Was ist los mit dem JRPG ? Zu generisch ? Immer dasselbe ? Weiterentwicklung ? Update: Eindrücke vom neuen Drakengard der PS3 !
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Zetsubouda vor vor 11 years, 10 months aktualisiert.
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30. April 2014 um 9:43 #901398
UllusTeilnehmerIch mag JRPGs genauso wie westliche RPGs, anders hätte ich nicht das ganze Regal voll, doch hier sollen nur die japanischen Vertreter mal kritisch besprochen werden
In den letzten Jahren ist die allgemeine Qualität der Jrpgs ziemlich abgesunken, auch die kreative Komponente mit der Japan noch stark in den 90ern bis Mitte 2000 aufgetrumpft hatte, verschwand fast gänzlich in der Besenkammer.
Doch woran hängt dies, etwas an mir ? Jeder von uns wird älter und fällt irgendwann aus der Zielgruppe, manche Darstellung und die Verhaltensweisen der Protagonisten sorgen bei mir öfters für Fremdschämen. Das kann schon sehr kitschig und kindisch wirken und schreckt mich schon ab.
Durch die japanische Quietscheentchen Tonspur und das vorherrschende Kindchenschema in der optischen Gestaltung wird dieser Eindruck noch verstärkt.
Oder hängt dies etwa auch an den westlichen Spieleentwicklern, die mittlerweile so stark aufgeholt haben, das sie die Japaner vom Thron gestoßen haben.
Spielen aktuelle Trends und der Zeitgeist auch eine Rolle ?
Sind die Jrpgs von der Qualität vor allem auf der Ps One und noch auf der PS2 in der glorreichen Squaresoftblütezeit nur noch ein Relikt der Vergangenheit ?
Kann zumindest Ni No Kuni da noch mithalten, seit der PS3 waren alle Jrpgs spürbar schlechter.
Sind die Japaner so stur, das sie sich nicht auf Veränderungen einlassen ?
Wird derjenige auf dem Markt erfolgreich sein, der immer nur denselben Anime Einheitsbrei uns vorsetzt…
Können die Japaner überhaupt was anderes als Anime ?
Von technischer Seite sind sie in den Games dem Westen unterlegen…
In Japan scheint ihre Produkt Philosophie zu klappen, auf globaler Ebene nicht, auch Capcom und Konami haben diese Problematik angesprochen.
In den 90ern wurden die Jrpgs durch den aufkommenden Anime Boom indirekt unterstützt.
Nun ist der Markt massiv übersättigt.
Sind Jrpgs heutzutage zu generisch geworden immer nur dasselbe und entwickeln sich nicht weiter ?
Allen japanischen Jrpgs fehlt das optische Alleinstellungsmerkmal, es sieht alles gleich aus, selbst innerhalb der Stilgrenzen, das liegt daran das der Anime Stil denjenigen Zeichner von den Vorgaben stark einschränkt.
Variation lässt der Animestil eigentlich gar nicht zu, kaum drückt man einen individuellen Stempel auf, wirkt es dann comicmässiger, aber ist das wirklich so verkehrt ?
Den richtigen Animestil beherrsche ich nicht, aber einen Mischstil, bedingt durch meine Comic Komponente und eigene Handschrift, mir gefallen Mischstile egal ob Comic ofer Gamebereich viel besser, denn das hebt sich optisch davon ab.
Westliche Entwickler versuchen immer ihren Games eine optische individuelle Note zu verpassen, die Japaner machen das bis auf ganz wenige Ausnahmen eigentlich nie…
Jetzt habe ich eine Menge Fragen und Stoff in den Raum geworfen, ich hoffe Zetsouba, codshin, bitt0r, Kong, Kiskeru und Panda melden sich in diesem Thread zu Wort, alle anderen sind natürlich auch willkommen.
Wäre interessant uns von der Meinung daher mal auszutauschen und auch etwas zu diskutieren
30. April 2014 um 11:33 #1182816
bitt0rTeilnehmerdich stört vor allem der grafische stil und der sound japanischer rollenspiele? mich nicht.
die spielmechaniken interessieren mich persönlich mehr, als “story”- und grafikgedöns bzw. der grafikstil.und wenn man sich mal die wirtschaftliche seite betrachtet und squareenix mal außen vor lässt (die ich momentan noch als den letzten, wirklichen “Giganten” dort ansehe, der wirklich aufwendige spiele produziert bzw. produzieren kann, weil er die kohle hat), bleiben eigentlich nur noch die kleinen entwicklungsstudios die eben für ihre nische bzw. fans entwickeln, um ihr sicheres auskommen zu haben. die spiele welche die raushauen, führen im grunde selbst in japan ein nischendasein. in Japan leben über 100 millionen menschen und nur ein paar 100000 (im falle vieler titel wohl auch 10000 oder gar weniger) spielen dort solche spiele. ohne sauteures marketing ist auch in diesem land mit sicherheit nicht viel zu erreichen.
deswegen kann man sich vom kostendenken her keinen großartigen, technischen aufwand und keine stilistischen experimente leisten, wenn man nicht pleite gehen will. und solange dieses modell für kleine bzw. mittelständische Entwickler finanziell zufriedenstellend ist und ein gewinn erwirtschaftet wird, wird es auch weiter verfolgt.im übrigen finde ich vergleiche west/ost so oder so müßig. denn was bringt es? wenn einem japanische rpgs nicht gefallen und man von den westlichen schwärmt, dann spielt man halt verstärkt die westlichen und straft die japanischen mit desinteresse.
30. April 2014 um 12:28 #1182817
ChrisKongTeilnehmerFrüher waren die Games eben voll auf Ausdauer ausgelegt. Die Level und der Umfang der Games waren nicht gerade gross, aber schwer. Dadurch ergab sich viel Spielzeit. Bei RPGs nennt man es Grinden. Da heute die Actiongames aber schneller zu spielen sind und man in der gleichen Zeit mehr erlebt, sind RPGs im allgemeinen recht zäh geworden, besonders wenn sie auf ausgiebiges Grinden setzen. Das ist heute eher weniger zeitgemäss.
Darum boomen auch Spiele, bei denen man viel erlebt, ohne nur am Grinden zu sein, wie die Dark Souls Reihe z.B., die ja eigentlich auch JRPGs sind, aber sich halt stark an westlichen Rollenspielen orientieren.
In Dark Souls erlebt man in der selben Zeit mehr, als bei einem klassischen RPG, wo man manchmal stundenlang grinden geht, nur um mal an einem Boss weiterzukommen.
Hier stellt sich sowieso die Frage, wie zeitgemäss rundenbasierte RPGs noch sind.Zum Stil, da muss ich sagen, gehen mir diese auf Cyber-Fantasie getrimmten Games irgendwie am Popo vorbei. Entweder gleich ein rechtes Sci-Fi Setting ala Deus EX z.B. oder dann halt Mittelalter Fantasy ala Skyrim. Insbesondere, je realistischer das Setting gestaltet ist. Bei Comic oder Anime Look störts mich nicht so. Ebenfalls weniger im Retro Style.
30. April 2014 um 13:38 #1182818
ZetsuboudaTeilnehmerDann melde ich mich mal zu Wort
Ullus wrote:Sind die Japaner so stur, das sie sich nicht auf Veränderungen einlassen ?Das spielt auf jeden Fall eine Rolle. Von der Mentalität her sind die Japaner ziemlich konservativ, was sich schon im Alltag zeigt.
“Von der Masse abheben ist nicht gut, bleib das graue Mäuschen” könnte das Motto sein. Einerseits.Andererseits: Warum etwas verändern, was sich bewährt hat?
Ist die Gefahr groß, Anhänger mit Neuem zu verschrecken oder würde man damit einen noch breiteren Kundenkreis ansprechen?
Man hat an Final Fantasy 13 gesehen, dass radikale Änderungen die Fangemeinde spalten können.
Einige finden die Schritte gut; andere prophezeien den baldigen Untergang, sollte man nicht zurück zu den Wurzeln finden.
Neue Kunden hat man damit eventuell auch angelockt. Aber wie gehts weiter?Die Grafik macht zudem einen Teil des Charmes oder sogar Stils aus.
Beispiel Disgaea: Wie ließe sich solch ein Strategie-RPG ohne isometrische Ansicht und Sprites optimal aufbauen?
Ginge beim Sprung in die komplette 3D-Welt der Charme verloren? Würde die Übersicht leiden?
Dass man da kein großes Risiko eingehen möchte und lieber Bewährtes anbietet, ist nachvollziehbar.
Nur wird man dessen irgendwann überdrüssig. “Zu viel Süßes macht dich fett” oder so.Quote:Sind Jrpgs heutzutage zu generisch geworden immer nur dasselbe und entwickeln sich nicht weiter ?Bei der von mir vielgescholtenen Tales of-Reihe sehe ich schon Handlungsbedarf, weil es immer gleich wirkt.
