Quo Vadis Videospiele

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  • #900796
    ChrisKongChrisKong
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    Also Leute, in letzter Zeit jagt eine Negativmeldung die andere, und ich bin der festen Überzeugung, so verschiedener Ansichten wir auch sein mögen, so kann keiner sagen, dass es spurlos an ihm/ihr vorübergegangen ist.
    Die News werden verständlicherweise zugebasht mit sarkastischen Kommentaren und Meinungen, manchmal auch etwas am Ziel vorbei.
    Ich gehöre da auch vorne mit dabei. Seht es als Frustbewältigung oder neue Therapieform in Zeiten, wo uns unser Hobby durch zahlreiche Nebenschauplätze unattraktiv gemacht wird.
    Letztlich verhält es sich doch auch so, dass wenn man ein Problem erkennt und nichts zu dessen Lösung beiträgt, man auch ein Teil des Problems ist.
    Klar ist, dass jetzt nicht zum kollektiven Shitstorm hier aufgerufen werden soll, die sind in den News besser aufgehoben. Vielmehr wollte ich von euch erfahren, wie für euch eine positive Zukunft des Gamings aussehen könnte und wo ihr euch gerne miteinbringen würdet, sei es beim Entwicklungsprozess eines Spiels, der Konzeption, dem Design, usw.
    Welche Ideen warten darauf entdeckt zu werden? Und ist es überhaupt möglich,sie umzusetzen?
    Ich hab mir mal zu dem Teil Gedanken gemacht, bei dem es um unsere Wahrnehmung geht. Sehr viele hier zocken schon lange und haben längst die 30 überschritten.
    Nehmen wir jetzt mal eine Menge an Innovationen und Spielideen und geben ihr den Wert X.
    Wir werfen nun diese Menge X in eine Lostrommel und ziehen nacheinander die Ideen, wobei wir jedesmal wieder die Idee in die Trommel zurückwerfen.
    So wird mit fortschreitender Dauer die Chance, eine Idee zu ziehen, die wir noch nicht hatten, immer geringer.
    Ich denke ihr könnt mir folgen, worauf ich hinauswill. Ich nenne es Sättigung durch Repetition.
    Viele hier kritisieren die Innovationsarmut der Spieleentwickler, ich nehme mich da gar nicht aus. Jetzt ist es aber so, dass die Lostrommel irgendwann an einen Punkt kommt, wo der Inhalt mehr oder weniger schon durch ist, die Frage dabei, für wie lange war der Inhalt überhaupt gerechnet?
    Gehen wir mal von einem Ideenzyklus von 15 Jahren aus, dann ist gemäss meiner Theorie, nach 15 Jahren keine Innovation zu erwarten für den Teil von uns, der schon bei der ersten Ziehung dabei war.
    Das könnte auch der Grund sein, warum sich die älteren von uns, eher an der Ideenlosigkeit stören, als an anderen Negativpunkten, während die Jüngeren noch einige Runden an der Lostrommel mitmachen können und überrascht blieben.
    Analog könnte man das auf die Filmbranche beziehen, wo wir fast 1:1 dieselbe Situation haben, mit einem Unterschied, es gibt sie schon viel länger.
    Aber das Wiederholen von Konzepten ist dort schon lange Programm.
    Ich hab mich ehrlich gefragt, warum mich Filme, Spiele und auch Musik mit der Zeit immer weniger Reizen und auch unsere Gesellschaft nach immer neueren Extremen lechzt.
    Vielleicht können uns Videospiele nur eine gewisse Zeit lang unterhalten auf eine erfrischend innovative Weise, nur haben die meisten diese Zeitdauer schon überschritten und wehren wieder den Anfängen, in der Hoffnung wieder am Anfang ihres Zyklus und der damit einhergehenden Wahrnehmung zu stehen. Oder anders formuliert, wünschte ich mir nicht manche Erlebnisse aus dem Gedächtnis gelöscht, um sie auf ein neues nochmal erleben zu können und dürfen?
    Gibt Zeiten, da würde ich sonstwas geben, um wieder dieses Gefühl des Ersten Males zu kriegen. Ich denke, dass geht nicht nur mir so.
    Ein aktiver Sportler, der eine Karriere hat, mit Höhen und Tiefs, hat dies auch nur eine begrenzte Zeitdauer. Ist diese verstrichen, dann tut auch er sich schwer, sich das einzugestehen und bleibt manchmal länger dabei, als es gesund für ihn ist.
    Ich hatte wie andere auch, mir schon mal eine Pause auferlegt mit Videospielen, wahrscheinlich wars über ein Jahr.
    Irgendwann hatte ich dann wieder zu meinem Hobby zurückgefunden und doch war was anders. Ich war anders.
