Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 13 – FIFA 11

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Tobias Kujawa meint: Dass FIFA 11 und PES 2011 in diesem Jahr (wieder) die gleiche Prozentwertung bekamen, stieß vielen Fans sauer auf. Ich bin immer noch der Meinung, dass beide Spiele zum Release gleich gut waren, wenn auch mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Warum ich FIFA 11 jetzt doch eine Nuance besser finde als PES 2011? Wegen des unglaublich stabilen Online-Modus’ und Ultimate Team. Der kostenlose Spielmodus rund um das Sammeln virtueller Karten und die Aufstellung der perfekten Mannschaft wird mich mit Sicherheit noch bis zum Erscheinen von FIFA 12 an den Bildschirm fesseln. Zusammen mit der sehr guten Spielmechanik, der für mich realistischen Spielgeschwindigkeit und den im Vergleich zu PES 2011 besseren Torhütern ist FIFA 11 für mich DER Online-Fußballknaller!

Stefan Stöckmann meint: Ich war schon immer eher pro Pro Evolution Soccer, das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert. Allerdings greife ich nun auch ab und zu zum Pad, wenn FIFA 11 in meiner Konsole rotiert. Das Gefühl, das ich habe, wenn ich bei FIFA 11 erfolgreich aus einem hart geführten Zweikampf hervogehe, kann mir PES in dieser Qualität nicht bieten. In puncto Animationen hat EA ganz klar die Nase vorn. Dass ich bei FIFA 11 mit dem zukünftigen Deutschen Meister (ja, das sind die Jungs in den schwarz-gelben Trikots) auf den Platz gehen kann, war und ist natürlich eine der Stärken der Reihe. Erwähnt werden sollte auch der grandios spaßige Hallen-Modus aus der Wii-Version des Spiels, der es im nächsten Jahr hoffentlich auch auf die ‘großen’ Konsolen schafft.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 14 – Pro Evolution Soccer 2011

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Tobias Kujawa meint: PES 2011 ist für mich das beste Spiel der Reihe seit dem sechsten Teil. Das neue Passsystem sorgt für volle Kontrolle und planbare Spielzüge. Mich ärgert aber noch immer die schlechte Verteidigungs-KI, die Angreifer oft selbst mit drei Spielern nicht am Torschuss hindert. Außerdem ist mir das Spiel in der Standard-Geschwindigkeit zu schnell, aber das ist ja dank der regelbaren Spielgeschwindigkeit kein Problem. Warum ich bei Matches gegen meine Kollegen vor jeder Partie meine Aufstellung neu laden muss, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Bei den Partien selbst schlägt mir der Puls aber wie bei jedem PES bis zum Hals, ich freue mich über gelungene Passstafetten und ärgere mich über Fehler und Gegentore – natürlich haben meine Kontrahenten in dem Fall immer nur Glück gehabt oder die KI hatte Aussetzer…

Oliver Schultes meint: Ich war noch nie ein Konsolen-Kicker, der großen Wert auf Lizenzen gelegt hat – das Spielgefühl war mir immer wichtiger. Das macht eine Entscheidung pro Pro Evo und gegen FIFA leichter: Denn auf dem virtuellen Platz hat Konamis Kick die Hosen an, für meinen Geschmack spielt es sich einfach besser. Und das wird bei der 2011er-Episode noch deutlicher: Die Möglichkeit selbst entscheiden zu können, wohin mein ballführender Athlet passt, eröffnet mir alle Optionen, das Spiel so zu gestalten, wie ich das für richtig halte.
Die Kehrseite der Medaille: Wenn ich mal eine Packung von einem Redaktions-Kollegen bekomme (passiert nur sehr selten), dann muss ich die Fehler jetzt noch mehr bei mir als beim Spiel suchen. Die Ausrede “Zu dem wollte ich doch gar nicht passen!” klingt hier noch peinlicher als früher.

Matthias Schmid meint: Trotz seiner zahlreichen Schwächen (Stichwort: viele Abpraller-Tore) hat mich PES in dieser Saison wieder mehr begeistert als im einfallslosen Vorjahr. Dafür ist neben der realistischen Optik mit ihren tollen Gesichtern und vielen feinen Animationen vor allem das neue Pass-System verantwortlich. Im Gegensatz zu FIFA 11 verlangt PES 2011 von Euch die überfällige Umstellung auf punktgenaue Zuspiele – das PES-Pass-System wirkt auf mich ausgereifter. Zwar geht mit den nun vielen schwereren Zuspielen ein neuer Lernprozess einher, doch den nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dafür genauer als je zuvor zu meinen Mitspieler abgeben kann. Allerdings bin ich noch nicht über den Umstieg vom Steuerkreuz zum Analogstick hinweg. Eigentlich dribble ich ja viel lieber per Kreuz, das sensiblere Passen via Stick zwingt mich aber zur Umstellung. Vielleicht liegt’s ja daran, dass die mir in die Wiege gelegte Fußball-Intelligenz und mein überlegenes taktisches Verständnis noch nicht dazu geführt haben, dass ich die Kollegen Olli und Tobias locker vom Platz fege…

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 15 – Demon’s Souls

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Thomas Nickel meint: Ha! Über Kings Field haben sie noch alle gelacht, und dafür müssen sie beim inoffiziellen Nachfolger Demon’s Souls jetzt büßen! Und zwar bitterlich. Selten war ein Spiel so knallschwer aber gleichzeitig doch so motivierend. Beim Durchforschen der dunklen Kammern von Boletaria werdet Ihr tausend Tode sterben und vernichtende Niederlagen erleiden und trotzdem kommt Ihr immer wieder demütig zurückgekrochen, stets in der leisen Hoffnung, den fiesen Boss doch endlich mal zu schaffen. Kein anderes Action-RPG bot 2010 ein so intensives Spielerlebnis wie From Softwares Überraschungshit.

Max Wildgruber meint: Düster, bockschwer, trotzdem fair. From Softwares Action-RPG müsst Ihr jeden Erfolg mühsam aus den dämonischen Klauen reißen. Dafür freuen Euch Siege über die grotesk-monströsen Endbosse oder freche Online-Attentäter umso mehr. Heimlicher Hardcore-Rollenspielkönig des Jahres.

Tobias Kujawa meint: Wenn man schon im Tutorial eines Spiels mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stirbt, ist der Titel entweder eine Fehlkonstruktion oder einfach bockschwer. Auf Demon’s Souls trifft letzteres zu. Jeder Gegner in den unterschiedlichen Fantasywelten ist eine Herausforderung, Ihr müsst hundertprozentig konzentriert und immer auf der Hut sein, wenn Ihr durch dunkle Gänge und verlassene Burgen streift. Bildschirmtode werden hart bestraft, der Level will mitsamt aller Gegner von vorne bezwungen werden und falls Ihr Eure Leiche nicht ohne erneut zu sterben erreicht, sind die kostbaren gesammelten Seelen, die Währung für Attribut-Aufwertungen und Gegenstände, futsch. Doch Frust kommt komischerweise nicht auf. Vielmehr lebt der Titel von der unglaublichen Spannung und großen Herausforderung. Ich schleiche immer noch ab und an durch Boletaria und beiße mir die Zähne an den harten Zwischenbossen aus – schließlich möchte ich Demon’s Souls ohne jegliche Hilfe und Guides bezwingen.

Ulrich Steppberger meint: Um unweigerlichen Kommentaren vorzugreifen: Ja, Demon’s Souls kam eigentlich nicht erst 2010 raus – bei uns aber schon, also passt’s auch in dieses Jahr.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 16 – Assassin’s Creed Brotherhood

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Michael Herde meint: Nachdem ich den Abspann von ACB gesehen hatte, blieben noch einige unerledigte Aufgaben übrig. Zu meiner Überraschung waren die jedoch recht schnell erledigt, auf diverse Sammeltätigkeiten hatte ich keine Lust. Überdies stört mich rückblickend die unausgewogene Spielbalance – vorrangig der kinderleichte Schwierigkeitsgrad sowie der maßlos übermächtige Protagonist. Sollte Ezio nicht ein heimlich agierender Assassine sein? Vielmehr genügt ein Fingerschnippen und meine Handlanger schlachten alles und jeden im Blickfeld. Dazu gesellt sich noch eine dünne Handlung samt nervtötendem Cliffhanger-Ende. Doch trotz dieser Schwächen ist Ezios zweites Abenteuer großartig, denn die detaillierte Spielwelt sowie die Fülle an Vorgehensweisen und Inhalte zur Unterhaltung nebenher begeisterte mich dermaßen, dass der Hauptstrang mitunter sogar zur Nebensache wurde. Inszenatorisch sticht für mich eine Mission heraus, in der ich einem Bänker auf einer freizügigen Party nachstelle. Hier wird mit Erotik kokettiert, ohne plump zu wirken! Mag ACB schwächer sein als Teil 2, für sich genommen ist das Spiel ein atmosphärischer Hit, der obendrein einen ungewöhnlichen wie interessanten Jeder-jagt-Jeden-Mehrspieler-Modus bietet.

Tobias Kujawa meint: Das neue Abenteuer von Ezio konnte ich erst wieder aus der Konsole nehmen, als der Abspann lief, so sehr hat mich die Welt von ACB in ihren Bann gezogen. Die Stadt strotzt nur so vor Details, die Missionen sind abwechslungsreich und die Inszenierung der Kämpfe auf Topniveau. Die Nebenaufgaben könnten mich noch wochenlang beschäftigen – wenn sie nicht total unnötig wären. Mehr Geld brauche ich nicht, Ezio verdient sich schon nach kurzer Zeit eine goldene Nase. Neue Waffen wünsche ich mir ebenfalls nicht, mit Assassinenklinge und Armbrust bin ich für die Wachen sowieso schon ein übermächtiger Gegner. Die Crux von ACB liegt, wie Michael schon erwähnt, im zu einfachen Schwierigkeitsgrad. Aber vielleicht kann man die Atmosphäre des Spiels ja gerade deshalb in vollen Zügen genießen, weil man sich keine Gedanken um ein mögliches Ableben machen muss. Meine Lieblingsmission ist der Theater-Auftrag im Kollosseum.

Max Wildgruber meint: Müsse mache Tote, eh? Müsse spiele sympathische Hallodri-Heros Ezio Auditore da Firenze in Roma, si? Bevor mich italienische Muttersprachler nun lynchen, will ich noch sagen: Dieses Ding ist wie sein Vorgänger: der spielgewordene Urlaub in Latium! Ein wunderschönes Riesen-Rom, die anspruchsvollen Borgia-Türme und meine auflevelbaren Assassinenbrüder erweitern den bekannten Spielablauf außerdem so weit, dass Brotherhood auch als eigenständiges Spiel prima bestehen kann. Lediglich für die Rahmenhandlung hätte ich mir mehr Substanz und weniger esoterisches Gesabbel gewünscht. Andererseits hat Assassin’s Creed 3 so alle Freiheiten, das Meuchelepos zum dramatischen Ende zu führen. Bin gespannt!

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Frohes Fest!

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Das MANIAC.de-Team wünscht allen I, MANIACs ein herrliches Weihnachtsfest voller Geschenke, Marzipan und Zeit zum Zocken – oder was auch immer Ihr gerne esst, macht und wollt! Was gibt es schöneres als mit der ganzen Familie am Kamin zu sitzen und Steppbergers sonorer Stimme im Weihnachts-Podcast zu lauschen? Wir hoffen, dass Ihr in keinem Schneesturm, auf keiner Autobahn oder einem überfüllten IC-Abteil feststeckt (und wenn drücken wir die Daumen dass Ihr einen dieser Gameboy-Nachfolger dabei habt) und bedanken uns für ein grandioses 2010, welches uns hier viel Spass gemacht hat.

Zwischen Weihnachten und Silvester ist hier nicht ganz so viel los wie sonst, aber die eine oder andere News wird’s schon geben, dazu zählen wir die 20 besten Spiele des Jahres herunter und erwarten die neue M! Games-Ausgabe am Mittwoch!

Besinnliche und verspielte Weihnachten!
Euer MANIAC.de-Team

 

Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 17 – Fable III

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Max Wildgruber meint: Im Gegensatz zum Großteil meiner Testerkollegen versuchte ich Fable III nicht an den übertriebenen Erwartungen zu messen, die Peter Molyneux im Vorfeld seiner Veröffentlichung gewohnt schwärmerisch zu wecken wusste. So erlebte ich eine bemerkenswert ergreifende Story, deren Höhepunkt das einsteigerfreundliche Action-RPG ungeschickt in die Mitte des Spiels setzt. So wächst Euch das liebevoll gestaltete Albion wie in keinem Fable vorher ans Herz und Ihr versucht verzweifelt, die immensen Anforderungen Eures königlichen Amtes zu erfüllen, während die finale Katastrophe unaufhaltsam näher kommt. Bei deren Inszenierung ging Lionhead dann zugegebenermaßen die Luft aus. Doch in diesem Spiel ist eben der Weg das Ziel und dieser gestaltet sich dank Koop-Modus, exorbitanten Originalsprechern und immer wieder aufblitzendem englischen Humor auf Terry Pratchett-Niveau märchenhaft gut!

Ulrich Steppberger meint: Eigentlich wollte ich Fable III schon längst anspielen, doch wie so manch anderer Titel der Vorweihnachtszeit bin ich nicht dazu gekommen. Und das, obwohl ich mir extra in Großbritannien die englische Fassung bestellt habe, denn Microsofts Ankündigung, diesmal die entsprechende Tonspur zeitgleich zur Veröffentlichung in Deutschland zur Verfügung zu stellen, habe ich nicht getraut. Vollkommen zurecht, wie sich prompt herausstellen sollte: Aus nicht näher definierten Gründen hat es doch wieder lange Wochen gedauert, bis sie endlich online gestellt wurde. Okay, das Endergebnis für mich wäre jetzt das Gleiche…

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M! Games zu Besuch im Computermuseum München

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160 Quadratmeter, fast 40 Jahre Computerhistorie, zwei Kellerräume, ein Mann und unzählige Monitore – seit über zehn Jahren sammelt Wolfgang Kainz-Huber Heimcomputer. Vom Altair 8800 über den Commodore 64 bis hin zu den ersten Apple-Rechnern hat der gelernte Landwirtschaftsmeister eine unüberschaubare Menge an Hardware in seinem Keller zusammengetragen. Auch die ein oder andere Videospielkonsole schaffte es in seinen Fundus. Der 53-Jährige möchte seine Sammlung aber nicht für sich behalten. Spätestens 2015 will er das Computermuseum München eröffnen. Wir haben uns seine Sammlung bereits angeschaut, mit ihm über seine Beweggründe geplaudert und unsere Eindrücke für Euch in eine Audio-Slideshow gepackt:

 

Weitere Informationen zum Computermuseum München findet Ihr auf der Homepage des Projektes: http://www.computermuseum-muenchen.de/
Hier könnt Ihr Euch bei Interesse auch für eine Besichtigung der Sammlung anmelden.

 

Böse Überraschung zu Weihnachten: Dead Space 2 muss nochmal durch die Altersprüfung!

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Dead Space 2 kommt am 27. Januar (fast) ungeschnitten? Denkste! Oder vieleicht doch? Jedenfalls hat es kurz vor Weihnachten eine überraschende Wendung im dauerhaften Jugendschutz-Gerangel rund um den alles andere als zimperlichen Actiontitel von Electronic Arts gegeben. Denn erstmals in der USK-Historie hat ein Bundesland die unter bestimmten Bedingungen gegebene Möglichkeit genutzt, ein Veto gegen die 18er-Freigabe einzulegen. Dass es sich dabei um Bayern handelt, dürfte allerdings kaum jemanden überraschen.

