Am 3. Mai im Jahre 2015 habe

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Am 3. Mai im Jahre 2015 habe ich um exakt 22:32 Uhr platinierte ich das Game Dragon’s Crown auf meiner Playstation 3. Mit anderen Worten – ich habe grade vor kurzem die begehrte Trophäe ergattert und damit ist dieser Titel vorerst für mich abgeschloßen… ^^

Das Spiel Dragon’s Crown ist ein ordentlicher Sidescroll-Brawler – im Endeffekt eine Mischung aus dem Gekloppe eines Golden Axe und der Ausrüstungs-Sammel-Wut eines Diablo LIGHT.
Das herausstechendste Merkmal ist seine Optik: Feinste handgezeichnete Figuren und malerische Hintergründe im buntem 2D! Und obwohl die Designer auf wabernde Brüste und Beine bis zum Hals bei den weiblichen Figuren gesetzt haben, gewöhnt man sich an diesen Stil recht schnell – im Gegenzug haben die männlichen Protagonisten meist muskelbepackte Oberkörper wie ein stählerner Panzer und im Vergleich mickrige Köpfe wie ein Chihuahua!
Es gibt insgesammt neun Dungeons zu erkunden, die im späteren Verlauf des Abenteuers einen sekundären Weg optional freigeben. Diese B-Route ist etwas schwerer und hat einen anderen Boss zu bieten. So kommen wir auf insgesammt 18 dicke Brocken, die am Ende der jeweiligen Route auf die Party warten, plus den obligatorischen Endboss am Schluß der Reise.
Die Macher haben sich aus dem gängigen Fantasy-Topf bedient: So kommen Zyklopen, Orks, Drachen, Minotauren und watschelnde Skelletkrieger vor unsere Schwertklinge. Wir besuchen Piraten-Verstecke, verwunschene Schlösser und belagerte Burgen, wo wir mit der kürzlich gefundenen Ausrüstung für Recht und Ordnung sorgen. Nebenbei erwähnt: Die Entwickler haben sich bei einem Dungeon-Boss von Monty Pythons Ritter der Kokosnuss bedient – war sehr amüsant als sich mir der Gegner beim ersten Mal offenbarte…
Zur Auswahl fürs lustige Dungeon-Crawling stehen sechs Charakterklassen bereit:
-Der gepanzerte Fighter!
-Die knapp-bekleidete Amazone!
-Die agile Elfe!
-Der robuste Zwerg!
-Der belesene Magier!
-Die obenrum-mehr-als-nur-üppige Sorceress!
Mit diesen tapferen Recken begebt ihr euch allein oder im Multiplayer (online sowie offline) auf die abenteuerliche Reise ums wohlergehen des Königreichs Hydeland. Wenn man solo vor dem Bildschirm sitzt, gibt es die Möglichkeit bis zu drei weitere unterstützende NPC-Begleiter auf die Reise mitzunehmen. Deren sterbliche Überreste müssen aber zunächst in den Dungeons gefunden und später wiederbelebt werden. Das Gekloppe wird durch deren Gegenwart natürlich etwas erleichtert, da sich die Gegnerschar dann nicht nur auf den Spieler konzentriert und die computergesteuerten Charaktere auch meist ordentlich austeilen… leider agieren die tapferen NPC’s nicht gerade auf die klügste Art und so sind sie in den höheren Schwierigkeitsgraden schon fast unbrauchbar. Dies zeigt sich vor allem dann bei den Bossfights, wo sie wie depressive Eintagsfliegen rasant ins Gras beissen…
Es gibt 4 Schwierigkeitsgrade, wobei die letzten drei freigespielt werden müssen, da jeder neue Charakter auf Normal anfängt. Auf jeden weiteren Schwierigkeits-Level werden natürlich die Gegner schwerer, aber dafür erlangt man auch stärkere und bessere Ausrüstungsteile.
Auf Normal liegt das Höchstlevel bei 35.
Auf Hard begrenzt sich das Level auf 65.
Auf Infernal kann man bis Stufe 99 anwachsen.
Und bei der finalen Ultimate-Difficulty ist das entgültige Levelcap bei 255 vermute ich…
Man kann zwischen den freigespielten Schwierigkeits-Leveln anschließend jederzeit hin und herwechseln wenn man will, wobei das Spiel den Charakter und seine Ausrüstung auf den Maximalwert des jeweiligen niederen Schwierigkeitsgrades runterrechnet.

Kommen wir nun zu den weniger schönen Seiten dieser kurzweiligen Dungeon-Hatz:
Der größte Schwachpunkt dieses Spiels ist die mangelnde Übersicht in vielen Situationen. Stellt euch mal folgende Begebenheit vor: 4 wackere Helden, vielleicht noch 2 Pets und ein halbes Dutzend Monster. Dazu gesellen sich massig Spezial-Gewitter und fertig ist die undurchschaubare Bitmap-Suppe. Und wenn dann noch einem als Nahkämpfer die geliebte Waffe aus der Hand geschlagen wurde, ist das Chaos entgültig perfekt. Denn das Schwert oder die Axt liegt dann irgendwo im größten Durcheinander und ist wirklich sehr schwer auszumachen. Koordiniertes Handeln ist dann reine Glücksache…
Eine weitere unschöne Sache sind die doofen NPC’s. Leisten sie auf Normal noch gute Dienste, sind sie später kaum noch zu gebrauchen. Kein Vergleich zu menschlichen Mitspielern. Zudem empfielt es sich mehrere Dungeons hintereinander zu absolvieren, da dann die Chance steigt noch bessere Ausrüstung zu bekommen. Leider gehen den Computer-Helden schnell die angelegten RÜstungen und Waffen kaputt – was das vorhaben schnell scheitern läßt. Als Spieler kann man dagegen mehrere Sets zusammenstellen und bei Bedarf vor einer Dungen-Route wechseln – was eine längere Abenteuer-Tour erlaubt, bevor man zurück zur Stadt und Reparatur-Shop muss.
Des weiteren herrscht relativ wenig Abwechslung. Die Dungeons sind eigentlich recht kurz gehalten – trotz A- und B-Route. Sodaß man bis sagen wir mal Level 99. alle Dungeons zig mal abgelaufen hat – um Erfahrung und Waffen zu sammeln. Mehr oder längere Abschnitte hätten dem Game gut getan…
Ein großes Minus ist die Tatsache, das es keine Pausenfunktion gibt. Was im Online-Spiel problematisch wäre, ist im Singleplayer recht unpraktisch…
Schade finde ich noch, daß es keine deutschen Untertitel gibt. Man gewöhnt sich zwar daran, aber bei manchen Vokabeln hab ich mir dann doch schwer getan. Glücklichweise konnte man aus dem Kontext ihre Bedeutung meistens herausfinden…

Alles in Allem ist es ein nettes kleines Spielchen. Nichts episches oder aufwändiges. Aber einigen Monstern was auf die Mütze zu semmeln macht hier trotzdem Spaß.
Ich würde Dragon’s Crown in einem Schulnotensystem eine 2- geben.
Oder wie unser geschätzter Ullus bewerten würde: 3,5 von 5 abgeschlagenen Orkschädel plus eine Handvoll Goblinzähne ;-)

Euer heldenhafter Messiah-77