Seit Samstag, den 1. November, ist Nintendos DSi in Japan erhältlich. Das DS-Update mit einigen Zusatzfunktionen (maniac.de berichtete) kostet inklusive Steuern 18.900 Japanische Yen, was umgerechnet ca. 150 Euro entspricht.Zum Start des Handhelds bildeten sich die gewohnten Menschenschlangen vor vielen Geschäften (Fotos: Famitsu). Der DSi war in vielen Läden umgehend ausverkauft, dementsprechend kostspielig ist derzeit ein Import-Gerät – inklusive Versand müsst Ihr ca. 260 Euro berappen.
60 Euro für 6 Stunden?
In den letzten Jahren macht sich ein Trend breit, der in unserer Redaktion regelmäßig für hitzige Debatten sorgt. Die Rede ist von der abnehmenden Spieldauer vieler Videospiele, vornehmlich sind Action-Titel von dieser Entwicklung betroffen. Bot “Resident Evil 4” vor einigen Jahren noch an die 20 Stunden Spielspaß vom Feinsten, flimmert bei “Das Bourne-Komplott” der Abspann schon nach etwa 6 Stunden über den Bildschirm. Auch “Mirror’s Edge” oder “Call of Duty 4: Modern Warfare” sind nicht sonderlich lang. Aktuell wurde die redaktionsinterne Debatte durch das neue Bond-Spiel “Ein Quantum Trost” wieder angefacht. Nach gut 6 Stunden auf ‘Normal’ war die Agenten-Action auch schon vorbei. Ist ein Preis von 60-70 Euro hier noch gerechtfertigt?
Matthias sagt:
Meiner Meinung nach kann auch ein Spiel, dessen Abspann ich nach 6 bis 8 Stunden Spielzeit sehe, seine 60- 70 Euro locker wert sein. Für “Mirrors Edge zum Beispiel hab ich trotz zahlreicher Tode und Trial&Error-Passagen klar unter 10 Stunden gebraucht. Danach war ich erstmal zufrieden, für die nächsten Tage und Wochen widme ich mich neuen Bestzeiten und coolen Alternativrouten. Andere Kracher wie “Lost Planet” sind nicht viel länger einmal durchgezockt und ab ins Regal damit.
Schließlich bin ich wie viele Leser auch etwas älter geworden und muss mich neben dem Zocken anderen Bereichen des täglichen Lebens widmen (Freundin, Arbeit, Musik, Einkaufen, Schlafen (selten), Bude aufräumen, etc.). Für Endlosschinken mit 100 Stunden Spielzeit hätte ich wahrscheinlich nur selten Zeit. Außerdem verstehe, ich dass Spiele wie “Call of Duty 4” oder “Assassins Creed” für Hundertschaften emsiger Entwickler Arbeit genug bedeuten eine 30-stündige Solokampagne wäre schlicht unmöglich bzw. würde die Veröffentlichung viel zu lang herauszögern schließlich ist der Programmier- und Modellieraufwand im HD-Zeitalter enorm gestiegen. Gute Beispiel für kurze Spiele, die jeden Cent wert sind, finden sich natürlich im Shootem-Up-Genre bzw. in der Spielhalle allgemein: Auch wenn ich für Caves Score-Shooter oder ne Metal-Slug-Episode keine 30 bzw. 60 Minuten brauche, sind das geniale Games, für die ich als Fan gerne den Vollpreis bleche natürlich ist hier der Wiederspielwert ein ganz anderer als der eines Story-lastigen, oftmals geskripteten 3D-Krachers, den ich maximal ein zweites Mal angehe.
