kisten verfluchter UMDs eingeschifft und läuft dieser Tage in die hiesigen Häfen ein.

Dabei enthält das randvolle Remake neben The Dracula X Chronicles, einer prachtvollen 3D-Version des Klassikers von 1993, noch die emulierten Originalfassungen von Rondo of Blood sowie des PSone-Meilensteins Castlevania: Symphony of the Night.

Um es vorweg zu nehmen, Dracula X Chronicles ist verteufelt schwer. Der nach wie vor zweidimensionale Spielablauf setzt auf perfektes ­Timing Eurer Kontrolle über die Sprünge, Peitschenhiebe und Sekundärwaffen des Hauptcharakters Richter Belmont. Über Burgzinnen, Ballsäle und die Takelage eines Geisterschiffes kommt Ihr nur mit sauberer Tastenakrobatik. Dabei zeigt sich Richter lange nicht so sprungfreudig und agil wie seine jüngeren Kollegen Alucard oder Soma. Statt eines Doppelsprunges führt Richter eine flotte Rückwärtsrolle aus, statt zig Waffen, die in alle Richtungen feuern, sind die Angriffsmuster von Peitsche, Weihwasser, Wurfdolch oder Beil eher beschränkt. Stürzt Ihr unglücklich ab oder werdet Ihr von Skeletten, Fledermäusen oder beseelten Gemälden abserviert, heißt es gnadenlos: ’Zurück zum letzten Wegpunkt’. Sind Eure Leben aufgebraucht, steht gar die Rückkehr zum Levelbeginn an. Gespeichert werden Fortschritte nur nach einem komplettierten Level. Ihr müsst also teils langwierige Bossfights gegen den Werwolf, die Hydra oder den Sensenmann erfolgreich absolvieren, ehe Ihr sicher seid.

Der Zwang zur Wiederholung wird aber erträglich durch die vielen Verzweigungen der acht Levels. Fast immer habt Ihr die Wahl zwischen zwei Bossen und könnt Bonusitems wie die oben erwähnten Oldies oder den zweiten Charakter Maria Bernard aufstöbern. Mit ihr wird das Vampirkillerleben ein wenig einfacher, denn ein waschechter Doppelsprung sowie ihre ­Attacken in der Form magischer Tiere vereinfachen viele Situationen, in denen Richter mangels Handlungsalternativen sicher gestorben wäre. Trotzdem bleibt Dracula X Chronicles eine gnadenlos harte Hatz. Bis Ihr den dunklen Grafen zu Staub verwandeln könnt, sterbt Ihr tausend Tode.

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genpei tomate
20. November 2024 1:08

Pixekgrafik ja, da gab es reichlich Kunstwerke, speziell auf tragbaren Geräten, nur, warum hat man sich für das Remake von dem Titel oben für so eine Optik entschieden, im Glaube, es würde das einfangen, was das Original vermittelte und nicht versucht, die Vorlage 2D mäßig mehr zu pushen?
Klare Geschmacksache, wie immer, aber mit solchen Grafiken haben bei mir spielerisch an sich starke Titel nie gepunktet und Fans, die so was gut finden/fanden, haben es einfacher gehabt beim Genuß solcher Remakes.
Die Optik kommt für mich so lieblos daher und selbst viel spätere Werke, wie Ritual of the Night, das in eine grafisch ähnliche Kerbe schlägt und natürlich mehr ausschöpft, was die Technik seiner Zeit her gab ( ist auch so ein 2D/3D Gemisch), haben es nicht geschafft, mich abzuholen. Und zwischen den beiden Titel liegen viele Jahre.

Kikko-Man
19. November 2024 22:34

@”Wie gut das famose Pixelwerk altern sollte, konnte man damals noch nicht erahnen.”
Wuerde da nicht unbedingt zustimmen. Die “Pixelhasserjahre” (aka 1996 bis ca. 2003) waren da ja schon wieder vorbei und ich wuerde sagen, dass der GBA und der DS 2007/2008 Pixelgrafik schon laenger wieder salonfaehig gemacht hatten. Aber volle Zustimmung: Das PCE-Game war 1993 huebsch und ist es immer noch.

genpei tomate
19. November 2024 18:44

Das Remake zu Rondo of Blood finde ich grafisch grauenhaft, war aber damals “Mode” und in etwa das Beste, was man aus pseudo 3d Modellierung aus einer 2d Vorlage bekommen konnte.
Wie gut das famose Pixelwerk altern sollte, konnte man damals noch nicht erahnen.