Als Odin Sphere vor neun Jahren für die PS2 erschien, war das Action-RPG des bis dato ziemlich unbekannten japanischen Studios Vanillaware eine geradezu unerhörte Angelegenheit: Entgegen der allgemein akzeptierten Branchenmeinung, dass 2D-Grafik veraltet sei, sah das Abenteuer mit riesigen, detailliert gezeichneten und flüssig animierten Figuren dramatisch besser aus als der Großteil der 3D-Konkurrenz. Gut, das Spiel neigte in späteren Kapiteln zur Wiederholung und die Bildrate war nicht immer ganz sauber, trotzdem gilt Odin Sphere in grafischer Hinsicht als Meilenstein und Wegbereiter für spätere Vanillaware-Titel wie Muramasa oder Dragons Crown.
Leifthrasir ist keine Fortsetzung, sondern ein teilweise stark überarbeitetes Remake die Prämisse ist dieselbe: In einer stark an die nordische Mythologie angelehnten Welt schlüpft Ihr nacheinander in die Rollen von fünf Helden und erlebt die komplexe Geschichte aus deren Blickwinkeln. Ihr bewegt Euch auf einer 2D-Ebene durch kreisförmig angelegte Szenarien und verhaut jede Menge Gegner, Rollenspiel-Elemente kommen nicht zu kurz. Die Grafik wurde für die 1080p-Darstellung der PS4 optimiert und die Bildrate auf 60 fps gelockt: Die starken Einbrüche, die vor allem bei den Bosskämpfen des PS2-Originals vorkamen, bleiben Euch hier erspart. Auch spielerisch hat sich viel getan: Die Steuerung ist stark überarbeitet und fühlt sich weniger steif an. Die Aktionen der fünf Charaktere fließen eleganter als zuvor ineinander, schon nach kurzer Zeit zaubert Ihr schier endlose Combos aus dem Hut. Auch das seinerzeit recht klobige Inventarsystem wurde überarbeitet und lässt sich nun besser bedienen. Wie auf der PS2 sät Ihr Pflanzen, deren Früchte Ihr später verspeist und so dicke Erfahrungsboni einstreicht gerade dieser Aspekt macht Odin Sphere zu mehr als nur einem normalen Actionspiel.
Habt Ihr das Abenteuer nach etwa 40 Stunden beendet, dürft Ihr Euch am neuen New Game + versuchen. Seid Ihr eher puristisch veranlagt, könnt Ihr die ganzen spielerischen Überarbeitungen der Neuauflage auch deaktivieren und die grafischen und technischen Verbesserungen mit den klassischen Spielsystemen genießen.
Thomas Nickel meint: So muss eine gute Neuauflage aussehen: Vanillaware hat nicht nur ordentlich an Grafik und Technik geschraubt, auch die kleinen spielerischen Macken des Originals wurden ausgemerzt Leifthrasir spielt sich dadurch noch sauberer, durchdachter und flüssiger. Es ist eine Freude, mit detailreich und elegant animierten Figuren die üppigen Szenarien zu durchwandern und teilweise bildschirmgroße Monster mit wuchtigen Angriffen zu erlegen. Das Spielsystem mit der Mischung aus Combo-Kämpfen und dem Aussetzen von Pflanzensamen ist heute noch hochgradig originell und angenehm komplex. Vor allem das Spielgefühl ist dank der stabilen 60 fps der PS4-Fassung eine wahre Freude schon alleine deswegen lohnt sich ein erneuter Kauf.
- tolle grafische Überarbeitung
- komplex verschachtelte Spielsysteme
- verbesserte Steuerung
Das Action-Rollenspiel überzeugte bereits vor neun Jahren die Neuauflage setzt in jeder Beziehung noch mal einen oben drauf.
| Singleplayer |  | 87 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |