Psychology in Gaming
- Dieses Thema hat 24 Antworten, 7 Teilnehmer, und wurde zuletzt von
DerSebomat vor vor 12 years, 2 months aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
29. März 2014 um 14:06 #901331
RavingrabbidTeilnehmerDurch den Game-News-Thread kam mir eine Idee zu einem Thema und dieses Thema fasziniert mich schon seit langem.
Wie sieht es eigentlich mit psychologischen Motiven in Videospielen aus? Dabei möchte ich eher weniger auf den Spieler selbst eingehen, also nicht unbedingt die Gründe analysieren, die uns vielleicht zum Weiterspielen animieren, sondern eher das Spiel selbst.
Lassen sich allgemein angewandte Analysen auf Spiele anwenden? Vielleicht auch auf Spiele von denen man es auf den ersten Blick gar nicht erwarten würde?
Spielt man vielleicht sogar selbst mit einem “Helden”, auf den sich ein bestimmtes psychologisches Motiv anwenden lässt. So wie etwa der Protagonist in Silent Hill: Shattered Memories, der sich sogar aktiv in einer Therapie befindet?
Möglichkeiten dürfte es jedenfalls genug geben. Fantasie und Interpretationstalent vorrausgesetzt.
Lässt eurer Kreativität hier einfach freien Lauf. Einzige und absolute Regel: Die These, die ihr den Raum stellt muss ausreichend und halbwegs plausibel mit einem psychologischen Motiv untermauert werden. Ob diese Motive und Analysen jetzt aus medizinischer Sicht umstriiten sind, spielt für uns in diesem Fall eine untergeordnete Rolle. Hauptsache es lässt sich übertragen und erscheint plausibel.
Mögliche Mind-Fucks inklusive? Na hoffentlich
Überrascht mich.Ich mach mal den Anfang. Zu einem Spiel, auf das ich auch im Game-News-Thread zu sprechen kam.
The Legend of Zelda: Majoras Mask (Achtung!! Könnte ein wenig düster werden).Ist Link in Majoras Mask tot? Stirbt er sogar direkt zu Anfang des Spiels?
Nun, wenn man jetzt einmal das “Kübler-Ross-Modell” auf das gesamte Spiel abwälzt, scheint dies zumindest plausibel. Was ist das Kübler-Ross-Modell?
Hierbei handelt es sich üblicherweise um das typische Verhalten von Patienten, die einer tödlichen und unheilbaren Krankheit gegenüberstehen.
Mehr dazu hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCbler-Ross
Im groben und Ganzen und für uns wichtig, lässt sich aber folgendes festhalten: Das Kübler-Ross-Modell lässt sich grob in 5 Stufen unterteilen.1: Denial (zu deutsch, Verweigereung, Verleugnung): Hier weigert sich der Patient seinen Umstand zu akzeptieren. Er will es einfach nicht wahrhaben, dass er sterben muss.
2:Anger (Wut): Hier schlägt die anfängliche Phase der Verleugnung in Wut um. Wut auf alle die weiterleben dürfen und nicht von der Krankheit betroffen sind.
3:Bargaining (Verhandeln): In dieser Phase versucht der Patient verzweifelt eine Lösung zu finden. Eine mögliche Fristverlängerung zu erreichen, obwohl es eigentlich keinen Sinn mehr hat.
4:Depression: In dieser Phase wird dieSinnlosigkeit erkannt und resigniert. Die schlimmste und schwierigste Phase bevor man schließlich in die Phase
5 Acceptance (Akzeptanz) eintritt: In dieser Phase akzeptiert man die Umstände und blickt im Idealfall auf ein halbwegs erfülltes Leben zurück. Diese Akzeptanz löst sich dann schließlich in Wohlgefallen auf. Man schließt den Tod in die Arme und akzeptiert ihn.
Und jetzt zu unserem Patienten: Majoras Mask.
Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass Link gleich zu Beginn des Spiels, während der Jagd nach Horror Kid, eine extrem tiefe Schlucht hinabstürzt?
Eine so tiefen Sturz kann man eigentlich nicht überleben, oder? Zumal wenn man bedenkt, dass Zelda das Thema des Sturzschadens im Gegensatz zu anderen Games immer recht ernst genommen hat.
Dazu kommt noch, dass Link jetzt während des Sturzes einen absolut psydelischen Fiebertraum durchmacht, der augenscheinlich bereits vergangene Ereignisse vor seinem geisteigen Auge nochmals an ihm vorbeilaufen lässt. Zieht hier etwa nochmals Links Leben an ihm vorbei? Vielleicht.
Anschließend “wacht” er an völlig befremdlichen und unwirklichen Ort auf. Epona ist auch verschwunden, aber wo genau ist sie hin? Und dann?
Nun, jetzt wird Link vom Horror Kid verflucht und in einen Deku verwandelt. Fortan unfähig bis auf weiteres in seine wirkliche Gestalt zurückzukehren.
Nachdem er diesen unwirklichen Wald dann irgendwie hinter sich gelassen hat, trifft er den Maskenhändler. Dieser begrüßt ihn dann mit den Worten:” Dir ist ein schreckliches Schicksal wiederfahren…” Was es genau mit dieser Phrase auf sich haben könnte, werde ich später nochmal beleuchten.
Aber wie genau lässt sich jetzt das “D.A.B.D.A”-Modell auf Majoras Mask anwenden?Dabei fallen einige Punkte auf. Beleuchten wir jetzt mal wieder die Stufe 1, Denial.
Hierzu kommen wir direkt auf Unruhe-Stadt zurück. Ist euch hier schon mal aufgefallen, dass die Bewohner der Stadt ihrem gewohnten Tagewerk nachgehen und sogar einen Karneval feiern wollen, obwohl ein ganzer Mond im Inbegriff ist auf ihre Stadt hinabzustürzen? Sieht wohl ganz so, aus als ob man diesen Umstand einfach nicht wahrhaben will. Man verleugnet ihn schlicht und ergreifend.Dann Stufe 2, die Wut. Wo finden wir die? Sobald wir im Deku-Palast ankommen. Hier fällt einem besonders der Deku-König auf. Dieser vermisst seine Tochter, die offenbar entführt wurde. Rasend vor Wut und verzweifelt, will der König jetzt einen Affen hinrichten lassen, der eigentlich überhaupt gar nichts mit der Sache zu tun hat. Er ist einfach blind vor Wut und sucht jetzt einen Sündenock.
Nun Stufe 3. Die Phase des Verhandelns. Bei wem soll die denn bitte auftauchen? Im Goronen-Gebirge. Hier treffen wir auf Darmani, den Anführer der Goronen, der bei dem Versuch seinen Clan vor der Kälte-Krise zu retten umkam. In dem Gewissen ohne etwas erreicht zu haben. Als wir jetzt auf seinen Geist treffen, versucht dieser zu verhandeln. Er will eine zweite Chance, um seinen Clan zu retten. Und diese bekommt er in Verkörperung von Link auch.
Stufe 4, die Depression. Diese begegnet uns in der Schädelbucht. Hier treffen wir auf Mikau, der unmittelbar vor unseren Augen am Strand dahinscheidet, nachdem wir ihm das Lied der Befreiung spielen. Anschließend treffen wir auf seine Verlobte Lulu. Die ist eigentlich Sängerin der Zora-Band, verlor aber ihre Stimme als sie um den Verlust ihrer Zora-Eier, also ihrer eigenen Kinder trauert. Sie steht unter Schock, verlor ihre Stimme und starrt nun ständig deprimiert auf das offene Meer hinaus.
Stufe 5, die Akzeptanz. Die letzte Stufe erreichen wir im Ilkana-Canyon. Dieser wird von einer allgemein düsteren Atmosphäre und auch von Tod und Verderben beherrscht. Was aber hat das jetzt mit der Stufe der Akzeptanz zu tun? Hier kommt dem Lied der Befreiung eine tragende Rolle zuteil. Wenn wir dieses in einigen bestimmten Szenen spielen, verschaffen wir den Geplagten im wahrsten Sinne des Wortes Erlösung.
Unterstüzt wird dieser Eindruck noch dadurch, dass wir zum Steintempel hinaufklettern müssen. Steht dieser Aufstieg am Ende vielleicht sogar repräsentativ für den Aufstieg in dem Himmel? Dass im Stein den Lichtpfeil finden, könnte das sogar noch weiter untermauern.Wenn man diese 5 Phasen also jetzt direkt auf das Abenteuer von Link abwälzt, könnte man sogar behaupten, dass er diese Stufen jetzt aktiv durchlebt, weil er im Sterben liegt bzw. schon tot ist, sich aber weigert diesen zu akzeptieren und deshalb die 5 Stufen durchläuft.
Aber das war noch nicht alles. Es gibt noch ein paar Thesen, die diesen Eindruck weiter unterstützen könnten.
– Allen voran der Name der Oberwelt. Termina, Vielleicht vom lateinischen Terminus? Wer weiß…
– Ist euch dann auch schon mal aufgefallen, dass die Hauptmasken, die ihr findet stets von Figuren stammen, die verstorben sind? Außerdem starben diese auch, ohne ihre Lebensaufgabe jemals erfüllt zu haben. Also eigentlich ein guter Grund Reue zu empfinden, oder?
Diese Lebensaufgabe findet dann aber durch Link doch noch ihre Erfüllung, was dann schließlich zur Erlösung der Betroffenen führt.
– Dann die Elegie des leeren Herzens. Könnte sich das leere Herz hier vielleicht auf einen Verstorbenen beziehen. Dessen Herz schlägt ja bekannlich nicht mehr, ist sinnbildlich also leer.
Jetzt kann Link mithilfe dieses Liedes Kopien seiner alter Egos erschaffen. Dem Goronen, dem Deku, dem Zora und….von sich selbst?! Wenn man jetzt mal bedenkt, dass die Masken-Alter Egos eigentlich tot sind, heißt das dann etwa, dass Link auch tot ist..? Klingt jedenfalls plausibel, nicht wahr?
– Und dann am Ende, in dieser Zwischenwelt, müssen wir alle unsere Masken an Kinder übergeben, um den letzten Bosskampf zu erreichen. Link lässt also symbolisch alles hinter sich, um sein Abenteuer zu beenden.So könnte man am Ende dieser These durchaus interpretieren, dass Link in der Tat tot sein könnte. Aber wie der Satz schon sagt, könnte, muss nicht.
Ist ja nur eine These. Inspiriert wurde ich zu diesem Beitrag als ich vor ein paar Jahren mal in einem englischen-sprachigen Blog auf den Artikel eines Users stieß, der eben genau diese DABDA-Theorie in Majoras Mask wiederzuerkennen glaubte und diese auch anhand der oben genannten Theorien beweisen wollte.
Als ich mich dann im Zuge des Artikels dazu bewegt sah, Majoras Mask nochmal selbst durchzuspielen, konnte ich ebenfalls ziemlich viel dieser Thesen wiedererkennen und war verblüfft.
Aber das ist ja das tolle an dieser Zelda-Episode. In dieses Abenteuer lässt sich ziemlich viel hineininterpretieren. Vielleicht ist das Spiel am Ende ja sogar mehr als es eigentlich sein will.Ach ja! Erinnert ihr euch noch an die Worte des Maskenhändlers? “Dir ist ein schreckliches Schicksal wiederfahren, nicht wahr..?
Genau diese Worte gibt er auch von sich, wenn der Mond auf Termina hinabstürzt. Nachdem Link und jeder Bewohner von Termina, faktisch gesehen stirbt.
Warum also begrüßt der Maskenhändler also nun Link gleich bei der ersten Begegnung mit eben diesen Worten? Gute Frage…So, das war’s erst mal von mir. Wie sieht’s denn bei euch aus? Fällt euch auch was ein?
Auf Feedback zur Zelda-Theorie würde ich mich auch freuen und Sorry, dass es etwas mehr geworden ist
–
29. März 2014 um 19:07 #1180480
ChrisKongTeilnehmerJa, die Eunuchen-Theorie.
Ich bin überzeugt davon, dass fast alle männlichen Protagonisten kein Gehänge haben. Dadurch, dass ihnen die Möglichkeit zu masturbieren genommen wurde, fehlt ihnen schon mal eine Möglichkeit den Frust- und Samenstau abzubauen.
(s. dazu auch den Film Dogma, wo alle Engel wie Ken ausgestattet sind und Loki es bedauert, nicht wenigstens wichsen zu können)
Und jetzt sieh dir mal an, was der Masterchief, Duke und Co alles zerstören müssen, um ihren Sexfrust zu kompensieren. Dann diese riesigen phallenartige Waffen.
Beispiel Demons Souls, ein Boss heisst Penetrator. Klingelt da was? Genau, impotent die ganze Bande. Im Spiel habt ihr folglich die Wahl zwischen Frau und Eunuch.
Normalerweise denkt ein Mann alle paar Minuten an Sex, aber in Welten wie Demons Souls, Halo und Konsorten und auch Doom, da ist an Sex gar nicht zu denken und viel flachzulegen gibts auch nicht. Infolgedessen ist die Kopulationsfähigkeit kaum entwickelt. Hat wer Kinder in Demons Souls gesehen? Ich nicht. Nicht mal im Nexus. Und sogar da, mäandern sie auf dem Pfad der Frömmigkeit, anstatt sich gepflegt das Gehirn rauszuvögeln. Die blinde Tussi hat sogar den Vorteil, dass sie nicht sehen muss, wer auf ihr liegt.
Nun ist dieses Ventil also weg oder verkümmert, folglich geht der Energie-Überschuss woanders hin. Exakt, mitten in die Fresse von fauligen Zombies. Toll.
Ob Mario schwanzgesteuert ist, lässt sich schwerlich sagen, er rennt zwar einem Prinzessinnenrock ständig hinterher, aber wenns soweit ist und Weiland Bond ein paar anzügliche Bonments zum Besten gibt, bevor er zur Sache geht, wirkt Mario platonisch-katatonisch. Entmannt im Augenblick des Triumphs.
Wo wird die Trulla in SMB2 entführt, beim Picknicken??? Also ehrlich, die dürfte eigentlich kaum mehr gehen können, sowie Mario die rangenommen hat. Aber Fehlanzeige, Händchenhalten, mehr liegt für den Eunuchen-Schnauzer nicht drin.
Sicher gibts da Ausnahmen, aber die bestätigen die Regel.
Dann noch was zu den Vortäuschern aus Ride to the Hell, klar behalten die die Kleider an, denn wenn sie eh nur die Körper aneinander-polygonialisieren, kann man das kaum Sex nennen. Die tun nur so als ob, um den Anschein zu waren.
Bei Link wiederum sind wohl nur seine Ohren spitz, von Geilheit und Lust merkt man noch weniger als beim heissblütigen Italiener. Folglich lässt er seinen Sexfrust eben auch an Gegnern ab oder mäht Gras.
Also ehrlich, mäht Gras, während das Dorf voller Weiber ist!!!! Das Land sollte Hynuchia heissen.
Bedenkt dies bitte, wenn ihr das nächste Mal mit den Kastraten, Masterchief, Duke und Mario unterwegs seid und warum die sich durch Horden von Monstern schnetzeln, schiessen und prügeln müssen, ums Ficken gehts da nämlich nicht. ^^
Edit:
Also die Zeldatheorie klingt total überzeugend. Normalerweise finde ich das Haar in der Suppe, bei solchen Analysen, aber in der Tat. Alleine schon diese Begrüssung lässt darauf schliessen, dass Link sein Leben ausgehaucht hat und folglich eine Art Fegefeuer durchlebt mit all diesen Stufen.
Also eine der klarsten Lesarten zu einem Videospiel, das nicht explizit darauf hinweist. Aber die Zeichen sind doch deutlich vorhanden.
29. März 2014 um 19:13 #1180481
RavingrabbidTeilnehmerApropos Mario. Wohl eine der am häufigsten geretteten Prinzessinen der Videospielwelt leidet unter einem Problem. Genauer gesagt dem Stockholm-Syndrom.
Um es kurz zu fassen: Sie sympathisiert mit ihrem Entführer. Hegt vielleicht sogar Gefühle für ihn. Warum?
Na ja, ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass es dem guten Bowser aber auch wirklich jedes Mal aufs Neue extrem leicht gemacht wird? Und dass Peach im Moment der Entführung auch überhaupt gar keine Anstalten macht wegzulaufen? Nie? Von den absolut inkompetentem Wachpersonal wollen wir gar nicht erst reden.
Woran das liegt? Ist doch klar. Sie will (!!) entführt werden. Und zwar weil sie immer wieder zu Bowser zurück will. Und damit das nicht zu seltsam wirkt und auch Mario keinen Verdacht schöpft, hält sie die Sicherheitsvorkehrungen in ihrem Königreich absichtlich so niedrig wie möglich.
Und der pummelige Klempner läuft ihr auch immer wieder treudoof hinterher, nur damit sie dann wenig später wieder entführt wird. Dumme Kuh.
@Kong , Majoras Mask:
Und genau das fand ich ja so faszinierend. Nachdem ich Artikel las, hab ich das Spiel kurz danach nochmal durchgezockt und konnte mir somit selbst nochmals ein Bild machen. Und zu einem großen Teil stimme ich mit dieser These voll überein und diese ganzen Querverweise sind bei genauerer Betrachtung nur noch schwer zu verleugnen.29. März 2014 um 22:08 #1180482
genpei tomateTeilnehmer[img]https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQCr3r6tD8m2fsobzwvsDA_efZ2ZRVT2GjYU6uz3VdeO701JqRc[/img]
Übrigens, bei Zelda 2 verschwindet Link zwecks Energie/Magie Regeneration kurz mit ( Rottragender) Dame und ( Gelbtragender ) Oma ins Haus, leider wird nicht explizit gezeigt wie die Damen es anstellen…. ,-)30. März 2014 um 17:26 #1180483
RavingrabbidTeilnehmerEin weiteres und nicht gerade seltenes Problem von Videospielhelden. Insomnie. Und nicht die von der Sorte, bei der man nur ab und zu mal nicht schlafen kann, oh nein! Hierbei handelt es sich um die absolute Schlaflosigkeit. Sehr viele Game-Charaktere müssen schlicht und ergreifend einfach nie ins Bett. Außer bei einigen Rpg’s in denen es zwecks HP-Regenierung unabdingbar ist, auch hin und wieder in einem Inn zu nächtigen oder bei Spielen, die einen mit einer ständig abnehmenden Ausdauerleiste zur Ruhepause nötigen, trifft man doch sehr selten auf Protagonisten, die wirklich schlafen müssen oder können.
Und das selbst dann, wenn sich das Abenteuer über Tage oder gar Wochen erstreckt.
Woran liegt das wohl? Tja, wenn das Schicksal einer ganzen Welt auf meinen Schultern lasten würde, hätte ich wohl auch dezente Schlafprobleme.
Der Druck der von außen und durch die unbedingte Pflichterfüllung verursacht wird, ist für viele Helden vielleicht einfach zu viel.
Und nicht, dass sie irgendwann deswegen durchdrehen….30. März 2014 um 19:27 #1180484
genpei tomateTeilnehmerDarfst aber nicht vergessen dass die meisten Protagonisten auch noch Nahrung zu sich nehmen, die ottonormalos noch nie in solchen Mengen zu sich genommen haben oder in ähnlichen Mengen daran krepiert/durchgedreht sind, zum Beispiel:
Mario ist sich zwar nicht zu schade der ollen Peach hinterherzustalken, egal ob diese es will oder nicht, muß aber fernab von gängigen Nacht/Tag Zyklen fragwürdiges Zeug zu sich nehmen, speziell die Psylos-Pilze machen mind. 90% seines Speiseplans aus, woraus Sterne bestehen würd ich auch gerne wissen, aber, das ist m.M.n. bei weitem nicht das faszinierendste, denn jegliche Zufuhr geht in all seinen Spielen ohne Wasser vonstatten, und bei seiner Sprung-Agilität und Bewegungspensum hat er in 30 J. nicht ein Kilo Gewicht verloren….Link: Unser Spitzohr ernährt sich überwiegend von den Herzen der erledigten Feinden. Roh, frisch und nahezu unersättlich wird er um sein eigenes Überleben zu sichern sogar dazu gezwungen zu töten, die wesentlich appetitlicheren Hinterlassenschaften zu ignorieren und seine Diät ausschliesslich auf Herzmuskeln zu beschränken. Wo in späteren Folgen sogar Kürbisse zur Verfügung standen und diese anscheinend von Wesen seiner Gattung gegessen wurden, bleibt der Zipfelmützeträger eisern und belässt es bei “Core-food”……
Nebenbei erwähnt, meine Link-Figur erwachte bei aLttP und Oot einmal, um dann ca. 100 St. später zwar Ganon zu erledigen, aber bis dahin ohne Schlaf auszukommen und im Laufe der ( Spiel) Stunden sogar immer stärker zu werden!
30. März 2014 um 20:00 #1180485
NiteniteTeilnehmerNettes Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=7S1SVkysIRw
Mal abseits von toten Links, da kann ich leider nicht viel zu sagen, ist euch schonmal aufgefallen, dass Charaktere in Videospielen (in Filmen noch viel mehr) immer mit weiblichen Attributen ausgestattet werden, wenn sie Böse sind, aber super männlich, wenn sie gut sind. Das passiert überall.
Bsp.: 300 Leonidas ist der heldenhafte, tapfere, disziplinierte Anführer /Held. Xerxes ist der Böse. Ihr wisst schon der der keinen Bart hat und auf Schmuck steht.
Noch besseres Bsp: The Hunger Games. Katniss ganzer Charakter wird nur von “männlich” codierten Eigenschaften bestimmt. Überleben in der Wildniss, Jagen, Pfeil und Bogen, etc..
Aber die Bösen sind mit teuren Kleidern und Schminke ausgestattet.
Achtet mal nächstes mal drauf, wenn ihr in einen Film/ Spiel einen Charackter seht und sofort wisst:”Der ist Böse”. Es liegt warscheinlich daran, dass ihr diese codierung in männliche und weibliche attribute schon unterbewusst gespeichert habt.
Bestes Beispiel für so eine Codierung in Videospielen ist wohl Sephiroth (auch wenn das Desing von so manchem FF-Helde fragwürdig ist ), mit langen Haaren, und tiefen Ausschnitt fällt er gleich auf.
Albert Wesker sieht im vergleich mit Chris Redfield auch ne ganze ecke mehr “Homo” aus.
Und das Outfit von Psycho Mantis ist auch ganz unten aus der Lack und Leder kiste geholt worden.
Wenn ihr n bisschen überlegt, fällt euch sicher auch noch so einiges ein.
(Ich wünschte ich wüsste wie man hier in Kommentare Bilder einfügt, wenn mans direkt vor Augen hat wird die ganze Sache recht schnell offensichtlich)30. März 2014 um 20:11 #1180486
RavingrabbidTeilnehmer@Genpei
Stimmt jetzt wo du es sagst. Hat ja fast schon was Massenmörder-mäßiges, wenn man unbedingt die Herzen seiner Opfer verspeisen muss…
Vielleicht lässt sich dieses Verhalten ja doch irgendwie mit der Insomnie in Verbindung bringen
Bei Mario hab ich ja nach wie vor den Verdacht, dass sich die gesamte Handlung aufgrund des übermäßigen Pilzkonsums nur in seinem Kopf abspielt.
Außerdem glaube ich auch, dass er sogar soziopathische Züge trägt. Wie ich darauf komme? Nun, das erkläre ich ein andermal
@Nitenite
Stimmt. Viele Bösewichte tragen androgyne Züge. So z.B. auch Zanto oder Girahim in der zelda-Reihe. Hat das vielleicht vielleicht was mit einer Identitätskrise zu tun?Zu dem Zelda-Video: Anscheinend basiert das genau auf dem Artikel, den ich mal vor ein paar Jahren gelesen habe. So werden auch dieselben Thesen und das DABDA-Motiv verwendet. Der Artikel war so etwa von 2007/2008, scheint also zu passen.
30. März 2014 um 20:37 #1180487
NiteniteTeilnehmer@Raving Rabbit
Nein, dass ist weniger Identitätskrise als ein Mittel um dem Spieler visuell beizubringen, dass eine Person ein Bösewicht ist. Das feminimes, oder Frauen im Allgemeinen in fiktiven Werken oft als böse und/oder schwach gesehen werden liegt ziemlich tief in den grundzügen unserer heutigen Art zu schreiben. Das hat tiefe Wurzeln, man denke da nur mal an Eva oder Pandora, die durch ihre Schwäche leid über die Menschen gebracht haben. (Bitte rastet jetzt niemand aus, weil ich Bibelgeschichten in fiktive Werke mit einbeziehe
) Oder einfach jede böse Hexe/ Stiefmutter die ja in jedem zweitem Grimm-Märchen rumhüpfen.
Wenn man sich das in einem weiterem Rahmen ansieht sind besonders die Disney-Frauenrollen spannend. Da sind zwar oft Frauen die Heldinnen, aber genauso oft auch die Schurkinnen. Und die sind im einzelnen meist auch sehr interessant, z.B. Cuella Devile (weist schon, die olle aus 101 Dalmatinern) die keine Dalmatinerwelpen haben will, um etwa in ihrem gehobenen Alter noch irgendwelche Mutter-wünsche zu erfüllen/kompensieren, sondern um aus ihnen einen Mantel zu machen. Aber jetzt bin ich vollkommen Games-off-Topic gegangen. Sorry, ist beim Film halt noch etwas interessanter zu beobachten, da viele Games noch nicht allzu subtil mit ihren Bösewichten haushalten
Edit: Btw. Link hat ja auch feminime Züge. Aber das ist wohl damit sich Mädchen genauso mit ihm identifizieren können wie Jungen. Besonders da er ja ein stummer Charakter ist und eher ein Gefäß in das man seine eigene Vorstellung von einer Personaltiät projeziert.
30. März 2014 um 20:42 #1180488
NiteniteTeilnehmerChrisKong wrote:Beispiel Demons Souls, ein Boss heisst Penetrator. Klingelt da was? Genau, impotent die ganze Bande. Im Spiel habt ihr folglich die Wahl zwischen Frau und Eunuch.
Normalerweise denkt ein Mann alle paar Minuten an Sex, aber in Welten wie Demons Souls, Halo und Konsorten und auch Doom, da ist an Sex gar nicht zu denken und viel flachzulegen gibts auch nicht. Infolgedessen ist die Kopulationsfähigkeit kaum entwickelt. Hat wer Kinder in Demons Souls gesehen? Ich nicht. Nicht mal im Nexus. Und sogar da, mäandern sie auf dem Pfad der Frömmigkeit, anstatt sich gepflegt das Gehirn rauszuvögeln. Die blinde Tussi hat sogar den Vorteil, dass sie nicht sehen muss, wer auf ihr liegt.
Es geht noch weiter, in Dark Souls lösen sich die größten Möpse in Luft auf sobald man sie mit seinem Schwert pieckst. Also wer da nicht post-traumatische Aggressionen kriegt…
30. März 2014 um 20:45 #1180489
RavingrabbidTeilnehmerDas mit der Identitätskrise war ja eigentlich nur auf die zentrale Thematik dieses Threads bezogen.
Aber du hast recht. Dieses Stilmittel wird ja wirklich recht häufig angewandt. Gerade in Videospielen wie etwa FF, Zelda oder anderen Vertretern denkt man bei einem androgynen Charakter ja auch gleich insgeheim “Oh, der is ja schräg…der kann keiner von den guten sein.”Und, ist die Bibel nicht eigentlich ein rein fiktives Werk? xD (Sorry, ich bin überzeugter Atheist)
Bei der Adam und Eva- Story ist aber auch was wahres dran. Immerhin soll’s ja die gute Eva gewesen sein, die den Apfel nahm und dadurch den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies auslöste. So wurde also die Frau von Anfang an für alles böse verantwortlich gemacht.
Wer weiß wie sich unsere Religion oder die Gesellschaft allgemein entwickelt hätte, wenn Adam den Apfel genommen hätte.
30. März 2014 um 21:28 #1180490
genpei tomateTeilnehmerDass die Videogames-Werke an sich genug Psycho- Rätseln aufweisen ist bekannt, viel spannender ist es was man bei deren Schöpfer hineininterpretieren könnte….
Gut, ich kann bei dem Hr. Miyamoto nicht ausschliessen dass er bestimmte “Stimulantien” zu sich genommen hat, aber Erzählungen zufolge stammen seine Mario Welten ursprünglich aus der Beobachtung seiner Umgebung ( Hunde an der Kette und so…), muß irgendwann ende der 70 in Japan gewesen sein, deren Post-Weltkrieg Geschichte ist ziemlich bewegt und ein Medium wie Videospiele hebt natürlich Menschliche Gesetzmäßigkeiten ( Travis Touchdown geht sogar spielrelevant aufs Klo, etliche Videospielkollegen müssen hingegen nicht mal essen…) auf, aabeer…..
Radioaktive Bestrahlung ( Bowser) komische Pilze die einem alles inklusive Klamotten anwachsen lassen und eine Prinzessin die kategorisch Blond ist, zeugen für mich von verdammt vielen Traumatas die verarbeitet werden wollen….
außerdem, bei Skyward Sword gibt es im ganzen Wolkenhort EINE Toilette, hab nie ne Putzkolonne gesichtet und, Link muß zwar eine Säuberungs Aufgabe erledigen, das Klo läßt er aber fein weg….was das wohl alles zu bedeuten hat?
30. März 2014 um 22:00 #1180491
ChrisKongTeilnehmerDas ist so ein Japan-Asien Fimmel, mit diesen tuntigen Endgegnern oder welchen, die sich in der anderen Geschlechterrolle versuchen. So z.B. in Resident Evil die Zwillinge, in MGS Sadomaso Mantis und die Trulla aus Teil 4 glaube ich, Girahim wurde schon genannt, Sephiroth hat auch einen weissen Schnuller gekriegt. Irgendwie fahren die da drauf ab. Reiko Nagase, das Babe aus Need for Speed soll ja angeblich das Gesicht von einem der Programmierer haben. Usw. und so fort.
31. März 2014 um 12:57 #1180492
NiteniteTeilnehmer@ ChrisKong
du meintst Ridge Racer
31. März 2014 um 14:15 #1180493 -
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.



