Von der Gegenwart eingeholt: Das Deux Ex Problem

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  • #1752456
    geohoundgeohound
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    Im Jahr 2011 wurde Deus Ex: Human Revolution veröffentlicht. Als großer Fan dieser Reihe hab ich das Spiel natürlich sofort gekauft und kurz danach auch gespielt. Dieses Mal spielt man Adam Jensen, und die Geschichte spielt im Jahr 2027. Damals habe ich mich schon gefragt, ob das nicht etwas zu früh ist. Schließlich waren es damals „nur“ noch 16 Jahre bis zu diesem Jahr. Als großer Science Fiction-Fan wurde ich schon zu oft enttäuscht, weil der Fortschritt in der echten Welt einfach nie mithalten konnte. 2001: Odyssee im Weltraum, Die Klapperschlange: Escape from New York und Strange Days wären da ein paar Beispiele aus dem Filmbereich. Umso faszinierender sind für mich dann Sachen wie Star Trek oder Warhammer 40.000, weil ich diese „Zeiten“ nicht mehr erleben werde. Aber zurück zu Deus Ex.

    2023 ist nicht mehr weit entfernt, wir haben also nur noch etwas mehr als vier Jahre bis zu den Ereignissen von Deus Ex: Human Revolution. Nicht gerade viel Zeit, um eine zweite Stadt über Hengsha oder eine gigantische Forschungseinrichtung mitten im Ozean zu bauen. Von der Entwicklung der ganzen Augmentierungen reden wir mal gar nicht. Es gibt zwar immer fortschrittlichere Prothesen, aber die militärischen Erweiterungen werden im Jahr 2027 auch noch Zukunftsträume sein. Andere Merkmale aus der Deus Ex-Reihe sind da in der nahen Zukunft durchaus wahrscheinlicher (wage ich mal zu behaupten). Durchdrehende KI’s zum Beispiel. Und einen Mangel an Verschwörungstheorien gibt es ja aktuell auch nicht.

    Das Jahr 2027 halte ich für das große Problem von Deus Ex. Mankind Divided von 2016 spielt im Jahr 2029, ein möglicher Nachfolger würde wohl, so wie der vierte Teil endet, unmittelbar danach angesiedelt sein. Soweit ich weiß wird momentan zwar nicht an einem Nachfolger gearbeitet, aber falls doch, wann würde das Spiel dann erscheinen? 2025? Dann hätten wir eine Science Fiction-Geschichte, die schon in zwei Jahren startet. Wollen würde ich so etwas nicht wirklich, würde ja auch überhaupt keinen Sinn machen. Und noch später braucht dann auch kein Spiel mehr erscheinen, welches die Jensen-Spiele fortsetzt.

    Viel sinnvoller wäre dann wohl eine neue Geschichte, die irgendwo zwischen Mankind Divided und dem ersten Teil spielen würde, mit einem neuen Hauptcharakter. Der erste Teil spielt ja im Jahr 2052. Wäre ja dann nett, den fünften Teil dann in den 2040er Jahren stattfinden zu lassen. Adam Jensen könnte als NPC wieder auftauchen, genauso wie J. C. Denton als NPC im zweiten Teil wieder zu sehen war. Und da wir gerade vom zweiten Teil sprechen: der spielt im Jahr 2072, also für meinen Geschmack passt das ganz gut 😊.

    Eure Meinungen dazu würden mich auch interessieren. Muss dabei aber nicht um Deus Ex gehen. Hab das nur als Beispiel genommen weil mir die Serie einfach sehr am Herzen liegt.

    #1752467
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Gut dass du dazu schreibst, dass es nicht um D-ex gehen muss, denn ich kenne nur den ersten unter Windows und das auch noch schlecht, weil ich es zu dem Zeitpunkt bei meinen Bruder sporadisch gezockt habe und noch keinen eigenen Pc besaß.
    Aber ich versteh dein Dilemma.
    Ich fühle mich insofern “frei” von zwar gut gemeinten Sci-fi Visionen, die sich der Problematik der Beziehung von Mensch/Maschine stellen, kann aber auch nicht hier und da leugnen, dass Zeitangaben in Games/Büchern/Filmen viel von der Immersion kaputt machen können.
    Theoretisch liegen die meisten Autoren gar nicht so verkehrt mit der Zeit, in der sie ihre Visionen darstellen:
    Star Treck ist die Menscheit, wenn sie das Spielfeld “Erde” verläßt/verlassen kann und “den Raum” als Spielfeld nutzt. Wann das spielt weiß ich zwar nicht genau, aber wir sind theoretisch, entweder einen kleinen Schritt davon entfernt oder so verdammt weit davon weg, dass es mich nicht stören würde, wenn die Serie im Jahre 1999 spielen würde. Sie können Sachen, wo ein “Datum” kaum eine rolle spielt.
    Wäre in der Serie die Technik erst im Jahr 2050 möglich, was sehr unrealistisch ist, in meinem Empfinden, spielt es ab dem Moment keine rolle mehr, da man “Lichtjahre” überbrücken kann. Also ist es obsolet, ob der Schreiber des Scripts von jetzt an 30 Jahre in der Zukunft angibt, wann es so weit ist, oder unserer Zivilisation in seinem Roman jene Technik im Jahr 1998 zumutet. Ich hoffe, du verstehst, was ich damit sagen will.
    Star Wars nutzt den Kosmos als Spielfeld.
    Von der Dummheit abgesehen, außer ner Art “Schach” sonst keine Games zu zocken, auch eine Zeit, in der sie leben, wo sie Sachen mit ihrer Technik anstellen, in der Zeit..äh…relativ wirkt…
    Wir ( die aktuelle Menschheit) faseln hingegen von “Reisen zum Mars” etc. und haben ein Energie Problem…
    Was will ich damit sagen?
    Sci fi warnt öfters mal vor Sachen, die die Menschheit gar nicht tun sollte. Von daher finde ich das nicht so schlimm, wenn eine Vision sich zeitlich mit unserer Timeline kreuzt, denn in den meisten Fällen bin ich froh, dass die dortige Darstellungen nicht real wurden!
    Und im Umkehrschluss denke ich, dass es nicht so weit her ist, mit den gesellschaftlichen Umwälzungen, wie wir sie von Games her kennen, wenn die Technik, die sie darstellen, plötzlich “da” ist. Dann kann es ganz, ganz flott gehen, dass wir “I m sorry Dave, i m afraid i cant do that” hören… 😉

    #1752471
    RYURYU
    Teilnehmer

    Hehe, ich kenne das Gefühl wie man sich fühlt wenn die Zeit die Filme/Games einholt. Warte immer noch auf Nike’s Powerlaschen und mein Hoverboard von Mattel! 😀 Und hey, Cyberpunk 2077 ist auch eigentlich im Jahr 2020. Oh ich mein 2013.^^ Alles IMO halb so wild. Viele Dinge sind bis dahin zwar noch nich so passiert wie in Film/Game XY aber es könnte ja auch alles seinen Grund haben. Evtl. liegts einfach in einem anderen Multiversum was dort passiert ist, oder durch Zeitreisen ist es so eben nicht passiert. Aber wer bin ich zu dieser späten Stunde um mir hier selbst etwas aus den Fingern zu ziehn. Dabei könnten die Kreativen auch einfach selbst etwas kreativer werden. Schließlich will man nich einfach nur abgespeist werden das es nich so eingetroffen ist wie dargestellt, man will zumindest den Grund wissen wieso es so nich gekommen ist. Vielleicht machen genau solche Details die Glauwürdigkeit eines SciFi-Franchises welches noch zu Lebzeiten spielt mit aus.

    #1752500
    geohoundgeohound
    Teilnehmer

    Bei Star Trek hab ich es jetzt nich im Kopf, aber müsste im Jahr 2300 irgendwas sein, zumindest The Next Generation. Die Originalserie ist früher angesiedelt. Cyberpunk 2077 hab ich noch nicht gespielt, da muss ich noch überraschen lassen :-).

    Stichwort Multiversum / Zeitreisen: Da fällt mir noch Prey von 2017 ein. Hat zwar mit Zeitreisen nix zu tun, aber es spielt zumindest in einer alternativen Zeitlinie. Prey war ein extrem gutes Spiel, das vieles besser gemacht hat als z. B. Deus Ex Mankind Divided, aber die Raumstation Talos I wurde da wenn ich mich korrekt erinnere noch vor dem Jahr 2030 gebaut. Alternative Zeitlinie hin oder her, das war schon irgendwie lächerlich.

    #1752504
    geohoundgeohound
    Teilnehmer

    Zitieren ist wohl momentan nicht möglich.

    Von der Dummheit abgesehen, außer ner Art “Schach” sonst keine Games zu zocken, auch eine Zeit, in der sie leben, wo sie Sachen mit ihrer Technik anstellen, in der Zeit..äh…relativ wirkt…

    Naja dafür gibt es ja die Holo Decks, da kann man auch gern mal mit dem Captain Sherlock Holmes Abenteuer nachspielen :-).

    Warte immer noch auf Nike’s Powerlaschen

    Nachbildungen der Schuhe kann man sich kaufen, falls man 10 Riesen oder noch mehr übrig hat… sind wohl begehrte Sammlerstücke.

    In den 80ern und anfangs der 90er hab ich mich sehr für Roboter interessiert. Ich dachte ernsthaft, daß wir spätestens 2010 fliegende Autos haben und ich hab mir immer vorgestellt, wie ich als Erwachsener dann auf der Couch sitze und mir ein Haushaltsroboter ne Dose Cola bringt… Lag vielleicht auch an den Spielzeugkatalogen von damals, da gab es ja solche Dinger. Die hatten ein Tablett in der Hand und nen Kasettenrecorder im Rücken, irgendwie sowas. Da bin ich teilweise schon enttäuscht, daß ich immer noch selber alles machen muss.

    #1752519
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Ich hatte gestern eine spannende Konversation zu Hause, wahrscheinlich durch den Austausch hier beflügelt und es ging tatsächlich um Roboter.
    Vielleicht sind wir längst von ihnen umgeben ohne zu merken, dass unsere Vorstellung, wie sie aussehen sollten zwar eine andere war, sie aber, in ihrer Funktionalität genau das leisten, was früher für uns “Science Fiction” war.
    Wir kamen an den Punkt, wo ich meiner Partnerin recht gebe: Ja, in meinem Sinne ist z.B. ein Modernes Auto längst ein “Roboter”, aber, wie sie sagt, zu beobachten, wie unsicher die Menschen am Steuer mittler-Weile sind, die ihr Tun der Maschine überlassen und überspitzt gesagt, nicht mal imstande sind, ohne “Assistent” zu parken…
    Na ja, ich bin froh, über jeden Scheiß den ich alleine bewältigen kann und wenn es einen “Roboter” gibt über den ich mich freue, weil seine Erfindung m.M.n. nicht hoch genug geadelt werden kann, das ist die Spülmaschine, denn nichts ist reeller, als der Abwasch! 😉
    Videogames sind für mich im Sci-fi Bereich reine Unterhaltung und natürlich müssen sie sich an anderen Medien orientieren um “glaubwürdig” zu sein. Von daher verzeihe ich ihnen eine äh..unplausible timeline. so lange das Gameplay stimmt, denn die Geschichte kann ich auch ohne Bezug zum aktuellen Geschehen geniessen.

    Was für mich völlig den Vogel abschießt ist in der Hinsicht “Returnal” auffe Ps5, das ich jedem ans Herz lege, will man sehen, wie man sehr, sehr intelligent “Alien” Thematik mit Sci-fi Technik jenseits unserer ( aktuell) machbaren inszenieren kann und trotzdem eine fantastische, realistische Erklärung dafür liefert, dass alles, was man im Spiel aus der Perspektive der Protagonistin erlebt, sehr wohl in unserem “hier und jetzt” statt finden könnte.
    Aber ich werde ein Teufel tun, was zu spoilern, nur so viel: Kubrik applaudiert aus dem Jenseits und R.Scott hat so n Film noch gar nicht gedreht!
    Und Housemarque kriegen von mir n symbolischen Oscar!