Dazu EA:

“Nachdem die USK-Gutachter Dead Space 2 nach monatelangem Hin und Her eine Alterskennzeichnung (18+) gegeben haben, hat das bayerische Sozialministerium diese Entscheidung wieder kassiert und das sogenannte Appellationsverfahren aus der juristischen Mottenkiste geholt. Nun wird es eine erneute USK-Prüfung geben – inzwischen schon die sechste! Da diese erst irgendwann im Januar stattfinden wird, ist der Releasetermin der USK-Version des Spiels gefährdet. Die deutschen Spieler haben das Nachsehen. Nach über 30.000 USK-Prüfungen ist dies nun das erst Mal überhaupt, dass ein Alterskennzeichnungsverfahren mit Hilfe des Appellationsverfahrens derart in die Länge gezogen wird.”

Und noch etwas auführlicher der EA-Geschäftsführer Olaf Coenen: 

“Wir sind seit Juli 2010 mit der USK im Gespräch über Dead Space 2. Es gab insgesamt fünf USK-Prüfungen mit der finalen Entscheidung, das Spiel zu kennzeichnen. Danach haben wir – so wie das in den 30.000 Fällen zuvor auch Praxis war – die weiteren Produktionschritte unternommen. Nun wurde das Kennzeichen völlig überraschend und für uns nicht nachvollziehbar wieder kassiert. Die sechste Prüfung soll jetzt irgendwann im Januar erfolgen – bei einem Spiel, bei dem sich alle Beteiligten einig sind, dass es nur für Erwachsene angeboten werden soll. Das ist aus unserer Sicht absurd.

Wir fordern Bayern auf, das Appellationsverfahren wieder einzustellen und sich dem Spruch der Gutachter anzuschließen, die vor dem Hintergrund ihrer langen Erfahrung (30.000 Prüfungen) zu der Entscheidung für eine Kennzeichnung gekommen sind.

Erwachsenenspiele gehören nicht in Kinderhände. Ich finde aber auch, dass erwachsene Spieler in Deutschland genauso behandelt werden sollten, wie die Spieler in allen anderen europäischen Ländern auch. Dort wird Dead Space 2 mit der angemessenen Alterskennzeichnung (PEGI 18) am 27. Januar 2010 veröffentlicht.

Computer- und Videospiele sollten nicht anders behandelt werden als beispielsweise Bücher und Filme. Erwachsene sollten frei in ihrer Entscheidung sein, wie sie sich unterhalten möchten.”

 

Um Zockern die Möglichkeit zu geben, ihre Unterstützung kund zu tun, hat Electronic Arts eine Online-Petition zur Rettung von Dead Space 2 eingerichtet, deren Ergebnis der bayerischen Sozialministerin überreicht werden soll – klickt Euch hier durch und gebt Eure digitale Unterschrift ab.

Ein Hinweis abschließend in eigener Sache: Wer seiner Wut besonders wortstark Ausdruck verleihen will, möge das bitte anderswo tun – sachliche Diskussionen sind okay, Beleidigungen gegen einzelne Volksgruppen, Parteien, Institutionen oder Politiker dagegen hier nicht gewünscht und werden konsequent gelöscht. Sammelt lieber Unterstützer für die Petition, das ist konstruktiver.

Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 18 – Vanquish

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Matthias Schmid meint: Ich bin zwar nicht größte Shinji-Mikami-Fan, doch mit Vanquish hat mich der Resident Evil-Schöpfer überzeugt. Zusammen mit Platinum Games hat der Action-Profi ein Bleiballet erschafften, das seinesgleichen sucht. Ein Bildschirm voller Kugeln, Explosionen und Blitzeffekte. Harte Roboterfeinde, die ohne Unterlass feuern. Endbosse, die Euch kräftig in die Mangel nehmen. Und zwischen all dem thront Hauptcharakter Sam, zündet sich genüsslich eine Zigarette an und hechtet dann elegant über die Deckung, zum den Bleckkübeln in stylischer Zeitlupe einen Kugel genau zwischen die Augen zu verpassen. Vanquish versetzt Euch in einen Rausch – die Schlacht tobt, die Grafik verschwimmt aufgrund der irren Geschwindigkeit und die Gegner pushen Euch zu immer neuen Höchstleistungen. Leider können die Inszenierung in den Zwischensequenzen und die tumbe Story da zu keiner Zeit Schritt halten. Lustig ist dafür der einfallsreiche Abspann, da verzeih’ ich glatt den netten aber etwas unspektakulären Endfight.

Stefan Stöckmann meint: Als ich das erste Mal zum Pad griff, um Vanquish zu spielen, war ich skeptisch. Erst einige Wochen zuvor hatte ich mich durch Platinum Games’ Bayonetta gequält, welches mich mit seinem, für meinen Geschmack zu abgedrehten, Art-Design und seiner verwirrenden Geschichte zur Verzweiflung gebracht hatte. Bevor ich allerdings einen weiteren Gedanken an meine Zweifel verschwenden konnte, hatte sie Vanquish bereits weggepustet. Selten habe ich eine so stilsicher und bombastisch präsentierte Action erlebt, die sich mit etwas Übung auch noch hervorragend steuert. Bin ich zu Beginn noch eher konservativ vorgegangen und habe mich von Deckung zu Deckung vorgearbeitet, eröffnete sich mir nach den ersten Abschnitten das volle Spielspaß-Potential des Titels. Wie im Rausch bin ich dann mit Sam auf den Knien in Zeitlupe durch die optisch etwas eintönig gestalteten Levels gerutscht und habe einen Cyborg nach dem nächsten zu Altmetall verarbeitet. Um die Story musste ich mir bei Vanquish keine Gedanken machen. Die fällt mit ihren bösen Klischee-Russen aus den 80er-Jahern nämlich so flach aus, dass man sie getrost vernachlässigen kann. Gleiches gilt für die Synchronisation, die so mies ist, dass ich während des Spielens oft versucht war, mir Watte in die Ohren zu stopfen. Hier ist für eine eventuelle Fortsetzung noch viel Luft nach oben. Dass es einen zweiten Teil geben wird, ist auf jeden Fall wünschenswert, denn Vanquish hat mich nicht nur wieder an die Qualität von Spielen aus Japan glauben lassen, sondern ist für mich auch der bislang beste Action-Titel dieser Konsolen-Generation.

Ulrich Steppberger meint: Eins kann man Vanquish auf jeden Fall nicht vorwerfen, denn es behält die bewährte Linie von Platinum Games bei: Viel Lob einkassieren und dann kaum was verkaufen – zumindest lässt der rasante Preisverfall auf der britischen Insel den Schluss zu, dass auch der vierte Titel der Japaner mal wieder diesem Schema folgt.

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Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 19 – Call of Duty: Black Ops

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Matthias Schmid meint: Keine großen grafischen Verbesserungen, kein Flughaften-Aufreger und vor allem keine spielerische Freiheit. Was bleibt von der Einzelspieler-Kampagne von Black Ops? Die wunderbare Steuerung, reizvolle Schauplätze rund um den Globus, tolle geskriptete Actionszenen, einige deftige Brutalo-Einlagen und – Hut ab – eine spannenden Geschichte. Doch nach sechs spaßigen Stunden ist das explosive Buhei rum ums Eck – und wandert wohl auch nicht noch mal in meine Konsole. Doch der Mehrspieler-Modus lässt mich nicht mehr los – was freu’ ich mich auf die neuen Maps im Februar! Das Aufleveln motiviert mindestens so sehr wie beim ersten Auftritt in Modern Warfare, das Schmökern in Statistiken fesselt, das Kino ist gleichermaßen Bühne zum Angeben und Fundus hilfreicher Taktiken. Abgesehen von einigen Ausreißern (z.B. Crisis und Jungle) fühle ich mittlerweile auf fast alle Maps pudelwohl – speziell Array, Nuketown, Grid und Summit sind einfach fantastisch für dynamische, packende Online-Knallereien. Der Trainingsmodus, das Wett-Feature und coole Killstreaks gibt’s als Gratiszuckerl obendrauf. Knapp vor Halo: Reach ist CoD: Black Ops mein Online-Favorit des Jahres.