    Spiele sollten nicht mehr nur Spiele sein, sondern eine ganz neue Erfahrung bieten. Und mit den neuen Konsolen kam diese auch.
    Aktuell hingegen erfahre ich wieder eine Ermüdung dieser Spielelust. Ich gebe gar nicht den Spielen die Schuld, für jemanden der kein Snes kannte, kein N64 und PSX hatte, für den sind diese neuen Spiele vielleicht gar nicht so innovationslos.
    Aus meiner Perspektive heraus muss ich sagen, dass man mich wirklich kaum noch überraschen kann. Man kennt alle möglichen Gameplayelemente, sämtliche Mechanismen des Storytellings, alle Arten von Settings und Designs, kurzum, man weiss zuviel und hat zuwenig vergessen.
    Wenn wir durch eine Erfahrung ein Flashback unserer Kindheit erleben und uns freuen, dann weil wir schon zu lange nicht mehr daran gedacht haben und unter Umständen vergessen haben.
    Wir werden auch gleichzeitig daran erinnert, wie neuartig diese Erfahrung für uns war und ich denke im Kern ist es genau dieses Gefühl, dass wir kollektiv vermissen.
    Um zu meiner Theorie zurückzukommen, wir können akzeptieren, dass uns diese Lostrommel nicht mehr überraschen kann, oder aber wir kämpfen dafür, sie wieder mit neuen Ideen zu füllen und unseren Zyklus der Wahrnehmung zu verlängern.
    Jetzt kann man ja nicht von jedem hier verlangen, eine Karriere als Gamedesigner zu machen, abgesehen davon, müsste man dann auch noch die Freiheiten haben, seine Ideen umzusetzen.
    Aber Wünsche formulieren und sie bei Verantwortlichen deponieren, das geht eigentlich immer.
    Sony zeigt ja als aktuelles Beispiel, dass sie die Stimmen der Gamer gehört haben.
    Immernoch besteht die Gefahr, nur verarscht zu werden, aber die Stimmen wurden zumindest gehört. Auch die Statements von MS sind ein Hinweis darauf, dass Botschaften in Redmond ankommen. Das heisst natürlich nicht, dass sie davon überzeugt sind, den Kurs ändern zu müssen, aber ein PR-Debakel solch biblischen Ausmasses kann auch nicht zielführend gewesen sein.
    EA scheint dies zumindest auch erkannt zu haben, sieht man doch einen Wechsel in der Strategie, der sicherlich in der Unzufriedenheit der Kunden begründet liegt.
    Unterstützt innovative Spielideen und zeigt den Publishern dieser Welt, dass sich das Risiko lohnt, nicht den leichten Weg zu gehen.
    Bedenkt gleichzeitig aber auch, dass ein zwölfter CoD-Teil für einen Noob sein erstes sein kann.
    Für neue Ideen muss aber immer Platz sein. Die Indieszene steht analog zu meinem Beispiel für eine Erweiterung dieser Lostrommel.
    Von einigen im Forum hier sind schon ganz brauchbare Ideen bezüglich Spiele gekommen. Ideen die ich interessanter finde, als vieles was auf den E3 Releaslisten stand. Und eigentlich ist es auch nicht mehr so schwierig mit Entwicklern und Publishern in den Dialog zu treten.
    Ich hoffe hier auch schwer auf flankierende Unterstützung der MGames.
    Wenn ihr die Redakteure in der Weltgeschichte umherreisen lässt zu unzähligen Entwicklerstudios, dann bringt ihnen doch unsere Ideen und Meinungen näher. Dann wärt ihr mehr als nur Kommentatoren und Berichterstatter unseres Hobbys, ihr wärt ein wichtiger Bestandteil der Ausgestaltung der Zukunft selbigen Hobbys.
    Den Entwicklern fehlt dieses Feedback zuweilen, oder man missinterpretiert das Fernbleiben der Spieler. Aktuell kommt mir die Shooterausrichtung der Resireihe und Deadspace 3 in den Sinn. Ich frage mich, ob den Entwicklern bewusst ist, warum die Spiele nicht so gut aufgenommen wurden.
    Hier könnte die MGames als Sprachrohr der User fungieren. Sie müsste gar nicht wertend eingreifen, sondern lediglich den Tenor in den Foren zu den Entwicklern tragen.
    Mag sein, dass das viel verlangt ist, mag sein, dass auch die MGames auf taube Ohren stossen, während sich die Entwickler in ihrer Selbstherrlichkeit suhlen, aber ich will verdammt sein, nicht wenigstens einen kleinen Beitrag zur Lostrommel zu leisten, und wenn ich nur derjenige sein sollte, der sie dreht.
    So, ich gebe den Ball ab an euch. Äussert eure Gedanken, wo seht ihr Chancen, was sollte das Gaming der Zukunft beinhalten, liege ich gar grandios falsch mit meiner Aussage?
    Egal wie ihr es tut, aber tut es, euer Hobby braucht euch.

