Who criticizes the critics? Spieletester vs. Netzgemeinde.

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  • #900443
    captain carotcaptain carot
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    Früher war alles einfacher.
    Spieleredakteure waren Halbgötter in Print, zumindest die Schreiberlinge des eigenen Magazins irrten nie und Spiele mit 90% Wertung kaufte man höchstens dann nicht, wenn man das Genre nicht mochte.

    Ein Spiel mit einer 90+ Wertung, das war einfach ein Toptitel, egal ob Donkey Kong Country, Final Fantasy VII oder andere.
    Redakteure hatten praktisch immer Recht, sie bewahrten uns davor, Taschengeld, sauer verdiente Ausbildungsvergütung oder die paar Mark vom Zeitung austragen in miese Spiele zu stecken.

    Heute, da ist offensichtlich alles anders. Redakteure sind angeblich käuflich, verteilen Nintendobonus, haben keine Ahnung oder sind einfach dumm. Zumindest, wenn irgendwem eine Wertung mal wieder nicht passt. In Zeiten des globalen Kneipenstammtischs kommt das eigentlich ständig vor.

    Und die Redakteure? Die schießen neuerdings leidenschaftlich gerne zurück. Von verzerrter Weltsicht der Netzgemeinde ist die Rede, von neuen Enden, die dem Entwicker aufgezwungen werden, von allgemeiner Verbohrtheit sowieso.

    Was hat sich geändert? Zuerst einmal, mittlerweile kann wirklich jeder im Netz seine Meinung an die große Glocke hängen. Spieler halten mit ihrer Meinung einfach nicht mehr hinter´m Berg, sie wird irgendwo publik gemacht. Gerne, häufig und nicht gerade selten in einem sagen wir mal grenzwertigen Tonfall.
    Gleichzeitig scheint so mancher alteingesessene Journalist damit Probleme zu haben, dass seine ehemalige Allmachtstellung dahin ist. Brauchte es früher Printmedien und damit auch einiges an Geld, um Meinungen publik zu machen kann das heute jeder Depp. Ich kann eine eigene Seite aufziehen, mich an ein Forum hängen, einen Blog aufmachen oder ein anderes Fass. Nichts davon ist wirklich teuer, vieles praktisch kostenlos.
    Auch die Qualität, die Spiele ganz allgemein haben, ist in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich nach oben gegangen. Wirklich unspielbare Gurken sind schlicht und ergreifend verdammt selten geworden. Fast alles ist spielbar, wenn es einem gefällt.

    Das heisst allerdings allzu oft auch, es kommt darauf an, ob ein Spiel gefällt. Eine kleine, aber entscheidende Tatsache, vor der selbst die angeblich objektiven Spieletester nicht gefeit sind. Die offiziellen Wertungen von Final Fantasy XIII reichen von knackigen 100% bis zu 40% Verrissen. Alles angeblich objektive Tests, so ganz einig sind sich wohl selbst die Profitester nicht. Bei anderen Spielen gibt es vllt. einen kleineren Spielraum, trotzdem gibt es ihn mal mehr, mal weniger ausgeprägt immer. Und wer hat recht?

    Egal, wie hoch ein Redakteur sein Objektivitätsfähnchen hält, eine Spielewertung ist am Ende doch nur eine mehr oder weniger subjektive Meinung, hoffentlich allerdings mit dem Hintergedanken, ein Maximum an Objektivität in die Wertung einfließen zu lassen. Trotzdem gibt es da keinen Anspruch auf ultimative Richtigkeit. Wertungen sind kein Naturgesetz.

    Damit wird zumindest ein Teil der Kritik an der Netzgemeinschaft hinfällig, wenn auch nicht alles.

    Als Spieler, der seine eigene Meinung ebenfalls verbreitet ist es auf der anderen Seite durchaus mein Recht, zu sagen, was ich denke. Ich darf Final Fantasy XIII mit vollem Recht als schwaches Spiel bezeichnen, ist ja meine Meinung. Ich darf Call of Duty doof finden, ist ja meine Meinung. Ich darf die Abkehr vom Rollenspiel bei Mass Effect 3 ebenso kritisieren wie ein meiner Meinung nach unpassendes Ende, ist ja meine eigene, verdammte Meinung.
    Aber muss ich das überall und bei jeder Gelegenheit machen? gehört es etwa in jede FF News, dass Teil 13 so scheiße war? Muss ich unbedingt davon ausgehen, dass ein Magazin generell Nintendowertungsboni verteilt?
    Muss ich überall schriftliche Scheißhaufen hinterlassen?

    Wenn ich Kritik habe, dann ist es auch einfach eine Frage, wie ich die verpacke. Als Konsument, als Zocker muss man sich nicht sklavisch an irgendwelche Wertungen der M! Games oder irgendeines anderen Magazins halten. Mag ja sein, dass der Herr Stuchlik GT5 damals mit 92% bewertet hat. Trotzdem kann ich Forza einfach besser finden.

    Vielleicht gibt der Schmid wieder einmal 88% für ein Mario oder 91 für ein Call of Duty. Und? Es ist eine Meinung, es muss nicht die gleiche wie meine sein.

    Anders herum geht es natürlich auch. Ist Crysis 2 wirklich schlechter als Killzone 3, oder ist es nur eine mehr oder weniger subjektive Redakteursmeinung. In letzterem Fall sollten eben auch die altgedienten Schreiberlinge andere Meinungen akzeptieren, ja, sogar mal zu einem gewissen Maß an Subjektivität stehen.

    Hat vllt. bei Mass Effect die Netzcommunity irgendwo Recht, dass Bioware das Ende verbockt hat, dass es sich nicht wirklich in das Spiel einfügt? Dann ist es wohl kaum richtig, an den Spielern Kritik zu üben. Am Hersteller dafür vllt. doppelt, nämlich für ein unpassendes Ende und gleichzeitig für´s Einknicken und Ändern.

    Es wäre dringend Zeit, dass sich Spieler im Internet mal ein wenig mehr an Netiquette halten, statt immer sofort auf die Kacke zu hauen und andere Meinungen als das akzeptieren, was sie sind, nämlich Meinungen. Es ist alleine schon ein Unterschied, ob ich sage, Ego Shooter sind scheiße oder ob ich sage, ich finde FPS doof.

    Spieleredakteure und insbesondere auch die Printmedien müssten auf der anderen Seite akzeptieren, dass es im Netz auch völlig gegenläufige Meinungen gibt, dass ihre Meinung keine universelle, einzig gültige Wahrheit ist und Andersdenkende auch ein Recht darauf haben, ihre Meinung publik zu machen.

    Vllt. muss man doch nicht mit Bomben auf Spatzen schießen.

    #1106940
    Anonym
    Inaktiv

    Ich kann den Unmut mancher Redakteure gut verstehen.
    Beispiel DmC:Wie kann man ein professionell gemachtes Spiel verteufeln,weil sich derHauptcharakter verändert?
    Dem Spiel wurde von vielen Gamern,im Vorfeld,einfach keine Chance gegeben.
    Sowas muss einem,nach journalistischen Maßstäben,arbeitenden Redakteur natürlich sauer aufstoßen.
    Die journalistische Distanz,fehlt einfach vielen Bloggern,Forumsteilnehmern,etc.!
    Natürlich sind auch Spieleinschätzungen von Fachleuten subjektiv eingefärbt…sind ja auch nur Menschen.
    Die ganze Sache funktioniert nur, wenn man den professionellen Background der Redakteure akzeptiert und sich nicht für genauso
    begabt hält.

