Das Duell FIFA gegen PES geht in die nächste Runde: Während Konamis Kick im vergangenen Jahr vieles anders machte, zog EAs Fußballspiel nur die Schnürsenkel nach und ging keine Experimente ein. Wenig überraschend gilt das auch für FIFA 16.
Die augenscheinlichste Neuerung stellt die Implementierung des Frauenfußballs dar: Zwölf Nationalmannschaften treten on- oder offline in Freundschaftsspielen oder einem Länderpokal gegeneinander an. Eine hörbare Änderung ist das neue Kommentatoren-Gespann aus Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss, der letztes Jahr noch für Pro Evolution Soccer 2015 sprach und Manfred Manni Breuckmann ersetzt. Die Qualität der Aussagen rangiert erneut zwischen gut und fragwürdig.
Das Geschehen auf dem Platz läuft für Männer und Frauen gleich ab: Ein dezent reduziertes Spieltempo kombiniert mit neuen Animationen, besonders bei der Ballführung und den Schüssen, zählen zu den frischen Merkmalen. Dazu kommt das No Touch Dribbling, das Körpertäuschungen ohne Ball erlaubt. Als schöne, aber rein visuelle Neuerung feiert das Freistoß-Spray Premiere. Einsteiger wie Profis dürfen während des Spiels jederzeit den FIFA-Trainer einschalten, der in jeder Situation anzeigt, was zu tun ist.
Inhaltlich bietet FIFA 16 das gewohnt umfangreiche Angebot von Spielvarianten auf: Freundschaftsspiele, Saisons, Turniere, Karriere als Trainer oder Spieler, Virtuelle Bundesliga, Pro Clubs sowie Ultimate Team beschäftigen für einen langen Zeitraum. Zusätzlich schult Ihr in den Skill-Spielen wieder Eure Fähigkeiten in Disziplinen wie Passspiel, Kopfball oder Zweikampf.
Der beliebte Bereich Ultimate Team wurde um eine neue Möglichkeit erweitert: FUT-Draft. Ihr wählt zunächst eine von mehreren vorgegebenen Aufstellungen, um danach aus einem zufälligen Pool von Akteuren Eure Wunschmannschaft zu erstellen. Mit diesem Team absolviert Ihr anschließend bis zu vier Partien, die Euch mit Preisen wie Spielmünzen oder Verbrauchsgegenständen belohnen. Allerdings ist der Modus nicht bedingungslos spielbar, stattdessen müsst Ihr nach einer Niederlage für eine neue Draft-Runde eine Zugangsgebühr von 15.000 Münzen oder 3 Euro bezahlen.
Ungeachtet der dezenten Auffrischungen bleiben einige Schwächen wie manchmal lethargische Spitzenstürmer oder stolpernde Verteidiger erhalten. Die allgemeine Grafikqualität rangiert auf dem Niveau des Vorjahres, bei genauem Hinsehen fallen die feineren Animationen der Rasensportler ins Auge.
Sascha Göddenhoff meint: Wieder ist ein Jahr rum, wieder kommt ein neues FIFA-Spiel. Und einmal mehr halten sich die Neuerungen in Grenzen. Frische Animationen und ein reduziertes Tempo machen für mich den Löwenanteil aus, die zusätzlichen Dribbling-Optionen sind lediglich nett. Am Unterhaltungswert der einzelnen Modi wurde nicht gedreht, somit bin ich mit Saison, Karriere und Ultimate Team wieder lange beschäftigt. Super finde ich FIFA 16 nicht, weil die gegnerische KI selbst unter Druck zu ballsicher agiert, Stürmer nach Steilpässen erneut Denkpausen einlegen und sich Verteidiger trotz vieler Möglichkeiten manchmal unbeholfen anstellen. Quasi erledigt hat sich für mich leider der neue Modus FUT-Draft aufgrund seiner viel zu hohen Einstiegssumme für das Geld kaufe ich lieber direkt Packs oder Spieler.
- erweiterte Bewegungen, u.a. bei Dribbling und Torschuss
- 12 Frauen-Nationalmannschaften dabei
- FUT-Draft: kooperativ ein Team bauen und damit Münzen etc. gewinnen
FIFA 16 bringt Frauen-Teams und bessere Bewegungen aufs Feld. Präsentation und Ausstattung sind top, kleine Macken bleiben aber erhalten.
| Singleplayer |  | 90 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |