Dass Klassiker regelmäßig als Download wiederveröffentlicht werden, ist für uns mittlerweile schon Standard. Welch mühsamen und langwierigen Prozess eine PSone-Disk durchläuft, um als PSone Classic auch auf der aktuellen Konsolengeneration gezockt werden zu können, kann im offiziellen PlayStation Blog nachgelesen werden. Autor Ross McGrath erläutert dort in Kurzfassung, wie die Daten auf der physischen Disk im PSN landen und welche Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin auftauchen können.
Zunächst stellt das Team, das für die Emulation eines Spiels verantwortlich ist, sicher, über eine einwandfreie Disk zu verfügen (bzw. Disks, falls das Game in verschiedenen Sprachen vorliegt). Als nächstes wird das Spiel von der Rechtsabteilung geprüft: Sie checkt die Gültigkeit sämtlicher Linzenzen und schafft Unklarheiten über das Eigentum an den Vertriebsrechten aus der Welt.

Als nächstes wird das Spiel für den PlayStation Store fertig gemacht: Bilder, Infos und Beschreibungstexte werden in den acht verschiedenen Store-Sprachen vorbereitet. Die Emulation der Disk übernimmt Sony Computer Entertainment International. Liegt das Spiel in digitaler Form vor, werden zunächst einige erste Bug-Tests veranstaltet. Danach gehts für das Datenpaket ab nach Liverpool, wo Sonys Software-Tester sitzen. Dort wird das Game exzessiv gespielt und vor allem durchgespielt.
Werden keine Fehler festgestellt, ist das Spiel bereit für die digitale Distribution auf PSP oder PS3. Ein PSone Classic ist geboren. Der gesamte Prozess kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, je nach Häufigkeit auftretender Fehler und Schwierigkeiten bei der Emulation.
Die zwei Hauptprobleme, die auftreten können, sind entweder rechtlicher Natur, oder haben mit Qualitätssicherung zu tun. Zur rechtlichen Geschichte: Es kann gerade bei Spielen, die Markennamen enthalten, oder bei Musiktiteln vorkommen, dass die Lizenzen nicht mehr gültig sind. Die erforderlichen Lizenzen müssen daraufhin erneuert werden. Das kann eine Menge Zeit und Geld in Anspruch nehmen, gerade wenn der ursprüngliche Publisher gar nicht mehr existiert. Die meisten Rechte wurden für die Lebensdauer des Spiels vergeben und sind bei einem Remake nicht mehr gültig.

Es kann auch passieren, dass ein Spiel derart große Bugs aufweist, dass es durch die Qualitätssicherung fällt. Ein emuliertes Spiel kann nicht einfach an den Entwickler zurückgeschickt werden, um Fehler zu beheben.
Ross McGrath geht auch auf die “Eine-Million-Dollar”-Frage ein: Wieso erscheinen manche Spiele nur im PSN in Nordamerika und hierzulande nicht? Auch das hänge oft mit Vertriebsrechten zusammen, die von Land zu Land unterschiedlich vergeben werden. Gerade beim Umgang mit Musiklizenzen unterscheiden sich einzelne Länder stark, wie jeder am eigenen Leib zu spüren bekommt, der sich Musikvideos bei YouTube anschauen möchte.
Oft würden Fehler auch nur in der PAL-, nicht aber in der NTSC-Version auftauchen. Das PAL-System benutze einen Kopierschutz, der Anfälliger für Fehler bei der Emulation sei, als NTSC-codierte Games.

McGrath betonte jedoch, man versuche alles, um möglichst viele PSone-Titel zu Classics zu machen. An einigen sei man bereits seit 2007 dran – rechtlichen Komplikationen sei Dank. Einige Titel stünden kurz vor der Freigabe, Tomb Raider sei einer davon. Man sei in ständigem Kontakt mit dem Publishern, um die beliebtesten PSone-Games auf die PS3 und PSP zu holen.















