
Meinung
Olaf Bleich meint: Der Vergleich zwischen Fire Pro Wrestling World und WWE 2K19 liegt nahe, hinkt aber stark. Im Ring liefert Fire Pro sicher das besser ausbalancierte Produkt ab und überrascht immer wieder mit Kontern und Match-Wendungen. Das Spieldesign selbst mag nicht jedermanns Sache sein, überzeugt aber nach ein wenig Eingewöhnung mit facettenreichen Aktionen und logischer Match-Abfolge. Allerdings schmälern Retro-Grafik und die schwache Akustik den Eindruck einer perfekten Wrestling-Inszenierung. Deshalb richtet sich Fire Pro Wrestling World in erster Linie an japanophile Puristen.









Fire Pro ist so ein wenig diese coole Underground-Band, die keiner rafft, aber die man gut finden muss, wenn man was auf sich hält.
Aber ich sags jetzt mal mit der Erfahrung wirklich Dutzende Wrestling-, MMA- und Puroresu-Games gezockt zu haben: Das Spiel ist so altbacken, hätte ich die physikalische Version, es würde wahrscheinlich sogar alt riechen.
Der Entwickler Spike war selbst schon mal weiter. Leider war das aufwändigere King Of Colosseum nicht so beliebt wie die Fire Pro Reihe. Lag unter anderem aber auch daran, dass japanisches Wrestling zu der Zeit fast tot war und auch im Westen nach dem Ende der WCW und Attitude-Ära etwas Abkühlung reinkam.
Es ist okay wenn man das Spiel mag – spaßig finde ich es ja auch – aber es spielt sich einfach zu ungelenk für heutige Gewohnheiten. Alleine schon die einleitenden Grapples haben nichts mit irgendeinem Simulationsanspruch zu tun und die Kollisionsabfrage geht gar nicht. Die Präsentation tut ihr übriges. Da kann man nicht von einer Konkurrenz zu WWE 2K19 sprechen, auch wenn die ein oder andere Idee dem großen 2K-Bolliden gut zu Gesicht stehen würde.