Doctor Lautrec und die Vergessenen Ritter – im Test (3DS)

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Wer sich von Doctor Lautrec angesichts der zweifelsohne beabsichtigen Namensähnlichkeit eine Art Professor Layton für den 3DS erwartet, liegt eher daneben als richtig. Denn obwohl rund 250 Knobelaufgaben im Abenteuer stecken, nehmen die Denksporteinlagen mit u.a. Logik-, Bild- und Kreuzworträtseln nur einen relativ geringen Teil der Spielzeit ein. Wenn Ihr mit dem mürrischen Forscher und seiner Assistentin nach Geheimnissen im Paris des späten 19. Jahrhunderts sucht, stehen andere Tätigkeiten stärker im Vordergrund: So stapft Ihr etwa häufiger mit einer Polygon-Figur durch eine übergroße Stadtkarte und plaudert an Schauplätzen per Knopfdruck auch mal mit Passanten – gerne wird bei Dialogen auch etwas Tourismus-Wissen rund um die Metropole eingestreut. Bei den zahlreichen Ausflügen in den Untergrund müsst Ihr Euch in pseudo-isometrischer Perspektive an Polizisten und Fallen vorbeischleichen, was durch begrenzte Übersicht hin und wieder unweigerlich zur Entdeckung führt. Außerdem kämpft Ihr regelmäßig mit mysteriösen Fabelwesen in einer eigenwilligen Interpretation des Pokémon-Konzepts samt Positionierungstaktik und Elementarkräften.

Die Mischung von eigentlich widersprüchlichen Genres geht zwar durchaus auf, bedient aber keine Zielgruppe rundum befriedigend. Das Fehlen einer klaren Linie macht sich auch bei der Inszenierung bemerkbar, wenn sich hübsch gezeichnete Bitmap-Porträts mit weniger charmanten Polygon-Filmschnipseln abwechseln.

+ gute Geschichte angesiedelt in Frankreich
+ Schleichpassagen mit etwas Anspruch
+ ziemlich starker Tiefeneffekt bei 3D
+ viele Knobeleien…

– …die aber nicht sehr charmant gemacht sind
– Mischung der verschiedenen Basiskonzepte fühlt sich nicht rund an
– unnötig viele Laufereien notwendig

Ulrich Steppberger meint: Bei Doctor Lautrec ist für mich die Summe des Ganzen weniger als seine Einzelteile: Wer lieber knobeln will, wird sich an den Schleich- und Duelleinlagen stören und umgekehrt – hier wurde einfach zu viel hineingestopft. Lasst Ihr Euch auf das Kuddelmuddel aber ein, gibt es eine Menge zu erkunden und zu tun, denn schlecht ist das Abenteuer trotz seines Nicht-Fisch-nicht-Fleisch-Ansatzes keineswegs.

Eigenwillige Mischung aus ”Layton”-Denksport und actionlastigeren Spiel­elementen, die nicht komplett aufgeht.

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