Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 7 – Xenoblade Chronicles

21

Thomas Nickel meint: Xenoblade Chronicles war für viele die Überraschung des Jahres. Genau wie die Wii wurde auch das ganze JRPG-Genre von vielen Meinungsmachern schon seit Jahren totgesagt. Und auf einmal kommt da dieses XXL-Rollenspiel aus Japan für das technisch schwächste System auf dem Markt und zeigt der ganzen Konkurrenz, was eine Harke ist. Mit einem tollen Setting, blühenden Landschaften und einem interessanten Kampfsystem weckte Xenoblade Erinnerungen an die goldenen Rollenspiel-Zeiten auf PSone und Co. Hightlight auch hier mal wieder: Der Soundtrack. Mal Antreibend, mal dramatisch, mal verträumt – es müssen eben nicht immer bombastische Hollywood-Klänge Marke Hans Zimmer sein. Schön, dass Nintendo of Europe sich hier von den seltsamen Machenschaften der US-Niederlassung nicht beirren lies und diesen Kracher nach Europa brachte – es wurde mit tollen Verkäufen und Höchstwertungen gedankt. 

Max Wildgruber meint: Trotz seiner Langatmigkeit ist Tetsuya Takahashis Rollenspiel-Klassiker Xenogears mein persönlicher PSone-Favorit. Xenoblade Chronicles hat zwar inhaltlich nicht das Geringste mit dem atheistischen Mech-Spektakel von 1998 gemein, atmet aber dieselbe Atmosphäre einer einschüchternd großen, uralten, von den Göttern verlassenen Welt, deren tiefste Geheimnisse Protagonist Shulk im Laufe seiner wunderbaren Weltreise ergründet. Wo Xenogears seine spielmechanischen Schwächen mit narrativem Overkill und Animé-Pracht überspielen musste, verquickt Takahashis aktuelles Wii-RPG reißenden Spielfluss und hypnotische Erzählkunst zu einem wahren Spielspaß-Titan. So wird mit Xenoblade Chronicles endlich wieder der Weg zum Ziel des JRPG-Genres und zeigt sämtlichen HD-Konkurrenten, wo der Nippon-Bartel 2012 den Erfahrungsmost holt. Prost!

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 8 – Portal 2

32

Tobias Kujawa meint: Danke Valve, ich wusste gar nicht, dass Lachen und Knobeln so nah beieinander liegen. Es passiert wirklich selten, dass jeder in der Redaktion das gleiche Spiel spielt, bei Portal 2 war das aber der Fall und Unterhaltung machten mal mehr, mal weniger geschickt einen Bogen um Spoiler, um den Kollegen nicht den Spaß zu verderben. Neben den zahlreichen Kopfnüssen und guten neuen Spielelementen fasziniert mich vor allem, dass Valve es geschafft hat, ohne große Videosequenzen, ohne Krachbumm und ohne einen sprechenden Hauptcharakter eine faszinierende und fesselnde Geschichte zu erzählen. Mein Charakter des Jahres stammt natürlich auch aus diesem Meisterwerk: Wheatley (mit seiner Originalstimme) stellt sogar die olle Kartoffel GlaDOS in den Schatten!

Ulrich Steppberger meint: Kartoffeln an die Macht!

Matthias Schmid meint: Obgleich ich bei weitem nicht alle Rätsel in Portal 2 brillant fand und mich des öfteren mit meiner Freundin gestritten habe, wenn wir kooperativ unterwegs waren, ist Portal 2 eines der großen Highlights 2011. Wenn nicht sogar DAS Highlight 2011. Zum einen, weil dank der famosen Grundidee in Verbindung mit den neuen Gels so geniale Level-Lösungen möglich sind wie in kaum einem anderen Videospiel. Zum anderen, weil die Story einfach der Knaller ist. Die Dialoge sind wirklich wirklich witzig, die Atmosphäre ist einzigartig, die Stimmen sind großartig. Außerdem bietet der Koop-Modus nicht nur ein einfaches Zweispieler-Erlebnis sondern neue Levels, neue Figuren und eine neue Story, die schon wieder großartig ist. Wer Portal 2 nicht gespielt hat, der muss das unbedingt nachholen. Da akzeptiere ich keine Ausreden!

Oliver Schultes meint: Was soll ich dazu sagen? Mein persönliches Spiel des Jahres. Weil eine geniale Spielmechanik zugrunde liegt. Weil eine bewegende Geschichte erzählt wird. Weil das Leveldesign übliche Denkmuster sprengt. Weil es einen klasse Koop-Modus bietet. Und weil der Companion Cube dabei ist!

Michael Herde meint: Kein anderes Spiel hat mich in diesem Jahr so sehr überrascht wie Portal 2. Ich hatte mit einer Fortsetzung gerechnet, die wie viele andere nur mehr vom Gleichen bietet. Doch Valves Entwicklerteam hat mir für diese voreilige Einschätzung mit seinem einzigartigen Gespür für Spieldesign ins Gesicht geschlagen. Unerwartet stellen sie das etablierte Konzept auf den Kopf und berauben mich meiner Sicherheit im gewohnten Umfeld der Testkammern. Zwar hängt die Mitte des Spiels ein wenig durch, doch die Art und Weise, in der die Umgebung ihre eigene Geschichte erzählt und so zum Gesamtwerk beiträgt, ist außerordentlich selten und zeigt der Konkurrenz, wie man’s richtig macht – ein Vergleich zwischen den Render-Königen von Pixar und anderen CGI-Filmemachern drängt sich auf. Pixar-Filme sind wie Valve-Spiele für mich immer mindestens einen Schritt weiter als alle anderen – angefangen von der Liebe zum Detail über Dialogwitz bis hin zur Gestaltung der Spielwelt. Darüber hinaus bereitete mir der separate Zweispieler-Koop-Modus per Splitscreen viel Freude. Dass hierfür sogar kostenlose Zusatzmissionen angeboten werden ist eine Ausnahmeerscheinung in Zeiten, in denen die Konkurrenz Spielkapitel entfernt und nachträglich verkauft.

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 9 – Dead Space 2

39

Oliver Schultes meint: Was habe ich Anfang des Jahres im Test noch mal geschrieben? “Ich hetze von einem Raum zum nächsten, meine Verfolger kreischen, grunzen, schmatzen, verstümmelte Leichen pflastern den Weg. Mein virtuelles Ich saugt pfeifend Luft ein, nur noch wenige Attacken und Isaac segnet das Zeitliche. Der Puls steigt. Das Wummern von draußen schwillt an, unnachgiebig fluten die Schallwellen meine Gehörgänge und bringen meine Nerven zum Flattern. Adrenalin schießt in meinen Körper, als ein halbes Dutzend Monster attackiert. Waffe in den Anschlag, die rechten Finger malträtieren im Staccato Buttons und Trigger, im selben Rhythmus zucken die Leiber, Körperteile fliegen. Alle Munition verbraucht, ich schlage und trete wie von Sinnen. Meine Feinde sind längst tot – und ich hacke weitere, endlos scheinende Sekunden lang auf sie ein. Stressabbau durch körperliche Betätigung nennt sich das wohl. Kurzum: Dead Space 2 ist der neue König in Sachen Bildschirm-Terror, der seinen Schrecken aus einem Referenz-Surround-Sound, einer durchgestylten High-End-Optik und einer cleveren Dramaturgie speist.” Genug gesagt!

Michael Herde meint: Dead Space 2 ist audiovisueller Splatter-Bombast mit exzellenter Spielbarkeit. Lobenswert ist, dass sich das Spiel ruhige Momente wie die Erkundung eines gewissen Raumschiffes erlaubt. Die grotesken Nekromorph-Biester lassen mich auch im zweiten Teil wie Olli angespannt das Pad umklammern, gruselig sind sie aber nicht mehr. Zu vorhersehbar ist diesmal die Schock-Formel, zu groß die Gegnermasse, die mir die Entwickler vor die Nase setzen. Dead Space 2 ist unterm Strich ein hervorragendes, durchgestyltes und verdammt schickes Action-Spiel, aber für mich zugleich auch ein enttäuschendes Horror-Game, das leider in die klassische Fortsetzungsfalle “Größer, lauter, mehr” tappt und sich dadurch zu schnell abnutzt – denn Angst hatte ich im Gegensatz zum Erstling nicht, erschrocken bin ich kaum. 

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 10 – Call of Duty: Modern Warfare 3

70

Tobias Kujawa meint: Man mag die alte Technik, das absolut hirnlose Spielkonzept, die nicht vorhandene KI und den übertriebenen US-Patriotismus kritisieren – Spaß gemacht haben mir die knapp sechs Stunden mit Modern Warfare 3 dennoch. Ich hätte vor allem nicht gedacht, dass die Story um Price und Co. letztlich doch gebündelt und gelungen zum Abschluss kommt. Dass bei den Missionen ab und an ein Gefühl der Beliebigkeit und Eintönigkeit aufkommt, stört nicht weiter, hinter der nächsten Ecke fällt ja schon das nächste Wahrzeichen ins sich zusammen. Oder es warten ca. 3000 Gegner darauf, aus den Latschen gepustet zu werden. Ist eben wie ein guter Action-Film, diese Call-of-Duty-Formel: Unterhält, so lange man dabei bleibt und ist danach schnell vergessen.

