Thomas Nickel meint: Xenoblade Chronicles war für viele die Überraschung des Jahres. Genau wie die Wii wurde auch das ganze JRPG-Genre von vielen Meinungsmachern schon seit Jahren totgesagt. Und auf einmal kommt da dieses XXL-Rollenspiel aus Japan für das technisch schwächste System auf dem Markt und zeigt der ganzen Konkurrenz, was eine Harke ist. Mit einem tollen Setting, blühenden Landschaften und einem interessanten Kampfsystem weckte Xenoblade Erinnerungen an die goldenen Rollenspiel-Zeiten auf PSone und Co. Hightlight auch hier mal wieder: Der Soundtrack. Mal Antreibend, mal dramatisch, mal verträumt – es müssen eben nicht immer bombastische Hollywood-Klänge Marke Hans Zimmer sein. Schön, dass Nintendo of Europe sich hier von den seltsamen Machenschaften der US-Niederlassung nicht beirren lies und diesen Kracher nach Europa brachte – es wurde mit tollen Verkäufen und Höchstwertungen gedankt.
Max Wildgruber meint: Trotz seiner Langatmigkeit ist Tetsuya Takahashis Rollenspiel-Klassiker Xenogears mein persönlicher PSone-Favorit. Xenoblade Chronicles hat zwar inhaltlich nicht das Geringste mit dem atheistischen Mech-Spektakel von 1998 gemein, atmet aber dieselbe Atmosphäre einer einschüchternd großen, uralten, von den Göttern verlassenen Welt, deren tiefste Geheimnisse Protagonist Shulk im Laufe seiner wunderbaren Weltreise ergründet. Wo Xenogears seine spielmechanischen Schwächen mit narrativem Overkill und Animé-Pracht überspielen musste, verquickt Takahashis aktuelles Wii-RPG reißenden Spielfluss und hypnotische Erzählkunst zu einem wahren Spielspaß-Titan. So wird mit Xenoblade Chronicles endlich wieder der Weg zum Ziel des JRPG-Genres und zeigt sämtlichen HD-Konkurrenten, wo der Nippon-Bartel 2012 den Erfahrungsmost holt. Prost!
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