Ganz nach dem Prinzip ‘Lad mal Teil X und tausch den und den Baustein aus, fertig ist der nächste Ableger’.
Kiskeru hats beim Trailer zu ‘Tales of Zestiria’ treffend beschrieben: “unfassbar generisch”.
Optisch auf PS2-Niveau, Animationen wirken hölzern, diverse Standards werden abgefrühstückt.
Natürlich finden sich Leute -vornehmlich Fans der Vorgänger-, die auch diesen Teil kaufen und bejubeln werden.
Gewinnt man aber neue Kunden dazu? Will man das überhaupt?Quote:Jeder von uns wird älter und fällt irgendwann aus der Zielgruppe, manche Darstellung
und die Verhaltensweisen der Protagonisten sorgen bei mir öfters für Fremdschämen.
Das kann schon sehr kitschig und kindisch wirken und schreckt mich schon ab.Stimmt. Was ich damals bei ‘Star Ocean – 2nd Story’ aufgesogen habe wie ein Löschblatt die Tinte, löst mittlerweile teils Lachanfälle aus.
Der vierte Teil von 2010 (PS3) hat ebenfalls Momente, in denen man die Protagonisten ohrfeigen könnte.
Was vor 20 Jahren noch witzig war, ist heute ein Grund, die Hand an die Stirn zu schlagen oder aufzubrüllen.Ich behaupte mal, dass ich über ein gesundes Maß an Toleranz verfüge, aber Charaktere wie Dummbeutel Asbel aus ToGf reizen mich bis zur Weißglut. Da solche Einfaltspinsel aber offenbar dazugehören, werden sie in so gut wie jeder Produktion eingesetzt. Einer muss ja, ne?
Reproduzierbar ist es auch, siehe Hollywood mit den ‘Quotenschwarzen’ oder stolpernden/kreischenden Teenies in Horrorfilmen.
Irgendwann kommt es bestimmt.. *gähn*Quote:Variation lässt der Animestil eigentlich gar nicht zu, kaum drückt man einen individuellen Stempel auf,
wirkt es dann comicmässiger, aber ist das wirklich so verkehrt ?Die Zeichenstile sind so mannigfaltig wie die Anzahl der Zeichner selbst, Unterschiede gibt es aber im Einsatzgebiet.
Nimmt man Chibifiguren mit riesigen Kulleraugen und möglichst viel ‘Moe’ für ernste Themen?
Haben realistischere Figuren im Gegenzug einen Platz in Magical Girl-Anime/-Manga/-Spielen verdient?Ein weiteres Problem ist meines Erachtens die Dauerbeschäftigung der Charakterdesigner.
Zwar kann man bei wiederholter Mitarbeit sagen “Hey, guck mal, derundder zeichnet für das Design verantwortlich. Gekauft!”.
Damit entsteht aber gleichzeitig die Gefahr, dass jeder Teil gleich oder ähnlich wirkt.
Ein erfolgreicher Zeichner ändert nicht mal eben seinen persönlichen Stil, da dies einen enormen Aufwand bedeuten würde.
Abhilfe schafft da nur wechselnder Einsatz von Designern. Was möglicherweise wiederum die Fans verprellt… ^^Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, auch wenn Abwechslung manchmal erforderlich ist.
30. April 2014 um 13:40 #1182819Anonym
GastEin sehr gutes Thema, wenn es auch in Einsätzen garantiert schon etliche Male aufgekommen ist. Allerdings sicher nicht verkehrt einmal einen extra Thread zu starten, wenn es hier auf maniac.de schon keine richtigen Genre-Subforen gibt.
Es gäbe dazu sovieles, was ich schreiben müsste und sollte, so dass ich mir tatsächlich die Mühe gemacht habe so einige Gedankenstützen zusammenzutragen… Und in der Zwischenzeit, wo ich dies tue werden garantiert schon so einige Andere was dazu gepostet haben, trotzdem: Here we go!
Um es vorweg zu nehmen glaube ich schon, dass Du und etliche andere mit den Kernaussagen inklusive der Kritik am Zustand von JRPG Recht habt.
Ohne mich jetzt einfach in den schon so oft gehörten Abgesang der japanischen Spieleindustrie einreihen zu wollen (in dessen Lamento ja auch die dortigen Entwicklur/Publisher nur zu gerne einstimmen) gehe ich sogar noch einen Schritt weiter und behaupte einfach mal, dass sich dieser Tatsbestand insgesamt auf japanische Spiele bezieht (auch wenn Nintendo zB trotzdem lange eine einigermaßen löbliche Ausnahme darstellte).