Wird eine gewisse, genrespezifische Mindestdauer nicht unterschritten, ist alles im Lot. Wo kämen wir denn hin, wenn ich die Zeiten, die ich mit verschiedenen Spielen verbringe, miteinander vergleichen würde? Plötzlich wäre ein “Virtua Tennis”, “Pro Evolution Soccer”, “Soulcalibur” oder “Animal Crossing” viel mehr wert als “New Super Mario Bros.” oder “Heavenly Sword”. Die Befriedigung, ein Spiel durch zu haben, ist mir mehr wert als fünf zusätzliche Spielstunden, die vielleicht dazu führen, dass ich das Game nicht durchkrieg weil schon der nächste Blockbuster wartet…
Michael sagt:
Nach zwei kurzen Nachmittagen war Bonds Einsatz vorbei und ich frage mich, was das soll. Klar, dank unzähliger Skript-Ereignisse kracht und rummst es am laufenden Band und es gibt mehrere Schwierigkeitsgrade. Ob die aber für Action-Neulinge relevant sind, ist ebenso fragwürdig, wie die hanebüchen zusammengewürfelten Missionen. Was Matthias außerdem nicht bedenkt ist die Tatsache, dass wir als testende Redakteure im Gegensatz zu den meisten anderen Zockern kein Geld für die Spiele ausgeben müssen. Im Gegenteil: Wir werden sogar dafür bezahlt. Beim derzeit anfallenden Arbeitspensum im Weihnachtsgeschäft könnte ich also glücklich sein. Bin ich aber nicht, denn wenn ich mir vor Augen führe, dass manch einer im Straßenbau oder als Möbelpacker einen ganzen Tag lang schuften muss, um sich ein Spiel zu leisten, kommt mir die Galle hoch. Der Aufwand, der hinter den Spielen steckt, ist mir dabei völlig egal. Für den zahlenden Kunden zählt meiner Meinung nach nur das Ergebnis. Sollen sie doch länger brauchen für die Entwicklung, dann kommen weniger Spiele raus, die sich besser verkaufen. Die aktuelle Spieleflut kann sich ja kein Mensch mehr leisten. Und dann wundert sich die Industrie, wenn sie so wenige Einheiten absetzen…
Freilich spielen auch der Wiederspielwert sowie der Mehrspieler-Modus eine Rolle. Da mich Achievements und Gamerscore nicht interessieren, bietet beispielsweise “Das Bourne-Komplott” als reines Solo-Game entschieden zu wenig fürs Geld. “Mirrors Edge” hingegen macht mit Übung beim zweiten Durchgang gleich viel mehr Spaß, denn dann spiele ich auf Zeit. Mit dem Mehrspieler-Modus ist das übrigens so eine Sache: Der verursacht weitere Kosten, wenn man erst einen schnellen Internet-Zugang oder einen Xbox Live Account benötigt.Da lobe ich mir Rollenspiele wie “Fallout 3”: An die 100 Stunden soll Bethesdas RPG ans Pad fesseln und kostet dabei genauso viel wie Bonds neues Abenteuer. Oder “Metal Gear Solid 4”: Beim ersten Durchgang habe ich auf Normal weit über 20 Stunden benötigt, beim zweiten Durchgang auf ‘Schwer’ mindestens ebenso lang. Zusätzlich stimmt der Wiederspielwert, denn dank neuer Waffen und unzähliger versteckter Details gibt es genügend Motivation abseits der Story. Kollege Thomas hat vor ein paar Tagen sogar extra einen Durchgang auf ‘Leicht’ absolviert, um einfach mal auf Fotosafari zu gehen. Und online kann mans auch noch spielen…
Natürlich habe auch ich lieber 6-8 Stunden Spaß ohne Leerlauf als ein künstlich in die Länge gezogenes Spielerlebnis à la “Devil May Cry 4”. Wenn ich aber im Gespräch mit Industrievertretern eine Milchmädchenrechnung präsentiert bekomme, die immer wieder den Vergleich zur Kinokarte sucht, dann kann ich nur verständnislos den Kopf schütteln. Im Kino zahle ich für die Leinwand, den Sessel, die Heizung, den Strom und das Personal. Zuhause muss ich selbst für Fernseher, Couch, Konsole und Ordnung sorgen. Der Vergleich hinkt also.
Neues Controller-Patent von Sony: Wird die PS3 zum Wii?
Neu im PlayStation Store – 30. Oktober
Irgendwer bei Sony hat sich daran erinnert, dass man auch der westlichen Welt ein paar PSone-Klassiker zum Download bereit stellen könnte. Nur bei der Definition von “Klassiker”, da scheint derjenige eine andere Vorstellung zu haben als der Rest der Welt…Cool Boarders 2(PSone, 5 Euro)Die frühe Schneeschlitterei schaffte es damals, kaum besser zu sein als der Erstling und ist rund zehn Jahre später ein gutes Beispiel, dass Polygonoptik eben doch schneller altert als Bitmap-Optik. Spart das Geld lieber für den Kauf von “Shaun White”…
Neu auf Virtual Console – 31. Oktober
Electronic Arts entlässt 600 Mitarbeiter
Der Software-Gigant Electronic Arts plant, im Zuge der Kostensenkung 600 Mitarbeiter zu entlassen. Das entspricht rund sechs Prozent der Angestellten. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit steigenden Verlusten. Nach 152 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum sind es 2008 über 243 Millionen Euro.