    #1752520
    geohoundgeohound
    Teilnehmer

    Na ja, ich bin froh, über jeden Scheiß den ich alleine bewältigen kann und wenn es einen “Roboter” gibt über den ich mich freue, weil seine Erfindung m.M.n. nicht hoch genug geadelt werden kann, das ist die Spülmaschine, denn nichts ist reeller, als der Abwasch!

    Aber wo ist der Roboter der die Spülmaschine ein- und ausräumt? Spaß beiseite, ich bin natürlich auch froh, daß ich mein Zeug selbst erledigen kann. Lust darauf hab ich trotzdem nicht :-).

    Gut, daß du Returnal ansprichst. Das Spiel hat mich schon bei der Vorstellung damals extrem interessiert, aber der hohe Schwierigkeitsgrad schreckt mich schon irgendwie ab. Ich hab einfach keine Lust auf Frust. Aber abgesehen davon hab ich eh noch keine PS5, also ist das momentan auch wurscht.

    Aber mal zurück zum Thema: Watch Dogs ist zum Beispiel ein Spiel, bei dem es keine Jahresangabe gibt. Es heißt einfach nur “in naher Zukunft”. Das ist dann etwas, womit ich leben kann. Aber auch Watch Dogs hat seine unglaubwürdigen Momente… Aiden “Mr. Multitasking” Pearce fährt mit 200 Sachen durch die Stadt, im Schlepptau eine Horde Cops, und schafft es trotzdem noch währenddessen mit seinem Smartphone alles zu hacken, was er will. Da könnte man fast meinen, Pearce ist selbst ein Androide.

    #1752523
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Ich hätte auch gerne eine Fernbedienung für meine Fernbedienung.
    Aber falls du “Sophia” nicht kennen solltest, die erste Android-in, die eine Stadtbürgerschaft zuerkannt bekommen hat, recherchiere sie dir und ja, am äh..IQ gemessen ,wie sie sich mit Menschen unterhält, sage ich: Bewahre vor dem Tag, an dem dein Spülmaschine-Ausräum-Roboter “Nein! Mach ich nicht!” sagt.
    Die äh..Frau ist gruselig, sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!
    Da ist mir der Hr. Pearce lieber, da fiktiv.

    Im Jahr 2636 kommen die Aliens. Contra-The Alien Wars bricht dann aus. Seltsam nur, dass die Skyline der angegriffenen Stadt eher wie Ny im Jahr 1992 aussieht, als von Jetzt an wie ich meine, dass sie in knapp über 300 Jahren aussehen müsste. Aber coole Hoover-Bykes haben sie! 😉

    Ja, Returnal ist erst mal schwer zugänglich. Aber wenn es dann so weit ist, dass der Flow-flowt, kommt nichts an Selene Vassos dystopian-blasted-mindfuck ran!
    Ich glaube, die Menschheit ist für das Game noch nicht so weit, da Returnal echt aus der Zukunft ist! 🙂

    #1752530
    geohoundgeohound
    Teilnehmer

    Sophia kenn ich nicht, aber wenn die sich nicht an meine Anweisungen halten würde, na der würde ich was erzählen… die würde ich erstmal 7 Tage abschalten :-).

    Glaube Returnal werd ich erst spielen, wenn ich selbst augmentiert bin…

    #1752540
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer


    Fang damit an. Viel äh..Spaß!
    Ich glaube, die läßt sich gar nicht abschalten.Nur wie ein Terminator in einem Schmelz-Ofen baden.
    Ich weiß in etwa, was in der Musik “Augmentation” ist, aber du kannst mir gerne erklären, wie du aussehen würdest, wenn du augmentiert bist und was die Transformation bei dir begünstigen würde, beim Zocken von Returnal. 🙂

    #1752608
    geohoundgeohound
    Teilnehmer

    Ach die ist das. Hab ich schon mal davon gehört ja.

    Naja die Augmentierungen bei mir müssten natürlich nach außen hin unsichtbar sein. Die Leute haben eh schon Angst wenn jemand nen Diabetes-Chips (oder wie auch immer man das nennt) im Körper haben. Nicht daß man mich noch auf offener Straße zusammenschlägt.

    Im Grunde genommen müsste man bei mir nur meine Reaktionszeit verbessern und meine Finger upgraden, damit sie so schnell es geht auf die Knöpfe hämmern können, gerade mit soviel Druck, daß der Controller dabei nicht beschädigt wird. Glaube das müsste reichen :-).

    #1752609
    genpei tomategenpei tomate
    Teilnehmer

    Ach so, damit du bei Typing of the Dead besser vorankommst.
    Bescheidene Wünsche. 🙂

    #1752610
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Hängt immer davon ab. Roboter sind mittlerweile auch im Haushalt normal. Staubsauger und Rasenmäher sind da sicher ganz vorne. Drohnentechnil hat die Science Fiction längst überrollt und auch wenn es primär in China die totale Überwachung des öffentlichen Raums gibt sind wir auch in London sehr weit was die öffentliche Überwachung angeht.

    ‚Möchten Sie mehr wissen?‘ aus Starship Troopers ist bei YouTube und Social Media Alltagsrealität und der riedige Fernseher aus Zurück in die Zukunft 2 wirkt heute eher wie ein Witz.

    Autos fliegen vielleicht nicht aber wir haben doch alle unseren Kommunikator in der Hosentasche der auch gerne mal ‚Gehirnerweiterung‘ ist.

    Was zum Beispiel Prothesen angeht, mein Vater hatte die letzten paar Jahre seines Lebens ein Kunstherz. Ok, das läuft im Moment noch mit externen Akkus.

    Natürlich gibt es dann noch so lustige Dinge wie die Boston Dynamics Roboter oder die Railgun der US-Navy.

    Wenn wir bei Star Trek sind, Computer, spiele mir Beethovens neunte (oder Slayer) ist doch auch längst Realität.

    In einer Star Trek Folge liest Khan Bücher am Bildschirm. Heute haben wir dafür E-Reader. 2001 hat Tablet Computer. Die gab es im Prinzip schon seit den Neunzigern. Auch wenn es bis zum Mainstream dann noch dauerte.

    Gerade bei Sci-Fi, die eigentlich eher Nesr Future ist finde ich immer wieder faszinierend, wo die Realität hinterher hinkt und wo sie andererseits auch um Lichtjahre weiter ist.

    Star Trek Originalserie ist 2260er, Next Generation und Co ab 2360er. Und beide bieten Dinge, die von der Realität schon überholt sind während anderes zumindest noch Zukunftsmusik ist.

    Hausautomation ist eigentlich auch schon ziemlich weit, wenn man das denn möchte. Und was an Fahrassistenz bis zum Selbstfahren machbar ist auch ziemlich krass. Allerdings sind diese Dinge gleichzeitig oft viel unsichtbarer heute als man sich das mal gedacht hat.

    Und natürlich ist Science Fiction immer ein Kind ihrer Zeit. Die Achtziger waren zum Beispiel die Ära mehr oder weniger grobschlächtiger Industrieroboter. Und auf Medienseite natürlich des Fernsehens.
    Entsprechend sehen 80er Roboter meist aus und bewegen sich und entsprechend dreht sich Medienkritik auch stark ums Fernsehen.

    Btw war The Expanse bei SciFi für mich eine der besten Serien der letzten Jahre und ob Technil, Gesellschaft oder Politik, man kann sich allzu gut vorstellen dass das alles so kommen könnte.

    #1752713
    geohoundgeohound
    Teilnehmer

    Ja da hast du natürlich recht. Wir sind hier aber auch ein wenig vom Thema abgeschweift, ursprünglich wollte ich zum Ausdruck bringen daß es keinen Sinn mehr macht, die Story von Adam Jensen in Deus Ex fortzuführen. Naja jedenfalls meiner Meinung nach :-). Gibt mit Sicherheit noch mehr Spiele, bei denen das so ähnlich ist.