    #1141770

    Guten Morgen Hitman im Donkey Dress.

    Bist du der M!-Redakteur, der immer zur Nachtschicht eingeteilt wird? ;-)

    Da brauche ich erstmal einen Kaffee, damit ich dein nächtliches, literarisches Meisterwerk überhaupt standesgerecht durchforsten und kritisieren kann. :-D

    #1141771
    IKARUDENSHINIKARUDENSHIN
    Teilnehmer

    Ich vermisse in vielen heutigen Spielen Humor. Warum gibt es in einem Fußballspiel nicht die Möglichkeit meinen Gegenüber anzugreifen, den Schiri zu beleidigen oder auch anzugreifen. Keine Bengalos, keine Flitzer, keine Bananen werfende Fans. Warum kann Mike Tyson bei Fight Night seinem Gegner kein Ohr abbeissen?
    Solche kleinen Option würden den Spielspaß bei mir deutlich erhöhen.
    Ich glaube deswegen mag ich auch so gerne GTA. Weil man da jeden scheiss machen kann.

    #1141772
    GipettoGipetto
    Teilnehmer

    Guten Morgähn, halb neun in Maniacs-Forum :)

    Das Thema is echt gut, und Kong spricht hier Dinge an die mich auch seit ein paar Jahren beschäftigen. Ich selbst bin anders geworden. Habe schon alles gesehen und gehört, quasi nix Neues mehr.
    Und ehrlich, ich möchte das weiterhin! Klar, ein postapokalyptisches Setting hat man mittlerweile oft präsentiert bekommen. Aber das ausschlaggebende ist eher “wie” es präsentiert wird. Und da liegt der persönliche Knackpunkt, eines jeden Spielers. Mein Genre sind RPG´s. Ich liebe die Dinger einfach. Egal ob, west/ost. Sobald ein Spiel RPG-Inhalte hat, muss ich es spielen. Zum Beispiel Dead Island war/ist sowas. Hätte allerdings ein Bio Shock mehr RPG-Elemente würde ich es lieben. Aber so, wie es nunmal ist, ists ein reiner Shooter. Und Shooter sind absolut nicht mein Gebiet.
    Kurz, würde jedes Game irgendwie RPG Elemente haben, wäre ich im siebenten Zockerhimmel. Wie gesagt, das liegt bei jedem persönlich. Der eine liebt Shooter, der andere Rennspiele.
    Was ich damit sagen will, ist….ich habe mich verändert. Ich bin spezifischer geworden. Ich picke mir meine Game-Vorlieben aus dam ganzen Angebot heraus. Und manchmal gibts positive Überraschungen.

    Ikarudenshin gebe ich vollkommen recht. Dieses bitter ernste Getue mancher Games ist furchtbar. Ein RPG was voll abgedreht ist zb., wäre voll geil.
    Sowas wie “The Bards Tale”. Das hat einfach Fun gemacht. Sowas fehlt leider zu oft.

    #1141773
    IKARUDENSHINIKARUDENSHIN
    Teilnehmer

    Ja sowas wie Bards Tale fehlt mir völlig in dieser Gen. Ich muss auch sagen, dass ich kaum noch zocke. Im Sommer zocke ich höchstens mal Abends ein Stündchen DS wenns hochkommt. Aber auch generell zocke ich viel viel weniger als noch vor ca. 5, 6 Jahren. Man hat echt alles schon gesehen. Alte Legenden haben sich verändert oder an Qualität verloren. Dafür kommen aber ab und an ein paar schöne Überraschungen. Die Hersteller müssen mehr denn je auf Geld und Gewinn achten. Da ist die Indie Szene ein echter Segen für frische Spielideen. Auch das ein oder andere Spiel fürs Smartphone brauch sich vor großen Produktionen nicht verstecken.

    #1141774
    Tom BreiterTom Breiter
    Teilnehmer

    @ IKARUDENSHIN: Das mit dem Humor seh ich genauso, mir kommt der auch oftmals viel zu kurz! Klasse Beispiele übrigens! :D Ich habe aber eher den Eindruck, ein Großteil der Spieler will sowas gar nicht. Die Defintion von Spielspaß hat mit Spaß irgendwie nicht viel zu tun. Man braucht sich doch nur die bierernsten Diskussionen hier und anderswo anzuschauen. Gamer verstehen keinen Spaß wenn’s um ihr Hobby geht, oder täuscht der Eindruck?

    #1141775
    Anonym
    Inaktiv

    Humor ist wohl etwas, das sehr oft kulturspezifisch ist und mir schon so manches Spiel – gerade damals zu SNES-Zeiten – versaut hat. Ich persönlich kann mit dem typisch-japanischen Anime-Humor gar nichts anfangen. Monkey Island ist hingegen noch immer einer der heilige Gräle für mich. D.h. ich mag konsequenten Humor, aber nicht wenn er plötzlich und ohne Zusammenhang auftritt. Jemand anders mag vielleicht genau das Gegenteil.

    Was mich aber in den letzten Tagen zum nachdenken gebracht hat, ist Carots Aussage zur “Stummen Mehrheit”. Wir, die in Foren schreiben und lautstark Krakelen sind doch nur ein kleiner Teil. Viele Spieler, die ich kenne, sind gar nicht in Foren unterwegs. Klar nutzen sie auch das Internet, um sich zu informieren, aber mehr auch nicht. Diese Leute sind klar die beite Mehrheit und die bestimmt mit ihren Käufen auch wo es langgeht.
    Seit ich das nochmal überdacht habe, bin ich deutlich entspannter geworden, was die ganze Lage an der Spielefront angeht. Dieser unserer Markt wird sich, entgegen anderen Märkten, selbst regulieren. Dabei wird es Gewinner und Verlierer geben, keine Frage. So ist das Leben. Das schöne ist, dass der Markt mitlerweile so groß ist, dass auch genügend Nischen vorhanden sind, wir müssen sie nur suchen. Vielleicht müssen wir dazu das, was wir kennen verlassen und uns anderen Anbietern und Systemen zuwenden? Aber ist das so schlimm?
    Nein! Das Leben ist Veränderung und wir verändern uns tagtäglich. Wieso sollte es uns gerade in dieser Beziehung anders ergehen?