    #1106941
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Danke Captain, du sprichts mir aus der Seele!
    Ich finde da gehört eine gewisse Reife dazu Meinungen anderer Menschen zu akzeptieren ohne sie abzuwerten oder gegebenenfalls dadurch an der eigenen nicht zu zweifeln .
    Natürlich lasse ich mich ein wenig beeinflussen von Wertungen, wer ist denn wirklich frei davon?( Der schmeisse den ersten Pad…)
    Dennoch ist es der Überfluß an Informationen die den Konsumenten ( meist jüngerer Prägung ) die ihn verwirren, verleiten, pervertieren,ja, einfach durch das Medium Internet nicht die Möglichkeit geben durch reellen Erfahrungen Meinungsbildung zu betreiben.
    Wäre ich in meiner Kindheit mit Videospielen so aufgewachsen wie die Kinder Heute ( Auf Mausklick zig. Berichte zu Spiel X und überwiegend destruktive Kommunikationsform darüber) dann kann ich mir schon vorstellen daß die ganze Forum zumüllerei auch als Ventil für vieles andere herhalten müsste und die Berichterstattung ordentlich leiden würde.
    Und die Redakteure?
    Die sind zwar nicht zu beneiden aber ich gelobe die Standfestigkeit der M!Games ( Die Gründerväter M.Gaksch,Knauf,und all die Red. aus Seeligen Powerplay Zeiten haben sowas wie Deutsche Videospielrezension-Schule gegründet ) und die Fähigkeit ihrer Berichterstattung.
    Ihre Professionalität könnte schon den einen oder anderen Jungspund dazu verleiten das eigene Verhalten zu hinterfragen.

    #1106942
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Wie definiert sich denn der professionelle Background? Nix für ungut, der Bereich ist voller Quereinsteiger und Leuten mit einem eigentlich ganz anderen Hintergrund. Die Quote an Schreiberlingen, die etwa ein Journalistikstudium hingelegt haben dürfte sehr klein sein.

    Ohne jetzt speziell die M! Games anzuvisieren, so mancher Redakteur schreibt etwa Technikartikel, ohne auch nur das kleinste bisschen Ahnung von der Materie zu haben, gefährlich wird es oft, wenn Dinge wie Sound- oder TV-Beratung in´s Spiel kommen. Die maniac hat bei solchen Gelegenheiten seit Ewigkeiten mit der audiovision Redaktion zusammengearbeitet, andere Zeitschriften tun das oft nicht.
    Auch bei Spieleartikeln gibt es allzu gern mal mehr oder weniger grobe Fehler, once again, bitte nicht speziell auf eine einzige Zeitschrift beziehen.

    Dieser Teil der Medienlandschaft ist voll von Leuten, die vor irgendeinem Hintergrund quer eingestiegen sind, vllt. vorher wirklich einen technisch Beruf hatten, Medienwissenschaften oder sonstwas studiert haben. Da gibt es keine feste Ausbildung oder Studiengänge. Die “Profis” bieten im besten Fall selbst erarbeitete Kompetenz auf. Die muss nicht unbedingt größer sein als bei “irgendwelchen Forenheinis und Bloggern”, sie kann allerdings.

    Was DmC angeht, genau das ist so ein Punkt. Als Tester muss ich dieses Spiel möglichst objektiv für sich bewerten, wobei ich z.B. durchaus auch das Redesign aufgreifen könnte. Ein Kritiker ohne Objektivitätsanspruch dürfte hier übrigens bereits völlig subjektiv sein. Als Fan ist das allerdings gar nicht meine Aufgabe. Entweder fress ich als Fan, was mir vorgesetzt wird, finde das Redesign vllt. sogar wirklich gut und gelungen oder kann damit nichts anfangen. Als Spieler und Fan kann und darf ich da völlig subjektiv reagieren und Redesign, Gameplay, Story völlig ablehnen. Es muss mir nicht gefallen.

    Anders sieht es aber mit der Wertung aus. Selbst wenn die M! 99% für DmC vergeben würde wäre das völlig ok. Die können sowohl subjektiv wie auch objektiv zu einer anderen als meiner subjektiven Meinung kommen.
    Anders sieht es ebenfalls aus, wenn ich selbst den Anspruch auf Objektivität meiner Meinung erhebe. Dann muss ich selbst so objektiv wie möglich werten, selbst bei Dantes neuem Erscheinungsbild.

