Fairy Fencer F – im Test (PS3)

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Als Bewohner japanischer Fantasywelten hat man es schon schwer. Das gilt besonders für einen jungen Mann, der am liebsten ein ruhiges Leben mit möglichst viel Schlaf und wenig Stress führen will. Nach dieser Maxime schlägt sich Protagonist Fang durchs Leben, bis er eher zufällig eines der legendären ”Fury”-Schwerter aus dem Boden zieht. Die in der magischen Waffe lebende Fee eröffnet ihm daraufhin, dass er nun ein ”Fencer” sei und die in der Welt verstreuten ”Furys” sammeln müsse, um so eine schlafende Göttin zu erwecken. Euer Gegenspieler ist die Dorfa-Corporation, welche mit der Macht der Schwerter, wie sollte es anders sein, die Welt beherrschen will.

Auf Eurer Suche nach den Waffen schließen sich Eurer Party allerlei absurde Charaktere an. Dabei treffen beinahe sämtliche Charakterklischees und Fetische aufeinander, die man aus japanischer Fiktion kennt. Originell ist dieses Konzept zwar nicht, führt aber dank nett geschriebener Dialoge zu einer amüsanten Gruppendynamik, welche das Spiel über weite Strecken trägt. Trotz der hohen Gagdichte zünden aber lange nicht alle Witze. Da Fairy Fencer F vom gleichen Team wie ”Hyperdimension Neptunia” stammt, erwartet man massig Fanservice und schlüpfrige Minispiele. Doch obgleich das Spiel nicht völlig frei von Zweideutigkeiten ist und besonders Anhänger des Lolita-Fetisches voll auf ihre Kosten kommen, wurde besagter Fanservice dosiert eingesetzt. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Design-Altmeister Yoshitaka Amano (Final Fantasy I-VI) und Komponistenlegende Nobuo Uematsu mitwirkten, was viele J-RPG-Fans aufhorchen lässt. Zudem ist Fairy Fencer F der erste Titel des neuen Compile-Heart-Brands ”Galapagos RPG”. Es scheint, als möchte der Entwickler langsam vom Image der pubertären Nischenspiele wegkommen.

In den rundenbasierten Kämpfen setzt Ihr Euren Gegnern mit Magie oder mehrstufigen Combos zu: Diese könnt Ihr Euch aus zahlreichen Attacken beliebig zusammenstellen. Dabei bewegt Ihr Euch frei auf dem Schlachtfeld, wodurch sich schwerfällige Gegner ausmanövrieren lassen. Habt Ihr genug Schaden eingesteckt oder ausgeteilt, könnt Ihr Eure Figur in eine Art Mecha-Version verwandeln, um Spezialattacken auszuführen. Neben Erfahrungspunkten sammelt Ihr auch ”Weapon Points”, durch die Ihr Eure ”Furys” aufleveln und neue Fähigkeiten freischalten könnt. Kämpfe und Levelsystem sind angenehm einfach gestrickt. Für Rollenspielveteranen könnte sich beides jedoch als zu simpel herausstellen. Grafisch gibt es wenig zu holen: Die gezeichneten Charakterporträts sind zwar schön anzusehen, aber nur spärlich animiert. Bis auf die matschig texturierten und detailarmen Dungeons ist das Spiel komplett menübasiert. Zudem ruckelt es bei jedem Kameraschwenk. Da sind die durchgeknallten Spezialattacken fast schon ein grafisches Highlight, wirken im Jahre 2014 jedoch wenig beeindruckend.

Jonas Wolf meint: Der bodenständigere Ansatz hat dem neuen Spiel von Compile Heart gutgetan. Es ist ein unbeschwertes J-RPG, dass auch Fans klassischer Genrevertreter gefallen könnte. Jedoch solltet Ihr kein Final Fantasy mit niedrigerem Budget erwarten, denn dafür fehlt Fairy Fencer F Ernsthaftigkeit und Kreativität. Das Kampfsystem funktioniert jedoch und das Spiel versteht sich darauf, Euch ständig mit kleinen Belohnungen bei der Stange zu halten. Außerdem verwöhnt Nobuo Uematsu mit einem sehr guten Soundtrack Eure Ohren. Kurzum: Seid Ihr Freunde von überzeichneten Charakteren nebst Japano-Zuckerguss und stört Euch nicht an der mageren Technik, habt Ihr mit Fairy Fencer F durchaus Spaß.

  • eingängiges, aber leicht repetetives Kampfsystem
  • einige J-Pop-Aussetzer im Soundtrack
  • selbstablaufende Animationen lassen sich nicht abbrechen

Launiges Japan-Rollenspiel, das für Profis aber zu wenig Spieltiefe bietet und vor allem an der mageren Technik krankt.

Singleplayer70
Multiplayer
Grafik
Sound
Lagann
I, MANIAC
Gold MAN!AC
Lagann

Ein Rpg Test bei der M!, der nicht von Thomas Nickel ist?Sakrileg. Generell find ich den Titel interessant, aber zum Vollpreis werden ich es mir wohl nicht holen.