Red Dead Redemption – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Seite 3

Im frühen 19. Jahrhundert seid Ihr meist auf dem Rücken eines Pferdes unterwegs. Der Gaul gehorcht Euren Kommandos aufs Wort, ist aber zwangsläufig nicht so wendig (versucht mal, einen Hengst rückwärts laufen zu lassen) und hat einen eigenen Kopf: Gebt Ihr dem Vierbeiner zu penetrant die Sporen, wirft er Euch aus dem Sattel. Dafür müsst Ihr nie zum Verbrecher werden, um ein Ross zu finden: Per Druck aufs Steuerkreuz pfeift Marston, schon kommt das Pferd angeritten. Noch praktischer: Seid Ihr mit einer Begleitung unterwegs, passt Ihr Euch auf Wunsch deren Tempo an – die lästige GTA-Macke, dass Dialoge bei flotter Reise nicht beendet werden, gehört damit (fast) der Vergangenheit an. Das ist nicht die einzige komfortable Reiseneuerung, die Rockstar uns gönnt: Außerhalb von Siedlungen dürft Ihr fast überall ein Lager aufschlagen und von dort aus sofort zum markierten Zielpunkt springen und sogar jederzeit speichern.

Anfangs bestreitet Ihr das Western­leben lediglich mit einem Revolver und einem Gewehr, später kommen u.a. Wurfmesser, Schrotflinten und eine Scharfschützenwumme hinzu – alle mit zeitgemäßen Einschränkungen wie langen Nachladezeiten oder nur einer Zoom-Stufe. Trotzdem gehen Feuergefechte gut von der Hand, sofern Ihr nicht wild auf die Gegner zustürmt und Deckung nutzt, wenn sich eine bietet. Auf einem Pferderücken oder in brenzligen Situationen mag das nicht immer möglich sein, zudem hat John Marston auch keine flinkeren Reflexe als etwa ein Niko GTA IV Bellic. Deshalb könnt Ihr je nach Eurer Fingerfertigkeit im Optionsmenü aus drei Zielmodi wählen: perfekte Aufschalt-Automatik, manuell und ein gelungener Kompromiss aus beiden. Nicht realistisch, aber in brenzligen Situationen nützlich ist der Dead-Eye-Modus bei Revolvern: Auf Tastendruck aktiviert Ihr eine Zeitlupe und markiert einen oder mehrere Gegner, die danach mit einer flotten Salve erschossen werden.

Damit sind die wichtigsten Punkte von Red Dead Redemption abgesteckt, was die reichhaltige Fundgrube aber bei weitem nicht vollständig beschreibt: So könnt Ihr z.B. Schatzkarten erwerben und anhand vager Zeichnungen verbuddelte Reichtümer heben. Oder Ihr sammelt in der Prärie Pflanzen und Tierfelle, die Ihr danach bei Händlern verkauft. Oder Ihr versucht Euer Glück beim Kartenspiel und provoziert durch Schummeleien ein Mann-gegen-Mann-­Duell. Oder Ihr erwerbt eine Zeitung, in der Artikel über Eure Taten ebenso stehen wie Hinweise und versteckte Cheats. Oder Ihr geht zu Mehrspieler-Runden online. Oder, oder, oder…

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Nipponichi
26. März 2026 21:23

Das ist richtig, aber ich glaube, geschichtlich hatte das nicht viel mit Redemption I und II zu tun, die ja auch beide zusammenhängen.

Kikko-Man
26. März 2026 19:20

@”das erste Spiel”?
Red Dead Revolver war doch das erste.

Nipponichi
26. März 2026 18:25

War und ist ein hervorragendes Spiel, auch wenn ich den zweiten Teil noch etwas dynamischer empfinde von der Geschichte her, dennoch war das erste Spiel wegweisend. Den habe ich mir sogar noch einmal als physische PS4-Version besorgt.

Max Snake
26. März 2026 16:29

Was für einen tollen Wilden Westen Flair und einen emotionale Ende.