Allein, wenn ich mal meine persönliche Sammlung für die Playstation-Systeme zu rate ziehe, kann ich es nicht von der Hand weisen, dass sowohl Quanti- als auch Qualität abnehmen:
PS1: 62 total, davon 44 japanischer Herkunft = 71%
PS2: 141 total, 107 made in Japan = 76%
PS3: 125 total, 69 japanisch = 55%PSP: 23 total, 23 jap. = 100%
PSVita: 9 total, 8 jap. = 88%
Downloads: 34 total, 10 jap. = 29%…was zumindest im meinen Fall sicherlich nicht nur am persönlich nachlassendem Interesse oder dem “Entwachsen der Zielgruppe” begründet liegen dürfte.
Ertrank man auf PS2 noch geradezu an guten JRPGs beschränkt sich deren Zahl in dieser Generation nur auf ein paar Titel. Selbst wenn man die Nische mag, ist der Rest ehrlich gesagt häufig bestenfalls nur noch Mittelmaß. Die Tendenz ist jedefalls gewaltig,
Was man allerdings auch sehen kann, ist dass es im portablen Bereich anders aussieht:
Zwar laufen hier die Smartphones den Geräten inzwischen den Rang ab, aber wenn man mehr als die kurze Zerstreuung und gut gemachte, anspruchsvollere JRPGs und Strategiespiele möchte, ist man hier weitaus besser aufgehoben, egal ob auf 3DS oder Vita. Auch ein Grund, warum beispielsweise selbst die PSP in Japan noch so gut läuft, während man sich selbst für den einheimischen Markt nur noch selten die Mühe macht für “große” stationäre Konsolen zu entwickeln.
Natürlich geschieht dies auch hauptsächlich aus Kostengründen bzgl. der Entwicklung und Unsicherheit was Margen & Absatz angeht, aber Fakt ist auch: Japan spielt mittlerweile häufig nur noch mobil/portable, so traurig mich das auch macht.Eine reine, halb-herzige Verwestlichung/Fixierung auf den Westen mit dem schnellen Zusammenschustern von Action-Titeln scheint -gott-sei-dank- auch nicht der Weißheit letzter Schluss zu sein, wie ja mittlerweile selbst Square-Enix gemerkt zu haben scheint.
Was uns im Westen angeht…
Ob wir tatsächlich generell mit dem Anime-Look übersättigt sind, ist schwer zu sagen, da ein Gros der Spielergemeinschaft von je her nicht so richtig damit warm geworden ist bzw. sich für andere Genres interessierte… Trotz des zwischzeitlichen Anime-Booms und erst recht nach der großen FPS-Migration.Aber es stimmt schon:
Auch innerhalb der eigentlichen Zielgruppe von Gamern RPG und/oder mit ehemaliger Anime-Affinität findet eine Art “Abstumpfung” statt. Daran sicherlich auch nicht die Tatsache ganz unschuldig, dass viele Spiele, die noch zu uns kommen, auf’s Moe-Blob-Schema ausgerichtet sind und vor Fan-Service nur so triefen. Was ja auch MAL in Ordnung wäre, wenn’s wenigsten gut gemacht ist und der Rest stimmt, aber dafür ist es schon regelrecht schmerzhaft, wenn die sonstige Qualität bestenfalls zweitklassig ausfällt.
(Wobei ich mir der Ironie selbstverständlich bewusst bin, dass ich hier als jemand schreibe, der ebenfalls so einiges in der Richtung in seiner Sammlung hat)
!Abgehen davon, dass es wohl auch unter den jetzigen Jugendlichen nicht mehr als cool/alters-/zeitgemäß gilt (und es vielleicht auch nie war?), wenn man auf diesen “bunten Scheiss” steht.
Lange Zeit waren “RPG & (Action-) Adventure auf Konsolen” einfach gleichbedeutend mit JRPGs bzw. made in Japan. Schließlich gab es auch in der Generation von PS2&Co. ja kaum nennenswerte, geschweigedenn hochwertige Alternativen aus dem Westen. Erst Recht ,wenn man halbherzige Ports außen vorlässt. Summoner 1/2, Baldur’s Gate:Dark Alliance1/2, Bard’s Tale, Herr der Ringe: Third Age etc. sind da ein paar Titel, die mir spontan einfallen, beschränkten sich aber meist nur auf Ports und Hack’n Slays.
Inzwischen tummeln sich aber immer mehr westliche RPGs mit mal mehr, mal weniger offener Spielwelt, Individualisierung und Entscheidungsmöglichkeiten was Story & Gesinnung angeht. Auch wenn letztere häufig auch nur sehr begrenzt ausfallen, kommen westliche Spiele mit mehr “Freiheiten” (Erforschung) als viele ihrer japanischen Kollegen. Dafür sind deren Charaktere und Stories meist auch nicht wesentlich origineller.
Wenn man es überspitzen & herunterbrechen möchte:
Charakter-Klischees gibt’s im Westen wie im Osten, nur orientiert man sich hier häufig bis zum tausendsten an Tolkien & Co. in grau und braun, während man in Japan gerne grell und quitschbunt Disney-Derivate Seifenoper-Melodrama mischt. ;PNochmal was den Anime- & Grafik-Stil angeht:
Man darf neben all Fokus dem Hang zum Moe-Blob auch nicht vergessen, dass zumindest das Stilmittel des Cel-Shadings bzw. der Anime-Optik nicht nur verwendet wird, weil es im Heimatmarkt immer noch ankommt und es auch eine (immer noch) riesige, produzierende Branche gibt sondern auch, weil es eine Möglichkeit darstellen kann zu cashieren und Kosten niedriger zu halten. Zumindest geringer, als es modernste High-Grafik erfordern würde, falls man nicht die Möglichkeiten hat oder aufbauen kann, wie sie manche westliche Riesen mit hunderten von Angestellten besitzen.Um zum Schluss zu kommen,
ich kann definitiv nicht alle Entwicklungen der japanischen Spielebranche gut heißen und habe mich diese Generation auch immer häufiger dabei ertappt, in westlichere Gefilde wie Ferelden, Skyrim, die Citadelle oder ein verseuchtes Las Vegas abzuwandern, dennoch bleibt mein Faible genau wie das Hauptaugenmerk meiner Sammlung JRPGs, J-Beat’em Ups und kuriose japanische Nischenspielen. Zwar muss man die besseren Spiele mittlerweile regelrecht suchen und der Aufwand (Importe & Co) steigt wieder, aber es gibt sie noch.Und solange das so ist und es noch Charaktere mit (Kits… ähh) Herz und interessante, mal auch abstruse Stories zu uns schaffen, ist alles halb so tragisch. Auch wenn sich das Design mal ähnelt und die zwanzigste Tsundere rumzickt.

Was soll ich sagen: Ich mag immer noch den “bunten Scheiss”!
!30. April 2014 um 13:45 #1182820
belbornTeilnehmerEin großes Problem ist die seit PS2 Zeiten sinkende Nachfrage.Kaum ein JRPG erreicht heute weltweit noch 1 Million.Im Westen ist es zum Nischengenre verkommen.Große Hersteller befassen sich kaum noch damit.
Vor dieser Herausforderung scheinen die kleinen Hersteller auf Nummer sicher zu gehen und es auf die entsprechende Zielgruppe zuzuschneidern.Andererseits floppten aber auch so geniale “Experimente” wie “Resonance of Fate”.
Und Final fantasy 13.Man muß es SE lassen,sie haben versucht die Serie zu “modernisieren” und an westliche Geschmäcker anzupassen.An dem Beispiel sieht man aber auch(natürlich hier völlig zurecht) das Veränderungen nicht unbedingt etwas Positives sein müssen.
Allgemein merkt das geringe Budget den Spielen leider an.Von einer großen Welt mit dutzenden Dörfern und Städten á la Secret of Mana oder Final Fantasy 1-12 ist nicht mal mehr viel auf dem Handheld übriggeblieben.Auch weil man mit der sozialen Komponente im Netz andere rioritäten setzt
Die Hochzeit der jap. RPGs scheint erstmal vorbei zu sein.Trotzdem kann man mit den jap Neuerscheinungen ordentlich Spaß haben.
Positiv ist vor allem,daß fast jedes RPG im Westen erscheint.
Bamco bringt seine Tales of Serie wieder regelmäßig in den Westen.Sogar Tales of Hearts R erscheint noch für die Vita.Auch weil sich jedes Tales Spiel besser verkauft hat laut den Verantwortlichen.Sony mal wieder ein paar RPGs für die Vita.Squenix hat der weltweite Erfolg von Bravely Default überrascht.Vielleicht setzt bei denen jetzt ebenfalls ein Umdenken ein und man buddelt mal wieder ein paar Marken aus und nicht nur fürs IPhone.
