Wii U:
- Captain Toad: Treasure Tracker – 39,99 Euro
Wii U:
Schon seit dem Atari VCS erkundet die Spielindustrie das Thema Online, doch erst mit Segas Dreamcast wird die Anbindung von Konsolen ans Internet zunehmend alltäglich. Während Microsoft aber bereits Ende 2002 mit Xbox Live einen kompetenten, einheitlichen Online-Service startet, setzt Sony bei der PS2 noch auf eine dezentrale, spielespezifische Lösung. Erst mit der PS3 startet auch ein hauseigener Online-Dienst – das Playstation Network, das Spieler miteinander vernetzt, zunehmend digitale Inhalte (Spiele, Filme, Musik) zum Kauf anbietet, 2008 um ein an die beliebten Xbox-Achievements angelehntes Trophäen-System erweitert wird und im Gegensatz zu Xbox Live komplett kostenfrei ist. 2010 führt Sony zudem einen attraktiven Premium-Service ein – PlayStation Plus beschert seinen Abonnenten Cloud-Speicher und regelmäßige Gratisspiele und ist bei der PS4 schließlich die kostenpflichtige Voraussetzung fürs Multiplayer-Online-Spielen.
In die Schlagzeilen kommt PSN im April 2011: Wohl aus Vergeltung für Sonys juristischen Kampf gegen einen PS3-Hacker wird das PlayStation Network angegriffen, die Daten – Namen, Adressen, Passwörter, Kreditkarten-Informationen – von rund 77 Millionen Nutzern von PSN und Qriocity (Sonys damaligem Musikdienst) werden gestohlen. Sony gerät massiv in die Kritik: Das Unternehmen braucht mehrere Tage, um den Diebstahl der teilweise unverschlüsselten Daten zu bemerken, die Informationspolitik zum Hack und dem anschließenden Abschalten von PSN ist dürftig, der Ausfall des Netzwerks beträgt satte 24 Tage. Der Angriff und Ausfall kostet Sony nach eigenen Schätzungen 171 Millionen US-Dollar, wobei auch die spätere Entschädigung der User durch PS3- und PSP-Gratisspiele einberechnet ist.
Als Ken Kutaragi die PS3 auf der E3 2005 enthüllt, ist die PlayStation-Welt noch in Ordnung. Sonys dritte Heimkonsole führt die Familie logisch fort, und eigentlich zweifelt niemand daran, dass auch sie den Markt dominieren wird. Die Vorgängerin verarbeitete Film-DVDs – die PS3 dient dank Blu-ray-Laufwerk zusätzlich als Wiedergabegerät für HD-Medien. Für die PS2 wurde mit der Emotion Engine ein eigener, Ehrfurcht gebietender Prozessor entwickelt – nun vertraut man auf einen weiteren Wunder-Chip, den Cell, der in einer Allianz von Sony, Toshiba und IBM entsteht und doppelt so schnell wie der Xbox-360-Prozessor sein soll. Die PS2 war abwärtskompatibel, die PS3 wird es natürlich ebenfalls sein (wenigstens in den ersten Modellen, wie sich später herausstellen soll). Nicht kleckern, sondern klotzen lautet die Devise von Kutaragi und seinem Team: Bei der ersten Präsentation wartet das wuchtige Gerät mit zwei HDMI-, sechs USB- und drei Ethernet-Ports auf. Die Festplatte ist zu diesem Zeitpunkt dagegen noch ein optionales Feature.
Was Ende 2006 dann in Japan und den USA auf den Markt kommt (der gleichzeitig geplante Euro-Start wird wegen Produktionsengpässen kurzfristig auf den März des darauffolgenden Jahres verschoben), sorgt für Ernüchterung – wobei das Streichen diverser doppelter und dreifacher Schnittstellen das geringste Problem ist. Debütspiele wie das historische Schnetzelabenteuer Genji: Days of the Blade, Ridge Racer 7 oder Insomniacs Ego-Shooter Resistance arbeiten nur Genre-Standards ab. Und Multiplattform-Titel sehen nicht besser aus als auf der Xbox 360, mit der Microsoft bereits ein Jahr früher die siebte Konsolengeneration einläutete. Hinzu kommt ein neuer Controller, der zwar zum Glück nicht die bizarre Form des Bumerang-Prototypen besitzt, der auf der E3 2005 gezeigt worden war, dem man aber die Rumble-Motoren gestrichen hat. Stattdessen ist das Sixaxis-Pad bewegungssensitiv – ein Feature, das kaum einen Entwickler interessiert.
Ab 7. Januar neu bei PlayStation Plus:
Letzteres gibt’s übrigens nur in Deutschland, der Rest der Welt erhält für die Vita die Duke Nukem 3D Megatron Edition.
Wii U:
3DS:

Was durften wir 2014 nicht alles erleben? Playstation 4 und Xbox One zogen in immer mehr Haushalten ein, und auch Nintendo kurbelte mit Mario Kart 8 und Super Smash Bros. die Verkaufszahlen der Wii U kräftig an. Bei den Entwicklern spaltete Ubisoft mit Assassin’s Creed Unity die Fangemeinde, Square Enix verärgerte mit der schwachen Ankündigung einer PC-Portierung von Final Fantasy VII und From Software zeigte mit Dark Souls 2, dass auch schwierige Spiele reißenden Absatz finden können.
Bevor wir nun das Spielejahr hinter uns lassen, liefern wir Euch wie letztes Jahr auf den kommenden Seiten den etwas anderen Ausblick für 2015: Welche Hits werden Euch 2015 bestimmt NICHT erwarten? Klickt Euch durch unsere Ideen zu den ganz großen Spiele-Krachern mitsamt passender Cover bzw. Artworks und beherzigt dabei nur eine goldene Regel: Nehmt bloß nichts ernst!
Und ein ganz besonders großer Dank geht auch diesmal an unsere fleißige Grafikbienen von TURBO D3 für die feinen Visualisierungen der kommenden Klassiker…
Über den Autor…
Philipps erster Kontakt mit Videospielen trug sich zu, als er mit zarten fünf Jahren zum ersten Mal einen SNES-Controller in der Hand halten durfte. Aus dieser schicksalhaften Begegnung entstand nicht nur die Begeisterung für das Medium Videospiel, sondern später auch das Interesse an Japan als dem Heimatland dieses Unterhaltungszweigs. Heute spielt Philipp auf nahezu allen Sony- und Nintendo-Konsolen und ist ein Verfechter insbesondere der Bedeutung von Videospielen als Erzählmedium.
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat im Dezember nachfolgende Titel indiziert:
Und gestrichen wurde diesmal auch nix…
Die PlayStation wird von vielen Spielesammlern und Retrofans ignoriert. Zu Unrecht, schließlich ist die Konsole fast 20 Jahre alt und ihre Bedeutung für die Games-Geschichte gewaltig. Wir haben mit einem der wenigen PlayStation-Profis gesprochen – dem Österreicher Reinhard Traunmüller (45).
M! Games: Du hast also jedes PAL-PlayStation-Spiel. Wie viele sind das?
Reinhard Traunmüller: Wir sprechen hier von 1.416 verschiedenen PAL-Spielen. Nicht hinzugerechnet sind länderspezifische Variationen, Re-Releases, Compilations und Limited Editions.
*
M! Games: Wie lange hat es gedauert, bis Du jedes Spiel hattest? Und woher weißt Du eigentlich, welche Titel für die PlayStation erschienen sind?
Reinhard Traunmüller: Die Hauptidee hinter der Sammelei war und ist, einen Komplett-Guide für alle PAL-Releases zu erstellen. Seriöserweise kann ich das nur tun, indem ich alles, von dem ich schreibe, auch in der Hand halte. Als das Projekt 2004 vom Engländer Raymond Osborn, dem Niederländer Maurice Schimmel und mir gestartet wurde, hatten wir schon das Gros der Releases in individuellen Listen gesammelt, deren Zusammenführung und Verwaltung ich übernahm. Hinzu kamen noch Länderlisten von Sammlern aus Australien/Ozeanien und Skandinavien. Später machte dann noch der Ex-Electronic-Arts-Programmierer Rob Charlish das Team komplett. Eigentlich dachte ich nach vierjährigem Sammeln, jedes Spiel zu besitzen. Doch plötzlich tauchte in Australien, Italien und Frankreich wieder ein Hinweis auf ein regionsspezifisches Spiel auf, welches dann verifiziert, gefunden und gekauft werden musste.
Während der simulationslastige Bruder Forza 5 beim Xbox-One-Debüt an Kursknappheit und steriler Inszenierung kränkelte, erfüllt das zweite Horizon die hochgesteckten Erwartungen auf ganzer Linie und begeistert Vollgas-Profis wie Gelegenheitsfahrer gleichermaßen mit unnachahmlichem Fahrgefühl und Ambiente. Grafisch erweist sich die stimmungsvolle Raserei als Vorzeigetitel für die Xbox One, in Sachen Umfang und Online-Funktionalität lässt der Trip durch Südeuropa den PS4-Rivalen Driveclub nur seine Auspuffgase schnuppern. Dass dagegen die Xbox-360-Version als wahrscheinlich letzter Microsoft-eigener Titel für die alte Hardware nicht mehr so gut abschneidet wie der Vorgänger und eher wie eine Pflichtaufgabe denn ein glorreiches Abschiedsgeschenk wirkt, ist ein eher kleiner Kratzer im Lack.
Ulrich Steppberger meint: Nicht alles an Forza Horizon 2 ist zwingend besser als beim Vorgänger – so vermisse ich etwa trotz aller visueller Klasse der französisch-italienischen Kulisse etwas mehr szenarische Abwechslung -, aber das Gesamtpaket setzt ganz klar Maßstäbe, was Fahr- und Spielspaß angeht. All das, was der nummerierten Hauptserie abgeht (und sich schön in Schlagworten wie “Seele” und “Leidenschaft” ausdrücken lässt), gibt es hier fast im Übermaß. Auch technisch bleiben kaum Wünsche offen, was zeigt: Wenn sich ein talentiertes Entwicklerteam intensiv mit der Xbox One beschäftigt, muss das Resultat keinen Vergleich mit Konkurrenten auf der anderen Hardware scheuen. Horizon 2 ist das beste Rennspiel seit… nunja, seit dem ersten Teil. Und der beste Grund, sich eine Xbox One unter den Fernseher zu stellen.
Sascha Göddenhoff meint: Ich liebe es! Wenn ich nur ein Rennspiel haben darf, dann unbedingt Forza Horizon 2: Ich mag die kräftigen Farben, die vielen unterschiedlichen Autos, vor allem aber das Fahrgefühl innerhalb der offenen Welt. Das Setting Süd-Europa mag ich gar etwas lieber als Colorado im ersten Teil, weil ich häufiger über enge Straßen entlang der Küste heizen darf. Allerdings beziehe ich mich hier ausschließlich auf die Xbox-One-Version, denn die Xbox 360 wurde leider mit einer inhaltlich wie optisch abgespeckten Version in die wahrscheinliche Rennspiel-Rente geschickt.
Zum Test geht es hier.
Beinharte Mischung aus Rollenspiel und anspruchsvollem Kampfsystem, gepaart mit einer faszinierenden Welt voller Geheimnisse und Monster. Das aktuelle Souls-Spiel zog uns magisch in seinen Bann. 2015 auch auf PS4 und XOne.
Colin Gäbel meint: Die Wahl zum Zeitfresser 2014 fällt bei mir eindeutig aus: Kein Titel hat mich dieses Jahr mehr Spielstunden (und Nerven) gekostet als Dark Souls II – der umfangreichen Hauptquest und drei exzellenten DLC-Erweiterungen sei Dank. Ok, die Schauplätze und Bossgegner sind mitunter nicht ganz so denkwürdig wie bei den Souls-Vorgängern. Dennoch geht die unnachahmliche Suchtmixtur aus herausfordernder Action-Kost, tiefschürfender Charakter-Entwicklung und unglaublich spannenden Online-Gefechten auch im jüngsten Teil wieder voll auf. Dass ich nach wie vor häufiger in Drangleic unterwegs bin als in den diversen Spielwelten der neuen Konsolengeneration beweist einmal mehr: Geniales Gameplay funktioniert auch ohne State-Of-The-Art-Technik. Dennoch bin ich enorm gespannt, was die Entwickler optisch beim Update Scholar Of The First Sin für PS4 und Xbox One rausholen werden. Spätestens für Dark Souls III erwarte ich dann aber doch den richtigen Grafiksprung nach vorne. Schaden kanns dem ausgefeilten Fantasy-Konzept schließlich nicht.
Kenneth Burgess meint: Selten schaffte es ein Spiel, mich allein mit seiner Atmosphäre und dem genialen Level-Design in seinen Bann zu ziehen. Es ist nicht das Kampfsystem oder die große Geschichte, die mich begeisterte, sondern die abgedrehten Gebiete und abgefahrenen Monster, auf die Ihr im Spielverlauf trefft. Wenn die Herren von From Software sich eine westliche mittelalterliche Welt vorstellen, dann kommen die Welten von Dark Souls II zustande. Man nehme dann noch einen grandiosen Soundtrack zu allen Orten Bossen und man erkennt genau DEN Grund, warum mich Orte wie “Majula” oder der “Jägerhain” faszinieren.
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