Game Change
Halo ist vor allem das Kind von Bungie. Vor Ewigkeiten zuerst als Strategiespiel für PC und Macintosh geplant wurde erst ein Third-Person- und dann ein First-Person-Shooter aus Halo. Das Grundmodell wurde seit dem Serienerstling vor allem im Detail verbessert und überarbeitet und hatte auch gewisse Auswirkungen auf andere Shooter. Grundsätzlich ist das das gleiche Vorgehen wie bei anderen populären Reihen, gerade in den letzten Jahren machte sich bei Halo aber das Gefühl von Stagnation auf hohem Niveau bemerkbar.
Besonders interessant sind da vor allem zwei Serienteile. Einerseits Halo 3 ODST, so der volle Name. Zwischen Halo 2 und Teil 3 angesiedelt, spielt man erstmals in einem Halo-Shooter nicht den Master Chief, sondern einen ODST, zwar eine Elitetruppe aber kein Spartan. Obendrein spielt ODST nur an einem Ort, in einem kleineren aber relativ offenen Areal. Da ein ODST eigentlich keine Ein Mann Armee ist steht bei diesem Ableger auch das Team, bzw. die Suche nach dem eigenen Team im Vordergrund. Und ganz nebenbei kehrt das Medi Pack wieder zurück.
Hört sich eigentlich alles toll an, dumm nur, dass besagter ODST sich kaum anders spielt als ein Spartan. Klar, der Rookie hält nicht ganz so viel aus. Absurder Weise kann er aber nicht nur jedes greifbare Waffensystem bedienen, schwere Maschinengewehre durch die Landschaft tragen und dergleichen, er teilt auch noch wie ein Spartan in Power Armour aus.
Sicher ein gutes Spiel fehlt Halo ODST effektiv Mut, wirklich mal ein paar Dinge anders zu machen.
Immerhin, mit Firefight wird der beliebte Multiplayer wieder sinnvoll erweitert.
Ein ähnliches Problem hat Halo Reach. Man spielt wieder einen Spartan, Noble Six. Auch hier spielt das Team wieder eine gewisse Rolle, das aber später immer weiter dezimiert wird. Mit kleinen, wechselbaren Extras wie Blasenschild, Jetpack und Ablenkungshologramm wird der Spielablauf wieder dezent aufgefrischt, obendrein gibt es eine kleine Raumkampfeinlage, alles in allem ist Halo Reach aber eher noch näher am Gameplay vor allem von Halo 3.
Bungie scheinen die Ideen für Halo auszugehen, vielleicht haben sie auch nach gut 12 Jahren genug von Halo. Letztendlich trennt sich der Entwickler von Microsoft und wendet sich neuen Projekten zu. Für Bungie scheint das der richtige Schritt zu sein, aber wie steht es mit Halo? 343 Industries liefert mit Halo 4 den ersten Teil der Nach-Bungie Ära ab. In vielen Punkten spielt sich das immer noch wie Halo. Vielleicht in manchen zu sehr.
In anderen Punkten hat es deutlich weniger Ähnlichkeit mit alten Serienteilen, zu wenig?
Klar ist, am flüssigen Wechsel von Fußgänger zu Warthogfahrer hat sich absolut nichts geändert, altbekannte Feinde verhalten sich wie eh und je und auch ein Großteil des Waffenarsenals wurde nur dezent überarbeitet. Gleichzeitig gibt es mit den Prometheanern das erste Mal seit Ewigkeiten wieder neue Gegner, die nach wirklich neuen Taktiken verlangen. In diesem Punkt wären noch ein paar Neuerungen mehr nicht verkehrt gewesen. Neuere Verhaltensweisen für alte Feinde hätten nicht geschadet. Prometheanerwaffen hätten sich ruhig mehr vor allem von UNSC Waffen unterscheiden können. Da wäre teilweise deutlich mehr gegangen, anscheinend wollte aber auch niemand wirklich Serienfans verprellen, also bleiben echte Änderungen selten.