Bevor nächstes Jahr Halo 5: Guardians durchstartet, spendiert Euch 343 Industries einen Rückblick auf die Ereignisse rund um Master Chief John-117.
Halo: The Master Chief Collection enthält die vier bisher erschienenen Hauptspiele (Halo: Combat Evolved Anniversary, Halo 2: Anniversary, Halo 3 und Halo 4) auf einer Disc in überarbeiteter Fassung mit 1080p und 60 Bildern pro Sekunde. An der Steuerung hat sich nichts verändert: Die Kontrollen entsprechen in allen Teilen der Belegung ab Halo 3, lassen sich im Menü allerdings auch auf andere Tastenbelegungen umstellen. Wer jedoch eine komplette Neuauflage erwartet, wird enttäuscht. Matschige Bodentexturen, Kantenflimmern und gelegentliche Ruckler – hauptsächlich in den Zwischensequenzen von Halo: Combat Evolved Anniversary – sind in allen Spielen sichtbar.
Blickfang der Collection ist Halo 2: Anniversary. Zum 10. Geburtstag erhält der Xbox-Klassiker eine Frischzellenkur, die sich sehen lassen kann: Die Levels wirken deutlich lebendiger und Waffen, Beleuchtung, Wasser sowie Texturen besitzen mehr Details. Sämtliche Soundeffekte wie z. B. Schußgeräusche wurden überarbeitet, außerdem nahm man die Musik neu auf.
Die zahlreichen Veränderungen und zusätzlichen Effekte fallen besonders auf, wenn Ihr per Menü-Button augenblicklich zwischen Original und Remake wechselt. Die Zwischensequenzen wurden neu erstellt und sehen toll aus leider verbreitet Halo 2: Anniversary nur hier richtiges Next-Gen-Flair.
Denn der frische Glanz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch im Remake Kanten immer noch flimmern sowie Objekte teils spät geladen werden und so erst kurz vor Euch auftauchen. Zudem sind die Körperanimationen direkt aus dem Original von 2004 übernommen und entsprechend steif. Außerdem nervig: Die im Spiel verteilten Terminals für zusätzliche Hintergrundinfos lassen sich nur über die zusätzliche, kostenlose Halo-Channel-App aus dem Store ansehen.
Neben Teil 3 und 4 sowie den beiden Anniversary-Editionen sind für Nostalgiker auch Karten des Ur-Halo 2 mit höherer Auflösung dabei: In bekannten Mehrspieler-Modi wie Hügelkönig und Oddball müsst Ihr Schädel oder Kartenpositionen halten, um Punkte zu sammeln. Bei Bombenangriff bringt Ihr Eure Bombe in die feindliche Basis quasi das Gegenstück zu Kampf um die Flagge. In der extra angelegten Spielersuche für den beliebten Showdown könnt Ihr Euch als Team oder Jeder-gegen-Jeden die Kills abjagen. Wer es besonders hart mag, spielt im Modus Moloch Einer-gegen-Alle der Firefight-Modus entfällt leider.
Vor Beginn eines Matches stimmen alle Spieler für eine von drei Karten die meistgewählte wird zum Schlachtfeld. Welcher Modus darauf gespielt wird, ist aber zufällig. Filtermöglichkeiten, um nur bestimmte Spieltypen auszuwählen, gibt es nicht. Mittlerweile laufen die Matches flüssig und ohne Verbindungsprobleme bis ein Spiel gefunden ist, vergehen unverständlicherweise aber noch immer Minuten. Zudem kann es passieren, dass ein Match beginnt, bevor alle Spieler gefunden sind demensprechend ungleich verteilt sind dann die Teams. Auch nach dem Patch vom 8.12. kam es mehrfach vor, dass sich die Statistik nach Matchende nicht schließen ließ oder wir die Spielersuche nicht mehr verlassen konnten. Bis wirklich alles reibungslos funktioniert, müssen also noch einige Verbesserungen folgen…
Philipp Frey meint: Die Master Chief Collection ist ein Geschenk an Halo-Fans und solche, die es werden wollen. Einsteiger können leicht in das Sci-Fi-Universum eintauchen und eingefleischte Jünger freuen sich, die Single- und Multiplayer-Parts der Hauptserie auf einer Scheibe zu haben. Vier Kampagnen, Mehrspieler-Modi, der Forge-Map-Editor sowie die Spartan-Ops aus Halo 4 lassen für 70 Euro keine Wünsche offen. Sobald die Server richtig laufen, wird der Multiplayer-Modus mein Zeitfresser Nummer 1. Einzig der 15 GB große Day-1-Patch, der viele Mehrspieler-Inhalte erst nachliefert, stößt sauer auf warum wurden die nicht auf eine zweite Disc gepackt? Der Multiplayer-Modus macht inzwischen deutlich weniger Ärger. Die Matches laufen endlich ohne Verbindungsfehler und -abstürze. Das lange Warten während der Spielersuche ist noch immer eine Geduldsprobe doch wenn es losgeht, überwiegt der Spaß. Dass Spieltypen jedoch nicht mehr vom Spieler, sondern zufällig vom System gewählt werden, nervt extrem. Im Vergleich zu dem modernen, schnellen Call of Duty oder dem taktischen Battlefield wirkt alles simpler und träger doch genau dieser OldschoolCharme gefällt mir.
- 45 Singleplayer-Levels
- über 100 Multiplayer-Maps
- Zugriff auf die Live-Action-Serie Halo: Nightfall und die Halo 5: Guardians-Beta
Mehr Master Chief geht nicht: ein tolles Gesamtpaket für alle Halo-Jünger und solche, die es noch werden wollen.
| Singleplayer |  | 86 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |