Microsoft enthüllt Project Natal

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Microsoft stellte im Rahmen der E3-Pressekonferenz das Project Natal vor – Codename für eine Technik, die das Videospielen ohne Controller ermöglichen soll. Prominente Unterstützung holte sich der Redmonder Konzern von Steven Spielberg und Peter Molyneux, die Project Natal freilich voller Begeisterung anpriesen. Mögliche Einsatzgebiete für das körpergesteuerte Videospiel sind Rennspiele (simuliert mit den Händen ein Lenkrad), Sportspiele wie Fußball (das Programm erkennt Eure Beinbewegungen) oder Skateboard und dank Spracherkennung Quizspiele, bei denen Ihr die Lösung einfach in den Raum ruft.

Was macht es anders? Project Natal erlaubt das Videospiel ohne Controller, dafür mit dem ganzen Körper. Eine Sensorbar, die unter dem Fernseher angebracht wird, erkennt nicht nur Bewegungen mit Händen, Körper oder Kopf, sondern auch Stimme und Gesicht. Dadurch sollen Interaktionen mit Figuren im Spiel möglich sein. In der Microsoft-Pressekonferenz zeichnete ein (echtes) Mädchen beispielsweise etwas auf Papier und hielt es in die mitgelieferte RGB-Kamera – das Programm konnte das Gezeichnete erkennen.

Wie funktioniert’s? Das Projekt umfasst neben einer Tiefen-Sensorbar, die den Körper von Kopf bis Fuß umfasst, eine RGB-Kamera und Raumklang-Mikrofone, die die menschliche Sprache erkennen und zu Personalisierungszwecken eingesetzt werden. Im Unterschied zu 2D-Kameras verspricht Microsoft, Körperbewegungen in 3D aufzunehmen und gleichzeitig neue Befehle via Richtungsänderung und Veränderungen in der Stimmlage zu berücksichtigen. Eine entsprechende Software soll das Utopische möglich machen und den ganzen Körper zur Spielgestaltung einsetzen.

Was bedeutet “Natal“? Microsoft nutzt üblicherweise Städtenamen als Codewörter, da diese nicht schützbar sind. Natal ist eine Küstensstadt im Nordosten Brasiliens und ist ein Tribut an den brasilianischen Projektleiter Alex Kipman. Zudem bedeutet “Natal“ auf Latein “geboren werden“. Der ‘richtige’ Produktname kommt erst später.

E3 2009 – Microsoft-Pressekonferenz: Die wichtigsten Fakten

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– Zum Auftakt läuft ein langer Trailer zu The Beatles: Rock Band. Schick anzusehen, aber mit genau Infogehalt jenseits der ansehnlichen Cartoon-Optik.

– Die Harmonix-Truppe spielt live einen Song. Spielgrafik sieht aus wie immer, nur eben mit den Beatles als Charakteren. Und man kann offenkundig mehrstimmig singen, wie auch immer das vernünftig abgefragt werden soll…

– Business-Blah von einem Giles Martin: Spiel wird ganz besonders toll/authentisch usw. Glauben wir gerne, überrascht aber auch nicht. Dazu läuft der erste offizielle Trailer: Die Beatles in ihren verschiedenen “Phasen”, nett gemacht.

– Ganze Alben werden zum Download angeboten, angefangen mit “Abbey Road”. “All You Need is Love” wird ein exklusiver Download-Song für Xbox 360, hui…

– Auf der Bühne: Yoko Ono (Lennon-Witwe), Olivia Harrison (Harrison-Witwe) sowie Paul McCartney und Ringo Starr. Letztere waren eher peinlich und nichtssagend.

– John Schappert von MS ist auf der Bühne: Keine langweiligen Business-Grafiken und -Bilder diesmal, dafür gleich zehn (10!) Spiele, die man noch nie vorher gesehen haben soll.

– Tony Hawk kommt auf die Bühne und hat den glorreichen Skateboard-Controller für Tony Hawk: RIDE dabei. Er findet’s ganz toll, ich (der es schonmal gesehen hat) bleibe skeptisch.

– Jetzt kommt der Trailer: Diverse Profis versuchen sich mit dem Ding.. wie lange die wohl geübt haben? Die Grafik vom Spiel ist voll auf Cartoon-Stil getrimmt.

