Videospielromane

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  • #900133
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Da wir neulich das Thema Bücher zu Spielen hatten kann es eigentlich nicht schaden, mal einen Thread zu Videospielverschriftungen aufzumachen.

    Erstes Opfer, die ersten drei Mass Effect Romane von Drew Karpyshin.

    Unter´m Strich sind alle drei gut lesbar, wobei gerade beim ersten die deutsche Übersetzung teils schwächelt, bei den beiden folgenden ist sie doch eine nette Ecke besser. Trotzdem, wer kann und will sollte eher die englische Ausgabe nehmen.

    Der Erstling, der sich der Vorgeschichte von Saren und Anderson widmet ist alles in allem noch der schwächste Roman. Zwar erfährt man durchaus einiges neues über das Mass Effect Universum, die Ratspolitik und vor allem die Batarianer, alles in allem wirken viele Dinge aber noch recht austauschbar. Vieles könnte noch aus einem völlig anderen SciFi Universum sein. Auch Karpyshin´s Romanhauptcharakter Kahlee Sanders hat hier noch viel Entwicklungspotenzial.

    Bereits bei der Aufstieg macht er sehr vieles besser. Einerseits durch größtenteils nur im Roman vorkommende Personen wesentlich eigenständiger, andererseits sind viele der Figuren stärker charakterisiert. Sicherheitschef Hendel ist z.B. einfach schwul, was man nebenbei während eines Gesprächs erfährt, sonst aber voll und ganz Sicherheitschef. Die Authistische Gillian ist auch nicht für irgendein Kasperletheater gut sondern erlebt eine ganz nett gemachte charakterliche Entwicklung. Gleichzeitig fügt sich alles schon deutlich mehr in´s Mass Effect Universum ein. Die Handlung reisst zwar keine Bäume aus, ist aber mehr als passabel.
    Allerdings, wer viel Action und starke Bindung an Mass Effect 2 erwartet ist ausgerechnet hier falsch.

    Vergeltung wirkt zwar am ausgereiftesten, auch die Mischung aus alten und neuen Romancharakteren sowie aus den Spielen bekannten geht völlig auf, die Handlung hat aber ein paar unglaubwürdigere Twists und Fügungen als seine beiden Vorgänger. Wer vor allem unterhaltsame und rasante Action erwartet ist hier ziemlich richtig, anderen mögen die vielen spannungsfördernden “rein zufälligen” Fügungen sauer aufstoßen.
    Wirklich treffend ist durchgehend die Charakterisierung der Figuren, wobei gerade der Unbekannte den Roman über weite Teile trägt und Graysons innerer Kampf auf verlorenem Posten nach seiner “Reaperfizierung”.

    #1095775
    Anonym
    Inaktiv

    Die Gears of War Romane kann ich allen Fans der Serie nur empfehlen, da sie den Figuren erstaunlich viel Tiefe geben.

    #1095776
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Next one: Ich bin noch nicht durch, lese aber derzeit, gleichzeitig als E-Book Selbsttest, Halo Glasslands.

    Erstmal zum Format E-Book: Vernünftig lesen lässt sich eigentlich nur mit einem Reader. Normalgroße Smartphones sind schlicht zu klein, am PC oder Notebook liesst es sich eh eher beschissen und Tablets kranken im Vergleich zu Buch und E-Reader einfach an der Darstellung. Das Hauptproblem ist dabei nicht mal die Auflösung sondern die schlichte Tatsache, dass die Hintergrundbeleuchtung die Augen beim Lesen auf Dauer anstrengt, man die Hintergrundbeleuchtung aber meist nur reduzieren kann, was die Lesbarkeit normaler Panels allerdings auch schon verschlechtert.

    Der einzige echte Konkurrent zum Buch ist damit der Reader. Größter Pluspunkt, das Ding ist einfach praktisch. Es passt eine komplette Bibliothek auf die meisten Geräte, die man wirklich überall hin mitnehmen kann und der Akku hält anders als bei den anderen Geräten ewig. Der geliehene Reader ist irgendwann letztens mal aufgeladen wollen, zeigt systembeding aber absolut keine Ermüdungserscheinungen. Zu guter Letzt sind zumindest ausländische Bücher ohne Buchpreisbindung als E-Book auch deutlich günstiger.

    Größter Minuspunkt, das Erlebnis Buch fehlt völlig. Ein Buch ist nunmal nicht nur der Inhalt, es ist auch haptisch, selbst vom Geruch her, ein ganz eigenes Erlebnis. Damit stellt es gleichzeitig einen anachronistischen Kontrapunkt auf, eine Art Auszeit von der Technik und unserer Hightechwelt. Mit dem guten, alten Buch kann man besser abschalten. All das fehlt beim Reader einfach. Er hat keine Geschichte zu erzählen, erist nur ein weiteres, dafür aber tatsächlich nützliches Stück Elektronik.

