Just Cause 3 – im Test (PS4)

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In der Praxis gibt es aber einige – Achtung! – Haken: Im Eifer des Gefechts fällt es schwer, diese lustigen Zerstörungsmöglichkeiten tatsächlich zu nutzen, was auch an der überladenen und hakeligen Steuerung liegt. Just Cause 3 verzichtet auf effiziente Zielhilfen, weshalb Ihr Euer Zielkreuz in der Hektik selbst sehr genau auszurichten habt. Und seid Ihr gerade in der Luft, müsst Ihr Euren Flug, Waffe und Haken zugleich koordinieren – etwas mehr Unterstützung vonseiten des Spiels (gerne auch nur optional) hätte hier Wunder gewirkt.

Es bleibt der Eindruck, dass Just Cause 3 zu viel will und diverse Aspekte nicht konsequent zu Ende gedacht wurden, zumal einige Änderungen zum Vorgänger verwundern: Waffen und Fahrzeugnachschub bei den Rebellen anzufordern, ist zwar weiter möglich, wurde aber in seiner Nutzung limitiert – ist der “Bestellvorrat” aufgebraucht, müsst Ihr den erst in befreiten Siedlungen nachfüllen. Apropos Siedlungen: Erneut dürft Ihr nebenbei zahllose Städte und Militärbasen von den Besatzern befreien, indem Ihr “Chaosziele” darin zerstört. Das ist kurzweiliger Krawall, wiederholt sich aber sehr schnell.

Früher diente dieser Aspekt als optionale Unterhaltung, diesmal müsst Ihr aber an bestimmten Stellen der Handlung zwingend eine Mindestzahl davon absolviert haben – das nervt. Außerdem findet Ihr laufend Nebenaufgaben in verschiedenen Kategorien wie Wingsuit-Flüge, Rennfahrten oder Krawallaktionen: Die sind zwar in der Theorie freiwillig, allerdings wurde das Aufrüstsystem damit verknüpft – wer Fähigkeiten verbessern will, muss also doch ran und Mindestziele erreichen. Das kann durchaus mehrfache Versuche erfordern, die stets nervig lange Ladezeiten mit sich bringen.

Technisch fällt Just Cause 3 gemischt aus: Die Umgebungen sind sehenswert und Explosionen eindrucksvoll inszeniert, dafür tut sich das Spiel aber schwer, seine Bildrate zu halten – je mehr los ist, desto eher knickt sie ein, bleibt aber zum Glück doch weitestgehend in Regionen, die den Spielfluss nicht behindern. Trotz aller Kritik gilt letztlich eins: Wer Radau machen will, ist hier immer noch am richtigen Platz, auch wenn der Serienglanz erkennbar verblasst.

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Professor Chaos
6. Juni 2016 8:28

Ich schließe mich torbus an. Für ein bisschen Krachbumm zwischendurch ist es super! Und der wingsuit ist auch klasse und in Kombination mit dem Greifhaken und etlichen Fahr-, und Flugzeugtypen ergibt sich ein geniales Freiheitsgefühl. Es hat seine Schwächen aber das sind große Stärken.

torbus
28. Januar 2016 15:26

Als Fan des zweiten Teils bin ich alles andere als enttäuscht. Ich habe meine Freude an dem Spiel & für zwischendurch absolut gut ( wenn man ein wenig auf Krawall gebürstet ist 😉

Max Snake
28. Januar 2016 14:53

Als ich den Test lesen, den Podcast gehört, nochmal den Test gelesen und darüber nachgedacht, stellt eins fest. Wenn es so gute Openworld gibt und erlebt habe mit Ihren Stärke, frage ich mich, warum sollte ich Just Cause 3 kaufen? Außer ich will nur krach bumm – ist mir zu wenig.

Stanley
28. Januar 2016 13:35

Als großer Fan des zweiten Teils habe ich mich auf Just Cause 3 gefreut – und wurde enttäuscht. Repitative Aufgaben ohne Ende, die Zwangsunterbrechunge in der Story, langwierige Suchaufgaben innerhalb von immer gleichen Basen und Städten.Kurzum: Habe das Spiel nach ca. 10 Stunden Spielzeit wieder verkauft.