Die Fußball-Sommerpause ist für einen Fan wie mich eine harte Zeit. Keine Bundesliga, keine Champions League, die EM-Welle ist längst versickert und sogar die zweite Liga startet erst nächste Woche. Was tun, wenn man dem runden Leder verfallen ist? Ganz einfach: Man bewegt sich gefälligst von Augsburg nach Frankfurt, wenn Konami mit einer frischen Vorschau-Version von PES 2017 winkt. So geschehen letzten Dienstag. Im Büro von Konami Deutschland durfte ich einen ganzen Tag lang nach Herzenslust PES 2017 auf PlayStation 4 daddeln.
Mit Superlativen möchte ich mich zurückhalten jedes Fußballspiel macht mir die ersten Stunden durchweg Spaß (sogar Ubisofts Gurken-Bolzerei Pure Football fand ich gut!), Schwächen zeigen sich erst nach deutlich mehr Matches, als ich sie beim Termin machen konnte. Dennoch ist es zumindest an der Zeit, anerkennend zu nicken und den Daumen in die Höhe zu recken. Denn PES 2017 ist wie PES 2016, nur durch ein feineres Sieb geschüttet, um die Essenz des Fußballs von noch mehr Ungereimtheiten zu filtern als bisher.
Bis auf das klassische Freundschaftsspiel durfte ich leider keinen Modus ausprobieren aber was zählt, ist sowieso auf dem Platz. Und da hat der Vorgänger schon fast alles richtig gemacht. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die neue Version. Die unterscheidet sich bereits in den Taktikeinstellungen von 2016: Auf das Steuerkreuz lassen sich nun zwei offensive und zwei defensive Spielstile legen, die man während der Partie mit L2 + der gewünschten Richtungstaste aktiviert oder abschaltet. So bringt man seine Mannen dazu, Tiki-Taka zu spielen, vorher bestimmte Schlüsselspieler eng zu decken, die Flügel zu favorisieren oder sich dicht um den eigenen Sechzehner zu gruppieren.
Eine gute Sache mit einem Haken: Beim Taktikwechsel wird keine Bezeichnung angezeigt, man muss sich merken, was man auf welchen Knopf gelegt hat. Über diesen unnötigen Stolperstein sollte Konami nochmal nachdenken. Bei Ecken dient das Steuerkreuz noch einem weiteren Zweck: Angreifer und Verteidiger dürfen hier aus vier verschiedenen Verhaltensweisen wählen und so etwa die Angreifer am Fünfmeterraum konzentrieren oder der Defensive Manndeckung verordnen.
Dass die Japaner eine Partnerschaft mit dem FC Barcelona eingegangen sind, ist bekannt. Stilecht schlug ich meine Rasenschach-Partien also auch im Camp Nou, das im Vorfeld des Spiels schön von außen präsentiert wird, während die Barcelona-Fans im Inneren die Hymne Cant del Barça schmettern. Ich kann nur mutmaßen, aber vielleicht ist diese Partnerschaft der Grund dafür, dass ich während der Matches noch mehr Animationen entdecke als bisher.