    #1141776
    Anonym
    Inaktiv

    Ja vor ein paar hab ich jeden Rotz gezockt.Aber als der heilige Gral Demon Souls kam,wurde mir bewusst das 90% der Spiele mir kein Spass mehr machen.Ich war übersättigt ,kannte alles,hab alles erlebt.Ich uchte nach Games die mir das gleiche Gefühl geben wie eins DS.Mittlerweile zock ich nur noch RPGS und kram alte retroklassiker raus.
    Die Spiele von heute werden halt nicht mehr für uns Veteranen gemacht.
    Neue Ideen gibts kaum noch.Spiele sind nur noch Fliessband Arbeit.

    #1141777
    ScorpionXScorpionX
    Teilnehmer

    Deswegenn zocke ich auch gerne Retro-Titel. ( Sofern sie Trophäen haben ). Aber eins ist sicher: Alles war schon mal da. Und sie kommen wieder und wieder und wieder. Sie werden zwar anders aussehen und sich anders anhören, aber jeder kennt sie schon, unseres Geliebten Games
    Aber solange sie SPASS machen, funktioniert die Spielewelt….

    #1141778
    Max SnakeMax Snake
    Teilnehmer

    Sag mal geht es um AAA – Titel? Was ist mit Handheld und DLC Spiele?

    #1141779
    Commander JefferCommander Jeffer
    Teilnehmer

    Ich spiele schon seit über 30 Jahren..es gibt nichts was ich noch nicht gesehen habe.Aber mir macht es immer noch sehr viel spass am Bildschirm zu sitzen.
    Sicherlich ist ein gewisser Schlendrian eingetreten,die Entwickler pochen auf die X. Fortsetzung usw.
    Aber es gibt sie noch die Perlen,die einen doch noch umhauen,zwar muss man die immer mehr suchen aber das ist es was uns Coregamer ausmacht,ein Auge auf das Besondere zu haben….

    #1141780
    DoublefineDoublefine
    Teilnehmer

    Sich im Laufe der Zeit auf ein Genre fest zulegen ist völlig natürlich. Man sieht, hört und spielt viel und entwickelt im Laufe der Zeit seinen eigenen Geschmack und kauft dementsprechend Spiele. Schlimm ist es nur dann, wenn es sich um ein auf Konsolen unterrepräsentiertes Genre wie AufbauSims handelt. Aber Genres kommen und gehen. Adventures und 2D-Jump´n´Runs galten auch als Ausgestorben und sind heute wieder recht zahlreich vorhanden.
    Einzig skeptisch stimmt mich, die nicht enden wollende Versimpelungen Marken und die damit einhergehende Vermarktungsstrategie es als Birne(zB.Stealth) sowie als Mais(zB. Shooter) zu preisen. So erhält man nichts ganzes nichts halbes, ein unvollständiges Produkt welches auf Absatz getrimmt komplett seine Seele verloren hat. Beispiele hierfür sind Resident Evil, Hitman um nur zwei zu nennen.
    Sicherlich gibt es Entwickler die sich positiv von dieser Entwicklung abheben, aber es werden immer weniger. Im Bezug auf die grafische Entwicklung und die damit expondenziel steigenden Kosten werden diese Nischentitel kurzfristig aussterben um dann in höhstens PS360 Grafikniveau wieder aufzuerstehen. Horizontal- und Vertikalshooter sind hierfür ein aktuelles Beispiel.
    Nichts desto trotz steht meine Entscheidung für die Next Gen fest. Wii U, Retro und die Rückkehr zum PC.

    #1141781
    RavingrabbidRavingrabbid
    Teilnehmer

    @Kong
    Schöner Beitrag ,wirklich. Damit dürftest du den Nerv vieler Gamer hier im Forum treffen.

    Aber Nightrain hat mit dem Zitat vom Captain leider recht. Wir alte Zockerhasen ,die sich im Forum Luft machen und lautstark ihre Meinung kundtun , dürften wirklich nur einen erschreckend kleinen Bruchteil der gesamten Zockergemeinde ausmachen. Der Rest kann sich eben irgendwie mit den aktuellen Entwicklungen arrangieren.

