Grand Ages: Medieval – im Test (PS4)

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Echtzeitstrategie (auf Konsole) stirbt! Auch Grand Ages: Medieval schafft nur bedingt Abhilfe, da es sich eher um eine Handelssimulation handelt. In der Kampagne schlüpft Ihr in die Rolle von Leon, der seine Stadt im Laufe des 11. Jahrhunderts zu neuem Ruhm führen will. Das bedeutet: Ihr quält Euch zunächst durch ein staubtrockenes Tutorial, fühlt Euch von der Komplexität des Spiels erschlagen.

Nach einiger Zeit durchschaut Ihr das Prinzip: Rekrutiert Siedler, erforscht das Umland und baut auf einem geeigneten Fleck eine neue Stadt. Dabei solltet Ihr einen Ort wählen, der Rohstoffe bietet, den die umgebenden Siedlungen benötigen. Eure Händler laufen von Euch erstellte Handelsrouten ab und agieren autonom. So baut Ihr ein größer werdendes Netzwerk auf und freut Euch über das wachsende Bankkonto.

Ihr errichtet Gebäude, erhöht die Güterproduktion, rekrutiert Soldaten, schließt Bündnisse mit Konkurrenten. Da jede Aktion im Spiel Zeit benötigt, ist die Vorspultaste Euer Freund. Durch wachsende Einwohnerzahlen erhöht Ihr Euren Rang, erforscht Upgrades wie neue Einheiten oder effizienteren Rohstoffabbau.

Nach gut acht Stunden ist die Story vorbei, Ihr werdet ins freie Spiel entlassen. Nun expandieren auch die gegnerischen Parteien und Ihr versucht, Euch Europa unter den Nagel zu reißen. Die unspektakulären Kämpfe setzen auf Masse: Ihr seht wuselnde Einheiten und abnehmende Hitpoints, keine Formationen, kein kluges Platzieren von Bogenschützen hinter der Kavallerie – nur den Befehl zur Flucht könnt Ihr erteilen. Die Steuerung ist angesichts der Herausforderungen an ein Konsolen-Strategiespiel in Ordnung, die schöne Musik sorgt für eine entspannte Atmosphäre.

Robert Mons meint: Ich wollte packendes, neues Strategiefutter – zeitraubende Variationsarmut war die Realität. Ihr geht nach Schema F vor, habt bald alles erforscht, starrt permanent auf die monotone Landschaft. Nach der Kampagne freut Ihr Euch, den Gegner endlich mit einer Riesenarmee angreifen zu können. Doch wenn Ihr auf Augenhöhe kämpft, schmilzt das Bankkonto und Soldaten fliehen. Dann heißt es: Frieden schließen, feindliche Städte mit massig Zeit und Geld übernehmen… und wegdösen.

  • gut 8-stündige Kampagne oder freies, komplett konfigurierbares Spiel
  • Konsolen-Neustart hilft bei lahmen Menüs
  • nervige, sich wiederholende Soundsamples
  • englische Sprachausgabe ist besser

Nüchterne Handels­simulation im europäischen Mittelalter – Geschichts- und Wirtschaftsfans dürfen einen Blick riskieren.

Singleplayer65
Multiplayer
Grafik
Sound