Red Dead Redemption – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Red Dead Redemption greift die spielerischen Grundstrukturen des Marken-Kollegen Grand Theft Auto IV auf und geht damit rund 100 Jahre in die Vergangenheit – statt moderner Mafiosi in urbanen Großstädten stehen die letzten Revolverhelden des endenden Wilden Westens im Mittelpunkt. Schauplatz sind drei fiktive Regionen im Südwesten der USA und Mexiko, in denen die Industrialisierung allmählich Einzug hält: Der oft zitierte ’Cowboys gegen Indianer’-Konflikt ist vorüber, dafür tuckern Anfang des 19. Jahrhunderts bereits erste Automobile durch die Prärie und die Welt lässt sich nicht so klar in Gut und Böse einteilen.

Ihr schlüpft in die Rolle von John Marston, der früher ein gesetzloses Leben führte und dessen neue heile Welt als Farmer samt Ranch und Familie aus den Fugen gerät – die Vorgängerorganisation des FBI nimmt seine Frau und seinen Sohn als Geisel, damit er für sie seine alten Ganoven-Kumpane jagt. Viel mehr wollen wir zur über 20-stündigen Hauptstory und ihren überraschenden Wendungen nicht verraten. Hochkarätige Sprecher hauchen den mit ausdrucksstarker Mimik und glaubwürdigen Gesichtszügen modellierten Charakteren Leben ein. Dabei wird stets das Gleichgewicht zwischen Authentizität und stimmungsfördernden Klischees gewahrt – selbst die schrägeren Persönlichkeiten mutieren nie zu tumben Karikaturen, sondern bewahren sich ihre Menschlichkeit.

Atmosphärisch setzt Red Dead Redemption mit seiner reifen Inszenierung Maßstäbe und schafft das Kunststück, dass Euch die Schicksalsschläge, die den ruppigen Protagonisten treffen, richtig mitnehmen. Das Thema Gewalt wird dabei nicht ausgespart: John Marston erleidet klaffende Schusswunden und getroffene Gegner verlieren sichtbar Lebenssaft, übermäßig plakativ ausgeschlachtet wird dies aber nicht. Umso überraschender gerieten die brutalen Nahkampf-Aktionen, wenn Ihr jemand aus der Nähe erschießt (was aber im normalen Spielverlauf eher selten eintritt), und die kurio­sen Blutspritzer gegen die virtuelle Kamera, wenn Ihr ein gejagtes Tier häutet.

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Nipponichi
26. März 2026 21:23

Das ist richtig, aber ich glaube, geschichtlich hatte das nicht viel mit Redemption I und II zu tun, die ja auch beide zusammenhängen.

Kikko-Man
26. März 2026 19:20

@”das erste Spiel”?
Red Dead Revolver war doch das erste.

Nipponichi
26. März 2026 18:25

War und ist ein hervorragendes Spiel, auch wenn ich den zweiten Teil noch etwas dynamischer empfinde von der Geschichte her, dennoch war das erste Spiel wegweisend. Den habe ich mir sogar noch einmal als physische PS4-Version besorgt.

Max Snake
26. März 2026 16:29

Was für einen tollen Wilden Westen Flair und einen emotionale Ende.