    Für mich persönlich heisst das, der geliehene Reader geht zurück, Glasslands wird irgendwann als englisches Paperback geholt. Würde ich allerdings studieren oder bräuchte aus anderen Gründen größere Mengen an Fachbüchern, der Reader wäre mir aus praktischen Gründen einfach lieber als ein Kubikmeter Fachliteratur auf ehemaligen Bäumen.

    Nach der kleinen Exkursion in die vermeintliche Zukunft des Lesns nun der Lesestoff aus der Zukunft:

    Um es auf den Punkt zu bringen, Glasslands ist einfach wirklich gut. Nein, es gibt keine Nonstopaction. Es gibt dessen oft sogar sehr wenig. Dafür gibt es treffend bis hervorragend geschriebene, altbekannte Charaktere aus Büchern und Spielen und auch ausreichend Frischfleisch, das aber ebenfalls sehr gut charakterisiert ist. Menschen verhalten sich menschlich, sie haben (fast) alle menschliche Stärken und Schwächen, verhalten sich mal emotional, mal wissenschaftlich, mal militärisch aber immer glaubwürdig. Das gleiche gilt für die Shangheili, die sich praktisch zu jeder Zeit entsprechend ihrer Kultur, aber geleitet von Ängsten, Hoffnungen, Glauben oder Überzeugungen verhalten. Die Handlung ist ausgesprochen vielschichtig und komplexer, als manch einer von einem Halo Roman erwarten mag. Ein Handlungsstrang setzt die Geschichte von Onyx fort. Suboptimal zwar, wenn man wie ich genau das noch nicht gelesen hat, aber auch nicht so tragisch. Denn obwohl es keine allzu ausufernden, und m.M. unglaublich nervigen, Retrospektiven gibt wird genug erläutert, um zu wissen, wieso, weshalb warum das da alles so ist und wie es so weit kam. Mehr will ich da auch gar nicht spoilern.
    Ein weiterer Strang bewegt sich um´s ONI und eine kleine, geheime Mission, die dafür sorgen soll, dass die Shangheili auf Jahre hinaus mit sich selbst beschäftig sind. Dabei sei nur am Rande erwähnt, dass das ONI regelrecht gegen das UNSC und die Pläne eines gewissen Admiral Hood arbeitet. Gleichzeitg darf dieser Teil der Handlung Platz bieten für die immer noch gährenden Streitigkeiten zwischen Erde und Kolonien, Militär und Geheimdienst, Politikern und manchmal auch Völkern. Gleichzeitig zeigt sich immer wieder deutlich, wie militaristisch die Gesellschaft des Halouniversums ist.

    Ach ja, die Shangheili und ihr Heimatplanet Shanghelios. Während der Arbiter (Gebieter) eher den Schulterschluss mit der Menschheit sucht, um wieder eine richtige, funktionierende Gesellschaft aus den zum reinen Militäranhägsel der San Shyum degenerierten Eliten zu machen wollen andere lieber gegen die Menschheit losschlagen, bevor die Menschen wieder zu alter Stärke kommen und die Shangheili vernichten, eine zwar offenischtliche, aber sauber geschriebene Angstmotivation, während andere, fundamentalistische Elemente durch Handlungen und Äußerungen des Arbiter das religiöse Weltbild gefährdet sehen und im Kampf gegen ihn sogar ein Bündnis mit den Menschen bzw. mit ONI eingehen wollen.

    Nun, ich bin zwar noch nicht ganz durch, die Handlung bzw. deren ja sogar mehrere, sind bis jetzt immer glaubwürdig und nachvollziehbar. Rein zufällige Wendungen, die prima zum Handlungsverlauf passen und den armen Helden freundlich unter die Arme greifen sucht man auch vergebens. Dazu kommen Charaktere, die längst nicht immer das richtige tun, bei weitem nicht immer liebenswürdig sind, aber menschlich bzw. ausreichend alien aber glaubwürdig wirken und auch entsrechend handeln.

    Zur Autorin: Karen Traviss hat neben originären Geschichten auch einiges für die Universen anderer geschrieben, darunter nicht nur einiges für Star Wars sondern auch all die Gears of War Romane, die als wirklich gut gelten und wie Nightrain behauptet (ich hab keinen davon gelesen), den Charakteren Tiefe geben. Ehrlich gesagt kann man nur hoffen, dass sie auch noch für weitere Videospielverschriftungen sorgen wird.

    #1095777
    T9DeathcrowT9Deathcrow
    Teilnehmer
    captain carot wrote:

    Größter Minuspunkt, das Erlebnis Buch fehlt völlig.

    Diesen Punkt teile ich mit dir :D
    Wenn ich ein Buch lesen will, muss ich es in der Hand halten, es fühlen wie man die Seiten umblättert.Beim Redader ist das einfach nicht dasselbe.Der Pluspunkt davon ist halt die Flexibilität. Ich habe mir in meinem Ferien in Deutschland ( ja ich vermisse das “Deutsche Wetter” ) ungelogen 6 Bücher gekauft und zwar nicht solche kleinen, ich rede hier von Minimal 700 Seiten pro Buch und werde schon ordentlich umpacken müssen deswegen

    Zum Thema Buch zum Spiel war ich immer sehr skeptisch.Aber das kommt finde ich auch an von was wir reden. Ich würde niemals mir einen AC Roman kaufen, nicht nur weil ich langsam immer mehr enttäuscht werde von der Serie, ich kann mir da aber nicht vorstellen wie das interessant sein soll. Bei Bioschock kann ich mir das schon eher Vorstellen. Da finde ich auch die Hintergrundgeschichte sehr Tief und nunja halt interessant. Es gibt auch Bücher die erzählen Z.B. Metal Gera Solid 1+2 erzähln sie die Geschichte die dort spielt. Das ist für mich praktisch weil ich zu faul bin das Erste MGS zu zocken (+ Schlechte Syncro -.- ) und somit wenigstens die Serie halbwegs Abschliessen kann. Natürlich bis es mehr zum Neuen Gibt was heute Angekündigt würde.
    Das ist mein Senf zu all dem :P

    #1095778
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    So blöd sich das erstmal anhört, wichtig ist vor allem ein guter Autor, der einerseits mit dem Fremduniversum was anfangen kann und andererseits ausreichend eigenständig ist. Die besten Hal Romane bieten z.B. massig Background zum Universum, gute Charaktere und erstaunlich wenig Action für ein Buch zu einem Shooter.

    #1095779
    T9DeathcrowT9Deathcrow
    Teilnehmer

    Da hast du Vollkommen Recht
    es ist ja auch ansich keine Blöde Idee den Spiele-Plot zu erweitern durch Spielromane. Manche übertreiben es aber damit mehr als andere. Ich schaue Jetzt mal nicht in Richtung Ubisoft, AC ( ich hab da hat nix besseres zum rumkritisieren, tud mir leid ^^).

    #1095780
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    God of War, hust.

    Ich arbeite zwar schon länger nicht mehr als Buchhändler, trotzdem weiß ich, dass solche Romane die volle Bandbreite von Scheiße bis genial bieten. Viele alte RE Romane waren z.B. sehr dürftig. Das gibt´s genauso in anderen Lizenzuniversen.

    In den 80ern und 90ern waren z.B. Romanreihen zu Tabletops und P&P RPG´s hoch im Kurs. Also etwa Warhammer, D&D, DSA, Battletech und Shadowrun. In so ziemlich jeder Reihe war qualitativ alles vertreten. Da gab´s absoluten Schrott und wirklich gutes Zeug.

    AC hätte sicher auch Potenzial, obwohl ich den “untergegangene Superkultur” Twist absolut albern finde. Es bietet aber genug Freiraum, um echte Historie mit etwas Mystery und Fiktion zu verknüpfen. ZWar nix, für das es unbedingt Romane geben muss aber der ein oder andere FÄHIGE Schreiberling könnte sicher was draus machen.

    Wirklich anbieten würde sich z.B. Alan Wake. Da gibt´s zwar ein Buch mit der Spielhandlung, Bright Falls hätte aber deutlich mehr Potenzial, bzw. die Dunkelheit.

    #1095781
    T9DeathcrowT9Deathcrow
    Teilnehmer

    Das mit Alan Wake hört sich gut an, da werd ich mal drüber erkunden :)

    #1095782
    DoublefineDoublefine
    Teilnehmer

    Wie wäre es mal mit Spielen zu Romanen? Meine bessere Hälfte verschlingt momentan die Witcher-Bücher. Hat auch kein anderes Hobby als der Versuch mich drauf heiß zureden. Aber das hilft nicht viel, fand das Spiel, naja nicht so berauschend wie die meisten

    #1095783
    WodahsKcalbWodahsKcalb
    Teilnehmer

    Definitiv nicht empfehlen kann ich den Metal Gear Solid Roman. Ich weiss nicht ob’s nur an der Übersetzung liegt, aber glaub ich eigentlich nicht. Überraschend gut fand ich jedoch die zwei DevilMayCry Romane.

    #1095784
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer
    #1095785
    DoublefineDoublefine
    Teilnehmer

    Habe mir heute Dragon Age zerrissen geholt. Das Buch ist vom selben Autor wie die Spiele. Ons letztendlich was taucht weiß ich am Montag, dann hab ich um die 9h damit verbracht.

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