– Modern Warfare 2-Trailer: Kennt man prinzipiell schon, ist aber nicht weniger interessant. Oha – doch kein Trailer? Da spielt jetzt jemand im Schnee-Level live weiter… hätten sie für die Demonstration nicht was mit mehr grafischen Wumms wählen können?

– Fahrt auf dem Schneemobil… okay, nicht schlecht, aber Schnee haben wir jetzt genug gesehen.

– Zwei Map-Packs werden zuerst auf Xbox Live erscheinen.

– Jetzt auf der Bühne: Square Enix-Personal (habe mir die Namen nicht gemerkt, sorry), das über Final Fantasy philosophiert. Produzent und Director sind’s offenbar. Und jetzt die ersten echten Xbox-360-Spielszenen.

– Ohne Direktvergleich ist es schwer zu sagen, ob es zur PS3-Fassung von Final Fantasy XIII spürbare grafische Unterschiede gibt – aber wohl eher nicht. Sie erklären das Kampfsystem, aber das kennt inzwischen jeder Interessierte eh schon…

– US-Termin: Frühjahr 2010. Das wird eine Warterei…

– Die folgenden gezeigten Spiele wird es nur auf Xbox 360 geben.

– Auf der Bühne:  Cliffy B und irgendwer, die ein Xox-Live-Arcade-Episodenspiel vorstellen. Weil man vom Vorspieler nichts versteht (Mikro kaputt), habe ich nicht viel mitbekommen, aber es ist ein Seitwärts-Scroller-Action-Knaller-Dings.

– Es heißt Shadow Complex und sieht aus wie ein Bionic Commando Rearmed mit mehr Krachwumm und ohne Greifhaken. Nicht wirklich so spannend, kommt im Sommer.

– Nächstes Spiel von Microsoft: Joyride. Sieht aus wie GripShift gemischt mit einem Kart-Rennspiel – und wird nix kosten. Kommt im Winter. Ob da mit Mikrotransanctions Geld gemacht werden soll?

– Nächste Trailer: Crackdown 2! Coole Video-Sequenz, aber keine Spielgrafik. Left 4 Dead 2! Saubrutal, aber sonst nicht weiter aussagekräftig (hätte es fast für Dead Rising 2 gehalten) – 17. November

– Weiter geht’s in der Trailer-Show: Splinter Cell Conviction. Alles sehr mysteriös gehalten – und offenbar (siehe oben) wie vor 2,5 Jahren angekündigt immer noch 360-exklusiv?

– Zwei Ubi-Leute spielen ein Echtzeit-Demo vor. Sam Fisher sucht den Mörder seiner Tochter und würgt einen Glatzkopf bei der Befragung in einem Klo?

– Storyschnipsel werden in die Umgebung projiziert. Sieht interessant aus und erinnert ein wenig an Dead Space. Außerdem ist das Spiel auch nicht gerade zimperlich.

– Von einem Schleichschwerpunkt wie früher ist bei der Vorführung nicht mehr viel zu sehen. Ganz im Gegenteil, da geht’s ganz schön wild zu.

– Na endlich machen sie’s offiziell: Forza Motorsport 3 kommt, und sogar schon im Oktober

– Dan Greenwald (Turn 10-Boss) erzählt, wie toll er alles findet und machen wird. Die ersten Spielbilder im Hintergrund lassen erahnen, dass diesmal Strecken mit schicker Optik dabei sein könnten. Und es gibt eine echte Cockpit-Perspektive. Die Bergstrecke erinnert mich ganz leicht an die Gran Turismo 5-Strecke, so ein Zufall…

– Etwa 400 Autos, Rückspul-Feature (siehe GRID), großer Schwerpunkt auf Community-Sharing usw. Hoffentlich wird der Editor für die Vinyls etc. diesmal etwas komfortabler.

– Luxus-Editor für Videos. Das Vorführ-Beispiel sieht in der Tat sehr beeindruckend aus. Wenn das fertige Spiel wirklich die 60 FPS halten kann, dann ist das grafisch ein deutlicher Sprung zum Vorgänger. Ach ja, Unfälle und Schäden gibt’s offenbar auch.

– Als nächstes: Halo 3 ODST. Schick, aber nicht wirklich weltbewegend. Wird sich trotzdem unendlich oft verkaufen.

– Neue Waffen und Sichtmodus, weil ja nicht mehr Spartan, sondern Shock Trooper… wow.

– Nächstes Spiel, bitte?