Matthias Schmid meint: Sollte ich unter diesem wunderbaren Platz 10 übrigens keinen CoD-Bash, keine Abo-Kündigungs-Androhung und kein ‘Aber BF3 ist viel besser’-Geheule lesen, werde ich das nächste CoD (also vermutllich dann Black Ops 2) übrigens nackt testen und für Euch Fotos davon machen! Soldaten-Ehrenwort! Was gibt es zu Modern Warfare 3 noch zu sagen: Ich find’s sagenhaft gut. Die Kampagne stellt in puncto gescriptete Ereignisse, Power und Bumms alles in den Schatten, was es im Videospiele-Sektor gibt. Auch der Mehrspieler-Modus ist eine Klasse für sich – mir persönlich lagen die Black Ops-Karten aber mehr. Und auch die Spec-Ops-Missionen und der Survival-Modus sind gemeinsam mit einem guten Online-Spezi einfach nur der pure Action-Adrenalin-Rausch.

Oliver Schultes meint: Auch wenn die Modern Warfare-Serie die Innovation nicht mit dem Löffel gefressen hat: Teil 3 hat mich für knapp sechs Stunden aus der Wirklichkeit gerissen, hinein in einen virtuellen Krieg, der kaum spektakulärer inszeniert werden kann. Ja, ich habe auf meinem Weg durch die Levelschläuche kaum taktische Freiheiten. Ja, ich werde meist von einem Kameraden mit ‘Folgen’-Schild überm Kopf hindurchgeleitet. Ja, die Story ist hanebüchen. Aber wisst Ihr was? Drauf gepfiffen, wenn die spektakulär inszenierten Schlachten in toll gestalteten Schauplätzen und der tosende Surround-Sound aufkeimende Gedanken an Kritik mit Vehemenz wegfegen. Modern Warfare 3 will kein Half-Life 2 oder BioShock sein, sondern einfach nur knallen. Und das tut es so laut wie nur wenig andere Ego-Shooter!

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 11 – FIFA 12

9

Tobias Kujawa meint: Komischerweise spiele ich in diesem Jahr gar nicht so viel Fußball online – die Umgewöhnung auf die neue Verteidigungssteuerung viel mir recht schwer und es erschienen im November und Oktober einfach zu viele Toptitel, die ich nicht ignorieren konnte. Trotzdem bietet FIFA 12 fast perfekten Fußball! Großes Lizenzpaket, gute Grafik, ein feines Steuerungssystem und viele Onlineoptionen inklusive meinem ungeschlagenen Favoriten Ultimate Team – mehr kann ich mir kaum wünschen! Ach doch: Ein bisschen mehr Höflichkeit von meinen Online-Gegnern!

Zum Test geht es hier.

Die neue M! Games Januar 2012 – am Kiosk!

75

Die neue M! Games Januar 2012 – ab Freitag!

Um Euch noch vor der Geschenke-, Plätzchen- und Weihnachtsgans-Schlacht mit neuem Lesestoff füttern zu können, haben wir besonders kräftig auf die Tube gedrückt – die neue Ausgabe liegt dementsprechend schon diesen Freitag (23. Dezember) am Kiosk.

Nach der Testflut im vergangenen Monat bestimmen Previews das neue Heft. Exklusiv besuchten wir Rockstar und schauten bei der neuesten Version von Max Payne 3 ganz genau hin: sensationell inszenierte Schießereien, die von vielen Fans herbeigesehnten düsteren Schauplätze mit strömendem Regen und literweise Blut – wie das alles zusammenhängt, lest Ihr auf satten 5 Seiten.

Das zweite Top-Thema heißt “Voll auf die 2012!!!” – und dreht sich wie der Name schon verrät um Beat’em-Ups. Auf 7 Seiten nehmen wir gut ein Dutzend Prügelspiele unter die Lupe, darunter Street Fighter X Tekken, SoulCalibur V, Tekken Tag Tournament 2 und Skullgirls. Im Testteil erwarten Euch zusätzlich das HD-Remake Tekken Hybrid, der 2D-Knaller King of Fighters XIII sowie der Kinect-Party-Spaß Kung-Fu: High Impact.