Oliver Schultes meint: Ich habe es damals schon im Test geschrieben: Ich zocke bevorzugt alleine, online spielen überlasse ich anderen. Wenn man dann von Black Ops den Online-Part abzieht, bleibt nur wenig Spiel übrig. Auf Schwierigkeitsstufe ‘Normal’ nach fünf Stunden vor dem Abspann zu sitzen, ist doch arg unbefriedigend – auch wenn diese 300 Minuten zum Großteil hollywoodreifen Action-Bombast geboten haben.
Ebenfalls kritisch ist mittlerweile der Grad an Fremdbestimmtheit: Zu den Schlauchlevels gesellen sich in jeder Mission Kameraden, die mir unmissverständlich den Weg weisen. Abweichungen vom geplanten Bewegungsmuster werden mit der Nichtauslösung eines Spielscripts quittiert – was wiederum den Fortgang der Mission stoppt. Ihr müsst an einer bestimmten Stelle den ersten Schritt tun, damit sich die Kollegen in Bewegung setzen und der Einsatz weitergeht. Diese Gängelung mag die Serie immer zugänglicher für Nicht-Ego-Shooter-Fans machen, auf Dauer verliert Call of Duty dadurch aber an Spannung und Profil.
Überraschend motivierend finde ich dagegen den Überlebenskampf-Modus, in dem man gegen Horden von Zombies auf einem eng abgesteckten Terrain antritt. Super simpel, super Old School und super fesselnd!

Tobias Kujawa meint: Die Call of Duty-Serie verschafft mir jedes Jahr drei bis vier Abende kinoreife Action. Black Ops ist hier keine Ausnahme und überraschte mich mit einer interessanten, verworrenen Geschichte, abwechslungsreichen Szenarien und spektakulären Script-Events. Ich konnte meinem Alter Ego sogar zum ersten Mal in der Geschichte der Ruf-der-Pflicht-Serie ins Gesicht sehen und der Handlung bis zum überraschenden Ende problemlos folgen. Die Flucht aus Workuta stellt für mich den atmosphärischen Höhepunkt dar und erinnert mich an die Sowjet-Missionen aus dem ersten Call of Duty (für PC). Mängel wie zu starke Mitstreiter, teilweise unendliche Gegnerwellen und strikte Bindung an den Levelpfad bin ich von der Marke Call of Duty gewohnt, sie stören mich in den ca. sechs Stunden des Einzelspielermodus nicht. Online setze ich sowieso keinen Fuß auf die hektischen CoD-Schlachtfelder, da bin ich bei Bad Company 2 und FIFA 11 besser aufgehoben.

Michael Herde meint: Nach meinem Besuch beim Entwickler Treyarch Anfang September war ich überzeugt vom routiniert guten Mehrspieler-Modus und zuversichtlich, was die Qualität des Solo-Modus betraf: Ein sprechender Held mit Namen, feine Animationen und viel Krachbumm versprachen gute Ego-Shooter-Unterhaltung. Das Ergebnis schließlich gefällt mir nicht. Die Kampagne habe ich nach etwa zwei Stunden gelangweilt abgebrochen. Zu beengend wirkte der Spielablauf, zu zerstückelt die Missionen. Gerade so, als hätte Treyarch Passagen zusammengeschraubt, die aus älteren CoDs herausgeschnitten wurden. Absurderweise ist es mir zudem mehrfach gelungen, in diesem ultralinearen Beinahe-Railshooter Missionsabbrüche zu provozieren, weil ich es mal wieder gewagt habe, mich zehn Meter von meinem Kameraden zu entfernen oder mich vor lauter Geschrei und Getöse zu verlaufen. Außerdem ist die Grafik nicht mehr sonderlich imposant: Ein auf Cineasmus getrimmtes Spiel, das so skriptgeprägt und linear ist, sollte noch so viel besser aussehen.

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