occami
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4. Dezember 2013 um 15:53 als Antwort auf: (Komplexe) Stories in Spielen. Segen oder Fluch? #1166088
occamiTeilnehmerChrisKong wrote:@Sebomat Gutes Thema, ich hoffe es geht nicht bei den anderen Themen unter, nicht dass es zu inflationär wird, wäre nämlich schade, wenn der Diskussionsstoff abebbt.

Ist wirklich ein schönes Thema.
Nun zum Text. Du unterscheidest also klar zwischen Atmosphäre und Story. Und unterstellst mir desweiteren, ich würde mich blenden lassen. Darf ich dich dann fragen, was für dich denn eine gute Story ist? Mit einem Beispiel wäre toll.
Silent HIll 2 hat eine fantastische Story, ebenso wie Baldurs Gate 2. Das ist nicht alles Atmosphäre, das ist eine Geschichte die erzählt wird und sucht, bei Silent Hill 2 in seinem Genre noch seines gleichen. Mass Effect hat über 3 Spiele ein gute Geschichte erzählt. Das möchtest du diesem Spiel absprechen?Ich weiß nicht, was du schon so gespielt hast, aber, im Gegensatz zu dir, unterstelle ich dir nichts.
P.s. übrigens hat Dark Souls auch eine fantastische Hintergrundgeschichte. Das würde ich ebenfalls als Story bezeichnen, auch wenn sie nur Teilweise zum Spielgeschehen beiträgt, erklärt sie doch die Welt in vielen Bereichen. Was übrigens auch stark zur Atmosphäre beiträgt. Für mich sind Story und Atmosphäre stark verknüpft, für mich funktioniert eine Atmosphäre nur in den seltesten Fällen auch ohne eine gute Geschichte.
occamiTeilnehmerSo, ich bin seit Gestern hier registriert und wollte mich gerade mal in den Vorstellungsfred verdrücken. Nun las ich aber zum zweiten Mal schon etwas von dir und möchte mich dazu äußern, bevor ich mich dann nochmal formal Vorstelle.
Zu aller Erst möchte ich dir so was von widersprechen, daß mich deine Aussage schon wirklich etwas wütend macht. Das Videospiel als Konsumgut eignet sich hervorragend für das Erzählen und Darstellen von komplexen Geschichten. Wie es auch unzählige Spiele in der jüngeren aber auch älteren Geschichte gezeigt haben. Allein die ganzen Rollenspiele, die in epischer Breite Geschichten erzählen und mir dabei eine Tiefe vermitteln, die ein Film, allein wegen seiner Länge, nicht im Ansatz so hin bekommt, stehen einer Serien oder einem Buch in nichts nach.
Natürlich ist ein Videospiel auch SPIEL und genau da liegt ja der schmale Grad zwischen gut und nicht gut, denn es macht die Balance zwischen Spielen und Geschichte erzählen aus, die den Spieler bei Laune halten und das Spiel als ein gutes Spiel ausmachen. Eben wie ein Buch, das den schmalen Grad zwischen Umschreibung und Handlung voranbringen finden muss, um den Leser bei der Stange zu halten. Als jüngeres Beispiel sei hier die Mass Effect Reihe genannt, die es, mit einer gerade zu lächerlichen Leichtigkeit, geschafft hat, eine spannende und mitreißende Geschichte zu erzählen. Aber auch ältere Spiele wie Chrono Trigger ( es gibt da unzählige Beispiele! ) schafften eine stimmungsvolle Geschichte mit genügend Spielelementen zu verknüpfen.
Der Schritt hin zu komplexen Geschichten und vielschichtigen Charakteren, aber auch feiner Tiefe ( Journey hat keine Story? ), ist der richtige und macht das Konsumgut Videospiel zu einem der interessantesten und vielschichtigsten Medium, das es gerade so gibt. Natürlich ist ein gutes Buch etwas ganz fantastisches und gar ein ganz eigenes Erlebnis. Selbstverständlich lösen die Serien die Filme ab, denn genau das wollen die Menschen: Komplexe Geschichten in denen sie sich vertiefen können. Darüber grübeln dürfen und sogar etwas rätseln ( aber bitte nicht so sinnlos wie bei Lost ).
Und dein Teil mit dem “herumschreiben” ist ein Tritt in jedes Gesicht eines Indie-Entwicklers, der auf kreativste Art und Weise versucht, seine Geschichte als Spiel darzustellen.
Nun, natürlich gibt es auch genügend Spiele, die keine große Story beinhalten. Und diese Spiele wird es auch weiterhin geben. Auch dein Mario, Zelda und Little Big Planet wird es auch weiterhin geben. Nur werden sie immer mehr zur Nische. Das ist in Ordnung, denn durch den Indie-Markt ergeben sich da unzählige Auswahlmöglichkeiten und keiner muß sich mit Spielen begnügen, die er nicht mag. Wir leben nicht mehr im Jahre des Super Nintendo, in dem es nur ein Spiel pro Woche gab.
So, ab in den Vorstellungsfred. Abschließend habe ich das Gefühl, du lebst die Spiele nicht, du spielst sie nur. Und dieses Medium kann so viel mehr sein, als pure oberflächliche Popcorn-Unterhaltung.
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