Aktuelle Verkaufszahlen von Sony und Nintendo
Seit dem Verkaufsstart der PlayStation 3 im Jahr 2006 hat Sony eigenen Angaben zufolge knapp 17 Millionen Einheiten weltweit verkauft. Im Zeitraum von Ende Juni bis Ende September waren es rund 2,5 Millionen. Auch die Halbjahresbilanz von Nintendo kann sich sehen lassen: Rund 6,5 Milliarden Euro Umsatz wurden erwirtschaftet, das entspricht einem Plus von etwa 20 Prozent. Der Nettogewinn legte demnach etwa 9 Prozent zu. Verantwortlich für diesen Erfolg sind die nach wie vor blendenden Verkaufszahlen von Wii und DS. Mit Stand vom 30. Juli hat Nintendo knapp 30 Millionen Einheiten der Wii-Konsole weltweit abgesetzt, rund ein Drittel entfällt auf das erste Halbjahr 2008. Der DS ist mittlerweile erfolgreicher als der Game Boy und verkaufte sich bislang mehr als 84 Millionen Mal. Allein im Zeit Raum von Ende März bis Ende September wurden über 85 Millionen Spiele abgesetzt, seit Gerätestart sogar mehr als 454 Millionen.Aktuelle Zahlen von Microsoft gibt es nicht, bis März dieses Jahres waren es rund 19 Millionen.
Die Beatles rocken auf Konsole
Wie gestern bekannt wurde, arbeitet der Rock Band-Entwickler Harmonix derzeit an einem Musikspiel mit Beatles-Lizenz. Dabei soll es sich laut Harmonix-Chef Alex Rigopulos jedoch nicht um einen weiteren Ableger des beliebten Plastikinstrumenten-Spaßes handeln, weshalb das Spiel auch nicht unter dem Rock Band-Label vertrieben werden soll. Die Entwickler versprechen, mit der interaktiven Band-Biographie die komplette Karriere der Pilzköpfe aus Liverpool abzudecken. Bislang gibt es noch keine Details zu Spielablauf, Plattform oder ob die Musikstücke mit Rock Band kompatibel sein werden. Ein Termin ist noch nicht bekannt, angepeilt wird das Weihnachtsgeschäft 2009.
Riddick landet bei Atari
Die Vivendi-Resteverwertung geht munter weiter: Bei Ghostbusters mag Atari immer noch nicht zugeben, dass die Geisterjagd dort eine neue Heimat gefunden hat. Weniger wortkarg ist Phil ‘ich war mal ein Großer bei Sony’ Harrisons neues Wirkungsfeld bei einem anderen Restpostenschnäppchen:The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena ist nicht nur Kandidat auf den Preis für den längsten unnötigen Bandwurmnamen, sondern nun ganz offiziell ein Atari-Produkt.Die Neuauflage des Xbox-Shooters von den Starbreeze Studios mit dem damaligen Untertitel Escape from Butchers Bay wird u.a. mit einer neuen Kampagne aufgemotzt und soll im Frühjahr 2009 erhältlich sein.Damit sind fast alle relevanten Opfer des Activision-Blizzard-Deals wieder aufgetaucht, nur bei Brütal Legend warten wir auf ein neues Lebenszeichen… aber Tim Schafers letztes Spiel – Psychonauts hatte ja auch eine ähnlich lange Irrfahrt hinter sich zu bringen…
Genre Reloaded

Es gibt Genres, die sterben einfach aus. Es gibt Genres, die vom Zahn der Zeit zerfleddert wurden. Und es gibt Genres, die immer wieder auftauchen und scheinbar nie altern.
Genau das ist bei Rundenstrategie der Fall: Ich habe die gepflegten Spielstunden mit “Battle Isle” (PC, Amiga) geliebt und war überglücklich über die Virtual-Console-Umsetzung des Hexfeld-Urahns “Military Madness” (PC-Engine, 1989) respektive “Denaris” (TurboGrafx-16). “Advance Wars” führte die Tradition fort und nun folgt unerwartet ein weiterer Vertreter. Die Handheld-Versionen von “EndWar” greifen nicht das Echtzeit-Spielprinzip der großen Konsolenbrüder auf. Stattdessen bedienten sich die deutschen Entwickler Funatics des oftmals kopierten Spielprinzips.
Und wisst Ihr was? Es macht immer noch genauso Spaß wie mit den Urahnen. Das strategische Ziehen von Einheiten auf meist hexagonalen Feldern, die taktische Planung und die diebische Freude, dem Gegner die Basen wegzuschnappen all die Spielfreude funktioniert auch beim hundertsten Aufguss. Nur schade, dass viele Spielehersteller nicht kapieren, dass genau das bei vielen anderen Genres nicht funktioniert…