    Da stellt sich doch auch gleichzeitig die Frage ,ob es sich überhaupt lohnt lautstark Innovationen und neue Ideen von den Entwicklern zu fordern ,wenn ein recht großer Teil der Zocker nicht bereit dafür ist ,oder zumindest aktuell noch , wunschlos glücklich zu scheint.
    Wie du schon treffend sagtest: Bedenkt gleichzeitig aber auch, dass ein zwölfter CoD-Teil für einen Noob sein erstes sein kann.
    Jemand der sich erst jetzt mit der Materie Videospiele auseinandersetzt ,hat ein gerade zu überwältigendes Portfolio zur Verfügung.

    #1141782
    Anonym
    Inaktiv

    @Doublefine:
    Wenn dein Plan so steht, dann würde ich mir um Nischentitel keine Sorgen machen. Der PC als offene Plattform wird auch weiterhin gut damit versorgt werden.

    #1141783
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Was die Innovationen angeht, und dazu werd ich mich noch mal “offiziell” äußern, weil ich das schon seit längerem vorhabe, sollte man einerseits mal zwischen großen und kleinen Innovationen unterscheiden.
    Gerade erstere waren früher mal erheblich einfacher. Einerseits gab es einfach noch nicht so wahnsinnig viel, weswegen manchmal auch vermeintliche Kleinigkeiten eine riesige Wirkung hatten, andererseits war die Technik auch oft so schwach, dass extrem viele Ideen eben erst mit leistungsfähiger HW umgesetzt werden konnten. Nehmen wir mal Rares beide hochgelobten Ego Shooter. Anfang der Neunziger technisch schlicht nicht machbar. Es hätte an Leistung alleine schon für die KI gefehlt.
    Super Mario Bros lebt im Vergleich zu seinen indirekten Vorgängern u.a. vom flüssigen Scrolling, was ebenfalls lange Zeit nicht machbar war oder nur mit ziemlichen Tricks.

    Dann gibt es auch “kleine” Innovationen, bspw. Medipacks zum sammeln und nach Bedarf nutzen, Standardmedipack als Instant Heal oder auch Wiederaufladung. Alle genannten Varianten können als kleines Beispiel extremen Einfluss darauf haben, wie ich in einem Spiel vorgehe.

    Die schlichte Rekombination. Die Kreuzung Shoot em Up/Plattformer hat uns seinerzeit z.B. Mega Man, Contra etc. beschert, fügt man noch Rätsel dazu ist man bei Metroid. So etwas geht heute natürlich auch. Vllt. ist das nicht mehr so “innovativ”, trotzdem spielen sich Limbo oder Mirror´s Edge recht frisch, beides sind eine zweidimensionale bzw. dreidimensionale Variation eines Jump&Runs.

    Der PC-Only Titel STALKER hat durchaus gelungen FPS mit einem offenen Rollenspiel gekreuzt, auch Far Cry 3 besitzt einige RPG-Elemente.

    Eines der paradebeispiele ist sicher Half Life², das in den eigentlich konventionellen Shooterablauf sehr geschickt Physikrätsel einbindet.

    Während große Innovationen und Gameplayrevolutionen wohl eher eine Sache sind, die man heute kaum noch erwarten kann haben kleine Innovationen, ein gewisser Mut zu neuen “Mischungen” einerseits oder wirklich ganz geradlinigen Spielabläufen andererseits definitiv noch viel Potenzial.

    Nun kommen die zwei konträren Punkte:
    Einerseits lassen sich bestimmte Konzepte faktisch nicht verbessern. Paradebeispiel hier ist vermutlich Lemmings. Kein Nachfolger war besser, die meisten schlechter, weil das Konzept von Anfang an ziemlich ausgereizt war. 2D Jump&Runs sind ebenfalls seit einer Ewigkeit maxed out. Die sind so, wie sie sind genau richtig. Man kann hier vllt. mal ein wenig variieren, aber das Konzept, das im Prinzip seit Super Mario Bros. zementiert ist, das ist genau richtig. Ein anders Beispiel sind Adventures. Spätestens seit Monkey Island hat sich da nichts weltbewegendes getan, viele Versuche, das Konzept umzubauen waren sogar Verschlechterungen.

    Das ist ein wenig wie bei Mensch ärgere dich nicht, es funktioniert einfach genau so, wie es ist. Und bei Mensch ärger dich nicht erwartet auch keiner grundlegend neues Spieldesign. Warum auch?

    Auf der gegenüberliegenden Seite haben wir die Spielentwickler und Publisher. Teiweise beißen sich diese auch einfach zu sehr an Konzepten fest, weil man z.B. Verkaufbarkeit erwartet. Hier liegt ein gravierendes Problem und auch mehrere Denkfehler. Es will z.B. nicht jeder ein Call of Duty. Versuchen andere Spiele nun, den Spielablauf actionreicher und geradliniger zu gestalten läuft man automatisch Gefahr, ein dermaßen begradigtes Spielerlebnis für viele uninteressant zu machen. Im Umkehrschluss würde das wiederrum auch gelten, wenn es nur Open World Spiele gäbe. Statt einfach Trends zu folgen müsste es hier mehr Mut zu eigenen Konzepten geben. Es gibt derweil auch Unternehmen, die gerade vom Mut zur Lücke profitieren. Dark Souls und Demon Souls haben z.B. einfach einen Bereich bedient, den viele Entwickler sträflich vernachlässigen. Würden mehr Entwickler das Segment knüppelharte Spiele, die sich nicht direkt in fünf Sekunden erschließen bedienen, dann hätten nicht solche eigentlich guten Durchschnitt darstellenden Titel einen solchen Erfolg.
    Das gilt auch für den Spielablauf in anderen Belangen. Mehr Action statt Horror? Warum soll ich dann noch Dead Space spielen?
    Bethesda hält, trotz dezenten Streamlinings, seit Jahren an einem bestimmten RPG-Konzept fest, das alsAusgleich für dezente Begradigungen an einer Ecke an anderen Stellen komplexer gestaltet wird. Der Erfolg gibt ihnen da auch völlig recht.

    Als letztes der Spieler: Der Durchschnittsbürger ist nicht unbedingt in herausragende Geschichten und philosophische Inhalte vernarrt. Andernfalls wären Dinge wie Twilight, Seifenopern usw. kaum so erfolgreich. Außerdem kauft man sich eine Serie, weil man sie vom Grundkonzept her mag. Ergo erwartet man von Halo oder auch von Mario eine gewisse Serientreue. Innerhalb einer Serie muss ein Entwickler also irgendwo Maß halten zwischen neuen Ideen und vertrautem Gameplay. Bei Halo hat das z.B. dazu geführt, dass die Weiterentwicklung spätestens ab Teil 3 immer mehr stagnierte. Wenn eine Serie zu sehr auf der Stelle tritt kann es aber passieren, dass immer mehr Spieler das Interesse daran verlieren. In gewisser Hinsicht stellt unser eigenes Interesse an Serien also für uns selbst und auch für Entwickler ein Hindernis wahr.

    Das erkennt man unter anderem an Resident Evil 4 sehr gut. Obwohl die Reihe schon seit längerem auf der Stelle trat und bereits RE2 nicht mehr sehr gruselig war ist der Umbruch zum Third PErson Shooter mit neuer Kameraperspektive bis heute umstritten.

    Ein anderer, immer kritischerer Punkt ist der Technikwahn auf Kundenseite. Aufwändigere Technik kostet schlicht Geld, bei einem 50 Millionen Dollar Projekt ist die Gefahr im Fall eines Flops aber ehrblich größer als bei kleineren Projekten. Gerade PC-Spieler, die ständig auf beste Technik pochen sollten sich darüber mal klar werden.

    Man kann also sicher mehr Mut von der Industrie verlangen, für die in einem diversifizierten Angebot auch neue Chancen stecken. Gleichzeitig darf man von den Spielern aber auch mehr Mut verlangen, neue Konzepte auszuprobieren und frische Ideen anzunehmen.
    Wenn ich jedes CoD sowieso kaufe, dann kann ich mich wohl kaum über Stillstand in dieser Reihe beschweren.

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