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Bevor wir an dieser Stelle auf Sams Arsenal eingehen, eine kleine Beschwerde an die Entwickler: So packend und schweißtreibend sich eine Szene der Marke ’An dieser Stelle hilft kein Schleichen – du musst ballern’ in der Theorie anhört, wird sie doch zur unnötigen Qual, wenn zusätzlich ein Raum für einen bestimmten Zeitraum verteidigt werden muss. Derlei Situationen machen keinen Spaß! Das war in der russischen Datscha in Modern Warfare 2 so und ist in einem Spiel wie ”Conviction“, das vordergründig auf bedachtes Vorgehen setzt, keinen Deut besser. Zeitlimits – und seien sie noch so elegant durch einen Upload-Balken beim Computerhack symbolisiert oder als ”Halte aus bis der Heli eintrifft“-Ansage verschleiert, sind schlicht nervig, wenn nicht sogar nervtötend.
Doch wir wollten über Waffen sprechen: Sams Spielzeugkiste besteht aus knapp 20 Bleispuckern, die Ihr nach und nach freischaltet und mit Reichweitenverbesserungen oder Ähnlichem aufmotzt – von der MP über allerlei MGs bis hin zur fauchenden Shotgun bleibt kaum ein Wunsch offen.
Wir müssen aber anmerken, dass aufgrund der hohen Genauigkeit und großen Durchschlagskraft der schallgedämpften Standard-Pistole der Einsatz der schweren Kaliber mitunter in den Hintergrund tritt. Auch, weil Ihr bei dicken Wummen – im Gegensatz zu den Unendlich-Munition-Pistolen – auf die verbleibenden Magazine achten müsst. Die Kohle, um Eure Ballermänner und Gadgets zu pimpen, erspielt Ihr eleganterweise durch das Erfüllen zahlreicher Zusatzziele à la ”Lande x Kopfschüsse“ oder ”Verschwinde y mal, nachdem dich der Feind gesehen hat“. Wer all diese Zusatzprüfungen schaffen will, sollte demnach im Menü nachschauen, welche Aufgaben er bislang verpasst hat – alle anderen erstehen auf ihrem Solo-Weg durch die Straßen Maltas, ein Wasserkraftwerk, das Third-Echelon-Hauptquartier, ein Flugfeld oder die Straßen von Washington DC ganz nebenbei genug Kohle für den Hausgebrauch.
Die Story von Splinter Cell: Conviction übertrifft zum Glück die banalen Geschichten von Teil 1 und 2, hält mit ein paar netten Wendungen bei der Stange, konfrontiert Euch mit alten Bekannten wie etwa Grimsdottir und lässt den Zuseher angenehm lange im Ungewissen, wer tatsächlich auf Sams Seite steht und wer unseren Agenten mal wieder für seine Zwecke missbraucht. Das von Ubisoft im Vorfeld angepriesene ’Nimm deine Feinde in Verhören in die Mangel’-Feature entpuppt sich als plumpe Brutalo-Einlage auf Knopfdruck ohne jegliche Entscheidungsfreiheit oder Dynamik und damit als einer der wenigen Schwachpunkte in einem glänzenden Comeback des Vorzeigeagenten – wie sich der Mehrspieler-Modus von Conviction schlägt, entnehmt Ihr dem Infokasten auf der vorhergehenden Seite.










