Oliver Schultes meint: Egal, was Euch Herr Griesgram und Frau Erbsenzähler weiß machen wollen – Gran Turismo 5 ist ein klasse Rennspiel. Natürlich kann man über die Tatsache meckern, dass nicht alle gut 1.000 Autos hochdetaillierte Premium-Wagen sind. Oder dass es das Schadensmodell nicht zulässt, die Karren in ihre Einzelteile zu zerlegen. Aber mal ehrlich: Wer ergötzt sich denn schon an demolierten Fahrzeugen und freut sich darüber, dass nach einem Crash mit der Leitplanke bei Tempo 200 das Rennen endet, weil das Auto nur noch ein Blechknäuel ist? Und mir ist es auch wichtiger, einen gigantischen Fuhrpark mit vielen Klassikern aus meiner Autoquartett-Jugend zu haben, als mich mit einem deutlich kleineren Premium-Kader zufrieden geben zu müssen. Und liebe Meckerer, vergesst nicht das Wichtigste: Ein Rennspiel ist mehr als die Summe seiner Teile. Gran Turismo 5 bietet ein Fahrgefühl, das ich so noch bei keinem anderen Konsolen-Racer erlebt habe. Die subtilen Karosserie-Bewegungen in der Cockpit-Perspektive, die unerreicht realistische Beleuchtung und die toll designten Strecken sind schlichtweg Faszination pur. Ach ja: Als Landschaftsarchitekt mag ich auch die Bäume am Straßenrand. Punkt.
Ulrich Steppberger meint: Mir wird ja von verschiedenen Seiten nachgesagt, ich hätte was gegen Microsofts Forza Motorsport-Serie. Das stimmt insofern, als dass ich es nunmal nicht leiden kann, wenn Entwickler über ihrem Realismus-Rausch hinaus vergessen, so elementare Dinge wie Abwechslung, Dynamik und Charme mit in ihr Spiel zu packen. Nur: All das trifft bei Gran Turismo 5 natürlich auch zu! Wer sich von der schieren Fahrzeug-Masse blenden lässt (dazu sage ich: “Quantität ist nicht gleich Qualität”) oder die sehr ansehnliche, aber keineswegs alles überragende Optik zu sehr in den Himmel lobt, der hat z.B. ein Need for Speed SHIFT auch nicht verdient. Mir fiele so viel ein, was bei Gran Turismo 5 nicht stimmt oder zumindest viel besser hätte sein müssen, aber auch das gilt ebenso bei Forza 3 – was das etwa in Sachen Online und Customising wesentlich besser macht, geht ihm andererseits wieder offline (die Karriere ab spätestens Jahr 5 ist die Hölle) ab. GT5 halte ich zugute, dass trotz aller Ärgernisse doch eine Menge passt und vor allem dank Rallye, Karts und weiteren Spezialwettbewerben mehr Abwechslung zu finden ist als beim Microsoft-Rivalen. Trotzdem hoffe ich, dass jetzt EA mit Shift 2 Unleashed eine Realismus-Raser an den Start bringt, der mehr Dampf drauf hat.
Tobias Kujawa meint: Auf der einen Seite ist GT5 eine hervorragende Simulation mit viel Tiefgang und verdammt vielen Autos. Andererseits frage ich mich immer noch, mit was die Entwickler eigentlich sechs Jahre Entwicklungszeit verplempert haben. Das Gros der Autos und Strecken sieht nur durchschnittlich gut aus, ich stöhne über lange Ladezeiten, riesige Patches und große Installationen und in den Rennen fehlt es mir an Spannung. Mein Arcade-Gasfuß ist bei Need for Speed: Hot Pursuit wohl besser aufgehoben.
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