    Völlig frei davon ist die Art der Meinungsäußerung. Ich mag den neuen Dante nicht ist was anderes, als ihn “schwule Emosau” zu nennen. Die Art, die eigene Meinung auszudrücken spielt eben auch eine entscheidende Rolle.

    Zurück zu den Kritikern. Bei einem anderen Reboot, Castlevnia LoS, waren sich die Tester damals in vielen Punkten uneins. ISt das ein Castlevania? Ist das Design gelungen? Ist es ein wirklich gutes Spiel oder nur ganz ok? Ich behaupte mal, bei einwandfrei objektiver Bewertung müsste jder Tester zum gleichen Schluss kommen. Das ist aber nicht der Fall. Nicht einmal ansatzweise. Wie hoch darf ein Redakteur also sein Objektivitätsfähnchen halten und wo fängt das eigene Geschmäckle an, die Objektivität und Professionalität zu torpedieren?
    Das heisst zwangsläufig, auch Profitests können nicht universell richtig sein.

    #1106943
    IKARUDENSHINIKARUDENSHIN
    Teilnehmer

    Ich sehe Tests schon lange nur noch als Anhaltspunkt an. Genauso wie ein Film so ist auch ein Spiel vollkommen geschmackssache. Mir geht es bei einen Test eher um die Spielbarkeit/Technik eines Spiels. Wenn mich ein Spiel anspricht teste ich es meistens erst einmal bevor ich es kaufe. Demos oder Videotheken sei dank. Es kommt aber auch vor, dass ich mir Spiele blind kaufe. NI No Kuni z.B. werde ich mir auch einfach so kaufen. Das Internet bietet genug Seiten mit Videos, Berichten und Tests, dass man sich vorab schon gut informieren kann.

    Zur Meinungsvertretung im Netz
    Ich würde mir auch wünschen, dass sich die Leute etwas mehr zurückhalten in ihrer Ausdrucksweise. Wenn jemanden ein Spiel nicht gefällt wird es oft als der größte scheiss der Welt betitelt und dementsprechend niedergemacht ohne objektiv zu bleiben. Klar kann man ein Spiel scheisse finden. Ich finde es aber viel interessanter den Grund dafür zu lesen. Dann hat man nämlich eine Grundlage auf der sich eine Diskussion anbietet. Was findest du nicht gut an Spiel A? Was machen andere Spiele besser? Aussagen wie: scheiss Spiel, scheiss Grafik, alles scheisse, bringen niemanden etwas.

    #1106944
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Ja, der Ton machte schon immer die Musik.
    Tests können ( sofern wir es erstmal bei Print belassen) Neugierde wecken, und eine ganze Reihe anderer Impulse beim Konsumenten auslösen.
    Stellt sich für mich die Frage ob die Industrie heutzutage überhaupt keine Wertungsmache ertragen würde und wie sich unser Konsumverhalten verändern wurde, gäbe es keine Sau die Uns mitteilen würde daß seiner Meinung nach (sic!) ein Spiel was taugt oder nicht.
    Für mich als “Erwachsener”ist es mir eigentl.Schnuppe, Ich teste für mich und freu mich meine Meinung im Redakteurs test wieder zu finden oder für mich zu argumentieren wenn es abweicht ,ohne den Tester für meinen Konsumverhalten verantwortl. machen zu müssen.
    Schätze bei kids dürfte das nicht so einfach vonstatten gehen.

    #1106945
    Marc29101971Marc29101971
    Teilnehmer

    Sehe ich auch so! Die Tests in den Prinmedien dienen mir lediglich dazu, nähere Infos bezüglich Steuerung, Grafik, Story etc einzuholen.
    Wenn es dann so halbwegs passt mit meinen persönlichen Vorstellungen zu dem Spiel, gehts ab in die Videothek und es wird ausgeliehen. Nach etwa 3 Std Dauertest wird entschieden, ob es gekauft wird oder ob ich es im “Ausleihmodus” zu Ende spielen werde oder ob es in der Versenkung verschwindet.

