Homefront: The Revolution – im Test (PS4)

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Für manche Geschichten gibt es einfach kein Happy End. 2011 veröffentlichten die Kaos Studios und THQ den bereits als neues Call of Duty gefeierten Shooter Homefront. Das Spiel floppte, THQ ging insolvent und die Lizenz landete 2013 für angeblich 500.000 US-Dollar bei Crytek. Diese kündigten vollmundig Homefront 2 und bessere Zeiten an, ehe sie das Projekt samt Entwicklerteam bereits 2014 an Koch Media weiterreichten. Die wiederum gründeten für Homefront: The Revolution Deep Silver Dambuster Studios und verschoben den Release erst mal auf 2016. Nach einer langen Odyssee findet Homefront: The Revolution nun endlich seinen Weg auf PS4 und Xbox One. Begleitet von einer mutigen Marketing-Kampagne soll jetzt für den Guerilla-Shooter doch noch alles gut werden. Wird es aber nicht!

Nordkorea hat die Vereinigten Staaten besetzt. Ihr kontrolliert Möchtegern-Rebell Ethan Brady, der vom Rekruten in Windeseile zur einzigen Hoffnung des Widerstands avanciert. Unterstützt von Klischee-Pappkameraden wie der hetzerischen Dana oder dem Moralisten Burnett kämpft Ihr Euch durch das von der Koreanischen Volksarmee belagerte Philadelphia. Dabei ist ”Homefront: The Revolution” kein klassisches Open-World-Spiel. Die rund zehn Bezirke sind zwar angenehm groß, aber dennoch durch Tunnel bzw. Ladebildschirme miteinander verbunden.

Wirklich störend ist das nicht, auch wenn dadurch das ganz große Gefühl der Revolution fehlt. Innerhalb der Areale folgt Homefront der bewährten Far Cry-Maxime: Erobert Stützpunkte und Lager zurück, um die Rebellion anzuheizen. Wer das Volk zu 100 Prozent hinter sich hat, der kann die Invasoren stürzen. Dambuster Studios presst also eine simple Eroberungs-Mechanik mit Fließbandfaktor auf ein wunderschönes, unkonventionelles Szenario. Dass dabei die Atmosphäre immer wieder auf der Strecke bleibt, versteht sich von selbst.

Die Parallelen zu Far Cry 4 reißen aber nicht ab. Denn auch Homefront: The Revolution möchte Euch schleichen sehen. In den Straßen patrouillieren Soldaten, Drohnen scannen die Umgebung und Kameras filmen alles. Ein Rebell wie Brady muss sich daher eher versteckt halten. Im Spiel kauert Ihr hinter Briefkästen, sucht Schutz bei anderen Passanten oder hüpft kurzerhand in Müllcontainer oder Dixi-Klos.

Die Schleich-Mechanik ist nachvollziehbar: Ein roter Balken zeigt an, ob Brady gerade gesehen wird. Fällt er auf, müsst Ihr eine Zeitlang unentdeckt bleiben, bis der Alarm wieder aufgehoben wird. Die passenden Werkzeuge gibt es in jedem Unterschlupf. An Waffenständern kauft Ihr neue Knarren, Aufsätze oder Kleidungsstücke zur Verbesserung von Bradys Fähigkeiten. Praktischerweise könnt Ihr Modifikationen wie etwa den Flammenwerfer für die Armbrust auf Tastendruck direkt im Einsatz ausrüsten. Ähnlich wie in Crysis passt Ihr so Euer Arsenal mit wenigen Handgriffen an die aktuelle Situation an. Zu den Hauptwaffen gesellt sich Zusatz-Equipment wie Molotowcocktails, Hack-Geräte und Sprengstoff. Diese lassen sich ebenfalls in drei Stufen aufrüsten, und wer einmal einen Konvoi per ferngesteuerter Auto-Bombe hochgejagt hat, fühlt sich schnell wie ein Guerillakrieger!

Leider zerstört Homefront: The Revolution die wenigen schönen Momente mit ganz viel Durchschnitt und einer durchwachsenen Technik. Die Missionen leiden unter akuter Ideenarmut. Spätestens wenn man zum zweiten Mal einen Bezirk zur Freiheit führen muss, entlockt einem der Weg zu den 100 Prozent nur noch ein Gähnen. Das Spiel geizt mit Höhepunkten und so plätschert die Geschichte – trotz stimmungsvoll inszenierter Zonen – vor sich hin. Selbst wenn plötzliche Wendungen auftauchen, sind diese derart vorhersehbar, dass keine Spannung aufkommt.

Schließlich quält Homefront: The Revolution ein fast durchgehender Grafik-Schluckauf. Das Spiel bricht zudem an Schlüsselstellen wie großen Gefechten gerne massiv ein: Dann wird das Zielen mit den ohnehin schon unpräzisen Maschinengewehren vollends zur Glückssache. Hinzu kommen Probleme bei der Interaktion mit der Umgebung. Allzu häufig weigert sich Brady etwa, Stufen emporzuklettern oder sich an Vorsprüngen festzuhalten. Und damit endet die Geschichte von Homefront: The Revolution. Keine Pointe, kein Happy End.

Olaf Bleich meint: Homefront: The Revolution besitzt enormes Potenzial und versinkt doch in Mittelmäßigkeit. Entwickler Dambuster Studios schafft es nicht, für die hervorragende Hintergrundgeschichte ein passendes Spiel zu stricken. Die Missionen sind zu einfältig, die Möglichkeiten zu beschränkt und die Technik ist fern von zeitgemäß. Wenn Held Brady zum zehnten Mal den Dienst verweigert und nicht auf Anhieb irgendwo hochhüpfen möchte, dann kommt Frust auf. Gleiches gilt für die immer wieder auftretenden Ruckler, die präzises Zielen nahezu unmöglich machen. Aus Homefront wird anscheinend in diesem Leben kein vernünftiges Spiel mehr. The Revolution beendet seine lange Irrfahrt durch den Gaming-Kosmos mit einer Bruchlandung, die auch von den derbsten Marketing-Stunts nicht aufgefangen werden kann.

  • 30 Stunden Kampagne inklusive Nebeneinsätzen
  • 6 Hauptwaffen mit je 3 Modifikationen
  • 4 Bombenvarianten mit 3 Ausbaustufen
  • Motorräder als einzige Vehikel

Durchschnittlicher Schleich-Shooter mit verkorkster Technik: Trotz interessanten Settings gibt es die richtigen Revolutionen woanders.

Singleplayer60
Multiplayer
Grafik
Sound
Professor Chaos
I, MANIAC
Anfänger (Level 1)
Professor Chaos

Also ich find das Spiel ganz spaßig obwohl regelmäßige Ruckler bei einem Shooter ein Unding sind. Ich glaube aber, durch die Updates ist es schon besser geworden. Ich hatte auch beim Zielen/Schießen keine Probleme. Ich finde auch das Gunplay richtig gut. Die Waffen haben ordentlich Wumms und die Möglichkeit, die Waffen mit verschiedenen Aufsätzen auszustatten geht gut von der Hand und bringt Abwechslung in die Ballereien. Genau wie die technischen Spielereien wie ferngesteuerte Sprengstoff-Autos. Von mir gibts ne Kaufempfehlung für alle, denen Gameplay wichtiger ist als Grafik (obwohl Homefront stellenweise auch wirklich hübsch ist.). Wer sich unsicher ist wartet auf den nächsten “”Sale”” 🙂