Im neuesten Interview der Reihe “Iwata Asks“, in der Nintendo-Boss Satoru Iwata höchstselbst die Gesprächsleitung inne hat, beklagt Miyamoto-san, dass Erfolg und Wachstum Spieleentwickler korrumpieren können:
“Ich denke, am Anfang fühlte sich jeder verantwortlich für das, was er machte. Aber dann begannen wir, die Verkäufe zu kalkulieren und über die Kostenentwicklung nachzudenken. Natürlich ist daran nichts falsch, aber irgendwie fing es zu diesem Zeitpunkt an, dass man die Verantwortung jemand anderem zuschob.”
Doch er prangert nicht nur Verantwortungslosigkeit an: Der Mangel an Leidenschaft bei vielen Designern ist ihm ebenfalls ein Dorn im Auge. So spricht er sich z.B. recht deutlich gegen Entwickler aus, die ihr Werk als “passabel” oder “okay” beschreiben. Denn ein Okay ist nicht okay – für Miyamoto geht ein Mangel an Leidenschaft auch mit einem Mangel an Verantwortung einher: “Man braucht mehr Mut, um zu sagen: “Es ist ziemlich gut” als ein “Okay” oder “Passabel” von sich zu geben: Ein “Passabel” nimmt jegliche Verantwortung.”
Er sinniert auch über seine Position als Führungskraft: “Sogar in unserer Firma, wenn man sich mit dem Titel und in der Position eines Direktoren wiederfindet und beginnen muss, über Budgets und Prestige nachzudenken, verliert man an Leidenschaft. Ich hasse das wirklich, diesen Mangel an Verzweiflung.” Denn letztere zählt er als wichtige Quelle der Kreativität.
Schließlich rügt er noch eine in Japan wohl immer noch weitverbreitete Sitte als Unsitte: “Ich hasse es, wenn jemand sagt: Nun, am Ende konnte ich immerhin mein Gesicht wahren. Was bringt dir das Wahren des Gesichts denn?” flucht der Designer-Gott. Sehr sympathisch.