Meckerweide
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captain carot vor vor 3 months, 2 weeks aktualisiert.
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12. Dezember 2015 um 10:53 #1039825
bitt0rTeilnehmerintegration fängt also tatsächlich schon beim kacken an.
12. Dezember 2015 um 11:32 #1039826
MontyRunnerTeilnehmerBürokratie kann wirklich madig sein. Leider sind die nötigen Regeln manchmal unpragmatisch und wenig nachvollziehbar. Meist steckt aber ein guter Sinn dahinter. Zu dem Thema habe ich eine kleine Anekdote auf Lager:
Nach dem Studienabschluss meiner Frau war ich plötzlich Alleinverdiener und das mit relativ übersichtlichem Einkommen. Also haben wir abgecheckt, ob meine Frau ALG II bekommen kann. Bin mir nicht sicher, ob wir 20 oder 40 Euro Unterstützung im Monat in Aussicht haben. Darauf kann man ja fast verzichten. Allerdings wäre zudem die Krankenversicherung übernommen worden, und das wäre dann schon sehr reell gewesen. Also haben wir einen Antrag gestellt; und dann wurde es komisch:
Man befand, dass ich zuviel Geld verdienen und es deswegen keine Unterstützung geben würde. Außerdem wäre unsere Wohnung zu groß und zu teuer gewesen. Aber genau da lag der springende Punkt: Durch die teure Wohnung rutschten wir doch in die ALG II Unterstützung hinein. Wir bekamen die Auflage, innerhalb von sechs Monaten in eine günstigere und kleinere Wohnng umzuziehen. Dann allerdings wären wir aus der ALG II Berechtigung wieder herausgerutscht.
Ergo: Wir haben ALG II bekommen, weil unsere Wohnung zu groß und zu teuer war

Zum Glück ist diese Lebensphase längst vorbei. In der Wohnung hausen wir immer noch.12. Dezember 2015 um 11:46 #1039827
captain carotTeilnehmerMarc29101971 wrote:Aber jetzt kannst du mich vielleicht mal aufklären?
Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch eine Person, die auf Hilfe angewiesen ist. Diese lebt in einer 45 m2 Bude. Die Wohnung kostet 600 Euro.
Jetzt wollte die Person umziehen in eine 60 m2 Wohnung, die nur 480 Euro kostet.
Darf sie nicht, weil ihr so eine große Wohnung nicht zustehen würde.
kannst du mir den Sinn dahinter erklären? Die Bude ist doch 120 Euro billiger für Papa Staat.
Im Prinzip hast du es schon. Die Wohnung ist zu groß. :-p
Da spielt neben den Kosten eine ‘angemessene’ Wohnungsgröße nämlich ne entscheidende Rolle. 45m² zu 480,-€ hätten ok sein sollen. Interessant wird das oft auch, wenn man von Stadtgebiet zu Stadtgebiet wechselt.Da ich selbst mal zwischenzeitlich ALG2 beziehen ‘durfte’, wenn auch als Zuschussleistung, die Sachbearbeiter sind auch mal so, mal so.
Das fängt bereits beim Antrag an, wo sich manch einer echt anstellt, teils wohl auch weil man entsprechende Vorgaben bekommt.
Die Jobvermittler sind aber das gleiche. Meine damalige Fallmanagerin war wohl der besonders faulen Art. Lange nachdem ich schon nix mehr bezogen hab kam ein Brief an, man würde mir die Leistungen streichen wegen mangelhafter Bemühungen bei der Arbeitssuche.
Ein paar Telefonate später hat sich dann rausgestellt, dass die einfach alte Fälle von sich drin gelassen hat, um keine neuen mehr zugewiesen zu bekommen. ^^12. Dezember 2015 um 11:52 #1039828
Marc29101971Teilnehmer@bittor: Trifft hier aber nicht zu, weil die Wohnung einer Privatperson gehört.
Da hat das Amt kein Mitspracherecht, wer da einziehen darf und wer nicht.Also scheint es dem Amt völlig egal zu sein, ob sie Geld einsparen könnten oder nicht.
12. Dezember 2015 um 12:06 #1039829
ChrisKongTeilnehmerJa, so einen Wohnungsblödsinn gibts bei uns genauso. Wenn man in einer Wohngemeinschaft lebt, zahlen sie 500. Lebt man alleine in einer Wohnung, dann bis zu 900. Also hätte ich theoretisch ausziehen müssen, dann hätte sie mir das Geld bezahlt, mit dem ich hätte bleiben können. ^^
Man darf ja ein Vermögen bis zu einem gewissen Grad haben, Stichwort Auto. Nur wie der Wert eines Fahrzeugs berechnet wird, das ist die reinste Willkür. Davor hatte man ein relativ geregeltes System, ne Liste im Internet zur Berechnung des Wertes. Änderte man, und bezog sich auf eine Autoverkaufsseite, wo man den Durchschnittspreis des Modells nahm. Wat fürn Schwachsinn. Viele Fahrzeuge sind da nicht mal drin mit entsprechendem Km-Stand oder gar nicht vorhanden. Da die Angebote permanent wechseln, ist die Einschätzung also von der Tagesform abhängig, sprich Willkür.
Bei sowas kann man echt am Rad drehen, wenns dann ans Eingemachte geht.
12. Dezember 2015 um 13:37 #1039830
ZiepTeilnehmerIst halt bitter, weil da Schicksale dahinter stehen.
12. Dezember 2015 um 20:36 #1039831
ghostdog83TeilnehmerSony scheint aus dem Desaster um Tearaway Unfolded nicht gelernt zu haben.
Gravity Rush Remastered kostet in den USA bei Amazon 29.99 Dollar.
Bei Amazon Frankreich kostet es 29,99 Euro – und in Deutschland? – na was wohl: 69,99 Euro bei Amazon.
Das Spiel ist noch nicht erschienen, aber so was macht keinen guten Eindruck – Sonyland Sonderpreise sind nicht ok, wenn das bei Release so bleibt.
Hoffentlich bekommt Sony dafür die Quittung. Kaufen werden ich das Spiel nur bei 29,99 Euro.
Das europäische Cover unterscheidet sich auch zum US-Cover:
13. Dezember 2015 um 0:01 #1039832
ChrisKongTeilnehmerNa dann weisst du jetzt wenigstens, was die Neugestaltung des Covers gekostet hat.
13. Dezember 2015 um 1:37 #1039833
ghostdog83TeilnehmerDie Umgestaltung des Schriftzuges, um die dezente Alterskennzeichnung zu platzieren.
13. Dezember 2015 um 5:22 #1039834
ExekutorTeilnehmer@Marc
Mein Bereich war Hilfe in Einrichtungen. das heißt, ich habe die Fälle bearbeitet, bei denen jemand ins Pflegeheim oder zur Eingliederung musste. Daher kann ich dir das nur mit meinem Wissen aus der Ausbildung beantworten.
Jede Behörde legt selbst fest, welche Wohnungsgrößen und Mietkosten angemessen sind (z.B. sind in München höhere Mieten, aber weniger Wohnraum als im ländlichen Raum angemessen). Theoretisch kann also die Wohnfläche völlig egal sein. Ein Kumpel von mir, wohnte z. B. als
ALG II Empfänger in einem großen alten Haus. Das war bei uns okay, weil die Miete so gering war.
Problem daran ist, dass sich die arbeitende Bevölkerung dadurch leicht verarscht vorkommen kann. Stell dir mal vor, du bist jeden Tag 9 Stunden wegen deiner Arbeit unterwegs und wohnst in einer kleinen Mietwohnung, während dein Nachbar den ganzen Tag zuhause ist und in einem großen Haus wohnt…
@ChrisKong
Unser Sozialamt hat zum Glück auch andere Aufgaben. Z. B. Elterngeld, dass ja jeder bekommt oder die Betreuungsstelle. Daher sind selbst die, die zum Sozialamt müssen nicht automatsch Sozialfälle.Eine hohe Fluktuation haben wir teilweise auch. Dies kann, muss aber nicht an der Arbeit liegen. Meine ehemalige Abteilung hatte 7 Stellen. Dieses Jahr haben dort bereits 4 aufgehört. Eine Kollegin ging in Elternzeit, eine wechselte ins Kultusministerium, eine ist jetzt Sachgebietsleiterin und ich wurde Personalratsvorsitzender. Wir hatten alle gute Gründe, um die Abteilung zu verlassen.
@Sansibal
Falls du dich wunderst, dass ich plötzlich im Sozialamt war…
Ich hatte dort erst im Januar angefangen. Vorher war ich Vollstreckungsbeamter (Exekutor).13. Dezember 2015 um 8:38 #1039835
ChrisKongTeilnehmerProblem daran ist, dass sich die arbeitende Bevölkerung dadurch leicht verarscht vorkommen kann. Stell dir mal vor, du bist jeden Tag 9 Stunden wegen deiner Arbeit unterwegs und wohnst in einer kleinen Mietwohnung, während dein Nachbar den ganzen Tag zuhause ist und in einem großen Haus wohnt…
Was isn das für eine Logik? Also müssen Menschen, die Pech gehabt haben, auch gar kein Glück haben dürfen, damit sich andere Menschen besser fühlen? Das ist ähnlich wie dieses Experiment, das mal gemacht wurde, wo Befragte sich entscheiden konnten, gleich viel zu verdienen wie der Nachbar oder weniger, aber dafür selber mehr Kohle kriegen. Na rate mal, wofür sich die meisten entschieden haben.
13. Dezember 2015 um 9:05 #1039836
LofwyrTeilnehmerDen letzten Absatz verstehe ich nicht. Da hast du irgendwas komisch formuliert.
13. Dezember 2015 um 9:16 #1039837
ChrisKongTeilnehmerMeinst du mich? Da musst du schon konkret werden.
Falls es das Experiment betrifft, ich weiss die Beträge nicht mehr genau, aber die Frage war, möchten sie gleichviel wie der Nachbar verdienen, beide 80’000 im Jahr. Oder weniger verdienen als der Nachbar, aber mehr, du 90’000, der Nachbar 100’000.
13. Dezember 2015 um 10:16 #1039838
Marc29101971Teilnehmer@ Exekuter: Das kann ich echt so nicht nachvollziehen. Aus meiner Nachbarschaft möchte gerne die Wohnung an meine Bekannte vermieten.
Amt ist ja auch ne sichere Einnahmequelle. Aber die Bekannte darf nicht einziehen, weil Wohnung zu groß für sie ist.
Von der Bevölkerung kriegt das doch niemand mit, wer die Miete bezahlt.
An andere Personen wird die Wohnung nicht vermietet, weil die Nachbarn keine Fremden im Haus haben wollen.13. Dezember 2015 um 10:38 #1039839
LofwyrTeilnehmerChrisKong wrote:Meinst du mich? Da musst du schon konkret werden.
Falls es das Experiment betrifft, ich weiss die Beträge nicht mehr genau, aber die Frage war, möchten sie gleichviel wie der Nachbar verdienen, beide 80’000 im Jahr. Oder weniger verdienen als der Nachbar, aber mehr, du 90’000, der Nachbar 100’000.
Jetzt habe ich es verstanden. Ich bin über das “weniger aber mehr” im ersten Post gestolpert. Und jeder der, in dem Beispiel, irgendwas anderes als 90.000,- wählt ist ein Depp.
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