    ICH HAB MIR NOCH NIE EIN SPIEL AUF GRUND EINES TESTES GEKAUFT!!!!

    Aber warum Redakteure auf Grund irgendeiner von ihnen getroffenen Aussage “angeschissen” werden, kann ich nicht nachvollziehen!

    Deren Meinung muss nicht meine Meinung sein. Und ich kann prima damit leben.

    #1106946
    Anonym
    Inaktiv

    Ich sehe den ganzen Bereich mittlerweile sehr kritisch. Ob nun Onlinemag oder Printmag…diese Industrie ist nicht mehr annähernd die selbe, wie zu 16 Bit Zeiten und ein kapitaler Misserfolg eines Spiels versenk schnell Millionen und auch Arbeitsplätze…manchmal ganze Studios. Diese Industrie strebt wie nie zuvor nach Gewinnmaximierung und die Möglichkeiten diese zu erreichen haben sich deutlich erweitert. Sie investiert aber auch ungleich mehr an Kapital und möchten es gut investiert wissen.
    Dass auch in der fernen Vergangenheit manch Magazin von einem Publisher benachteiligt wurde, weil Spiel XY nicht so gut weggekommen ist, wie er es gerne gesehen hätte, ist ein offenes Geheimnis. Heute ist dieser Druck auf Printmedien garantiert ungleich höher.
    Letztlich ist es aber dennoch egal ob nun Onlineportal oder Printmag. Sie müssen sich finanzieren und wenn ich zum Bespile auf Game Trailers sehe, dass ein Black Ops 2 eine 9.4 bekommt und ein Hitman Absolution eine 6.5…dann kommen mir berechtigte Zweifel, denn in diesem Ausmaß hat es nur noch wenig mit bemühter Objektivität zu tun.
    Große Probleme gibt es ja auch nach wie vor bei Technikvergleichen. Wenn eine Kaufempfehlung zugunsten einer Version von Spiel X für Plattform Y ausgesprochen wird, so sollte sie auf endgültigen Fakten beruhen und stichhaltig sein. Da macht auch eine nachträgliche Korrektur keinen Boden mehr gut, denn das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen.
    Hier verkneife ich mir mal Beispiele, aber die M! ist in der Hinsicht einfach schlecht aufgestellt und sollte diese Vergleiche schlicht auf das offensichtlichste reduzieren und ggf. auf professionelle Portale verweisen (Lens of Truth).

    Was den Shitstorm betrifft, so ist dies wohl bei jüngeren Generationen einfach alltäglich, seine Meinung im Netzt zu äußern und das am besten auch möglichst ungefiltert, überzeichnet und auffällig. Viele ältere Semester, die seit 8 Bit Zeiten dabei sind und auch die Blütephase deutscher Spielemagazine miterlebt haben sind mittlerweile alte Hasen, haben hunderte oder tausende Spiele gespielt und eine Gamervitae, die manch Neuredakteur vor Scham erblassen lassen könnte. Für diese alten Knochen (hallo Jungs!) sind die einstigen Supermänner der Zeitschriftenredaktionen verletztlich und angreifbar geworden…ihr Wort wird zu Kryptonit, mit dem sie die Unantastbarkeit zerschlagen und Webseiten sind ihr Schalchtfeld.

    Das hat gute Seiten aber auch schlechte. Sicherlich sollte man sich seiner Wortwahl etwas bewusster werden und vor allem, die eigene Meinung nicht dogmatisieren. Jedoch sind auch krass formulierte Meinungen nicht automatisch ohne Wahrheitsgehalt. Menschen sind unterschiedlich und so auch ihre Ausdrucksform, Humor, Geschmack…
    Manch böser Kommentar würde Ausgesprochen vielleicht ganz anders rüberkommen…da ist Schreiben und Lesen einfach oftmals eine Verständnishürde.

    Redakteure genießen nunmal keine Immunität mehr, was natürlich Angriffe auf sie nicht rechtfertigt, Kontra zu ihren Meinungen jedoch schon!
    Dies gilt aber auch umgekehrt und wenn sich ein Redakteur aufgrund vieler Gegenstimmen dazu hinreißen lässt, die versammelte Netzcommunity und darunter auch eigene Leser als verblendet und Trolle zu bezeichnen, dann ist das einfach unprofessionell!

    #1106947
    DoublefineDoublefine
    Teilnehmer

    Tests, joa ich lese sie auch^^ Die Wertung ist allerdings kein Sakrileg. Einzig und allein nach ihr seine Kaufentscheidung zutreffen, halt ich für ebenso fatal wie das “RTL-Nachmittagsprogramm”. Jedoch bieten sie einen wirklich guten Einblick in die Qualität des Spiels. Ob jetzt 82% oder 89% ist relativ. Nicht unerheblich ist jedoch der Ursprung des Test. Während viele Onlineportale mit völlig an den Haaren herbeigezogenen Wertungen (Seis jetzt das zerreißen von RE6 oder das glorifizieren von CoD) abliefern, lediglich um Aufmerksamkeit und damit verbundene Klicks zu erharschen. Liefern einige andere wirklich gute Arbeit ab. Unter den letzteren zählt auch die Maniac(jetzt im neuen hässlichen Gewand) und die ist primär ein Printmedium.
    Und ich wage mich sogar zu behaupten das damals zu analogen Zeiten bereits Kritik an einigen Testurteilen in den Videospielredaktionen der Republik eingeflogen sind. Sicherlich nicht so zahlreich wie heute, aber gewiss gabs sie zu jeder Zeit. Nur macht der Ton die Musik während der eine versucht mit psydo-intelektuellen-Gelaber die Meinungen als “Stümperhaft schlicht falsch” dazustellen regt sich der andere halt ordinärer auf. Ganz ehrlich… Scheiß drauf. Wir sind alles Menschen, haben unser Packet zuschleppen und drücken uns nun mal so aus wie wir es alltäglich in unseren Umfeld machen. Wie schon gesagt der Ton macht die Musik, aber wie der Ton klingt ist dabei ziemlich latte solange dabei etwas mit musikalischen Charakter heraus kommt ist es völlig in Ordung. Sei es Skate, Rap oder TechNO Mukke bleibt Mukke auch wenn´se ´wat anders klingt. Worauf ich hinaus will ist ganz einfach eine Distanz und Würde muss gebart bleiben dH. keine persönlichen Angriffe.
    Aber eben dies scheint mir heut zutage ein allgemeins Problem zu sein…
    Jetzt gehts doch nen bissl zuweit^^

    #1106948
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Ich hab noch nie viel auf Wertungen gegeben. Wer aufmerksam Tests liest dem fallen schon öfters mal Sachen zwischen den Zeilen auf. Die Redaktionen kriegen garantiert eine Menge Druck von den Herstellern und den Lesern. Anders kann ich mir einige Wertungen nicht erklären.

    Meine abweichende Meinung kann ich übrigens in einem normalen Tonfall an die entsprechenden Stellen bringen.

    #1106949
    bitt0rbitt0r
    Teilnehmer

    ich finde die prozentzahlen lächerlich. als teenager hab ich die noch ernst genommen.

    #1106950
    Black KaindarBlack Kaindar
    Teilnehmer

    @ Captain

    Sehr schön geschriebener Text und auch ein interessantes Thema!

    Ausschlaggebend war sicherlich der (wie ich auch finde) etwas allergische Spruch im aktuellen M!-Beitrag zu FF-13-3 und der Trollvorwurf im Wochenrückblick.
    Ich denke das die meisten aus unserem Form (für andere Foren kann ich nicht sprechen) doch eine sehr objektive Sicht auf die Spielewelt haben. Manchmal ist es wohl auch einfach die Flut an negativer Kritik die auf einen niederprasselt, man denke nur am an die unschönen Äußerungen zum ME3-Ende oder über die RE6-Wertung. Da kann ich die Reaktionen mancher Schreiberlinge schon verstehen wenn sie auch mal zum Gegenschlag ansetzen, nur geholfen ist damit beiden Seiten irgendwie nicht.

