Red Dead Redemption – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Red Dead Redemption setzt im Spielaufbau konsequent auf die Grand Theft Auto-Karte, hat aber mehr als genug Eigenheiten in petto, die es weit über den Rang eines schlichten Abklatsches herausheben. Natürlich spielt das Szenario dabei die größte Rolle: Überwiegend reitet Ihr durch weitläufige, spärlich besiedelte Steppen mit kargem Pflanzenwuchs oder an Gesteinsformationen vorbei, die an den Grand Canyon erinnern; erst später erwarten Euch etwas grünere Abschnitte. Große Metropolen sind in dieser Welt ein Fremdwort, dafür besucht Ihr verschiedene kleine Siedlungen, wie man sie aus diversen ­Spaghetti-­Western kennt, bis hin zu mexikanischen Kleinstädten, in denen sich korrupte Militärs ein kleines Paradies eingerichtet haben. Die schicke Grafik überzeugt vor allem in den Details: In naturbelassenen Gegenden wirkt der Pflanzenwuchs organisch und nicht in Reih und Glied ausgesät. Wohngebäude und andere Häuser sehen ebenso realistisch aus – keine rechten Winkel und glatten Wände dominieren, sondern schiefe Kanten und Bauteile.

Obwohl die Bevölkerungsdichte in den Landstrichen nicht besonders hoch ist, erlebt Ihr keine leblose Welt. In den Siedlungen gehen die Einwohner ihrem Tagesgeschäft nach, auf Reisen erspäht Ihr am Wegesrand oder in der Ferne Vertreter der Tierwelt und werdet des Öfteren Zeuge eines Zufallsereignisses, an dem Ihr aktiv teilhaben könnt: Wird etwa ein flüchtender Mann von einer Gruppe Reiter verfolgt, steht es Euch offen, ob Ihr eingreift oder dem Geschehen seinen Lauf lasst. Gelegentlich entdeckt Ihr auf der Karte ein Fragezeichen: Dort werdet Ihr mit komplexeren Nebenmissionen bedacht, die schon einmal überraschende Auflösungen und Gewissens­entscheidungen mit sich bringen.

Diese Aktivitäten lockern das Geschehen auf und haben handfesten Nutzen jenseits der Geldbeschaffung: Durch Eure Taten erntet Ihr Ruhm (was mehr Nebenaufgaben zugänglich macht) und Ehre. Letztere fällt je nach Eurem Agieren positiv oder negativ aus, was sich u.a. auf die Toleranz von Gesetzeshütern gegenüber Eurem Auftreten auswirkt. Anders als bei GTA könnt Ihr Missetaten nicht auf Dauer durch eine simple Flucht tilgen: Ein ausgeschriebenes Kopfgeld, das Euch zur wandelnden Zielscheibe macht, werdet Ihr dauerhaft nur los, wenn Ihr es bezahlt oder Euch einen Freibrief besorgt.

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Nipponichi
26. März 2026 21:23

Das ist richtig, aber ich glaube, geschichtlich hatte das nicht viel mit Redemption I und II zu tun, die ja auch beide zusammenhängen.

Kikko-Man
26. März 2026 19:20

@”das erste Spiel”?
Red Dead Revolver war doch das erste.

Nipponichi
26. März 2026 18:25

War und ist ein hervorragendes Spiel, auch wenn ich den zweiten Teil noch etwas dynamischer empfinde von der Geschichte her, dennoch war das erste Spiel wegweisend. Den habe ich mir sogar noch einmal als physische PS4-Version besorgt.

Max Snake
26. März 2026 16:29

Was für einen tollen Wilden Westen Flair und einen emotionale Ende.