Warum Metal Gear Solid: Rising jetzt Metal Gear Rising: Revengeance heißt, nicht mehr von Hideo Kojima entwickelt wird und voll auf Action ausgelegt ist, erfahrt Ihr vom Serien-Erfinder höchstpersönlich: Wir haben mit Kojima-san in Los Angeles gesprochen und waren überrascht von seiner Offenheit. Selbstverständlich haben wir auch alle Details zum Spiel selbst.

M! vor Ort, die Zweite: Die Uncharted-Macher Naughty Dog ließen Mitte Dezember eine besondere Bombe platzen und enthüllten den Endzeit-Thriller The Last of Us. Wir plauderten mit den Machern in Santa Monica und verraten Euch, wie Entwickler Naughty Dog mit dem Spiel Euer Hobby umkrempeln will.

Kurz vor Redaktionsschluss schaffte es noch ein besonderer Leckerbissen ins M!-Testlabor: Resident Evil: Revelations. “Kaufgrund für den 3DS”, “steckt die Heimkonsolen-Konkurrenten in die Tasche”, “in 3D besser als in 2D” – nur drei Zitate aus dem Test, die Euch Lust auf den Artikel und das Spiel machen sollten!

Eine andere Resident Evil-Episode stand im Zentrum eines Rekordversuchs: Speedrun-Experte Robert Brandl schnappte sich Teil 4 und stellte in den Redaktionsräumen einen spektakulären Weltrekord auf. Welche Taktiken, Programmfehler und Kniffe Robert dafür nutzte, erfahrt Ihr exklusiv in der nächsten M! Games.

The Elder Scrolls V: Skyrim und The Legend of Zelda: Skyward Sword sind wahre Dauerbrenner – und definitiv einen zweiten Blick wert. Daher erwarten Euch zwei Nachspiele mit wertvollen Tipps & Tricks sowie vielen wissenswerten Geheimnissen.

Zum Jahresausklang darf ein Rückblick auf das Spielejahr 2011 natürlich nicht fehlen: Auf 6 Seiten lässt die Redaktion Tops, Flops, Trends und persönliche Highlights Revue passieren – lasst Euch das nicht entgehen!

All das und noch vieles mehr erwartet Euch in der M! Games Januar 2012 – ab Freitag, den 23. Dezember am Kiosk!

 

Die Multimediale Heftvorstellung mit Matthias & Olli!

Überzeugt? Dann geht’s hier zum Abo.
Oder bestellt Euch nur die aktuelle Ausgabe
hier.

 

 

Heftnachbestellung
Abonnement

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 12 – Forza Motorsport 4

22

Ulrich Steppberger meint: Auch im Rückblick wundert mich bei Forza 4 eine Sache besonders: Wie kann ein Spiel, bei dem die Macher unverkennbar mit vollem Herzblut dabei sind, nur so seelenlos wirken? Da gibt sich Microsofts Renn-Simulation nichts mit dem großen Rivalen Gran Turismo, beide kommen so glattpoliert und fein geschniegelt daher, dass ich jeden Hauch einer Persönlichkeit vermisse. Davon abgesehen wird Spitzenqualität geboten: Blitzsaubere und flüssige Grafik, fahrerisch überwiegend interessante Kurse, jede Menge edler Boliden und  natürlich eine Fahrphysik, die sich vor keiner Konkurrenz verstecken muss. Sogar den karrieremodus haben Turn 10 im vierten Anlauf mal so hinbekommen, dass er nicht im Rekordtempo zur ermüdenden Fleißarbeit wird. Warum man aber wie Polyphony hin und wieder den gesunden Menschenverstand abgestellt hat und so hirnrissige Dinge wie den Verzicht auf einen einstellbaren Schwierigkeitsgrad auf der Welt-Tour zulässt? Muss ich wohl nicht verstehen…

Thomas Stuchlik meint: Die vierte Runde im Forza-Rennzirkus beschert der Xbox 360 zwar keine überraschende Raser-Offenbarung aber ein rundum gelungenes Fahrerlebnis. Das Verhalten der Boliden ist realistisch, der Grenzbereich jederzeit ‘erfahrbar’. Auch die Duelle gegen die aggressive KI-Meute bringen massig Spannung mit. Die Karriere mit ihren Saison-Rennen stellt immer passende Cups für euer aktuelles Gefährt zusammen. So könnt ihr stundenlang Siege einfahren, ohne das Vehikel zu wechseln. Zudem sorgen regelmäßige Online-Updates für neue Wagen und frische Herausforderungen. Auch hier kommt die Zusammenarbeit mit der kultigen Auto-Sendung Top Gear zum Tragen.  Die Kinect-Unterstützung ist nett, aber nicht spielentscheidend. Da heize ich lieber mit einem passenden Fanatec-Lenkrad samt hervorragendem Force Feedback über die Kurse.

