
OTobias kommentiert: Jugendsünden – Wo sind all die alten Spiele hin?
Die Erwachsenen unter Euch kennen das: Zu Weihnachten macht man sich auf gen Heimat und fällt für ein paar Tage bei den Eltern ein. Gern stöbert man dort in alten Fotoalben und auf dem Speicher, wo die Reste der eigenen Kindheit einlagern. So geht es jedenfalls mir und jedes Mal bin ich enttäuscht, dass vom Gamerleben meiner Schulzeit nichts übrig geblieben ist. Aus eigenem Verschulden. Wie konnte ich damals nur so dumm sein?
Mein Zockerleben begann mit einem NES (bei einem Kumpel), einem Amiga 500 (bei meinem Cousin) und der Telespiel-Konsole meines Vaters, außerdem besaß ich kurz einen C64. Doch richtig los ging es mit meinem eigenen Game Boy. Meine damalige Spielesammlung (soweit ich mich erinnere): Tetris, Metroid II, Solar Striker, Blades of Steel, R-Type, Nemesis, RoboCop (in der japanischen Fassung weiß der Himmel wo meine Verwandten die gekauft haben), Mystic Quest, F1 Race (samt 4-Spieler-Adapter), Super Mario Land 2, Probotector. Dazu das Battery Pack und ein aufsteckbarer Rahmen mit Licht. Was heute davon noch übrig ist: Der Game Boy, das Battery Pack, F1 Race (lose, mit Adapter) und Super Mario Land 2 (lose). Die Packungen? Wurden damals irgendwann weggeworfen. Die Anleitungen? Wurden gelocht, damit sie in einen Ordner passten. Die restlichen Spiele? Wurden vermutlich auf dem Flohmarkt verkauft. Ein Jammer, nicht nur aus Nostalgiegründen. Die Preise von Retrospielen gehen durch die Decke logischerweise weil die meisten Leute so wie ich mit ihren Spielen umgingen.
Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich mir so stets meine nächsten Spielerlebnisse finanziert habe: Das Super Nintendo durfte ich schon haben meine Eltern hielten aber wenig von Videospielen und so sollte ich mir das Zockerprivileg verdienen, indem ich mir die Konsolen immer selbst zusammensparte. Da kam mir das Geld von verkauften Game Boy Titeln gerade recht. Und so stand nach hartem einjährigen Sparkurs mein All-Time-Favorite im Zimmer.