Tatort Zockerbude

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Die Zeiten ändern sich!

Früher war alles besser? Nicht, wenn es nach den deutschen Fans von Actionspielen geht. Denn bis vor wenigen Jahren mussten Spiele deutlich stärker verändert werden, um in Deutschland öffentlich verkauft werden zu dürfen. Blut, abgetrennte Körperteile, menschliche Feinde – all das war vor nicht allzu langer Zeit bei uns noch ein No-Go und nur für Volljährige unter der Ladentheke zugänglich. Als 2003 die ­Alterskennzeichnungen der USK rechtsverbindlich wurden, änderte sich die Lage, der Jugendschutz wurde effektiver und zugleich konnten die Hersteller aufgrund des Indizierungsschutzes von der USK bewerteter Spiele auch ”erwachsene“ Inhalte risikofrei in Deutschland veröffentlichen. Einen Freifahrtschein für brutale Inhalte gibt es natürlich trotzdem nicht. Die Einbettung in die Geschichte, der generelle Spielablauf und der Fokus des Spiels haben entscheidende Bedeutung bei der Frage, ob ein Titel bei uns mit USK-18-Logo regulär im Handel erscheint oder keine Alterskennzeichnung erhält und damit indiziert werden kann. Mittlerweile arbeiten die Entwicklerstudios eng mit der USK zusammen und lassen sich beraten. So minimieren sie das Indizierungsrisiko und streichen gleichzeitig nicht aus vorauseilendem Gehorsam Szenen oder Features heraus, die bei der Berliner Prüfstelle eigentlich durchgekommen wären. Wir zeigen Euch, was sich bei der Gewaltdarstellung hierzulande getan hat.

  • Menschliche Feinde

Die tödliche Konfrontation mit Menschen stellte bei Video­spielen in Deutschland lange ein Problem dar. Waren die Feinde nicht stark vermummt oder gehörten fantastischen Rassen an, mussten die Entwickler Hauttexturen verändern oder gleich die 3D-Modelle austauschen. So geschehen in Half-Life“, in dem Ihr in der deutschen Version Roboter statt Soldaten bekämpft. Heutzutage denkt niemand mehr darüber nach, ob er sich gegen Aliens oder Artgenossen zur Wehr setzt.

  • Abgetrennte Körperteile

Menschliche Gegner bahnten sich schon früh den Weg auf deutsche Monitore, das Abtrennen von Gliedmaßen gestaltet sich aber auch heute noch schwierig. In einigen Fällen, wie hier im Falle des kürzlich erschienenen Killzone Mercenary, schießt Ihr nicht nur den behelmten Helghast, sondern auch den klar als Menschen identifizierbaren ISA-Soldaten den Kopf weg. Die deutschen Fassungen von Call of Duty: Black Ops und The Darkness II verzichten hingegen auf diese Darstellung.

  • Blut

Der rote Lebenssaft war in der Vergangenheit immer wieder Streitquelle zwischen Befürwortern und Gegnern geschnittener Spiele. Manch einer wollte eingefärbtes oder fehlendes Blut nicht akzeptieren und half zumindest auf dem PC mit einem Blood-Patch nach. Das ist heute nicht mehr nötig, wie die deutsche Version von Max Payne 3 beweist, in der Bösewichte in Zeitlupe rot spritzend durchsiebt werden dürfen.

  • Folter

Folter, ein sehr spezielles und momentan viel diskutiertes Thema, ist bei Grand Theft Auto V im Zuge einer Storymission möglich und nötig. Call of Duty: Black Ops blendete in der deutschen Fassung eine vergleichbare Introsequenz aus, in der einem Gefangenen eine Glasscherbe in den Mund gelegt und ins Gesicht geschlagen wird.

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