Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 9 – Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

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Thomas Nickel meint: Wer sich 2010 wichtig machen wollte, der prophezeite den Untergang des japanischen Rollenspiels oder erklärte gar ganz keck, das Genre sei ja sowieso schon seit PS2-Tagen klinisch tot. Und dann kommt da ein auf den ersten Blick ganz unscheinbares DS-Rollenspiel an und beweißt allen eindrucksvoll das exakte Gegenteil. Dragon Quest IX erfindet das RPG-Rad nicht neu, fügt dem Genre keinen bahnbrechenden Innovationen hinzu und bietet nicht einmal eine sonderlich komplexe Handlung oder allzu beeindruckende Grafik. Aber wozu auch? Dragon Quest IX stellt klar, dass der klassische Mix aus Dungeon-Krauchen, Monster-Hauen und Party-Aufrüsten auch heute noch riesigen Spaß macht und die Spieler Stunde um Stunde zu begeistern weiß. Und wer allen ernstes behauptet, Dragon Quest IX sei zu leicht,  zu simpel und zu “casual”, der ist wohl nie zum wahren Kern des Spiels, den knallschweren Schatzdungeons und den zahlreichen Teamwork-Aspekten vorgestoßen.

Max Wildgruber meint: Das hübscheste DS-Abenteuer des Jahres trumpft mit einem unschlagbaren Koop-Modus auf, der die Hüter des Himmels durch menschliche Mitspieler zum geselligen Erlebnis macht. So sticht das etwas seichte, aber mit viel Sprachwitz erzählte Rollenspielmärchen noch ein Stück aus der insgesamt sehr hochwertigen J-RPG-Konkurrenz heraus, die den DS in diesem Jahr endgültig zum Leib- und Magensystem für die Freunde von Rundenkämpfen, Stachelfrisuren und kruden, deutschtümelnden Charakternamen machen. An dieser Stelle noch ein herzliches ‘Grüß Gott’ an Vizeadmiral Luitger Sankt sowie die Gebrüder Dietrich und Bastian Schneizer aus Infinite Space.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 10 – God of War III

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Michael Herde meint: Dreimal habe ich God of War III durchgespielt, angefangen auf (zu) ‘leicht’, dann auf ‘normal’ (im Gegensatz zu den Vorgängern auch nicht sonderlich schwer), zuletzt in einem Rutsch auf ‘schwer’, wofür ich knapp zwölf Stunden gebraucht habe. Abgesehen von ein paar frustrierenden Stellen war auch das nicht übermäßig schwierig, zumal Teil 3 einen Trend verfolgt, der mit der PSP-Episode Chains of Olympus begonnen hatte – weniger Rätsel, mehr Kämpfe. Die fiesen Kopfnüsse des meines Erachtens runderen und besseren God of War II fehlen mir in der Serie zusehends. Auch störte mich anfangs, dass der gebrochenen Antiheld Kratos in seinem PS3-Debüt in Sachen Charaktertiefe auf dem Niveau eines Jason Voorhees (Freitag, der 13.) angekommen ist: Beide töten alles, was sich in Sichtweite befindet. Dass aber genau diese Entwicklung Teil der Handlung ist, hat mich gegen Ende genauso überrascht, wie die überbordenden Gewaltspitzen, welche die USK ungekürzt hat durchgehen lassen. Nach dem überwältigend furiosen Auftakt mit Poseidon fällt die audiovisuelle Brillanz leider erstmal spürbar ab, das Kampfsystem muss sich in puncto Flexibilität nicht nur Hits wie Bayonetta chancenlos geschlagen geben, auch Neuzugang Castlevania: Lords of Shadow sticht Sonys Vorzeigegriechen aus. Aber ich stehe auf die Geschichte und den Charakter sowie das Flair der Reihe, wünsche mir für zukünftige Episoden aber ein paar frische Einfälle.

Oliver Schultes meint: Die PS3-Premiere wird dem Image des Kriegsgottes vollauf gerecht: Die Entwickler kleckern nicht, sie klotzen. Bei der grafischen Opulenz, bei der Größe der Gegner, bei der bombastischen Surround-Akustik, bei der Inszenierung von Gewalt. Kratos metzelt ohne Gnade und reißt den Spieler in einen Blutrausch, um ihm zwischendurch dann schonungslos den Spiegel vorzuhalten. In solchen Momenten wirkt God of War III richtig erwachsen. In anderen Bereichen steckt es dagegen immer noch in den Kinderschuhen fest: Einen Levelbereich abzuriegeln, immer wieder neue Gegner hineinzuwerfen und den Spieler bis zum Ende durchhalten zu lassen, ist wenig zukunftsweisend – eher nervig. Genauso wie die anscheinend bei einem God of War obligatorischen unfairen Stellen: Ob Klingenturm im ersten Teil, der immer wieder abgesperrte Pfad zu einem der letzten Bosse in Episode 2 oder nun die rotierenden Würfel – irgendeine Stelle bringt mich garantiert immer zur Weißglut. In solchen Momenten kann ich mit Kratos mitfühlen und seinen unendlichen Zorn teilen!

Matthias Schmid meint: Seit dem Erstling war ich ein glühender Fürsprecher des God of War-Metzelmeisters Kratos: Der Klingenturm? Tolles Spieldesign und fair. Die Rätsel? Fordernd aber nie unlogisch. Doch mit Teil 3 sinkt nicht nur meine Faszination für das stets gleiche Hack’n’Slay-Prinzip, auch Kratos wurde mir zunehmend unsympathischer. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die Brutalität, mit der Kratos die Bossgegner verstümmelt, zerstückelt, auseinander reißt oder einfach mal totschlägt, ist selbstzweckhaft und unnötig. Das trifft nicht auf die intelligente Endsequenz zu – hier hat sich Sony Santa Monica ein feines Finale für den Wüterich einfallen lassen. In spielerischer Hinsicht ärgert mich die Fortführung des mit Chains of Olympus-angefangenen Trends hin zu weniger komplexen Tempeln und seichteren Rätseln. Gerade die waren doch willkommene Abwechlsung zwischen der Action und den Zwischensequenzen. Was bleibt ist ein herausragend inszeniertes, grafisch pompöses Gewaltfeuerwerk mit tollen Kamera-Einstellungen, manch coolem Bossfight, traumhaften Landschaften und einer nach wie vor makellosen Steuerung. Ihr seht: Am Ende hat mir God of War III also doch ziemlich gut gefallen…

Ulrich Steppberger: Irgendwie lässt mich die spartanische Schlachtplatte kalt, und ich weiß nicht genau, warum eigentlich. Aber der bombastische Einstieg hat mich beinahe erschlagen, da ist das Spektakel zu massiv – klar, bei einem solchen Spiel klingt eine solche Kritik komisch, aber die Sequenz hat mich eher abgescherckt denn motiviert. Ein anderes Kuriosum am Rande kommt noch dazu: Obwohl mir die Soundkulisse bei einem Spiel nicht am wichtigsten ist, fand ich es merkwürdig, dass die Effekte von Kratos’ Klingen seltsam dünn rüber kamen und im restlichen Klangspektrum beinahe untergingen. Irgendwann will ich die Göttermetzelei trotzdem noch beenden, aber der Stapel der noch zu spielenden Titel ist einfach so hoch…

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 11 – Super Street Fighter IV

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Michael Herde meint: Auch ein Jahr nach Street Fighter IV gelingt es Capcom mit dem Super-Update nicht, einen rundum zufrieden stellenden Online-Modus anzubieten. Diverse Schwächen von unvorhersehbaren Lags trotz verheißungsvoller Signalstärkenanzeige bis zur häufig ergebnislosen Suche nach Mitspielern in bestimmten Modi bieten Raum für Verbesserung, die Capcom dank zahlreicher teurer Kostüm-Sets zum Download locker finanzieren können müsste. Als unhandlich empfinde ich es zudem, dass das Spiel nur einen Slot für individuelle Tastenbelegungen bereithält. Wer wie ich oft stundenlang auf dem Sofa sitzend mit mehreren Kumpels spielt, von denen jeder eigene Einstellungen bevorzugt, der muss bei jedem Weiterreichen des Controllers erstmal ins Optionsmenü. Vorteilhaft finde ich hingegen die optionale Installation, welche Ladezeiten dramatisch verkürzt. Spielerisch rechtfertigen zahlreiche Feinanpassungen hinsichtlich Reichweite, Dauer und Stärke der Moves den Neukauf, die zusätzlichen Charaktere erweitern das Viertelkreis- und Charge-Spektrum mit interessanten Kämpfern – allen voran Türkenringer Hakan und die Koreanerin Juri. Leider ist SSF IV kaum einsteigerfreundlich, denn trotz an sich simpler Special-Kommandos fallen diese Anfängern schwerer als die Eingabe von Tastenfolgen à la Soul Calibur IV oder Tekken 6. Davon abgesehen sind die dummen Gesichter vor einer Ultra-Combo zum Brüllen komisch und das punktgenaue Timing der Manöver in bester Street Fighter-Manier suchterzeugend. Ich habe in diesem Jahr jedenfalls nur noch ein Spiel ausgiebiger gezockt als Super Street Fighter IV – und dessen Vorgänger verstaubt seither im Schrank.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 12 – Fallout: New Vegas

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EL soNK meint: Fallout 3 war ein epischer RPG-Meilenstein, trotz einer Engine die dem Ödland alle Ehre macht, Ladezeiten oberhalb radioaktiver Halbwertzeit und diverser Bugs – und genau hier legt New Vegas eine Schippe drauf: die gleiche Engine ist zwangsläufig noch älter, die Ladezeiten noch länger, und das Ganze ist instabiler als ein zerfallender Atomkern. Dazu alles weniger episch – die wirre Story um die Fraktionen und den Hoover-Staudamm hat mich nicht wirklich gepackt und von den möglichen Endszenarien hat mich keines befriedigt. Aber HALT! Zum einen gibt es seit kurzem einen Patch, der Ladezeiten und Abstürze dramatisch entdramatisiert – zum anderen spielt New Vegas neben der Hauptstory seine Stärke aus: flirrende Ödland-Atmosphäre, das geliebte Fallout-Gefühl (samt PipBoy), originelle Begleiter und die besten Nebenmissionen der Spiele-Geschichte. Wäre ich nicht ein mit allen verstrahlten Wassern gewaschener Profi-Gamer, hätte ich mir in Vault 11 in die Hose gemacht.

Max Wildgruber meint: Grafisch teilweise schlechter als der Vorgänger und beileibe nicht bugfrei, zeigt sich Obsidian Entertainments Standalone-Add-On dennoch als motivierender Endzeitspielplatz voller Aktionsmöglichkeiten, die von der vergleichsweise uninteressanten Hauptquest ablenken. Wer möchte, zockt stundenlang das komplexe Kartenspiel Karawane, erfüllt die teils abartigen Wünsche der nun mit Persönlichkeit ausgestatten Begleiter, oder bohrt seinen Charakter per Implantaten zur überpowerten Kampfsau auf. Zusätzlichen Spielspaßbonus bringen Elvis, transsexuelle Supermutanten und Ratten von außergewöhnlicher Größe.

Ulrich Steppberger meint: Und ein weiterer Kandidat aus der Rubrik “Wenn zuviel auf einmal da ist, kommt man zu nichts”. Immerhin bin ich wenigstens schon ein Stück weit durch New Vegas marschiert. Die altbackene Technik stört mich eigentlich nicht weiter, denn das Endzeit-Design wird für meinen Geschmack immer noch durchaus ansehnlich auf den Bildschirm gebracht. An den neuen Hardcore-Modus habe ich mich erst gar nicht gewagt, denn New Vegas ist auch so schon fies genug: Wenn man als noch reichlich frischer Level-5-Held mal eben durch die Ödnis marschiert und vor einem gleich drei Radscorpions auf einmal auftauchen, sorgt das für reichlich Herzklopfen… und bis Skyrim kommt, werde ich das Story-Ende hoffentlich doch gesehen haben.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 13 – FIFA 11

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Tobias Kujawa meint: Dass FIFA 11 und PES 2011 in diesem Jahr (wieder) die gleiche Prozentwertung bekamen, stieß vielen Fans sauer auf. Ich bin immer noch der Meinung, dass beide Spiele zum Release gleich gut waren, wenn auch mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Warum ich FIFA 11 jetzt doch eine Nuance besser finde als PES 2011? Wegen des unglaublich stabilen Online-Modus’ und Ultimate Team. Der kostenlose Spielmodus rund um das Sammeln virtueller Karten und die Aufstellung der perfekten Mannschaft wird mich mit Sicherheit noch bis zum Erscheinen von FIFA 12 an den Bildschirm fesseln. Zusammen mit der sehr guten Spielmechanik, der für mich realistischen Spielgeschwindigkeit und den im Vergleich zu PES 2011 besseren Torhütern ist FIFA 11 für mich DER Online-Fußballknaller!

Stefan Stöckmann meint: Ich war schon immer eher pro Pro Evolution Soccer, das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert. Allerdings greife ich nun auch ab und zu zum Pad, wenn FIFA 11 in meiner Konsole rotiert. Das Gefühl, das ich habe, wenn ich bei FIFA 11 erfolgreich aus einem hart geführten Zweikampf hervogehe, kann mir PES in dieser Qualität nicht bieten. In puncto Animationen hat EA ganz klar die Nase vorn. Dass ich bei FIFA 11 mit dem zukünftigen Deutschen Meister (ja, das sind die Jungs in den schwarz-gelben Trikots) auf den Platz gehen kann, war und ist natürlich eine der Stärken der Reihe. Erwähnt werden sollte auch der grandios spaßige Hallen-Modus aus der Wii-Version des Spiels, der es im nächsten Jahr hoffentlich auch auf die ‘großen’ Konsolen schafft.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 14 – Pro Evolution Soccer 2011

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Tobias Kujawa meint: PES 2011 ist für mich das beste Spiel der Reihe seit dem sechsten Teil. Das neue Passsystem sorgt für volle Kontrolle und planbare Spielzüge. Mich ärgert aber noch immer die schlechte Verteidigungs-KI, die Angreifer oft selbst mit drei Spielern nicht am Torschuss hindert. Außerdem ist mir das Spiel in der Standard-Geschwindigkeit zu schnell, aber das ist ja dank der regelbaren Spielgeschwindigkeit kein Problem. Warum ich bei Matches gegen meine Kollegen vor jeder Partie meine Aufstellung neu laden muss, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Bei den Partien selbst schlägt mir der Puls aber wie bei jedem PES bis zum Hals, ich freue mich über gelungene Passstafetten und ärgere mich über Fehler und Gegentore – natürlich haben meine Kontrahenten in dem Fall immer nur Glück gehabt oder die KI hatte Aussetzer…

Oliver Schultes meint: Ich war noch nie ein Konsolen-Kicker, der großen Wert auf Lizenzen gelegt hat – das Spielgefühl war mir immer wichtiger. Das macht eine Entscheidung pro Pro Evo und gegen FIFA leichter: Denn auf dem virtuellen Platz hat Konamis Kick die Hosen an, für meinen Geschmack spielt es sich einfach besser. Und das wird bei der 2011er-Episode noch deutlicher: Die Möglichkeit selbst entscheiden zu können, wohin mein ballführender Athlet passt, eröffnet mir alle Optionen, das Spiel so zu gestalten, wie ich das für richtig halte.
Die Kehrseite der Medaille: Wenn ich mal eine Packung von einem Redaktions-Kollegen bekomme (passiert nur sehr selten), dann muss ich die Fehler jetzt noch mehr bei mir als beim Spiel suchen. Die Ausrede “Zu dem wollte ich doch gar nicht passen!” klingt hier noch peinlicher als früher.

Matthias Schmid meint: Trotz seiner zahlreichen Schwächen (Stichwort: viele Abpraller-Tore) hat mich PES in dieser Saison wieder mehr begeistert als im einfallslosen Vorjahr. Dafür ist neben der realistischen Optik mit ihren tollen Gesichtern und vielen feinen Animationen vor allem das neue Pass-System verantwortlich. Im Gegensatz zu FIFA 11 verlangt PES 2011 von Euch die überfällige Umstellung auf punktgenaue Zuspiele – das PES-Pass-System wirkt auf mich ausgereifter. Zwar geht mit den nun vielen schwereren Zuspielen ein neuer Lernprozess einher, doch den nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dafür genauer als je zuvor zu meinen Mitspieler abgeben kann. Allerdings bin ich noch nicht über den Umstieg vom Steuerkreuz zum Analogstick hinweg. Eigentlich dribble ich ja viel lieber per Kreuz, das sensiblere Passen via Stick zwingt mich aber zur Umstellung. Vielleicht liegt’s ja daran, dass die mir in die Wiege gelegte Fußball-Intelligenz und mein überlegenes taktisches Verständnis noch nicht dazu geführt haben, dass ich die Kollegen Olli und Tobias locker vom Platz fege…

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 15 – Demon’s Souls

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Thomas Nickel meint: Ha! Über Kings Field haben sie noch alle gelacht, und dafür müssen sie beim inoffiziellen Nachfolger Demon’s Souls jetzt büßen! Und zwar bitterlich. Selten war ein Spiel so knallschwer aber gleichzeitig doch so motivierend. Beim Durchforschen der dunklen Kammern von Boletaria werdet Ihr tausend Tode sterben und vernichtende Niederlagen erleiden und trotzdem kommt Ihr immer wieder demütig zurückgekrochen, stets in der leisen Hoffnung, den fiesen Boss doch endlich mal zu schaffen. Kein anderes Action-RPG bot 2010 ein so intensives Spielerlebnis wie From Softwares Überraschungshit.

Max Wildgruber meint: Düster, bockschwer, trotzdem fair. From Softwares Action-RPG müsst Ihr jeden Erfolg mühsam aus den dämonischen Klauen reißen. Dafür freuen Euch Siege über die grotesk-monströsen Endbosse oder freche Online-Attentäter umso mehr. Heimlicher Hardcore-Rollenspielkönig des Jahres.

Tobias Kujawa meint: Wenn man schon im Tutorial eines Spiels mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stirbt, ist der Titel entweder eine Fehlkonstruktion oder einfach bockschwer. Auf Demon’s Souls trifft letzteres zu. Jeder Gegner in den unterschiedlichen Fantasywelten ist eine Herausforderung, Ihr müsst hundertprozentig konzentriert und immer auf der Hut sein, wenn Ihr durch dunkle Gänge und verlassene Burgen streift. Bildschirmtode werden hart bestraft, der Level will mitsamt aller Gegner von vorne bezwungen werden und falls Ihr Eure Leiche nicht ohne erneut zu sterben erreicht, sind die kostbaren gesammelten Seelen, die Währung für Attribut-Aufwertungen und Gegenstände, futsch. Doch Frust kommt komischerweise nicht auf. Vielmehr lebt der Titel von der unglaublichen Spannung und großen Herausforderung. Ich schleiche immer noch ab und an durch Boletaria und beiße mir die Zähne an den harten Zwischenbossen aus – schließlich möchte ich Demon’s Souls ohne jegliche Hilfe und Guides bezwingen.

Ulrich Steppberger meint: Um unweigerlichen Kommentaren vorzugreifen: Ja, Demon’s Souls kam eigentlich nicht erst 2010 raus – bei uns aber schon, also passt’s auch in dieses Jahr.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 16 – Assassin’s Creed Brotherhood

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Michael Herde meint: Nachdem ich den Abspann von ACB gesehen hatte, blieben noch einige unerledigte Aufgaben übrig. Zu meiner Überraschung waren die jedoch recht schnell erledigt, auf diverse Sammeltätigkeiten hatte ich keine Lust. Überdies stört mich rückblickend die unausgewogene Spielbalance – vorrangig der kinderleichte Schwierigkeitsgrad sowie der maßlos übermächtige Protagonist. Sollte Ezio nicht ein heimlich agierender Assassine sein? Vielmehr genügt ein Fingerschnippen und meine Handlanger schlachten alles und jeden im Blickfeld. Dazu gesellt sich noch eine dünne Handlung samt nervtötendem Cliffhanger-Ende. Doch trotz dieser Schwächen ist Ezios zweites Abenteuer großartig, denn die detaillierte Spielwelt sowie die Fülle an Vorgehensweisen und Inhalte zur Unterhaltung nebenher begeisterte mich dermaßen, dass der Hauptstrang mitunter sogar zur Nebensache wurde. Inszenatorisch sticht für mich eine Mission heraus, in der ich einem Bänker auf einer freizügigen Party nachstelle. Hier wird mit Erotik kokettiert, ohne plump zu wirken! Mag ACB schwächer sein als Teil 2, für sich genommen ist das Spiel ein atmosphärischer Hit, der obendrein einen ungewöhnlichen wie interessanten Jeder-jagt-Jeden-Mehrspieler-Modus bietet.

Tobias Kujawa meint: Das neue Abenteuer von Ezio konnte ich erst wieder aus der Konsole nehmen, als der Abspann lief, so sehr hat mich die Welt von ACB in ihren Bann gezogen. Die Stadt strotzt nur so vor Details, die Missionen sind abwechslungsreich und die Inszenierung der Kämpfe auf Topniveau. Die Nebenaufgaben könnten mich noch wochenlang beschäftigen – wenn sie nicht total unnötig wären. Mehr Geld brauche ich nicht, Ezio verdient sich schon nach kurzer Zeit eine goldene Nase. Neue Waffen wünsche ich mir ebenfalls nicht, mit Assassinenklinge und Armbrust bin ich für die Wachen sowieso schon ein übermächtiger Gegner. Die Crux von ACB liegt, wie Michael schon erwähnt, im zu einfachen Schwierigkeitsgrad. Aber vielleicht kann man die Atmosphäre des Spiels ja gerade deshalb in vollen Zügen genießen, weil man sich keine Gedanken um ein mögliches Ableben machen muss. Meine Lieblingsmission ist der Theater-Auftrag im Kollosseum.

Max Wildgruber meint: Müsse mache Tote, eh? Müsse spiele sympathische Hallodri-Heros Ezio Auditore da Firenze in Roma, si? Bevor mich italienische Muttersprachler nun lynchen, will ich noch sagen: Dieses Ding ist wie sein Vorgänger: der spielgewordene Urlaub in Latium! Ein wunderschönes Riesen-Rom, die anspruchsvollen Borgia-Türme und meine auflevelbaren Assassinenbrüder erweitern den bekannten Spielablauf außerdem so weit, dass Brotherhood auch als eigenständiges Spiel prima bestehen kann. Lediglich für die Rahmenhandlung hätte ich mir mehr Substanz und weniger esoterisches Gesabbel gewünscht. Andererseits hat Assassin’s Creed 3 so alle Freiheiten, das Meuchelepos zum dramatischen Ende zu führen. Bin gespannt!

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Frohes Fest!

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Das MANIAC.de-Team wünscht allen I, MANIACs ein herrliches Weihnachtsfest voller Geschenke, Marzipan und Zeit zum Zocken – oder was auch immer Ihr gerne esst, macht und wollt! Was gibt es schöneres als mit der ganzen Familie am Kamin zu sitzen und Steppbergers sonorer Stimme im Weihnachts-Podcast zu lauschen? Wir hoffen, dass Ihr in keinem Schneesturm, auf keiner Autobahn oder einem überfüllten IC-Abteil feststeckt (und wenn drücken wir die Daumen dass Ihr einen dieser Gameboy-Nachfolger dabei habt) und bedanken uns für ein grandioses 2010, welches uns hier viel Spass gemacht hat.

Zwischen Weihnachten und Silvester ist hier nicht ganz so viel los wie sonst, aber die eine oder andere News wird’s schon geben, dazu zählen wir die 20 besten Spiele des Jahres herunter und erwarten die neue M! Games-Ausgabe am Mittwoch!

Besinnliche und verspielte Weihnachten!
Euer MANIAC.de-Team

 

Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 17 – Fable III

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Max Wildgruber meint: Im Gegensatz zum Großteil meiner Testerkollegen versuchte ich Fable III nicht an den übertriebenen Erwartungen zu messen, die Peter Molyneux im Vorfeld seiner Veröffentlichung gewohnt schwärmerisch zu wecken wusste. So erlebte ich eine bemerkenswert ergreifende Story, deren Höhepunkt das einsteigerfreundliche Action-RPG ungeschickt in die Mitte des Spiels setzt. So wächst Euch das liebevoll gestaltete Albion wie in keinem Fable vorher ans Herz und Ihr versucht verzweifelt, die immensen Anforderungen Eures königlichen Amtes zu erfüllen, während die finale Katastrophe unaufhaltsam näher kommt. Bei deren Inszenierung ging Lionhead dann zugegebenermaßen die Luft aus. Doch in diesem Spiel ist eben der Weg das Ziel und dieser gestaltet sich dank Koop-Modus, exorbitanten Originalsprechern und immer wieder aufblitzendem englischen Humor auf Terry Pratchett-Niveau märchenhaft gut!

Ulrich Steppberger meint: Eigentlich wollte ich Fable III schon längst anspielen, doch wie so manch anderer Titel der Vorweihnachtszeit bin ich nicht dazu gekommen. Und das, obwohl ich mir extra in Großbritannien die englische Fassung bestellt habe, denn Microsofts Ankündigung, diesmal die entsprechende Tonspur zeitgleich zur Veröffentlichung in Deutschland zur Verfügung zu stellen, habe ich nicht getraut. Vollkommen zurecht, wie sich prompt herausstellen sollte: Aus nicht näher definierten Gründen hat es doch wieder lange Wochen gedauert, bis sie endlich online gestellt wurde. Okay, das Endergebnis für mich wäre jetzt das Gleiche…

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