Max Wildgruber meint: Allen inzwischen hervorgekrabbelten Bugs zum Trotz ist und bleibt Skyrim mein Spiel des Jahres. Mittlerweile habe ich meine tapferen Doppelschwert-Rothwardonin Ira mit ihrer inzwischen angetrauten Lydia in den verdienten (Alters-)Brisenheim-Ruhestand geschickt. Mein aktueller Charakter heißt Ardillon, ist ein bretonischer Vampir, magisch begabt und abgrundtief böse. Momentan zieht er mit einem Sack voll supermächtiger Daedra-Artefakte umher und verbreitet die unfrohe Botschaft der dämonischen Fürsten aus dem Reich des Vergessens. Nebenbei spart er Geld für die Einrichtung seiner persönlichen Folterkammer. Danach wird er Himmelsrand unterjochen und sich dieser lächerlichen Drachen annehmen, die seit Neuestem wie Schmeißfliegen um seinen Kopf kreisen. Das Un-Leben ist schön! Und habe ich euch schon Bubastis vorgestellt? Dieser Khajiit-Dieb wird seine Zelte in Rifton aufschlagen und sich dort klammheimlich an die Spitze der Diebesgilde stehlen. Oder den Echsenmann Plumifrons? Dieser Argonier-Abenteurer hat sich vorgenommen, sämtliche Gewässer von Skyrim bis zur letzten Alge zu erforschen. Dvûr, den Dunkelelf-Assassinen? Brabblzark, den orkischen Waffenschmied? Nein? Kein Wunder. Bis auf die ersten beiden Figuren habe ich keinen dieser Charaktere tatsächlich gespielt. Man hat schließlich noch ein Sozialleben. Aber während ich mir im weihnachtlichen Skiurlaub den realen Eiswind des Fürstentums Tirol um die Nase wehen lasse, werden mich die genannten und noch viele andere Charaktere imaginär begleiten. Die besten Spiele zockt man nämlich im Kopf weiter und Skyrim werde ich mir lange nicht aus selbigem schlagen.
Ulrich Steppberger meint: Bei PS3-Abenteurern, so sie denn unter dem unseligen Ruckel-Bug leiden, kann ich nachvollziehen, dass sie mit Skyrim (noch) nicht das große Los gezogen haben – aber sonst habe ich kein Verständnis für die Hater. Das Epos besitzt einfach eine schier unglaubliche Größe und hat so viel zu bieten, da lassen sich diverse Macken wohl kaum vermeiden. Das ist nicht ideal, aber ich bin einfach nur froh, dass sich trotzdem überhaupt jemand an solche Mammut-Werke voller Möglichkeiten wagt, statt nur sichere Software-Brötchen zu backen. Skyrim definiert für mich den Open-World-Anspruch neu: Wenn ich mich z.B. jenseits nahezu aller ‘großen’ Handlungsstränge dutzende Stunden völlig frei durch die winterliche Welt trollen kann und dabei immer noch regelmäßig sehenwerte neue Dinge erlebe, ist das einfach großartig und sorgt für ein wahres Freiheits-Gefühl. Wer statt dessen lieber an überwiegend irrelevanten Kleinigkeiten rumnörgelt, die in einer gigantischen Spielewelt manchmal nicht zu 100% perfekt sind, kann das aber eh nicht verstehen.
Michael Herde meint: Skyrim ist für mich eines der unterhaltsamsten Spiele des Jahres – und das sage ich, ohne es auch nur eine Sekunde selbst gespielt zu haben. Dafür habe ich meiner Freundin stundenlang dabei zugesehen, wie Ihr zur Unsichtbarkeit neigendes Ross beim Absteigen von einem Bug erfasst, durch die Luft geschleudert und letztendlich getötet wird. Eine Seltenheit in heutigen Spielen ist auch das Konzept, Gesprächspartner nicht mehr hören zu können, sobald man sich vor ihnen stehend zur Seite dreht. Und in welchem anderen Spiel gibt es rückwärts fliegende Drachen, die weniger gefährlich sind als ein Grummelbär aus dem Wald? Wo sonst gleiten mysteriöse Frauen durch den Boden, wo sonst findet sich frisch gebackenes Brot im hintersten Winkel abgeranzter Dungeons? Wo sonst verspürt man heute noch die prickelnde Spannung der Ungewissheit, ob die angestrebte Nebenmission funktionieren wird oder nicht? Doch auch abseits der berechtigten Häme über die zahlreichen, teils plattformexklusiven Bugs auf PC, PS3 und Xbox 360 bietet die Himmelsrand-Welt enorm viele Erlebnismöglichkeiten, um hunderte von Stunden vor den Bildschirm zu fesseln. Ich warte jedoch ab, bis das Spiel fertig gepatcht ist, um mich dann ohne Groll und Peinlichkeit ernsthaft in diese faszinierende Welt zu stürzen – und das sage ich als jemand, der sich für Rollenspiele eigentlich nur wenig interessiert.
Zu den Test geht es hier (PS3) und hier (360).