– ODST kommt am 22.9. raus.

– Und jetzt der erste (dezent nichtssagende) Teaser-Trealer von Halo: Reach (Herbst 2010). Wer ODST kauft, kann bei der Mutiplayer-Beta mitspielen.

– Auf der Bühne: Sam Lake von Remedy.. Alan Wake gibt es tatsächlich noch! Die Szenen auf der Leinwand sind angeblich echte Spieloptik und sehen schon sehr ansehnlich aus.

– Und jetzt spielt jemand in echt. Interessant: Während des Geschehens gibt es einen Voiceover von Alan Wake selbst.

– Ziemlich atmosphärisch, das Ganze. Geballert wird auch, dann geht’s in eine Art Resident-Evil-5-Perspektive. Und Zeitlupe kommt ebenfalls vor, Remedy mag das ja.

– Sehr stimmungsvoller Einsatz von Lichteffekten wie Taschenlampe und Leuchtfeuer, auch die kleinen Cutscenes passen. Erinnert bisher trotzdem noch an Silent Hill… Alan Wake erscheint im Frühjahr 2010 (glauben wir das?).

– Jetzt gehen wir weg von Spielen und hin zu Online-Neuheiten. Die erste: Der Internet-Radio-Musik-Dienst last.fm kommt auf die Xbox 360 – und zwar auch für Nicht-Amerikaner!

– Neues bei Netflix – toll, für uns aber irrelevant. In UK kommt Sky TV dazu, bringt uns natürlich auch nix.

– Video-Marktplatz wird zu Zune Video: HD-Videos in Zukunft 1080p, Instant-Streaming, und weitere Länder haben Zugriff (18 statt 8). Schön, nur bringt das hierzulande wohl wieder den wenigstens was, wenn Auswahl und Bandbreite nicht stimmen.

– Live-Partys können Filme etc. zusammen anschauen, mit witzigen Avatar-Zuschauern am unteren Bildrand.

– Microsoft tut sich mit Facebook zusammen. Felicia Day (“The Guild”, “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog”) darf was drüber erzählen. Dummerweise habe ich von Facebook keine Ahnung, deswegen kann ich den Nutzen davon nicht so recht beurteilen. Sieht aber ganz witzig aus, mit Foto-Sharing, Status-Checks usw. Funktioniert auf einem PC aber trotzdem wohl besser.

– Twitter wird auch eingebunden. Das wiederum ist witzig und sieht von der Aufmachung her hübsch aus. Updates können auch von der 360 aus gemacht werden. Beides geht im Herbst an den Start.

– Don Mattrick (Senior Vice President) kommt auf die Bühne…

– .. und Hideo Kojima! Metal Gear Solid kommt auf die Xbox 360. Keine Umsetzung von Teil 4, sondern was Neues namens Rising – “Raiden is Back”… öhm. Kein Snake? Echt?

– Wenn ich’s nicht verpasst habe, fiel das Wörtchen “exklusiv” aber nicht.

– Jetzt kommt’s: Eine neue Controller-Geschichte… die bewegungserkennende Kamera kommt.

– Sieht aus wie eine klkeine Sensorbar unter dem Fernseher, der Trailer impliziert eine äußerst genaue Abfrage. Wenn das wirklich so klappen würde, wäre das ziemlich mächtig.

– Witzig: Im filmchen skatet gerade einer – wie bei Tony Hawk: RIDE, nur ohne Extra-Controller… Pech für Activision?

– Spracherkennung dabei, gezeigt am Beispiel eines Quizspiels.

– Arbeitstitel: Project Natal

– Funktioniert mit allen Konsolen (wollen wir ja wohl erwarten), Termin bislang nicht genannt.

– Steven Spielberg kommt auf die Bühne, um das Ding anzupreisen. Okay, der gute Mann wirkt schon glaubwürdig, schließlich hat er mit den Boom Blox-Spielen für Wii schon sowas ähnliches in die Wege geleitet.

– Er findet’s offensichtlich toll, keine Überraschung…

– Der Creative Director darf jetzt noch was erzählen. Als erstes will er Natal den Core-Gamern schmackhaft machen. Dazu zeigen sie jetzt ein paar Live-Demos.

– Der Avatar auf dem Bildschirm macht seine Bewegungen nach, das Dashboard-Menü kann per Handbewegung gesteuert werden… sie hätten Tom Cruise (wegen “Minority Report”) dafür verpflichten sollen.

– Demo-Spiel: Eine Art 3D-Breakout in Unreal Engine 3 namens Ricochet, bei dem man die Bälle durch seine Bewegungen mit einem Avatr im Spiel hält. Scheint recht gut zu funktionieren.

– Ooh… ziemlicher Wii-Diss vom Director.

– Noch ein Demo: Durch die Bewegungen wird Farbe auf die virtuelle Leinwand geklatscht – Performance-Kunst pur. Sieht ziemlich sinnlos, aber auch sehr witzig aus. Bob Ross für die Zappel-Generation.

– Das Programm kann Schemen einlesen, die man durch seine Körperhaltung erzeugt. In der Pträsentation stellen zwei Leute einen Elefanten nach – schräg und irgendwie cool zugleich.

– Aha: Peter Molyneux ist da und macht irgendwas mit Natal.

– “Ein Junge namens Milo” – sieht aus wie eine künstliche Intelligenz, mit der man via Natal interagiert.

– Ein echtes Mädel (Claire) unterhält sich mit Milo, ganz wie echte Freunde miteinander umgehen würden. Die Grafik von Milo und seiner Umgebung sieht richtig schön aus.Die Dialoge wirken sehr natürlich. Claire plätschert via Kamera in einem Teich rum.

– Sie malt etwas auf ein Papier, hält es vor die Kamera und Milo erkennt, was drauf ist. Klingt sehr utopisch, scheint aber (laut Molyneux) wirklich zu funktionieren – Little Computer People der Jetzt-Zeit.

– Wir sind kurz vor dem Ende? Gibt’s jetzt noch eine letzte Überraschung?

– Anscheinend nicht…

 

Das war’s von der Microsoft-Konferenz. Beehrt uns morgen wieder, wenn Nintendo und Sony dran sind.

Crysis 2 für Konsole

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In einer offiziellen Pressemitteilung bestätigen Electronic Arts und Crytek die Entwicklung am Ego-Shooter
Crysis 2
. Die frohe Botschaft für alle Konsoleros: Das Sequel erscheint parallel mit der PC-Fassung für PS3 und 360.

Crytek-Chef Cevat Yerli zeigt sich erfreut: “Die Entwicklung von Crysis 2 ist ein wichtiger Schritt für unser Entwickler-Studio. Der Titel ist nicht nur das nächste Spiel des Crysis-Franchise, es ist auch der erste Titel, den wir für Konsolen entwickeln und der auf Basis der CryEngine 3 entsteht”.

Die offizielle Bestätigung eines neuen Crysis-Teils ist keineswegs überraschend: Schon auf der diesjährigen Game Developers Conference präsentierte Crytek Szenen aus der CryEngine 3-Demo und verwies auf eine kommende Konsolen-Umsetzung. Ein Termin steht noch nicht fest, gerüchteweise soll es aber Mitte 2010 soweit sein.

Neue PSP ab Herbst im Handel

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Undichte Stelle oder Absicht? Video zeigt Sonys neue portable Spielekonsole – PSP Go.

16 GB Flash-Speicher, kein UMD-Laufwerk, Slider-Konstruktion, Bluetooth-Unterstützung, geringere Größe, 3,8 Zoll Display und 43% leichter als das aktuelle PSP-Modell – so lauten die Rahmendaten des mutigen Hardware-Updates.
Laut Aussage von Sonys Hardware-Marketing-Director John Koller soll die PSP Go die aktulle PSP nicht ersetzen, sondern eine Option für technikbegeisterte und Download-affine Gamer sein. Spiele werden nicht mehr auf UMD im Laden gekauft, sondern via Internet auf das Gerät geladen. Durch Memory Sticks lässt sich der interne Speicher nahezu beliebig vergrößern, die teilweise nervig langen Ladezeiten für ein Spiel dürften der Vergangenheit angehören.

Wie die Konsole in Aktion aussieht, seht Ihr in folgendem Video. Das verrät auch, dass LittleBigPlanet den Weg auf das Handheld findet, ein neues Metal Gear Solid in Arbeit ist und Gran Turismo Mobile doch noch kommt.

 

 

Neues aus Absurdistan: Kommentar zu den Verbotsbestrebungen für Videospiele in der vergangenen Woche

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Ich bin sauer, der Grund: Die blinden Aktionisten sind wieder unterwegs, weshalb ich mich über einige Meldungen der vergangenen Tage doch sehr wundern muss. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sorgte wieder für Schlagzeilen und stellt seine Unkenntnis erneut unter Beweis. Seit dem Amoklauf in Winnenden war mir der Staatsbedienstete mehrmals unangenehm aufgefallen, weil er Herstellung und Vertrieb von gewalthaltigen Spielen verbieten wollte und noch immer will. “Spiele mit gewaltverherrlichenden und menschenverachtenden Inhalten sind zu verbieten”, bekräftigte er dieser Tage seine Position und ignoriert dabei einmal mehr die Tatsache, dass derartige Medien (und damit auch Spiele) laut Paragraph 131 des Strafgesetzbuches in Deutschland bereits verboten sind. Nicht zuletzt deshalb gibt es in unserem Land neben dem weltweit einzigartigen Instrument der Indizierung auch die Möglichkeit der Beschlagnahmung. Weshalb sonst sind Videospiele wie Manhunt oder Condemned hierzulande verboten? Versteht mich nicht falsch: Ich befürworte Jugendschutz, wehre mich aber gegen eine Entmündigung erwachsener Videospieler. Das ist sicherlich eine schwierige Gratwanderung. Um diese zu meistern, bedarf es aber nicht Aufmerksamkeit heischender Polemik, sondern eines sachlichen Diskurses.

Uneinigkeit bei den Christdemokraten

Doch nun regt sich Widerstand in den eigenen Reihen: Der CSU-Nachwuchs der Jungen Union sprach sich unter der Leitung von JU-Chef Stefan Müller gegen ein Verbot von Ego-Shootern aus. Unterstützung erhält Müller dabei vom Bund der deutschen katholischen Jugend (BDJK). “Wir teilen diese Ansicht (Herrmanns, Anmerkung des Autors) nicht” heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Solche Forderungen wie die von Innenminister Herrmann entstünden aus dem “Problemlösungsdruck der Öffentlichkeit”. Man wolle nicht eine ganze Personengruppe unter Generalverdacht stellen, sagen JU und BDKJ. Verständlicherweise hat die Öffentlichkeit ein Interesse an schnellen Lösungen, wenn Ereignisse wie in Winnenden die Menschen schockieren. Doch wie unlängst ein Leserbrief auf den Punkt brachte, lassen sich unliebsame Phänomene nicht einfach verbieten, denn die Ursachen liegen tiefer und sind komplexer. Deshalb fordern JU und BDKJ nicht Verbote, sondern konkrete Maßnahmen in der Sozialpolitik: “Bei der Amokprävention muss in den Bereichen angesetzt werden, in denen das soziale Leben der Betroffenen stattfindet: Die Familie und vor allem die Schule. Wir plädieren für die Einrichtung von Krisenteams an Schulen und einen verstärkten Einsatz von Schulsozialarbeitern, die eine Kultur des Hinhörens etablieren sollen. […] Populistische Forderungen nach dem Verbotsreflex helfen nicht weiter. Wir lehnen ein Herstellungs- und Verbereitungsverbot von Egoshooter-Spielen ab”, ist der Erklärung zu entnehmen.

Den Vogel schießt Herrmans Reaktion darauf ab: “Ich gehe zugunsten des BDKJ davon aus, dass er nicht weiß, wie brutal und gewaltverherrlichend solche ‘Killerspiele’ sind”, zitiert heise.de den Minister. Als ob ER es wüsste. Aber halt! Vielleicht ereifere ich mich gerade und ich tue Herrmann unrecht. Am Ende ist er begeisterter Shooter-Fan und kann auf Erfahrungen aus erster Hand zurückgreifen. Nein, irgendwie glaube ich das nicht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Das E-Sport-Debakel

Und es geht munter weiter: Die Intel Friday Night ist eine E-Sport-Veranstaltung, die zunächst in Stuttgart hätte stattfinden sollen. Doch die Schwaben-Metropole liegt zu nah am Unglücksort Winnenden. Deshalb wollte die Stadtregierung nicht geschmacklos sein (oder Wählerstimmen riskieren) und untersagte das Festival der Gewalt (Sarkasmus-Alarm!), bei dem der Veranstalter Turtle Entertainment auch Counter-Strike anbieten wollte. Also wich man nach Nürnberg aus, mit gleichem Ergebnis. Zuletzt war Karlsruhe für das für den 5. Juni anberaumte Großereignis im Gespräch. Dort nämlich hatte Oberbürgermeister Heinz Fenrich die Veranstaltung Anfang Mai 2009 genehmigt. Zwar hält er Presseberichten zufolge selbst nicht viel von Spielen wie Counter-Strike, weiß aber um dessen Altersfreigabe ab 16 Jahren. Gleichzeitig war eine Eltern-LAN anberaumt, die von der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) iniziiert wurde. Doch Fenrich hatte die Rechnung ohne die örtliche CDU-Fraktion gemacht, die der Stadtverwaltung Druck machte, die Veranstaltung abzusagen. “Aufgrund ihres gewaltverherrlichenden, menschenverachtenden und brutalen Charakters können solche Spiele Jugendliche zu mehr Gewalt veranlassen”, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz zu KA-News. Auch der Karlsruher CDU-Vorsitzende Ingo Wellenreuther scheint sich ein Stück des stimmträchtigen Wahlkampfkuchens ergattern zu wollen. “Entscheidend ist im konkreten Fall nicht, ob Killerspiele derzeit schon gesetzlich verboten sind, sondern dass nach meiner Auffassung die Stadt Karlsruhe ihre Hallen für Veranstaltungen mit Killerspielen nicht vermieten sollte”, ließ er im Rahmen des Streits um die Intel Friday Night verlauten.

Das Ergebnis des Machtkampfes zwischen der CDU-Fraktion im Rathaus und Oberbürgermeister Fenrich: Turtle-Geschäftsführer Ralf Reichert sagte die Veranstaltung ab. Man wolle sich nicht im kommunalen Wahlkampf instrumentalisieren lassen, begründete Turtle Entertainment die Absage. Damit kam das Unternehmen dem Beschluss der Stadtratssitzung zuvor. Reichert weiter: “Mit viel Engagement haben wir den Dialog mit der Karlsruher Politik gesucht und Gespräche geführt. Jeder konstruktiven Diskussion über den Umgang mit Computerspielen und neuen Medien wird allerdings die Grundlage entzogen, wenn von demokratischen Parteien öffentlich die Kündigung rechtsgültiger Verträge angeregt wird. In einem abschließenden Gespräch haben wir uns deshalb gestern mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich darauf verständigt, von unserem Vertragsrecht Abstand zu nehmen und die Veranstaltung abzusagen.”

Aktionisten aller Länder vereinigt Euch

Und es gibt noch mehr absurde News: Nach Galeria Kaufhof ist Marktkauf die zweite Handelskette, die künftig keine Spiele ‘ab 18’ mehr anbieten möchte. Auch jenseits unserer Grenzen treiben Jugendschutzbestrebungen sonderbare Blüten: Der Kantonsrat von Sankt Gallen hat bei der Schweizer Bundesversammlung eine Standesinitiative eingereicht. Damit soll ein Gesetz verabschiedet werden, das Herstellung, Werbung, Einfuhr, Verkauf und Weitergabe von Spielen verbietet, in denen “grausame Gewalttäigkeiten gegen Menschen zum Spielerfolg beitragen.” Und in Kalifornien will die von Arnold Schwarzenegger geführte Regierung vor dem Obersten Gerichtshof  für eine Verschärfung des Jugendschutzes kämpfen. “Die Macher von Videospielen nutzen schamlos die Verletzlichkeit von Kindern für ihre Profite”, wird der Justizminister Jerry Brown zitiert. Immerhin muss ich zugestehen: Die Jugendschutzbestimmungen in den USA sind um einiges lascher als bei uns.

Ein Lichtblick

So, damit habe ich mir meinen Ärger von der Seele geschrieben. Es ist immer das Gleiche: Kaum passiert etwas Schlimmes, rennen alle wie kopflose Hühner herum, anstatt vernünftige, sachliche und zielführende Gespräche zu führen. Einen Schritt in die richtige Richtung geht der Münchner Verein für Videospielkultur: In der Facebook-Gruppe der Organisation schreibt Hendrik Lesser: “VSK im bayrischen Landtag. Am 17. Juni werden wir zusammen mit dem CAM, dem BIU, Game und der CSU Fraktion den guten bayrischen Landtagsabgeordneten zeigen was es an Spielen gibt. Hoffentlich von Wii Tennis zu Killzone :)”

Viel Erfolg, Leute!

 

Ausverkauf bei Midway

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Der Ausverkauf bei Midway hat begonnen: Nach dem Insolvenzantrag im Februar ist nun das Rennen um die Überreste des Unternehmens in vollem Gang. Von Warner Bros. liegt bereits ein Angebot über 33 Mio. Dollar vor. Darin inbegriffen sind die Rechte an Mortal Kombat, sowie an den Studios in Chicago und Seattle. Am 2. Juni soll in einer gerichtlichen Anhörung über die Rechtmäßigkeit der Übernahme entschieden werden. Im Anschluss daran werden bis zum 24. Juni weitere verbindliche Angebote vom Insolvenzverwalter entgegen genommen, am 29. Juni wird über die lukrativsten Angebote entschieden, die am 1. Juli in einer weiteren Anhörung gerichtlich geprüft werden.

In der Insolvenzmasse befinden sich neben der berühmt-berüchtigten Prügelserie auch die TNA-Wrestling-Lizenz, sowie zahlreiche weitere, nicht offiziell angekündigte Titel. Auch Retro-Marken wie Spy Hunter, Rampage, Joust, Paperboy oder Gauntlet werden damit den Besitzer wechseln.

Die neue M! Games ist am Kiosk!

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Ab Freitag, den 29. Mai am Kiosk – die neue M! Games 7/09!

Themen, Heftinhalt und Leseproben findet Ihr hier.

Video-Blog: Michaels Reise in die Ungewissheit

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In letzter Zeit war ich mehrmals in England unterwegs, um die neuesten Highlights zu begutachten. Das finde ich eigentlich immer interessant und unterhaltsam, doch diesmal war es besonders spannend. Ich wusste zwar, welches Spiel ich zu sehen bekomme, doch Näheres kannte ich im Vorfeld nur vom Hörensagen.

Wie Ihr bereits bemerkt habt: Ich verrate den Titel des Spiels nicht. Seht Euch meine kleinen Reise-Impressionen an, dann erkennt Ihr, um welches Spiel es sich handelt.
Alle wissenswerten Details zu diesem viel versprechenden Abenteuer findet Ihr im aktuellen Heft, das seit heute im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Ich bin schon jetzt begeistert!

Phil Harrison ist nicht mehr Atari-Chef

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Erst im letzten Jahr wechselte Phil Harrison von Sony zu Atari. Der ehemalige Chef der Sony Worldwide Studios übernahm die Führung des traditionsreichen Atari-Konzerns. Wie maniac.de berichtete, konzentriert das Unternehmen seine Geschäfte auf die USA. Deshalb ist es für Phil Harrison mit der Spitzenposition nun auch schon wieder vorbei, allerdings bleibt er dem Unternehmen weiter treu. Dies verlautbarte der Jahresbericht von Atari, so heißt es:

“Because of a shift of business operations to the US, Phil Harrison will move from the role of President to that of non-executive Director of the Group. As all Board members, he will continue to assist, support and guide the Company’s strategy.”

Das klingt nach einer beratenden Tätigkeit, Details wurden hierzu jedoch noch nicht bekannt gegeben. Ebenso ist noch kein Nachfolger benannt.

Mediastreaming von PlayStation 3 aufs Handy

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Noch in diesem Jahr erscheint mit dem Aino-Handy von Sony Ericsson (Typ: A 3G GSM) ein Mobiltelefon, das den Multimedia-Fähigkeiten der PSP den Kampf ansagt: Das schicke Technik-Accessoire beherbergt nicht nur eine Digitalkamera mit 8.1 Megapixel, auch Funktionen wie Facebook und die Google-Suchmaschine sind bereits integriert.

Die Besonderheit jedoch besteht in den außergewöhnlichen Fähigkeiten zum Mediastreaming. Mit Hilfe des Programmes Media Go sollen Medien wie Filme, Musik oder Fotos per WiFi von PC auf das Handy gestreamt werden. Noch besser: Auch die PlayStation 3 wird steuerbar sein. Somit könnt Ihr von überall in der Welt auf Eure Konsole zugreifen und dort gespeicherte Medien auf dem edlen Mobiltelefon genießen. In Europa soll zudem Sonys DVB-T-Fernsehservice PlayTV unterstützt werden. Ob das auch für Deutschland gilt, ist derzeit ebenso wenig bekannt wie der Preis des handlichen Tausendsassas.

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