 

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 13 – Uncharted 3: Drake’s Deception

32

Tobias Kujawa meint: Ich hasse Spinnen! Und Uncharted 3 setzt mir sogar verdammt viele der achtbeinigen Viecher auf den Hals. Warum ich trotzdem begeistert war? Die Story unterhält mich (auch wenn sie unglaublich seicht ist, man an allen Ecken und enden merkt, dass sie aus Versatzstücken zusammengesetzt wurde und Charaktere mittendrin einfach abgeschnitten werden), die Klettereinlagen sind einfach, aber spekakulär inszeniert und die Schießereien fordern – die oft angesprochenen Steuerungsprobleme hatte ich mit unserer Debug-Testversion nicht. Nicht zu vergessen die wundervolle Grafik und die überzeugenden (oder überzogenen?) Animationen und die klasse animierten Gesichter, an denen ich wirklich Emotionen ablesen kann. Wenn für Uncharted 4 endlich eine Geschichte über Grundschulniveau geschrieben wird, bin ich vollkommen zufrieden. Obwohl auch mehr Rätsel wieder gut wären!

Oliver Schultes meint: Wer will die schönsten Landschaften und die ausgefeiltesten Animationen der bisherigen Videospielgeschichte sehen? Wer will ein zehnstündiges Abenteuer mit teils wahnwitzigem Tempo ohne Ladepausen erleben? Wer will Over-the-Top-Action gepaart mit (auf höherer Schwierigkeit) taktisch anspruchsvollen Schießereien haben? Wer will sympathische Charaktere, die sich selbst nicht immer ernst nehmen und deren herausragende Gesichtsmimik Eure Kinnlade regelmäßig nach unten klappen lässt? Wer will einen der erfolgreichsten PS3-exklusiven Titel überhaupt spielen? Der holt sich Uncharted 3!

Michael Herde meint: Uncharted 2 war für mich eine Sensation und meine Erwartungen an Teil 3 entsprechend hoch… und sie wurden leider herbe enttäuscht. Klar, die Grafik ist fett und ich finde es grundsätzlich lobenswert, mit welchem Aufwand Naughty Dog versucht, Nathan Drake durch vielfältige Bewegungsdetails besser mit der Umgebung interagieren zu lassen. Doch letztendlich wird es übertrieben und so zappelt und stolpert Nathan durch beeindruckende Schauplätze rund um den Globus. Die Story ist dabei so inkonsistent wie klischeehaft und dient lediglich als Vorwand zur Grafikprotzerei. Die gelingt dem Spiel durchaus, mein inszenatorisches Highlight ist Nathans Weg zum Schiff mit schwankendem Untergrund und tosenden Wellen. Spielerisch hingegen ist Uncharted 3 für mich nicht weiter erwähnenswert.

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 14 – LittleBigPlanet 2

15

Max Wildgruber meint: Ist das Experiment LittleBigPlanet geglückt? Aus Sicht von Sony wohl eher nicht, denn die gewünschte flächendeckende Infizierung der PS3-Szene mit dem waldorfschen Bastelvirus blieb aus. Nur ein verschwindend geringer Teil der zwei Millionen LittleBigPlanet 2-Bewohner nutzten letztendlich die mannigfachen Möglichkeiten des erweiterten Editors von Teil 2. Vielleicht verlangt der fantastische Baukasten seinen Nutzern zu viel Arbeit ab. Vielleicht ist eine Konsole auch einfach nicht die richtige Plattform für ein dermaßen ambitioniertes Konzept, zumal die hakelige Pad-Steuerung des ersten Teils im Sequel nicht verbessert wurde. Wer die Schöpfungen der wenigen Kreativen im vergangenen Jahr aber verfolgte, staunte ein ums andere Mal über die Kreativität, die in der kleinen feinen Community der regelmäßigen Levelbastler steckt. Teil Zwei funktioniert durch eine drastische Ausweitung der Gestaltungsmöglichkeit nicht mehr wie ein Plattformspiel, sondern als Plattform für Spiele. Entsprechend vielfältig gestalten sich die Beiträge, die von selbstablaufenden Filmen (“The Seven Deadly Sins of LBP2”) über liebevolle Spiel-Hommagen (The Legend of Zelda, Super Street Fighter II Turbo) bis zu komplett eigenständigen Szenarien rangieren. Die geniale, von Media Molecule selbst unterstützte Serie “Hansel and Gretelbot” begeistert etwa mit einer Jute-Interpretation des Grimm-Märchens, in der ein Hänsel-Spieler seine depperte Schwester durch finstere Hexenwälder eskortiert. Diverse Rollenspielkonzepte wie “My LittleBigHome” oder “Zombie Infection 2” setzen komplexe Spielmechaniken inklusive Ingame-Menüs um. Unter idealistischen, nicht kommerziellen Gesichtspunkten ging Media Molecules Konzept vom spielenden Spieleentwickler also durchaus auf. Erfolgreiche Indie-Projekte wie das PC-Phänomen Minecraft dürfen als Erben der Sackwelt gelten.