So schlecht ist es um das Genre nicht bestellt,allenfalls vermissse ich die großen Knaller auf den stationären Konsolen.30. April 2014 um 13:47 #1182821
LagannTeilnehmerNix.
Ja.
Häufig.
Kaum (bis auf FF, das dafür gehasst wird).30. April 2014 um 14:04 #1182822
AnonymInaktivIch sehe es so dass man bei vielen Titel der technische Fortschritt dafür verantwortlich machen muss.
Also ich nehme mal Final Fantasy 6 bis 9 als Beispiel.
Diese Spiele waren eher wie ein gutes Buch wo man aber selber Entscheidungen treffen konnte.
Kam man aus einen Dungeon hoch oben aus den Bergen und die Gruppe unterhielt sich konnte man in ruhe die Umgebung und die Musik lauchen da man erst einen knopf drücken musste damit es in der Textbox weiter ging.Heute jedoch wird alles auf “HOLLYWOOD BLOCKBUSTER” getrimmt dazu ist alles synchronisiert und nichts ist so als stehe es still und man könne genießen.
30. April 2014 um 14:28 #1182823
ChrisKongTeilnehmerIch würde nicht mal sagen, dass die Qualität generell abgenommen hat, aber die Ansprüche haben sicher zugenommen. Ich mein, sind wir ehrlich, ein Secret of Mana würde heute z.B. auch keine 80% mehr abstauben, zu gross die Mängelliste. Und das gilt für viele RPGs, wo man stundenlang grinden muss, um Fortschritte zu erzielen.
Das hat man aber schon zu SNES Zeiten bemerkt, weswegen man das Gameplay halt nach und nach aufpeppte, aber irgendwann war halt Ende der Fahnenstange. Und jetzt sind wir in einer Phase der Verschlimmbesserungen. Sogar DS2 wird teilweise so rezensiert.30. April 2014 um 14:37 #1182824
captain carotTeilnehmerMy 2 Cents:
Technisch sehe ich eigentlich nicht so das Problem. JRPG´s sind zu einem Großteil von sehr kleinen Entwicklern, die mit geringen Budgets umfangreiche Spiele produzieren. Bluebyte oder CD Project haben zwar auch keine Bethesda Budgets, aber trotz geringerer Gehälter in Polen waren und sind die Witchertitel teurer als das ein oder andere JRPG.
Bei den großen Studios finde ich die Entwicklung aber zum Teil schon etwas schwach. Schicke Grafik bekeommen die zum Teil nur hin, wenn es schlauchig ist.Charaktere und Stil: Es muss nicht realistisch sein, kann meinetwegen aber auch. Insofern bin ich stilistisch eigentlich offen. Wäre da nicht ein immer stärkeres Problemchen. Ich selbst werde eher älter, die Charaktere in Nipponrollenspielen gefühlt aber immer jünger und nerviger. Fand ich die Lost Odyssey Truppe insgesamt sympathisch gingen und gehen mir die FF XIII Heinis einfach nur auf den Zeiger. Beim Vorgänger war das überhaupt noch nicht so. Auf überkandidelte Pfeifen und eine Extraportion J-Kitsch hab ich leider immer seltener Bock.
Gameplay: Die Ursprünge sind die gleichen. Während aber W-RPG´s alles in allem immer offener wurden und es heutzutage (meist) trotzdem schaffen, gute Geschichten zu erzählen wurden J-RPG´s immer linearer. Mit Rollenspiel im klassischen Sinne aus der P&P Herkunft hat so gut wie kein Nippontitel was zu tun. Das Problem beim strikt linearen Spiel ist, dass die Story wirklich packen muss. Das tut sie bei mir immer seltener. Alles schon gesehen, irgendwie überkandidelt und alberner, viele JRPG´s nehmen mich hier einfach nicht mehr mit.
In Zeiten, in denen Westtitel immer besser erzählen und trotzdem weit mehr Freiheiten bieten gewinnen hier für mich klar die Westtitel.Kampfsystem: Ist das wichtig? Beim Schwerpunkt Grinder sicherlich. Das Kampfsystem eines RPG hatte ursprünglich aber nur die Auigabe, mit einem Blatt Papier, Würfeln und einer Handvoll Werten “realistische” Kämpfe zu simulieren. Wie wichtig Kämpfe beim RPG sind hängt also schonmal eher davon ab, in welcher Art man spielen will. Liegt der Schwerpunkt auf dem Erleben eines möglichst eigenen Abenteuers oder eher auf den Kämpfen selbst?
Hauptproblem bei J-Titeln: Man hält zwar weitestgehend an eigentlich simplen Varianten des Rundenkampfes fest, versucht aber allzu oft, die möglichst actionreich aufzumöbeln, wodurch die Rundensysteme eher oft eher weniger komplex und strategisch sind als manche alten. Hier wäre entwder weniger mehr oder auch strategischer mehr. Rundenkampfsysteme wie sie seinerzeit bspw. bei Fallout 1 und 2 vorkamen sind um Lichtjahre anspruchsvoller als das, was viele Nippontitel vorweisen während sich viele moderne W-RPG´s direkter, actionreicher und flüssiger in Kämpfen spielen und wieder andere tatsächlich strategischer sind.
In der letzten Gen konnten mich WRPG´s so spielerisch und storyseitig meist deutlich mehr überzeugen als JRPG´s. Und ausgerechnet mein Lieblings JRPG aus der letzten Gen ist mit Lost Odyssey in vielen Punkten sehr oldschoolig.
30. April 2014 um 14:46 #1182825
IKARUDENSHINTeilnehmerMein letztes JRPG war The Last Story. Davor gabs Xenoblade, welches ich für das beste RPG der letzten Konsolengeneration halte.
Wie oben schon beschrieben wurde, finde ich auch, dass viele JRPGs einfach keinen eigenständigen optischen Stil haben. Alles sieht gleich aus. Und zu kindisch darf es mir auch nicht mehr sein. Vom Design gefallen mir die westlichen, oder westlich angehauchten Spiele immer mehr. Den Toriyama Zeichenstil finde ich aber nach wie vor megasympatisch. Da überwiegt dann der kindische Teil in mir.
Ich habe auch viele JRPGs der letzten Generation bewusst ausgelassen, weil man fast alles schon mal gesehen hat.
Selbst das viel gelobte Ni No Kuni wurde ausgelassen, obwohl ich mich erst darauf gefreut habe.
Vielleicht hat aber auch einfach die Begeisterung bei mir nachgelassen. Früher gab es Charaktere an die man sich immer erinnern wird. Sephiroth mit seinen riesen Schwert, der einflügelige Engel, Red XIII, Kefka, Barret. Um Mal die FF Seite zu bedienen.Ich sehe es auch wie GameMaster:
Heute jedoch wird alles auf “HOLLYWOOD BLOCKBUSTER” getrimmt dazu ist alles synchronisiert und nichts ist so als stehe es still und man könne genießen.Zu viel Action.
30. April 2014 um 15:14 #1182826
bitt0rTeilnehmerIKARUDENSHIN wrote:Heute jedoch wird alles auf “HOLLYWOOD BLOCKBUSTER” getrimmt dazu ist alles synchronisiert und nichts ist so als stehe es still und man könne genießen.
Zu viel Action.
glaub ich nicht.
vielleicht ist es ja ein extremes beispiel, aber nimm z. b. mal “wizardry – labyrinth of lost souls”. da steht viel still und kaum was ist synchronisiert. trotzdem ein gutes spiel.wenn man das zeigt heißt’s z. b.
“was ist das?!”,
“scheiß grafik!”,
“lol!”,
“disgrace to the genre!”.ChrisKong wrote:Hier stellt sich sowieso die Frage, wie zeitgemäss rundenbasierte RPGs noch sind.
ob rundenkampf oder nicht spielt m. e. keine rolle.
denn wenn ein neues pokemon kommt verkauft sich das immer noch ohne ende.30. April 2014 um 15:23 #1182827
ChrisKongTeilnehmerSagen wirs mal so, ich sehe im Rundenkampf halt weniger Entwicklungspotential, was natürlich eine gewisse Abnutzungserscheinung mit sich bringt. Bei Action RPGs könnte man theoretisch noch etwas mehr ausprobieren. Vielleicht eine Schwertsteuerung über Move, Wiimote, Kinect? Muss nicht, aber ich finde dass man da doch mehr Potential noch hat. Zudem sind Action RPGs noch nicht gänzlich in der Perfektion angelangt. Die DS Reihe ist da mMn schon ziemlich nahe. Aber gerade beim Witcher ist noch Luft nach oben. Das könnte jetzt mit Witcher 3 passieren.
Bei rundenbasierten Spielen hält sich das in Grenzen, da haben wir schon eine ganze Palette an Spielen mit ausgeklügeltem Gameplay.1. Mai 2014 um 8:01 #1182828
SakaroTeilnehmerIch bin immer noch ein Fan von J-RPGs. Ich finde den Vorwurf des Generischen im Vergleich zu den West-RPGs ein wenig ungerecht, weil W-RPGs eben genau so ihre Pfade haben. Skyrim, Dragon Age sind jetzt nicht gerade innovativ. Welches W-RPG hat denn kein ausgelutschtes Fantasy oder Sci-Fi-Setting?
Das letzte J-RPG, was ich gespielt habe, war Tales of Xillia und das hatte seine Qualitäten . Wenn ich jetzt noch 12 gewesen wäre, hätte es mich sicherlich total geflasht, so war es immer noch gut. Leider war mit die Welt zu klein. Man kam einfach viel zu schnell von Platz A nach B, was für mich die Illusion von Größe zerstört hat.
FF XIII hatte ein gutes Kampfsystem. Die Welt war auch interessant und groß, aber das Storytelling war einfach so daneben. Wenn ich mich mit meinem Japanisch zurücklehnen kann und praktisch alles verstehe ohne groß nachzudenken, kann da schon etwas nicht stimmen. Auf Deutsch muss das noch krasser wirken. Auf mich wirkte es so, als ob drei bis vier Textbausteine in ein Computerprogramm gegeben worden sind und dieses dann eine “Story” generiert hat. Da gab es “Mission erfüllen”, “Welt beschützen”, “Kristall” und vereinzelt noch “Liebe”.
Das ist einfach erweiterte Grütze.
Wie schon erwähnt hat mir das Kampfsystem aber gefallen. Sich ein Team mit verschiedenen Fähigkeiten zusammenzustellen hat sehr gut funktioniert und hatte spürbare Auswirkungen auf den Kampfverlauf. Ich bin auch ein Befürworter von guten Rundenkämpfen. Nur sie erlauben strategisches Denken und da kann auch mal eine entschlackte Form wie bei FFXIII funktionieren. Die Pseudo-Action ala ToX gefällt mir hingegen auch nicht. Viel zu hektisch, da kann man dann gleich zu richtigen Echtzeitkämpfen wechseln.1. Mai 2014 um 11:04 #1182829
UllusTeilnehmer@ bitt0r: Nein, mich stört der grafische Stil der japanischen Rpgs nicht, vielmehr finde ich bezüglich der Ästhetik die Japaner zu stur und auch mittlerweile zu ideenlos. Es geht nicht um den sauberen Look des Animes, mir fehlt die Variation, es wirkt generisch und austauschbar. mit der japanische Sprachausgabe muss man sich ja nicht arrangieren, ich bevorzuge dann klar eher English.
@ Chris, @ Zetsouba, @ codshin und den @ captain: danke für die ausführliche Erklärung
@ belborn: Ja, da ist was dran !
@ Ikarudenshin: Ja, der siebte Final Fantasy Teil hatte noch echte Stars von den Charakteren zu bieten, damals war das was Neues, wieder indirekt vom Anime Boom unterstützt !
@ Lagann : Teil 13 ist ein gutes Beispiel, in dem Fall war die Vernachlässigung der Tradition und Veränderung ein Reinfall, das waren aber auch neben den spielmechanischen Gründen, auch noch philosophische Gründe, vor allem Lightning und Hope von ihrer wahrlich schwierigen Persönlichkeitsstruktur !
@ Game Master: Ein interessantes Beispiel, die meisten japanischen Hersteller ausser Konami, Square, Atlus und Capcom haben diesbezüglich Probleme ihre Spiele Hollywoodmässig aufzubauen. Das hängt vielleicht auch auch an den Finanzen und der kürzeren Entwicklungszeit.
Vielleicht sind wir heutzutage durch Krach Bumm Action so verwöhnt, das wir unbewußt das auch in heutigen Spielen selbst fordern. Denn Action liegt wohl wieder stark im Trend.@ Sakaro: Es geht auch um den Look der Spiele, die Atelierspiele, Tales Games und andere zig Serien unterscheiden sich nicht optisch voneinander.
Skyrim und Dragon Age und Mass Effect wirken trotz Realismus vom Stil verschieden. Es geht um die optische Eigenständigkeit und individuelle Note, Japaner machen das so gut wie nie, der Westen bemüht sich immer darum…
Dragons Dogma ist auch ein gutes Beispiel, da hat sich Capcom echt mal Gedanken gemacht um sich optisch von den sonstigen Japanogames abzugrenzen….
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