Willkommen in der Realität.

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  • #932283
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Hupps, Srebrenica. Lag wohl daran, dass ich die Tage nach einem Film gesucht hab.

    Ja, ist aus Wikipedia. Warum? Ist mittlerweile nicht nur meine Lieblings Webanwendung sondern zumindest der Startpunkt für viele Freizeitrecherchen oder zum Nachschlagen. Beide Ereignisse waren auch seinerzeit kurz in den Medien, sind aber danach wie so vieles in Vergessenheit geraten.

    Kurz zu den Liquidatoren: Offiziell sind höchstens 5.000 an den Folgen der Strahlung gestorben, bei zwanzigtausend bisher verstorbnenen ließ sich die Todesursache auf die Strahlung zurückführen. Die WHO redete fasziniernderweise jahrelang von ca. 40-50 Opfern, um die Zahlen später ein wenig auf etwa 15.000 zu erhöhen.
    Im Einsatz waren übrigens neben jungen Soldaten und Polizisten u.a. auch mehrere Tausend Bergleute, die einen Tunnel und eine Kammer unter dem Reaktor gegraben haben. Die wurde mit Beton ausgegossen, um das Absinken der Graphit-Uranmasse bis ins Grundwasser zu verhindern.
    Von denen ist auch eine nicht geringe Anzahl schwer krank oder tot.
    Wenn man jetzt noch eine unbekannte Anzahl an Krebserkrankungen in der Kernregion Russland, Belarus, Ukraine, aber auch in stark belasteten EU Ländern, teilweise nur in kleinen Regionen, dazuzählt, dürften bis heute tatsächlich um die 100.000 oder mehr Menschen an den Folgen gestorben sein.

    Um noch mal auf´s Ursprungsthema zurückzukommen, das wäre nicht weit unter der Opferzahl des gesamten Jugoslawienkriegs.

    #932284
    xisusxxisusx
    Teilnehmer

    ich hab auf dem Balkan so ~ viertel Million im Kopf, jetzt ohne nachzusehen.

    nicht´s gegen Wiki. Ist schließlich für Informationsjunkies der Stoff aus dem die Träume sind. (hab ich hin und wieder auch ganz gern und zudem brauchts recht wenig bytes)

    #932285
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Das ist die Schere zwischen inoffiziellen Zahlen verschiedener Nichtregierungsorganisationen und den ganz offiziellen Zahlen. Erstere zählen teilweise wohl auch Menschen, die offiziell vermisst sind und könnten etwas zu hoch sein, letztere wurden in den letzten Jahren mit neu entdeckten Massengräbern etc. nach oben korrigiert, die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen.

    Ähnliche Tricks verwenden übrigens auch viele Länder im Kriegsfall. Da sind Soldaten manchmal 30 Jahre lang “MIA” bevor man sie vllt. für tot erklärt.

    #932286
    xisusxxisusx
    Teilnehmer

    Ja, nachträglich kann ich nur ergänzen das zum “11.7” ein Video auf Youtube existiert das vergleichbar mit dem Angangs-therad-video ist. Was in Bildern aber noch “schockierender” ist. Link werd ich ganz sicher keinen reinstellen. Aber zumindestens darauf hingewiesen möcht ich haben.
    Zudem hab ich es auch immer vermieden den direkten Ort oder irgendwelche Volksgruppen schriftlich zu erwähnen.
    Warum das? Ist ein anderes Thema.

    #932287
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Ich kann mich jedenfalls noch allzu gut an Nachrichtenbilder von damals erinnern, das reicht mir persönlich. Ein Video in der Art meinte ich übrigens nicht, war ein bosnischer oder kroatischer Film oder wohl eher Halbdoku.

    #932288
    xisusxxisusx
    Teilnehmer

    Naja, ich bin eher zufällig auf dieses Video gestoßen. Wußte im vorhinein nicht was mich da erwartete.
    Habe die dementsprechenden Szenen auch ein paar mal wiederholt angeschaut. Aber seit dann NIE wieder.
    Die Bilder haben sich mir ins Hirn eingebrannt. Mußte dann auch weinen. Das war vor etwa vor 4 Monaten.

    #932289
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    So, das ist mein letzter Kommentar, zumindest vorerst. Da ausgerechnet ein Afghanistan Video, mehr oder weniger zu Medal of Honor, der Auslöser dieser ganzen Diskussion war, wenn man Schätzungen aus verschiedenen Bereichen zusammenzählt, Bombenangriffe der Nato, Invasionskrieg, Selbstmordattentäter etc., dann sind bisher um die 30.000 bis 60.000 Afghanen und 2.000 alliierte Soldaten gestorben.
    Nun wird daraus ein Videospiel gemacht, der Aufschrei ist verglichen mit six days in Faludja (wie schreibt man das?) aber unglaublich verhalten. Ich kann wirklich sehr gut darauf verzichten, dass ein echter Konflikt zu meiner Unterhaltung dient, sehr viele Spieler freuen sich aber anscheinend einfach auf´s nächste MoH, egal, welchen Hintergrund es hat.

    #932290
    xisusxxisusx
    Teilnehmer

    Eben, grad deswegen! sollten sich all jene die sich so freuen zuerst mal “echte” Video´s reinziehen.

    #932291
    Anonym
    Gast

    ein interessantes dokument in bezug auf gewalt in videogames.
    http://ps3movies.ign.com/ps3/document/article/110/1107496/brief.pdf

    #932292
    ramazzottiramazzotti
    Teilnehmer

    @Hodensack – and completely offtopic
    in Kalifornien hätte ich gerne meine Dipl-Arbeit geschrieben. Haha – bei den Seitenrändern :)

    #932293
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Der Hodensackus lässt es auch nicht gelten, wenn man Videospiele mit anderen Medien vergleicht, dabei ist nachgewiesen, dass gewalthaltige Filme und TV-Programme ebensolche negativen Effekte auf Kinder und Jugendliche ausüben. Davon kein Wort in den USA, schade.

    #932294
    Anonym
    Inaktiv

    Nukleare Katastrophe / Japan
    Straßenschlachten mit Toten / London / naher Osten
    Noch ärmer VS noch reicher
    Insolvente Regierungen / Irland, Italien, Portual, Spanien, Griechenland, Belgien, USA
    Massenhafte Datendiebstähle
    Anarchie VS Diktatur / naher Osten
    Hungersnöte durch Klimawandel und hohe Lebensmittelpreise
    Aktienkurse im freien Fall
    Hohe Energiepreise
    Massives Outsourcing in Form von Zeitarbeit und Missbrauch von Praktikanten und Arbeitssuchenden

    Wie soll das weitergehen?

    #932295
    Anonym
    Gast

    Es ist schon wirklich nicht mehr normal dass schon gleich jeden Tag eine neue Katastrophe in den Medien auftaucht oder gleich zwei, wenn man sich das so ansieht glaubt man die Welt steht wirklich vor dem Ende.

    #932296
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Demokratie.
    Frei verfügbares Wissen.
    Steigende Lebenserwartung.
    Religionsfreiheit.
    Meinungsfreiheit.

    Immer noch besser als vor 100 Jahren leben zu müssen. Klar hört sich momentan alles nach Dystopie an aber im Gegensatz zu Pest, Weltkrieg, Kreuzzügen und ähnlichem ist das doch Gold.

    Mal abgesehen davon weiß eh keiner was die Zukunft bringt. Vielleicht kollabieren ja bald die USA, China und Europa und wir müssen alle Ratteneintopf essen oder irgendjemand erfindet eine neue saubere Energiequelle und führt die Menschheit in ein goldenes Zeitalter.

    #932297
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Was die Nachrichten angeht sollt man auch immer an Just Bad News is Good News denken.

    Trotzdem, seit dem Immobiliencrash geht´s fast durchgehend ab. Da ist kaum mal ne Ruhepause. Andererseits passiert derzeit auch einfach viel medienwirksames, weil es Auswirkungen auf die westliche Welt hat. Sudan war z.B. nie ein derart großes Thema, der Kongo auch nicht.

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