Zum Test geht es hier.

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 15 – Deus Ex: Human Revolution

47

Tobias Kujawa meint: Mein persönliches Spiel des Jahres! Es gab 2011 keinen anderen Titel, den ich mit so viel Begeisterung zweimal durchgespielt habe und mich schon darauf freue, die englische Augmented Edition unterm Weihnachtsbaum hervorzuholen und einen dritten Anlauf zu starten. Auch wenn es mehr Fokus auf Action legt und im Vergleich zum unerreichten Erstling weniger erzählerische Hintergründe liefert halte ich die variablen Lösungswege, die komplexe Story und den interessanten Grafikstil für das Beste, was mir 2011 in spielerischer Hinsicht passiert ist. Mit der asynchronen deutschen Sprachausgabe und den oft unnatürlich reagierenden NPCs hat sich Square aber leider selbst ins Knie geschossen, weshalb Human Revolution die höchsten Weihen vorenthalten bleiben.

Michael Herde meint: Auch bei mir rangiert Deus Ex: Human Revolution dieses Jahr ganz weit oben. Die Atmosphäre ist intensiv, die Story so mitreißend wie intelligent erzählt und obendrein regt sie zum Nachdenken und zu Gesprächen an – das gelingt nur den wenigsten Videospielen. Auch spielerisch tun sich diverse Möglichkeiten auf, die zu erneutem Durchspielen motivieren. Allerdings ist auch mein größtes spielbezogenes Ärgernis des Jahres hier zu finden: Die mangelnde Synchronizität der deutschen Sprecher finde ich dermaßen schlimm, dass ich mich anstrengen muss, um beim Spielen darüber hinweg zu sehen. Träte das gleiche Problem bei DVDs und Blu-rays auf, würden Kunden das Produkt zu Recht reklamieren und gegen eine verbesserte Version umtauschen können – weshalb das bei Spielen bis dato nicht so ist und mit welcher Berechtigung Square Enix ein derart defektes Produkt veröffentlicht, begreife ich nicht.

Zum Test geht es hier.

Neueste Beiträge

NHL 12 – im Klassik-Test (PS3 / 360)

Seite 1 Im letztjährigen FIFA stellte Electronic Arts den Torwart in den Mittelpunkt, jetzt freuen sich auch Eishockey-Fans über mehr Aufmerksamkeit für den Mann mit...

Deus Ex: Human Revolution – im Klassik-Test (PS3 / 360)

Seite 1 Technische und medizinische Entwicklungen wie die Stammzellenforschung sind oft Gegenstand ethischer Diskussionen und grundsätzlicher Fragen: Darf die Menschheit in die Evolution eingreifen? Was...

Leedmees – im Klassik-Test (360)

Ähnlich wie beim letzten PS2-Lemmings sollt Ihr per Kamera­erkennung Wusler ans Ziel führen, Leedmees geht das aber etwas ruhiger an: Per Kinect kontrolliert Ihr...

Sniper Dan – im Test (PS5)

Wimmelbildspiele gibt es viele, doch keines ist wie dieses: Die zu entdeckenden Objekte sind häufig nicht besonders schwer versteckt, dafür braucht Ihr ein ruhiges...

Thrifty Business – für Switch angekündigt

https://www.youtube.com/watch?v=lIK6fcODrqA Entwickler und Publisher Spellgarden Games stellt Thrifty Business für Switch in Aussicht. Der zugehörige Trailer erklärt hauptsächlich das spielerische Grundgerüst der Management-Simulation. Thrifty Business ist...