    Star Trek Originalserie ist 2260er, Next Generation und Co ab 2360er. Und beide bieten Dinge, die von der Realität schon überholt sind während anderes zumindest noch Zukunftsmusik ist.
    So ein Holodeck wär schon was…

    #1752754
    NightrainNightrain
    Teilnehmer

    Interessante Diskussion, die ein Freund und ich vor kurzem auch erst hatten. Da ging es um Shadowrun und die Entwicklung dieser Hintergrundwelt – und die Grundfrage nach dem “Punk” in diversen Genres. Klar, “Steampunk” ist nur eine Abwandlung von “Cyberpunk”, was es aber nur noch einfaltsloser macht, als das Genre eh schon ist. 😉

    Grundsätzlich finde ich überholte Science Fiction nicht schlimm, wenn man denn etwas über ihre Entstehungszeit weiß. Jules Vernes Geschichten sind heute noch toll und zeugen noch heute von seiner Vorstellungskraft. 20.000 Meilen unter dem Mehr kam 1870 raus und hält auch heute noch den Vergleich mit sehr vielen neueren Werken stand.
    … und nein, das ist kein Steampunk! Für Verne war es eine Idee der Zukunft, nicht eine schlampig recherchierte Fantasy-Version der Vergangenheit – mit Zahnrädern.

    Aber das kann man auf alle anderen Sachen auch beziehen, sei es Star Trek oder Cyberpunk oder Shadowrun, und dann fallen auch die Unterschiede nicht mehr so ins Gewicht. Bei Raumpatrouille Orion sieht man, wie sich Menschen aus 1966 das Jahr 3000 so vorstellt usw.. Das finde ich eher faszinierend als störend, weil man dann vergleichen kann, wie es ggf. jetzt im Vergleich dazu steht und welche tollen Ideen andere Leute vor vielen Jahren hatten, die so vielleicht gar nicht mehr gedacht werden.
    Und seien wir mal ehrlich, wahrscheinlich haben viele Dinge aus der alten Science Fiction auch manche Erfinder erst inspiriert.

    Problematisch finde ich dahingehend aber Änderungen der vorhandneen Timelines basierend auf den Ereignissen unserer Zeit. Statt das Franchise einfach neu zu booten, wird wie bei Shadowrun oder Cyberpunk einfach die bestehende – in dem Fall 80ies-basierte – Idee aufgegriffen und man lässt sich eine Änderung nach heutigen Gesichtspunkten durchführen, ohne aber die Zeit vorher anzupassen. So hat man dann das Paradoxon, dass man die eigentliche andere Realzeit ignoriert und das neue oben aufsetzt, wobei es sich dann schon teilweise ziemlich beißt.
    Beispiel Shadowrun: 205x gibt es extrem gute Computer, Cyberdecks, in der Größe einer Tastatur, über welche sich die Decker (Hacker dieser Welt) in die Matrix (den Cyberspace) begeben und ihn als Realität wahrnehmen können, wenn sie sich ins Netz einstecken. Vom Standpunkt der 1980er aus ein durchaus plausibles Szenario, was aber die ganze Smartphone-Entwicklung nicht berücksichtigt, weil logisch, gabs da ja noch nicht.
    Das holen die Macher in der 207xer Timeline irgendwann nach und setzen dann den Cyberdecks die Smartphone-Version nach und verlagern diese dann direkt in den Kopf und machen alles mobil, d.h. auch das Einstopseln fällt weg.
    Und hier hab ich mein Problem: Man ersinnt nicht etwas Neues und stellt sich die Zukunft vor, sondern die Zukunft wird zudem gemacht, was wir jetzt haben – nur etwas besser.

    Zusammengefasst: Alte SciFi ist toll, wenn man sie in dem Kontext sieht, wann sie entstanden ist. Diese dann zwingend auf unsere Zeit zu biegen nimmt ihr nicht nur das besondere, weil wir ihr in den meisten Fällen einfach nur unsere jetzigen Aspekte aufzwingen, wodurch wir eine leicht geupdatete Version unserer Zeit bekommen, ohne neue Ideen und Träume zu haben.

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