Kvark

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    joiajoia
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    Steffen Heller hatte Kvark in einem Bericht schon erwähnt und ich habe mir das Teil auf die Wishlist gestellt. Jetzt gab bzw. gibt es das Game aktuell für sagenhafte 4 Euro – und ich schäme mich auch schon ein bisschen, es wieder im Sale gekauft zu haben.
    Naja, nicht wirklich – wie oft bin ich trotzdem schon auf die Nase gefallen – aber hierfür würde ich gerne nachträglich noch den Vollpreis berappen.

    Kvark – eine Dystopie in einem Tschechien der 80ger Jahre – der Spieler erwacht inmitten des Zusammenbruchs einer Industrieanlage und kämpft bis zum Schluss ums überleben.

    Kvark heißt herrlich modern polierter Pixeloptik Ego-Shooter, klasse Soundkulisse, überzeugende Steuerung und äußerst stimmungsvolles Level-, gepaart mit angenehmem Gegnerdesign. Dazu kommt noch ein Perksystem für die kleinen Verbesserungen der Charakterfähigkeiten für zwischendurch, dass so einfach und stimmig daher kommt, wie wenn morgens die Sonne aufgeht.

    Und den Humor nicht zu vergessen – die kleinen, liebevoll animierten Zwischenfilmchen, die von Beginn an den Überlebenskampf begleiten, sind einfach eine Klasse für sich.

    Was außerdem sehr zur Atmosphäre und Spannung im Spiel beiträgt, ist die tschechische Originalvertonung. Menü, Untertitel und sonstige Textbestandteile im Spiel sind natürlich En/De/sonstwas, aber die Sprache im Spiel bzw. in den Filmchen ist Tschechisch und das gibt dem Teil einfach den Anstrich von etwas Besonderem. Die laufenden Durchsagen im Spiel, die Gegnersprüche – das durch die Sprache herbeigeführte Fremdartige ist dabei durchaus passend und reizvoll. Weil man als Protagonist sowieso lang keine Ahnung hat vom Warum? Wo? Ich? Was? und einfach nur raus will, aus dieser Hölle.

    Ein großes Lob verdient Imo die Grafik – der Industriestil der 80er ist wunderbar eingefangen. Ich habe selbst in und um Berlin viele verfallene Industrieanlagen fotografiert und die hat das kleine Team in Stimmung und im Nachbau der Realität unheimlich gut nachempfunden: ein Labyrinth aus Beton und Müll und engen Gängen, wo ich mich mehr als nur einmal erwischt habe, ein wenig tiefer durchzuatmen, wenn endlich einmal ein etwas größerer Raum aufgetaucht ist – und auch die sind zwar groß – aber dunkel und halt: Betonwände.

    Dazu passt der Sound wie die Faust aufs berühmte Auge – von leise treibend bis hin zu eingängigen Musikstückchen – nichts Besonderes, keine Ohrwürmer, aber eben immer passend und schon das ist eine besondere Qualität.
    Das Spiel wirkt einfach in sich wohl durchdacht und stimmig und funktioniert.

    Ansonsten ist Kvark ein Ego-Shooter alter Klasse und macht dabei einfach so ziemlich alles richtig. Was mir – Jammern auf hohem Niveau – persönlich fehlt bzw. ich einfach mittlerweile aus anderer Shootererfahrung heraus als praktisch empfinde, ist das Waffenauswahlrad (wie bei Doom z.B.) – bei Kvark passiert das durch nach links oder nach rechts gehen und funktioniert auch, aber da finde ich das moderne Waffenrad schon besser.

    Beim ersten Durchspielen ist mir immer wieder Half Life in den Sinn gekommen – der Vergleich hinkt, aber ist möglich und Kvark hat eindeutig bestimmte Half-Life-Qualitäten, die sich nicht wegreden lassen – das ist für mich auch der Vergleich, mit dem ich das Spiel empfehlen darf – wer Half Life mochte, dem wird Kvark mit Sicherheit zusagen.

    Die Spielzeit belief sich bei mir im ersten Durchgang auf knappe 7,5 Stunden, Wiederspielwert: hoch – aber diesmal auf einem höheren Schwierigkeitsgrad. Der erste war auf Medium, ich bin auch durchaus ein paar Mal gestorben – aber habe dabei jetzt keine Tränen vergossen.

    Hier zur Info noch ein Video (Walkthrough ohne Kommentar) – wer noch Fragen hat – sehr gerne.

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