WWE All Stars – im Test (360)

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Ein neues Wrestling-Spiel von THQ? Im Frühjahr? Werden wir jetzt zweimal jährlich mit annähernd gleichen SmackDown vs. RAW-Episoden überhäuft? Keineswegs, für WWE All Stars zeichnet das Entwickler-Studio THQ San Diego statt Yuke’s verantwortlich und die Programmierer pfeifen auf aktuelle Kader, Physikspielereien und realistische Optik. Stattdessen kommen die rund 30 aktuellen Superstars und legendären Helden aus der Vergangenheit mit einer Extraportion Steroide daher, mit ihrem betonartigen Haar und den glänzenden Muskeln erinnern sie an die Spielzeugfiguren aus den 1990ern.
So aufgepumpt und übertrieben sich die Sportler präsentieren, so abgehoben ist auch das Geschehen im Ring. Entweder befördert Ihr Euren Gegner mit einfachen Schlagkombinationen im Stil eines Tekken in die Luft oder Ihr werft ihn mit Wucht auf die Bretter. So füllt sich Eure Energieleiste, die mit der Zeit mächtige Signature- und Finishing-Moves erlaubt. Dann färbt sich die Umgebung grau und Euer Alter Ego knöpft sich seinen Kontrahenten mit meterhohen Würfen und spektakulären akrobatischen Einlagen vor. So simpel sich WWE All Stars in der Offensive steuert, so knifflig gestalten sich die Konter: Mit den Schultertasten wehrt Ihr Schläge und Griffe ab, für Reversals, mit denen Ihr bei Attacken des Gegners den Spieß umdreht, muss Euer Timing bis auf die Millisekunde stimmen. Umso ärgerlicher, dass genau dieser Punkt in der Anleitung keine Beachtung findet, zumal die KI bereits auf der normalen Schwierigkeitsstufe sehr häufig selbst kontert.

In Sachen Spielmodi und Langzeitmotivation gibt sich die Arcade-Klopperei grundsolide. Im ’Path of Champions’ stellt Ihr Euch in drei Kampagnen entweder dem Undertaker, D-Generation X oder Randy Orton entgegen. Die jeweilige Story besteht aber nur aus zehn Kämpfen mit unterschiedlichen Bedingungen, die ab und an durch comichafte Videosequenzen unterbrochen werden. Nicht nachvollziehbar gestaltet sich hier das Speichersystem, das nur einen Spielstand für diese Spielvariante erlaubt. Ihr könnt also nicht mehrere Kampagnen gleichzeitig beginnen. Im ’Fantasy Warfare’-Modus spielt Ihr nacheinander eine Vielzahl vorgefertigter Matches, die ikonische Charaktere von damals und heute gegenüberstellt. So klärt Ihr zwischen Big Show und Andre the Giant, wer der mächtigste Ringer der WWE ist, und fechtet zwischen Mr. Perfect und The Miz aus, wer das Prädikat ’perfekt’ wirklich verdient hat. Als Belohnung winken Kostüme, Arenen und weitere Wrestler. Zusammengeschnittene TV-Aufnahmen aus der WWE- und WWF-Zeit leiten die Duelle stimmungsvoll ein. Dazwischen locken mit Steel Cage, Tornado Tag Team und Extreme Rules verschiedene Matchvarianten mit bis zu vier Kontrahenten, Inferno- oder Backstage-Schlachten gibt es ebenso wie den Royal Rumble nicht. Dafür stellt Ihr im internen Editor Eure eigenen Charaktere zusammen und füllt so die Lücken im Kader.
Mit seinen quälend langen Ladezeiten nagt WWE All Stars an den Spielernerven. Warum müssen wir nach den Einmärschen der Sportler und bei Neustarts ewig auf den Beginn der Handgreiflichkeiten warten? Die Berechnung von zwei bis vier Figuren in relativ kleinen Umgebungen muss heutzutage schneller vonstatten gehen! Die PSP- und Wii-Fassungen des Spiels kämpfen mit dem gleichen Problem. Optisch zieht die Version für Nintendos Bewegungskonsole deutlich den Kürzeren.

+ alte und aktuelle Wrestler
+ comichafter ungewähnlicher Look
+ leicht zu spielen, schwer zu meistern

– kniffliges Kontersystem wird nicht erklärt
– manchmal unschöne Clippingfehler
– lange Ladezeiten

Tobias Kujawa meint: Die Helden meiner Kindheit bereiten mir auch heute noch richtig viel Freude. Der übertriebene Comic-Look, die abgefahrenen Würfe und die simple Steuerung locken selbst Wrestling-Verweigerer für gesellige Schlägereien vor die Mattscheibe – auf Ernsthaftigkeit legt das Spiel keinen Wert. Bei der technischen Umsetzung hätte ich mir jedoch mehr Sorgfalt gewünscht. Clipping-Fehler stören die ausgefallene Optik und die langen Ladezeiten sorgen für spontane Nickerchen. Eine größere Auswahl an Wrestlern hätte ebenfalls nicht geschadet, hier deutet sich aufgrund der beiden in der Xbox-360-Fassung enthaltenen Download-Charaktere Ted DiBiase und Million Dollar Man das Schreckgespenst ’kostenpflichtiger DLC’ an. Abseits davon begrüße ich die locker-flockige Abwechslung vom jährlichen SmackDown vs. RAW Einheitsbrei.

Humorvolles Arcade-Wrestling mit technischen Schwächen, perfekt für eine schnelle Prügelei zwischendurch.

Singleplayer82
Multiplayer
Grafik
Sound
Marc29101971
I, MANIAC
Marc29101971

Ich finde das Spiel super! Mal ne willkommende Abwechslung zu dem järhrlichen Smackdown Update. @Basti: Für 21€ aus UK? Ich habs neu für 15€ gekauft! 🙂

Bastian_RS6
I, MANIAC
Bastian_RS6

Ist letzte Woche für schlappe 21€ aus dem UK eingetroffen. Liegt aber noch verschweißt im Regal. :rolleyes:

easycure78
I, MANIAC
easycure78

@ Syxx-FactorJau, das ist auch mein Lieblings-Wrestlingspiel. Das game hat zwar Anfangs eine recht steile Lernkurve (bes. der edit-mode), wenn man sich aber mal eingespielt hat, gibts imo nix besseres.Spaß machen auch Virtua Pro Wrestling 2 (N64), Toukon

Syxx-Factor
I, MANIAC
Syxx-Factor

Wenn jemand ein geniales Wrestling in 2D sucht dem Empfehle ich FIRE PRO WRESTLING RETURNS für PS2. Gab es nämlich als Pal Version. Leider nur in Spanien und Portugal.

Syxx-Factor
I, MANIAC
Syxx-Factor

Zu PS2 Zeiten hat mir die Smackdown Serie noch richtig gut gefallen. Die HD Ableger machten mir dann keinen Spass mehr. Vielleicht liegt das auch daran das die WWE auch immer langweiliger wird. Gähn….

Gast

Ich finds richtig super! Das erste Wrestling seit SNES-Zeiten, dass mich mal wieder richtig in seinen Bann gezogen hat. Vor allem die Realfilm-Trailer zu den einzelnen Kämpfern im Fantasy Warfare Modus haben so richtig Retro Flair entstehen lassen. Das nicht zu komplizierte Kampfsystem tut sein Übriges auch ungeübte Freunde mal eine Runde gewinnen können.