Als Ken Kutaragi die PS3 auf der E3 2005 enthüllt, ist die PlayStation-Welt noch in Ordnung. Sonys dritte Heimkonsole führt die Familie logisch fort, und eigentlich zweifelt niemand daran, dass auch sie den Markt dominieren wird. Die Vorgängerin verarbeitete Film-DVDs – die PS3 dient dank Blu-ray-Laufwerk zusätzlich als Wiedergabegerät für HD-Medien. Für die PS2 wurde mit der Emotion Engine ein eigener, Ehrfurcht gebietender Prozessor entwickelt – nun vertraut man auf einen weiteren Wunder-Chip, den Cell, der in einer Allianz von Sony, Toshiba und IBM entsteht und doppelt so schnell wie der Xbox-360-Prozessor sein soll. Die PS2 war abwärtskompatibel, die PS3 wird es natürlich ebenfalls sein (wenigstens in den ersten Modellen, wie sich später herausstellen soll). Nicht kleckern, sondern klotzen lautet die Devise von Kutaragi und seinem Team: Bei der ersten Präsentation wartet das wuchtige Gerät mit zwei HDMI-, sechs USB- und drei Ethernet-Ports auf. Die Festplatte ist zu diesem Zeitpunkt dagegen noch ein optionales Feature.
Was Ende 2006 dann in Japan und den USA auf den Markt kommt (der gleichzeitig geplante Euro-Start wird wegen Produktionsengpässen kurzfristig auf den März des darauffolgenden Jahres verschoben), sorgt für Ernüchterung – wobei das Streichen diverser doppelter und dreifacher Schnittstellen das geringste Problem ist. Debütspiele wie das historische Schnetzelabenteuer Genji: Days of the Blade, Ridge Racer 7 oder Insomniacs Ego-Shooter Resistance arbeiten nur Genre-Standards ab. Und Multiplattform-Titel sehen nicht besser aus als auf der Xbox 360, mit der Microsoft bereits ein Jahr früher die siebte Konsolengeneration einläutete. Hinzu kommt ein neuer Controller, der zwar zum Glück nicht die bizarre Form des Bumerang-Prototypen besitzt, der auf der E3 2005 gezeigt worden war, dem man aber die Rumble-Motoren gestrichen hat. Stattdessen ist das Sixaxis-Pad bewegungssensitiv – ein Feature, das kaum einen Entwickler interessiert.












