Bobby Kotick sprach im Interview mit der britischen Gaming-Zeitschrift Edge über das Erfolgsrezept seines Unternehmens Activision. Demnach zahle es sich aus, die eigenen Entwicklerstudios unabhängig arbeiten zu lassen.
Gleichzeitig kritisierte er EA scharf: Laut Kotick verstehe der Publisher es nicht, eine ähnliche Firmenpolitik zu verfolgen. Folglich habe EA es schwer, brillante Leute zu finden, die gerne bei dem Unternehmen arbeiten würden.
Jeff Brown, EAs Vice President Corporate Communications, bot dem Activision-CEO Paroli: Der Erfolg von Activision gründe auf drei Lizenzen – eine fantastische, eine im Niedergang begriffene und eine, die Kotick durch seine Überheblichkeit gefährde.
Damit meinte der VP vermutlich World of Warcraft, mit dem Kotick laut Brown nichts zu tun hatte, Guitar Hero sowie Call of Duty.
Die Rivalität zwischen EA und Activision nahm im letzten Jahr mit dem Konflikt um Brütal Legend ihren Anfang. Damals strich Activision das Double-Fine-Spiel aus seinem Portfolio – das Entwicklerstudio von Tim Schäfer wechselte mit dem Titel daraufhin zu EA.
Die Situation eskalierte im November 2009, als Glen Schofield und Michael Condry das EA-Entwicklerstudio Visceral Games (Dead Space) verließen, um Activisions Sledgehammer Games zu leiten.
Die öffentlichen Äußerungen EAs, mit Medal of Honor die Ego-Shooter-Krone zurückerobern zu wollen, halfen ebenfalls nicht, die Situation zu entschärfen.
Schließlich feuerte Activision im März dieses Jahres Jason West und Vince Zampella, die Köpfe von Infinity Ward. Gemeinsam gründeten die Verstoßenen ein Entwicklerstudio mit dem treffenden Namen Respawn Entertainment – und sofort war EA als Publisher zur Stelle.
Es war also nur eine Frage der Zeit bis Bobby Kotick (dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen), die nächste Gelegenheit nutzen würde, um das angespannte Verhältnis der Unternehmen weiter zu strapazieren.