
Irgendwo im Nachgestank von Unity ist der vielleicht beste, definitiv aber einer der besten Serienvertreter leider ziemlich untergegangen.
Dabei löst das Spiel recht viele schwerwiegende Probleme der Serie, bietet ein ziemlich unverbrauchtes Szenario an und glänzt mit einigen frischen Ideen welche die Ubi-Formel erfolgreich aufpeppen. Allerdings hat es auf der erzählerischen Ebene gravierende Schwierigkeiten, die selbst im Kontext dessen, dass AC auch generell kein Vorzeigetitel hinsichtlich Story und Telling ist, deutlich spürbar abfallen, wenn auch nicht im vollen Umfang. Aber eines nach dem anderen.
Starten wir mal mit dem Star des Spiels. Dem viktorianischen London. Bäm. Wie das sitzt. Die großzügige Architektur der Stadt mit vielen offenen Flächen entschärft sehr gut die serientypischen Zickereien des Parcours-Gameplays. Im Verbund mit der bei Unity eingeführten gezielten Aufwärts-Abwärts-Steuerung über eigene Buttons im freien Lauf, entwickelt man Dank dem meist guten Überblick schnell ein ordentliches Gefühl dafür, wie man die Figur dahin bringt das zu tun was man möchte. Vorbei die Zeiten in denen man bei Verfolgungsjagden unvermittelt wie ein Vögelchen auf Pfosten Platz nahm, bei einer Dächerjagd in die Tiefe stürzte, oder sich in einem bekloppten Gehampel an einer Häusermauer verfing. Perfekt ist es nicht, im Detail gibt es Situationen die man hätte besser lösen können, speziell bei leicht erhöhten Hindernissen, im Großen und Ganzen ist man aber kontrolliert und furios unterwegs und hat die Lage bestens im Griff.
Was Ubi auch wunderbar hinbekommen hat, ist der Stadt das Gefühl von Lebendigkeit zu geben, London wirkt belebt und authentisch. An vielen Häusern gibt es die Möglichkeit einzutreten, an Bahnhöfen ist viel Brass, in Hinterhöfen spielen kleine Kinder mit einem Ball, an Marktplätzen wird gehandelt, Zeitungsjungen rufen die neuesten Meldungen heraus, auf der Themse herrscht ein reger Schiffsverkehr, in Fabriken wird gearbeitet, Vogelschwärme ziehen über den Dächern umher, in Pubs gibt es kleine Konzerte usw. usw.
Sehr geil hinbekommen haben sie den Dreck, bzw. das Gefühl von Dreck. Man kann den Smog und die Scheiße regelrecht riechen.
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Über den den Autor…
token war noch im Vorschulalter als sein Vater einen mysteriösen Kasten Heim brachte der sich im Nachgang als russischer Pong-Klon entpuppen sollte.
Die Faszination Videospiel packte ihn sofort und ließ ihn bis zum heutigen Tag nicht mehr los.
Trotz dieser langjährigen Passion war er nie ein sonderlich geschickter Spieler. Er hielt sich zwar lange Zeit für einen der besten der Welt, aber irgendwann kam das Internet und damit die Möglichkeit Highscores und Bestzeiten mit anderen Leuten zu vergleichen als dem kleinen Bruder oder den noch unfähigeren Jugendfreunden. Der Frust dieser Erkenntnis konnte durch die damit einhergehende Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen überwogen werden. Da er die Man!ac für das kompetenteste Magazin im deutschen Raum hielt meldete er sich in deren Classic-Forum an.
Dort gehört er mittlerweile zum Inventar und schildert gerne in ausladenden Texten den Unfug der ihm zum Medium Videospiel und seinen Vertretern durch den Kopf geht.