Kingdom Hearts auf dem 3DS setzt direkt nach den Ereignissen der DS-Episode Re: Coded ein. Die Rückkehr von Bösewicht Xehanort steht unmittelbar bevor, die beiden Helden Riku und Sora müssen sich im Auftrag von Magier Yen Sid einem harten Training unterziehen, um zu echten Schlüsselschwert-Meistern zu werden. Dafür reisen sie in sieben schlafende Welten, um sie zu erwecken. Dabei trefft Ihr u.a. den Glöckner von Notre Dame, erlebt Abenteuer mit den drei Musketieren und bereist die neonfarbene Tron-Welt.
Wie es sich für Kingdom Hearts gehört, bietet auch Dream Drop Distance überraschend viel Spieltiefe und einige neue Ideen. Das Kampfsystem baut auf der PSP-Episode Birth by Sleep auf, die neue Flow-Mechanik macht das Bereisen der umfangreichen Szenarien und die Monsterkämpfe dynamischer. Der Touchscreen kommt gelegentlich zum Einsatz: Greift Ihr markierte Gegner durch gleichzeitiges Drücken der A- und X-Taste an, wechselt die Action kurz auf den unteren Bildschirm und Ihr malträtiert sie per Stylus so könnt Ihr den Burschen beispielsweise mit einer Art Schleuder auf seine Kumpane schießen.
Ihr seid im umfangreichen Abenteuer aber nicht auf Euch allein gestellt: Mit gefundenen Rohstoffen erschafft Ihr knuffige kleine Helfer für den Kampf. Im AR-Modus könnt Ihr sie dann in bester Nintendogs-Manier knuddeln, bis Ihr einen Level aufsteigt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Drop-Leiste: Riku und Sora erleben ihr Abenteuer in getrennten Welten. Zwischen diesen könnt Ihr an bestimmten Punkten zwar auch hin und her wechseln leert sich die Drop-Leiste allerdings, verlagert sich der Fokus automatisch auf die andere Figur. Dadurch gestaltet sich die Action aber auch schön abwechslungsreich.
Inhaltlich bewegt sich die Serie endlich ein Stück vorwärts: Nachdem die letzten Ableger in Sachen Story auf der Stelle traten, geht es hier wieder voran. Allerdings sollte man der Serie schon von Anfang an gefolgt sein, um wirklich zu verstehen, um was es geht. Wer sind all die Figuren, was wird da alles angedeutet und angesprochen? Wer mit Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance zum ersten Mal Bekanntschaft mit Sora, Riku und Co. schließt, wird über weite Strecken nur Bahnhof verstehen.
Thomas Nickel meint: Es ist beeindruckend, wie nah Kingdom Hearts 3D grafisch und spielerisch den PS2-Originalen kommt: Die Musik ist klasse, die Charaktermodelle strotzen nur so vor Details und fast alle Dialoge sind kompetent englisch vertont. Das Kampfsystem motiviert wie eh und je: Habt Ihr die neuen Flow-Elemente gemeistert, fühlt es sich herrlich dynamisch an. Die neuen Spielelemente wurden sinnvoll in den Spielverlauf integriert, auch wenn sich manch einer in den ersten Runden etwas überfordert fühlen mag. Zwei Dinge solltet Ihr vor dem Kauf aber beachten: Ohne eine grobe Ahnung, worum es in den Kingdom Hearts-Welten geht, ist Verwirrung vorprogrammiert. Und mit dem Schiebepad Pro spielt es sich doch ein ganzes Stück besser: Ohne geht es zwar auch, aber die Kamerabedienung ist dann deutlich fummeliger.
- komplex verwobene Spielsysteme
- erstklassige Grafik, toller Sound
- unterstützt das Schiebepad Pro
- 3DS-Faktor: Wie so oft nett anzusehen, aber ohne spielerischen Zusatznutzen.
Motivierender Rollenspiel-Musik-Mix mit niedlicher Grafik, zeitlosem Soundtrack und einer XL-Portion Serien-Nostalgie.
| Singleplayer |  | 85 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |