
Meinung
Ulrich Steppberger meint: Nachdem mich die frühen Demos von Split/Second nicht aus den Rennstiefeln hauten, entpuppt sich das fertige Spiel weitgehend als der erhoffte Kracher. Die actiongeladenen Vollgasrennen gewinnen mit flotteren Flitzern im späteren Verlauf an Dynamik und die spektakulären Zerstörungsorgien langweilen lange nicht so schnell wie befürchtet. Allerdings zeigt sich, dass die aufwändigeren Powerplays in ihrem Nutzen begrenzt sind und ich deshalb die ’kleinen Kracher’ bevorzugt einsetze – schade um die opulenten Riesenknaller. Grafisch wird der Rivale Blur abgehängt, spielerisch kommt Split/Second dahinter ins Ziel: Auf Dauer fehlt es trotz der interessant gemachten Solo-Wettbewerbe an Abwechslung und Tiefgang. Bei Rennen gegen menschliche Rivalen sind die Sprengfallen zudem zu wenig effektiv.
Oliver Schultes meint: In die Stoßstangen-Perspektive geschaltet, Gaspedal durchgedrückt und mit gefühlten 250 Sachen ruckfrei über ein Flugfeld gebrettert, während filigrane Lagerhallen und Flugzeuge in farbenfrohen Explosionen zerbersten – da hüpft mein Rennspielherz. Zumindest die Arcade-Seite davon, denn Split/Second fährt sich wie ein Ridge Racer: schnörkellos, driftlastig und ohne Anspruch auf realistische Fahrphysik. Wer langfristige Unterhaltung – wie sie etwa Gran Turismo oder Forza Motorsport bieten – sucht, liegt bei Disneys Raserei falsch. Immer wieder mal eine unkomplizierte Runde zu drehen, macht dagegen einen Heidenspaß – dann fällt auch weniger auf, dass sich die Strecken irgendwie ähnlich sehen und das Powerplay-System nicht wirklich ein taktisches Vorgehen zulässt. Das macht ein Extra-System wie bei Blur besser.










