Nun, letztere Zielgruppe ist mit Sicherheit finanzstark. Sie ist aber auch sehr klein. Dazu kommt ganz nebenbei, dass entsprechende Highend Grafik auch mehr Geld in der Spieleentwicklung kostet. Das hat dazu geführt, dass “der PC” sich in den letzten Jahren zwar auf der Hardwareseite immer noch weiterentwickelt hat, die Software in vielen Fällen aber eher auf der Stelle trat. Sicher, die neue Konsolengeneration wird etwas daran ändern. Das heißt aber auch, dass die Kosten eh schon weiter steigen. Es stellt sich also die Frage, welcher Entwickler wirklich das Geld in die Hand nehmen will, noch stärkere PCs, die ohnehin eine Minderheit darstellen, wirklich auszureizen.
Das gilt ebenso auf der Hardwareseite. Grafikkarten von heute können viel mehr als früher, der ein oder andere hat vielleicht in dem Zusammenhang mal von GPGPU (General Purpose Computation GPU) gehört. Also dem Grafikprozessor für Alles. Grafikkarten werden mittlerweile gerne für Hochleistungsrechner benutzt. In diesem professionellen Segment verdienen die Hersteller ganz nebenbei mehr Geld. Das hat dazu geführt, dass die stärksten Grafikprozessoren immer öfter erst in Supercomputern und Workstations Platz nehmen, bevor sie den Weg in heimische Rechner finden. Und nein, auch hier wird eine schnelle Grafikkarte nicht zwingend zum Spielen benutzt. Privatanwender nutzen Grafikkarten mittlerweile z.B. auch um Bitcoins und andere, digitale Währungen zu farmen. Damit aber nicht genug, der durchschnittliche PC-Käufer greift längst eher zum Notebook als zum Desktoprechner, in dem Fall fällt gerade die Spieleleistung eh geringer aus. Von PC-Enthusiasten wird das gerne mal ignoriert und auch das ein oder andere PC-Magazin widmet sich diesem Aspekt nicht besonders gerne.
Sicher, ein entsprechender PC kann ultimative Hardwarepower haben, in der Praxis ist das aber eher immer seltener der Fall. Für Spieler ist das mindestens so weit von Relevanz, dass Entwickler zukünftig vielleicht immer weniger Interesse daran haben, entsprechende Hochleistungssysteme auch entsprechend zu nutzen. In dem Fall würde sich aber die Frage stellen, warum überhaupt Highend PCs?
That Glorious Master Race
Die Hardware ist also längst uneins, was ist mit den Nutzern? Hier fällt der Unterschied wohl eher noch größer aus. Am PC spielen, das kann Solitär, Farmville, simple Browsergames oder auch die klassischen AAA Coretitel sein. Den PC Spieler gibt es letztendlich noch weniger als den PC. Insgesamt ist das auch gut so, denn dieser kleinen Tatsache verdankt der Rechenknecht seine immer noch enorme Bandbreite an Spielen, von einem Deponia über World of Warcraft bis zum Moddingfreundlichen Skyrim. Das Problem dabei ist das gleiche wie bei Hardware. Das Bild des Hardcorezockers, der in fünf Sekunden eine Wasserkühlung eingebaut hat, sämtliche .ini Hacks der Spielegeschichte auswendig kennt und 1.000 Spiele bei Steam besitzt ist völlig verzerrt. Der durchschnittliche Spieler zockt eher am PC, weil er den nunmal sowieso hat, weil es da einfach die Spiele gibt, die ihn interessieren und so weiter. Der durchschnittliche Spieler hat vielleicht nicht mal die geringste Ahnung von PC-Hardware, er spielt halt einfach am PC.






