Mit Tomb Raider gelang dies vortrefflich: Lara war geschmeidig animiert. Die junge Frau in den knappen Shorts beherrschte Salti, konnte schnelle Bodenrollen machen und an Vorsprüngen grazil einen Handstand vollführen. Alles sah toll und natürlich aus, allenfalls die Prügel-Perlen Virtua Fighter und Tekken konnten zu diesem Zeitpunkt ähnlich realistisch wirkende Bewegungen aufweisen. In Bezug auf 3D-Action-Adventures stellte Tomb Raider jedoch das Maß aller Dinge dar. Denn nicht nur Lara war knackig modelliert, auch die Welten, die sie erforschen sollte, sahen wirklich klasse aus. Spielerisch zeichnete Tomb Raider vor allem eines aus: Atmosphäre.
Der Beginn des Spiels vor dem riesigen Felstor ist mir persönlich ins Gedächtnis gebrannt worden. Alles wirkte authentisch, die Kälte der schneebedeckten Einöde konnte ich regelrecht spüren. Als es dann losging, kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Innerhalb der Level gab es so viele versteckte Gegenstände, Schätze und Wege wie selten zuvor. Ich verbrachgte bereits einige Stunden damit, nur die ersten Höhlenbereiche zu untersuchen und mit Laras Fähigkeiten zu experimentieren. Ihre Agilität ließ mich von Felsen springen, bereits erwähnten Handstand vollführen oder einfach nur herumlaufen. Ich hatte das Gefühl, regelrecht in dieser Höhle zu sein. Der spärliche Einsatz von Sound verstärkte diese Empfindung sogar noch, schließlich läuft in einer echten Höhle auch keine Musik. Nun, Ms. Croft vertraute jedoch nicht nur auf ihre herausragende Athletik. Die beiden Pistolen an ihren Hüften sprachen von Beginn an eine deutlich Sprache, nämlich das diese Lady keinen rettenden Helden braucht.