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| Spiel: | Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake |
| Publisher: | Koei-Tecmo |
| Developer: | Team Ninja |
| Genre: | Action-Adventure |
| Getestet für: | PS5 |
| Erhältlich für: | PS5, Switch 2, XSX |
| USK: | 16 |
| Erschienen in: | 4 / 2026 |
Sollte Euch der Name dieses Horror-Remakes unbekannt vorkommen, ist das kein großes Wunder. Das PS2-Original und spätere Portierungen erschienen zwischen 2004 und 2012 bei uns noch unter dem Titel Project Zero II. Für diese Neuauflage entschied sich Koei Tecmo jetzt erstmals dafür, den in den USA etablierten Namen auch in Europa zu verwenden. Wie der hintere Teil des Titels (Remake) nahelegt, haben die Entwickler hier nicht einfach ein paar Modelle ausgetauscht und an Auflösung und Effekten geschraubt. Tatsächlich wurde die nach landläufiger Meinung beste Episode der Reihe von Grund auf neu gebaut.
Am deutlichsten wird das bei der Kameraführung: Setzte das Original noch auf feste Kamerawinkel, bietet das Remake jetzt eine frei drehbare Kamera, die sich für gewöhnlich kurz hinter Eurer Protagonistin platziert. Die Geschichte dreht sich um die Zwillingsschwestern Mio und Mayu, die sich in einem für eine Überflutung vorgesehenen Tal wiederfinden und dort das verfallene Dorf Minakami nicht verlassen können. Stück für Stück decken Mio und Mayu, die mal gemeinsam und mal getrennt agieren, dessen Geheimnisse auf. Neu ist dabei die Möglichkeit, Eure Schwester an die Hand zu nehmen – schön, wie hier Spielmechanik und Story im wahrsten Sinne des Wortes Hand in Hand gehen.
Angreifende Geister bannt Mio mit der früh im Spiel entdeckten Camera Obscura und unterschiedlichen Filmrollen, die sich auf Angriffskraft, Nachladezeit oder andere Faktoren auswirken. Dieses Element zeichnet das Game auch mehr als 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch aus: Anstatt auf Untote oder Monster zu schießen oder einzuprügeln, muss man die Geister direkt in den Kamerasucher kriegen und dann am besten im letzten Moment erst abdrücken – eine Mechanik, die starke Nerven erfordert. Während die Spielsysteme und die Storyprämisse des Originals erhalten bleiben, hat sich beim Rest einiges getan: Es gibt neue Orte, gewisse Ereignisse wurden überarbeitet, Ihr erfahrt mehr über die Geschichte von Minakami und auch ein neues Ende lässt sich erspielen. Inszenatorisch beeindruckt das Remake mit herrlich verfallenen Orten, fragil wirkenden Heldinnen und einer Soundkulisse, die nicht nur für Atmosphäre sorgt. Wer gut aufpasst, kann auch hören, von wo der nächste Geist ankommt.








