Manchmal wächst zusammen, was scheinbar nicht zusammengehört. So geschehen bei Koei-Tecmos Massenkeilerei Dynasty Warriors und Nintendos Abenteuerserie The Legend of Zelda. Das Kind der beiden grundverschiedenen Marken heißt Hyrule Warriors und vereint die bekannten Eigenschaften von Mama Zelda sowie seinem Warriors-Vater.
Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Ihr rauscht mit einem Helden über eine große Karte und zerlegt ganze Heerscharen von Feinden mit Euren Angriffen. Einzelne Monster stellen sich Euch nie in den Weg, stattdessen radiert Ihr ständig ganze Bataillone aus eben ganz der Papa…
Bei Grafik und Gestaltung des Spiels setzen sich hingegen die Gene der Mutter durch: Die Geschichte des Spiels ist komplett im Zelda-Kosmos angesiedelt. Die prominenten Charaktere aus den Serienteilen Ocarina of Time, Twilight Princess und Skyward Sword treten in aus den Spielen bekannten Szenarien an. Link und Zelda setzen auf geschmeidige Schwertstiche, Goronen-Chef Darunia schwingt einen dicken Hammer, Midna dagegen attackiert vom Rücken ihres Wolfs die Feinde. Grundsätzlich dreschen alle Figuren mit leichten und starken Attacken auf die Monster-Mengen ein. Das Erledigen der Feinde füllt Eure Magieleisten, mit denen Ihr mächtige Spezialangriffe startet, die auf einen Schlag gerne mal 50 Monster umhauen. Außerdem stehen Euch klassische Items zur Verfügung: Bombe, Enterhaken oder auch Bogen dürft Ihr unbegrenzt einsetzen, dafür ist deren Durchschlagskraft limitiert.
Gerudo-Tal, Wolkenhort oder Wassertempel sind allesamt gleich aufgebaut: Überall befreit Ihr kleine Außenposten von der feindlichen Besatzung, danach geht es dem Kommandanten an den Kragen. Damit unterbindet Ihr nicht nur den Nachschub der Fieslinge, sondern ermöglicht verbündeten Soldaten die Besetzung des Vorpostens. Sicher ist die Stelle damit aber nicht, denn die Schergen des Bösen können die diese Bereiche zurückerobern. Während Ihr durch die Massen pflügt, solltet Ihr außerdem ein Auge auf Euer Hauptquartier haben wird dieses vom Feind eingenommen, ist die Mission gescheitert.
Jedoch sind Link, Midna, Shiek und Co. nicht nur mit Kämpfen beschäftigt. Viel Lauferei gehört ebenfalls zu Hyrule Warriors, denn die Schlachtfelder fallen groß aus. Ständig erhaltet Ihr Meldungen Eurer Mitstreiter, die Auskunft über die aktuelle Lage des Kampfes geben. Jede Mission unterliegt bestimmten Bedingungen für Sieg und Niederlage, die sich im Verlauf der Schlacht ändern. Mal müsst Ihr plötzlich anrückende Krabbelminen von Eurer Basis fernhalten, an anderer Stelle Zelda sicheres Geleit geben. Das heißt in jedem Fall: schnell hinlaufen und alles aus dem Weg prügeln.
Die unzähligen Goblins und Skelette sind bei Hyrule Warriors Kanonenfutter und keine Gefahr für Euren Helden. Ihr bekommt es allerdings auch mit dicken Brocken zu tun, die teilweise eine besondere Taktik erfordern Fieslinge wie Zanto, Volga oder Ghirahim stecken deutlich mehr ein als das Fußvolk. Gehen Eure Herzen zur Neige, zerlegt Ihr herumstehende Krüge und sammelt neben frischer Energie auch kurzfristige Verstärkungen für die Items auf. Haut Ihr auf einer Map 1.000 Gegner um, taucht eine von 100 Skulltulas auf: Jede davon schaltet ein Bildfragment frei, außerdem belohnt Euch das Sammeln mit verschiedenen Extras.