    Viel interessanter wäre es mal zu ergründen warum die Gräben zwischen Redakteuren, den Spielern (Verbrauchern) und evtl. noch als 3. Partei den Entwicklern immer weiter auseinander klaffen. Gerade in Zeiten des Internets wo doch ein regelrechter Austausch (zumindest mit den ersten beiden Parteien) stattfinden könnte sollte sowas doch besser funktionieren als in den “glorreichen 90igern”. Wie kann es beispielsweise sein, dass viele der FF-Hater früher mal FF-Lover waren? Werden die Fans vergangener Tage immer mehr zu Schwarzsehern die sich für keinerlei Innovation an einer Marke (Zelda, Mario) mehr öffnen können oder wollen?

    Zur Objektivität:

    Wie Sauerland und Karotte schon sagten, bin ich auch der Meinung, das ein Tester nicht objektiv bewerten kann. das hat nichts mit seinen Kompetenzen im Bereich Videospiel zu tun sondern ergibt sich, wie gesagt, ganz einfach aus seinen eigenen Empfindungen und Vorlieben.

    #1106951
    Anonym
    Inaktiv

    Hmmm … interessantes Thema, das mir nicht ganz fremd ist, da ich vor ein paar Jahren selbst Rezensionen auf einem Online-Portal erstellt habe. Ob die nun gut oder schlecht waren, dass muss der Leser entscheiden.

    Genau das ist auch der Punkt: Der Konsument entscheidet. Er kann massenhaft Reviews im Netz finden, die von Hinz und Kunz geschrieben wurden oder er nimmt Geld in die Hand und kauft sich eine Fachzeitschrift.
    Ich für meinen Teil tue Beides, aber nur wenn ich weiß, wie der Rezensierende so tickt. Ach wenn ein Angry Joe mit dem F-Wort nur umsich wirft, so bleibt das was er erzählt für mich trotzdem nachvollziehbar. Genauso lese ich gerne die Meinungskästen der M!-Redakteure, die – ich glaube das schon mal erwähnt zu haben – gerne 90% eines Tests ausmachen können. Subjektivität, vor allem, wenn sie noch unterhaltsam rübergebracht wird, ist mir lieber als eine Pseudo-Objektivität. Traumhaft wäre eine kleine Pro-Contra-Debatte, wie sie früher zum Beispiel bei der MegaFun stattfand, bevor der Gro zur FunGeneration abwanderte.
    Vielleicht basiert das auch nur meiner eigenen Erfahrung mit dem Medium, denn mittlerweile kann ich ganz gut alleine erkennen wann die Grafik passabel ist, mich interessiert mehr der Eindruck, den der jeweilige Tester von diesem Produkt hat!

    Was die verbalen Entgleisungen des Webs angeht, so ist das für mich doch völlig unintererssant, denn ich habe, wie Eingangs erwähnt, die Wahl. Ich entscheide was ich mir ansehe. Wenn ich keinen Affen sehen möchte, der seine geschiebenen Stoffwechselendprodukte zum Besten gibt, dann ignorier ich ihn eben.

    #1106952
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Erstmal, das ist geammelte Kritik an beiden Lagern, nicht speziell an der M! oder einem bestimmten Redakteur. So ein Ausspruch ist eigentlich nur ein weiteres Tröpfchen. Wir hatten letztes Jahr, nicht nur hier, etwa die Diskussionen zum Mass Effect 3 Ende und dem Umgang damit.
    Da gibt es einige Bausteine.

    Quote:
    Die Redaktionen kriegen garantiert eine Menge Druck von den Herstellern und den Lesern. Anders kann ich mir einige Wertungen nicht erklären.

    Das ist genau so ein Punkt. Vllt. sind die Redaktionen ja käuflich, andere Erklärungsansätze sind so banale Dinge wie auseinandergehende Meinungen. Ich finde etwa Mario Land 3D nach wie vor sehr gut und die Wertung gerechtfertig, obwohl die normalen Welten zumindest für erwachsene Spieler sehr einfach sind. Andere reden da schon vom Nintendobonus.

    Oder die immer wieder gerne diskutierten CoD Wertungen. Ich finde zwar, dass der Singleplayer unglaublich lahm ist, der Multiplayer überzeugt aber nunmal auf ganzer Linie. Und selbst den SP sieht längst nicht jeder so wie ich. Entsprechend finden viele die Reihe einfach toll. Ein großer Test würde Redaktionen natürlich auch Gelegenheit zu Kritik an der Technik, an mangelnder Weiterentwicklung beim Gameplay usw. geben. Nur kann man da trotzdem noch auf eine gerechtfertigt hohe Werung kommen. Ich mag die Reihe zwar trotzdem nicht, macht aber nix.

    Quote:
    Da sich die meisten Spiele in den 70ern und 80ern tummeln und richtige Fehltritte sich wohl niemand kaufen wird

    Auch so ein heißes Thema. Eine Wertung zwischen 70% und dem unteren 80er Bereich heisst eigentlich nur, dass ein Spiel gut aber nicht perfekt ist. Im Einzelfall kann so ein “nur” gutes Spiel mir aber erheblich mehr Spaß machen als ein eigentlich fast perfekter 90er Titel. Die meisten Lego Spiele, Call of Juarez, FEAR oder Metro liegen völlig gerechtfertigt in diesem Bereich. Alles gute Spiele mit Mängeln, eben nicht perfekt. Das heisst nur, dass die extreme Wertungsfixierung für den Arsch ist. Würde man den Wertungsspiegel allgemein umkrempeln wären diese Spiele immer noch gut, nur die Fixierung der Kunden würde sich vllt. von 90% auf 75% verschieben. Gefällt ein 75% Spiel nicht, dann geht das Gemecker wieder von vorne los. Was für manche nahe an der Perfektion ist mag für andere sterbenslangweilig sein.
    Wieviele können alleine hier nichts mit Skyrim anfangen? Ist da eine 50% Wertung vielleicht angemessen, weil so ein Spiel der Hälfte der Zocker nicht gefällt? Irgendwie albern. Nein, nicht wirklich.

    #1106953
    greenwadegreenwade
    Teilnehmer
    bitt0r wrote:

    ich finde die prozentzahlen lächerlich. als teenager hab ich die noch ernst genommen.

    das kann ich nur unterschreiben! eine wertung von 0-10 fänd ich sehr passend. vorrausgesetzt das spektrum wird voll ausgenutzt. das schlechteste spiel eines jahres muss dann halt auch mal eine 0 bekommen. und die absoluten spielspaßgranaten eine 10.

    zum thema
    ich habs schon oft genug gesagt, aber hier passt es eben perfekt rein:
    ich bin der meinung das die fachpresse action spiele bzw. ego-shooter generell falsch testet und bewertet. bei einem actionspiel sollte die action bewertet werden, nicht das beiwerk. ein splatterhouse bekommt unterirdische wertungen weil es eine miserable story hat und oldschool gameplay. wolfenstein wird verissen weil es kein “echtes” openworld game ist. previews zu aliens colonial marines bemängeln eine warscheinlich schlechte story. halo 4 wird für seine toll ausgearbeitete charakterdarstellung vom masterchief gelobt.

    das sind alles weder rpgs noch adventures noch sonst irgendwelche spiele bei denen es auf solche quallitäten ankommen würde. das sind alles spiele bei denen die action im fokus steht und auch entsprechend bewertet werden sollte. ich will in tests lesen wie sich die waffen anfühlen, wie gut die steuerung ist, wie hoch die gegnervielfalt ist, wie gut die ki ist, wie die levelarchitektur ist…. eben alles was unmittelbar mit der action zu tun hat.

    in der realität ist aber so das bei einem test zu einem ego shooter zu zwei dritteln auf der story und den charakteren rumgeritten wird.

    “Story in a fps is like a story in a porn movie.”

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