Der Legenden-Modus erzählt eine Story rund um die bösen Machenschaften der Zauberin Cia und führt dabei nach und nach die spielbaren Charaktere ein. Abgeschlossene Bereiche können anschließend im Freien Modus erneut besucht werden. Deutlich umfangreicher ist das Abenteuer. Das Konzept der Massenschlachten bleibt erhalten, wird jedoch erweitert. Auf einer Karte im Stil eines 8-Bit-Zelda wählt Ihr Felder aus und kämpft danach wie gewohnt in den jeweiligen Abschnitten. Für gute Leistungen verdient Ihr Medaillen, die angrenzende Bereiche öffnen. Außerdem sammelt Ihr Gegenstände wie Kerze oder Bombe, mit denen Ihr vor dem Kampf etwa Geheimgänge aufdeckt.
Der Basar bietet Euch vor jeder Schlacht die Option, verschiedene Verbesserungen an den Kämpfern vorzunehmen. Schaltet unter anderem neue Combos frei und erhöht den Heiltrank-Vorrat. Das ist allerdings nicht umsonst, sondern kostet Materialien und Rubine beides findet Ihr zuhauf in den Levels. Wer kräftiger zuschlagen will, kombiniert gefundene Waffen miteinander und vereint so etwa Schadens- und Rubin-Boni.
Die Technik punktet im Solo-Modus mit stabiler Bildrate und hübschen Spielfiguren. Weniger schön sehen die Umgebungen aus: Grobe Texturen nebst Pop-ups dominieren das Bild. Steigt ein zweiter Spieler per Wii-Remote oder Pro Controller in die Action ein, bricht sowohl auf GamePad als auch Fernseher die Bildrate stark ein im Getümmel erschwert das die Ausrichtung der Kamera. Musikalisch werden bekannte Zelda-Themen im Rock- und Pop-Stil gelungen neu arrangiert, gehen im Gemisch aus Schlag- und Feindgeräuschen aber etwas unter.
Thomas Nickel meint: Ich hätte nicht gedacht, dass die auf den ersten Blick seltsam anmutende Kreuzung so gut funktioniert! Mit großartiger Spielbarkeit, sauberer Bildrate im Solo-Modus und viel Action motiviert Hyrule Warriors Schlacht für Schlacht. Der Umfang ist dank Abenteuer-Modus gewaltig, der famose Soundtrack treibt Euch ständig zu neuen Höchstleistungen an und die dicken Bosse sorgen für Abwechslung. Schade, dass die sich im späteren Spielverlauf gerne wiederholen: Der erste Kampf gegen König Dodongo ist spektakulär, der fünfte nicht mehr. Trotzdem bleibt die Motivation gewahrt. Jede neue Figur spielt sich anders, die Charakterentwicklung führt zu spürbaren Resultaten und wenn alle Stricke reißen: Gebt Impa die Naginata in die Hand und pflügt wie ein Mähdrescher durch die endlosen Feindeshorden.
Sascha Göddenhoff meint: Hyrule Warriors ist ohne Zweifel eine gelungene Adaption des Dynasty Warriors-Konzepts. Es fühlt sich gut an, die endlosen Gegnermassen aus dem Weg zu räumen und dicke Brocken nach längerem Kampf in die Knie zu zwingen. Gerade der Abenteuer-Modus sorgt hier für viele Herausforderungen. Aber: Vom Hocker reißt mich die Dauerkeilerei zu keinem Zeitpunkt. Zu ähnlich sind die Abläufe, zu oft begegne ich den immer gleichen Feindtypen. Dabei hat die Zelda-Welt deutlich mehr zu bieten, als Hyrule Warriors auftischt. Auch wurden einige Missionen mit Aufgaben schlicht überladen, sodass ich nur noch hektisch hin- und herrenne. Die technischen Patzer im Koop-Spiel empfinde ich angesichts der allgemein durchschnittlichen Grafik schlicht als Frechheit eine stabile Bildrate muss einfach drin sein!
- haut Unmengen Skelette, Goblins und sogar Goronen aus dem Weg.
- empfangt aus dem Netz Geist-Daten Eurer Freunde, kämpft mit ihnen gemeinsam und verdient Belohnungen
Weder besonders hübsche noch abwechslungsreiche, dafür jedoch gut spielbare sowie umfangreiche Massenkeilerei im Lande Hyrule.
| Singleplayer |  | 77 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |